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Minze

Minze – Mentha, Pfefferminze – Mentfa x piperita, Lippenblütengewächse – Lamiaceae

Minze

Gestern in der Au konnte ich gemeinsam mit einer Studienkollegin Karin und ebenfalls Bloggerin – DO-ITeria, schöne Büscheln mit Wasserminze ernten. Eigentlich waren wir auf Morchelsuche und wurden so reich beschenkt. Morcheln in den verschiedensten Formen und wunderbare Wildkräuter. Die wilde Minze oder Pfefferminze ist jetzt knapp vor der Blütezeit. Ein vielseitiges Kräutlein, das in verschiedenster Weise verwendet werden kann. Ich mag sie auch als Schnittpflanze, nebst der Zitronenmelisse in bunten Frühlingsstrauß. Jetzt ist die beste Erntezeit. Viele verschiedene wildwachsende Arten, wie die Wasserminze – Mentha aquatica L., die Pfefferminze, Bachminze, Waldminze, Rossminze, Acker Minze – Mentha arvensis und viele andere haben sich entwickelt. Generell neigt die Gattung der Mentha zur Bastardisierung. Das Wort Mentha stammt aus dem mittel-, althochdeutschen – Minza und ist aus dem lateinischen Wort Menta abgeleitet. Es steht im Zusammenhang mit der griechischen Nymphe Minthe (auch ein Berg auf dem Peleponnes). Mein Bezug zur Minze ist die persische oder marokkanische Minze – Nana genannt. Nana bezeichnet im Allgemeinen alle Minzearten. Die echte persische Minze ist die Krause Minze – Menthe spicate.

Aussehen und Verwechslungsmöglichkeiten

In Europa gibt es bei den wildwachsenden Minzen viele verschiedene Varianten. Sie kann bei hochwachsenden Arten bis zu 90 cm hoch werden. Es gibt aber auch ganz kleine und kriechende Formen. Die Minze ist eine frostharte ausdauernde krautige Pflanze mit langen unterirdischen Ausläufern oder Rhizomen. Sie duftet aromatisch und besitzt bei den meisten Arten einfache oder verzweigte Haare – Trichome. Manchmal besitzt sie einen Blattstiel. Die sattgrünen Blätter, sind rund oder lanzetten-artig, sie stehen gegenständig, sind einfach und je nach Sorte sind sie gezahnt oder haben einen gesägten Blattrand. Manche Arten zeigen eine violette Nervnatur und manche Blätter sind rötlich überzogen. Die Blüten sind in vielblütigen Scheinquirlen – zusammengesetzter Blütenstand –  angesetzt.

Poleiminze

Sie zeigen sich von Juli bis September, sind endständigen Blüten, zwittrig oder funktional eingeschlechtlich und zygomorph – zwei spiegelgleiche Hälften auf einer Symmetriebene und einem Perianth – Blütenhülle. Manchmal sind einige Blüten der Minze-Arten vormännlich – Proterandrie – Staubbeutel reifen vor vor den Fruchtblättern. Der Pollen wird vor der Reifung des Stempels entlassen. Die Minze hat fünf ungleiche Kelchblätter, die röhrig bis glockenförmig verwachsen sind. Die fünfzähligen, verwachsenen, zweilippigen Kronblätter können rosa, leicht violett oder weiß sein.

Minze blühend

Bildnachweis: www.eggert-baumschulen.de

Dabei ist die Oberlippe in etwa so groß wie einer der unteren drei Lappen der Unterlippe. Die Blüte besitzt vier ungleiche Staubblätter, die sichtbar aus der Kronröhre herausragen. Die beiden Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Dieser Fruchtknoten ist durch „falsche“ Scheidewände in vier Kammern eingeteilt. Es entsteht in der Reifung eine Klausenfrucht. In jeder der Kammern befindet sich ein Samenkorn. Die Bestäubung übernehmen kurzrüsselige Insekten, wie Fliegen. Die Minze verbreitet sich über ihre Ausläufer aber auch durch die Verbreitung der Samen über die Hydrochorie – Wasser. Verwechslungen können ganz leicht durch Reiben der Blätter ausgeschlossen werden. Der starke Minzgeruch ist typisch und hilft bei der Abgrenzung. Ausnahme ist nur die Polei-Minze.

Poleiminze – Mentha Pulegium – Polei, Flohkraut, Frauenminze, Poleykraut, Hirschminze

Poleiminze 2

Polei-Minze

Sie gehört ebenfalls zur Gattung der Minzen, ist sehr selten und gedeiht auf kalkarmen feuchten Böden. Meist steht sie an Flussrändern oder Seerändern. Diese Art sieht der Pfefferminze ähnlich ist aber mit einer Höhe von 10 bis 30 cm kleiner im Wuchs. Die Blätter sind oval, ganzrandig und gezähnt. Die Blüten sind rosa bis violett. In Deutschland ist die Polei-Minze auf die Liste der gefährdeten Pflanzenarten gesetzt worden. Sie enthält das giftige Pulegon – monocyclisches Monoterpenkton, das zu Erbrechen, Azidose – Störung des Säure-Basenhaushaltes, Koliken, Anstieg des Blutdruckes und narkoseartigen Lähmungserscheinungen führen kann. Bei starker Dosierung kann es sogar tödlich wirken. Das Pulegon ist gesundheitsgefährdend, es reizt den Verdauungstrakt, die Haut und die Schleimhäute. Pulegon wird als Ausgangsstoff in der Herstellung von Parfümölen, Seifen- und Waschmittel verwendet. In der Produktion von Mottenmittel, Insektenrepellents und bei der Synthese von Menthol dient es als Basisstoff. Alle Pflanzenteile riechen sehr scharf aromatisch. Die Polei-Minze ist ein Hemikrophyt – die Überdauerungsknospen liegen an der Erdoberfläche. Der Name Polei bedeutet Floh und ist aus dem lateinischen Wort Pulex – Floh abgeleitet. Das verweist auf die insektizide Wirkung der Polei-Minze. Außer dem Pulegon enthält die Pflanze noch Gerbstoffe und ätherische Öle. Schon in der Antike war die Polei-Minze als wirksames Abtreibungsmittel bekannt.

Standorte

Bachufer, Augebiete, Wiesenränder, Waldränder oder Waldwege.  Nährstoffreiche, eher kalkarme Böden.

Wissenswertes

Viele verschiedene Zuchtvarianten haben sich entwickelt. Viele davon haben eine fruchtähnliche Geschmacksnote, wie die Apfelminze, die Schoko-Minze, die Nana-Minze, die Basilikum-Minze, die Zitronen-Minze oder die Orangen-Minze.

Minze Variegata

Sehr hübsche Zuchtform mit weißem Rand Variegata 

Die Vermehrung erfolgt sehr einfach über Steckling aus den langen Ausläufern. Man kann aber auch starke Triebe abschneiden, ein paar Tage wassern und dann zur Vermehrung in die Erde stecken. Die Minze gehört zu den Langtagspflanzen. Sie wächst 14 Stunden aufrecht und blüht. Bei den Kurztagsbedingungen bildet sie Ausläufer aus. Wenn die kalte Jahreszeit kommt, stirbt das Kraut der Pflanze ab und treibt im Frühling wieder frisch aus. Schon Plinius berichtete davon, dass die Minze in der Lage sei Flöhe zu vertreiben.

Inhaltsstoffe und Heilwirkung

In den Blättern befinden sich die ätherischen Pfefferminzöle. Das Öl kann durch Wasserdampfdestillation hergestellt werden. Dieses Öl wird in der Kosmetik und in der pharmazeutischen Industrie eingesetzt. Hauptinhaltsstoffe sind Menthol, Menthon, Menthylacetat, Neomenthol und Isomenthol. Das Pfefferminzöl wirkt schwach antibakteriell und antifungal. Es unterstützt die Herstellung von Magensäften und Gallenflüssigkeit. Im Bereich des Rachens und der Mundschleimhaut oder auch der oberen Atemwege wird empfohlen Minzöl in heißem Wasser eingetropft zu inhallieren. Auf der Haut aufgetragen wirkt es kühlend. Es wirkt gegen Insektenstiche, Rheuma, Verbrennungen (leichte) und Kopfschmerz. In der Medizin wird das Minzöl innerlich bei Gallenblasenbeschwerden und Problemen des Gastrointestinaltraktes – Verdauungsapparates eingesetzt. Bei Menschen mit Reizdarm werden Magensaftreistente Kapseln als Beruhigung der Muskeln im Dickdarm verschrieben. Minzöl ist ein wichtiger Bestandteil in Produkten für die Mundhygiene. Als Aromastoff findet das Minzöl Verwendung in der Aromatherapie und für die Lebensmittelherstellung.

Rezepte

Dugh

Dugh 2

Ich liebe das erfrischende persische Joghurt-Getränk Dugh. Dafür benötigt man Joghurt, Sauerrahm, trockene Minze, frische Minze, etwas Knoblauch, Salz und Sodawasser. Wer Soda nicht mag, kann es auch mit stillem Wasser herstellen.

Ergibt etwa 2 Liter Getränk

  • 1 Becher Sauerrahm
  • 1 Becher Schafmilch – oder Biojoghurt
  • 1 Zehe  Knoblauch – kann auch wegen dem „Duft“ mit trockenem Knoblauchpulver angerührt werden
  • 2 Messerspitzen trockener Minze
  • 2 Kaffeelöffel frische Minze klein gehackt
  • Salz

Joghurt und Rahm gut vermischen, trockene Minze und frische Minze einarbeiten. Etwas salzen, den Knoblauch zerdrückt oder das Pulver einrühren. Mit Soda aufgießen. Passt eisgekühlt wunderbar zu orientalischem Essen oder einfach als kühlendes Sommergetränk zu Grillfleisch.

Mast-O-Chiar

Ebenfalls aus meiner alten Heimat Persien stammt dieses Rezept für Joghurt-Gurken-Minze Sauce. Es ist dem Griechischen Zaziki ähnlich, stellt sich nur die Frage wer früher damit dran war. Mast-O-Chiar reiche ich als Dipp für Grill- oder Ofenkartoffel und zum Grillfleisch.

  • 1 Salatgurke
  • 2 Esslöffel frische Minze
  • 2 Messerspitzen trockene Minze
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Becher Sauerrahm
  • 1 Becher Schafmilchjoghurt oder Biojoghurt
  • Salz

Die Gurke sehr fein hacken, frische Minze fein hacken. Alles mit dem Joghurt und dem Rahm vermischen. Salzen. Obenauf trockene Minze streuen.

Minzpaste

Die Minzpasta ist besonders in der englischen Küche bekannt. Sie wird vor allem zu Lammgerichten gereicht. Dafür 2 handvoll gewaschene Minzblätter sehr fein hacken. Mit 2 Eßlöffel Kristallzucker in einem Mörser zerstoßen. Etwas Weißweinesssig dazugeben. Etwas Salz und frischen schwarzen Pfeffer aus der Mühle. Im englischen Originalrezept wird kein Öl beigefügt. Ich nehme noch 3 Eßlöffel gutes Olivenöl dazu, damit die Paste etwas in der Konsistenz molliger wird.

Minz-Tee

Minztee

Für den Minz Tee nehme ich die frischen Blätter, kurz abgespült. Mit gekochtem Wasser übergießen und etwa 10 Minuten ziehen lassen. Gesüßt mit etwas Zucker schmeckt er am besten. Natürlich kann man auch Tee aus getrockneten Minzeblättern herstellen. Dafür die Minze mit den Stängeln im Ganzen und zum Strauß gebunden an einem trockenen Ort – wie etwa Dachboden, verkehrt aufhängen.

Minze

Frische Erdbeeren mit Minze und Minz Sauce 

Erdbeeren mit Minze

Dazu frische reife Erdbeeren waschen und etwas anzuckern. Mit frischer gehackter Minze bestreuen. Mit frischem grünen Pfeffer aus der Mühle würzen. Etwas Minzpaste dazu reichen. Zu diesen exotisch gewürzten Erdbeeren servierte meine Großmutter in Persien Roseneis. Aber ein gutes Vanilleeis passt hier auch sehr gut dazu und fertig ist ein etwas ausgefallerenes Dessert, das z.B. gut als Nachtisch nach einem Spargelhauptgang passt. Man kann auch gehackte Pistazienkerne darüberstreuen.

 

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Löwenzahn

Löwenzahn – Taraxacum sect. Ruderalia, Korbblütler – Asteraceae, gewöhnlicher Löwenzahn, Pusteblume, Hundsblume, Pissnelke (wegen der Harntreibenden Wirkung), Bettschisser, Kuhblume, Butterblume

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Die Natur scheint im Moment wahrlich zu explodieren. Überall sieht man schon die leuchtend gelben Köpfchen des Löwenzahns blühen. Zeit – Löwenzahn zu ernten. Als Kind wurde mir aufgetragen, die knapp vor der Reife stehenden Blüten abzuknipsen, um die Verbreitung etwas einzudämmen. Der „englische“ Rasen ohne jegliches „Unkräutlein“ war sonst gefährdet. Brav ging ich mit einem Jutesack hunderte von Blütenköpfchen abernten. Ich erinnere mich auch daran, dass mir vom Löwenzahn-Kaffee, den man im Krieg daraus machte, erzählt wurde. Ähnlich wie bei der Cichorie – der Wegwarte s. dazu entsprechenden Blogbeitrag, wurde der Löwenzahn als Ersatzkaffee verwendet. Dafür wurde in Kriegszeiten die Wurzel geschnitten, geröstet und gemahlen als Kaffee-Ersatz verwendet. Besonders schöne Blattrosetten stach ich für den „Röhrlsalat“ aus. Vermutlich stammt die Pflanze ursprünglich aus Zentralasien. Seine Heilwirkung ist nicht zu unterschätzen.

Aussehen

Löwenzahn

Dieses Exemplar sitzt seit zwei Jahren in einer alten Linde. Der Löwenzahn kann ganz lustige Formen aufweisen. Ein gutes Bild gelang mit letztes Jahr auf der Wiese in einem Park in Währing. Dieser  etwa unübliche Löwenzahn hatte ganz dicke Stängel und zwei Blüten wuchsen daraus hervor.

Der Gemeine Löwenzahn ist eine mehrjährige ausdauernde krautige Pflanze.

Löwenzahnblätter

Die Blätter des Löwenzahns stehen in einer grundständigen Rosette. Die Blätter sind sattgrün, lanzettenartig mit gezähnten Rändern.

Insgesamt kann die Pflanze bis zu 25 cm hoch werden. Aus den Blattachseln entstehen meist mehrere bis zu 60 cm lange Blütenstandstiele. Diese Stiele sind hohl, blattlos und ganz leicht befilzt. Am oberen Ende befinden sich spiralig verteilt 30-40 abstehende Hochblätter.

Ein Wirtel aus den grünen Hüllblättern bildet anfangs einen geschlossenen Schutz der Blütenstandknospe. Dieser Blütenstand ist eine Scheinblüte.

Löwenzahn Blüte

Das bedeutet, dass mehrere Blüten so tun, als wären sie eine einzige Blüte. Beim Löwenzahn sind es bis zu 300 einzelne, gelbe Zungenblüten.

Löwenzahnblüte aufgeschnitten

Die einzelnen kleine Zungenblüten sind in einem tellerförmigen Körbchen zusammengefasst. Diese einzelnen Blüten öffnen sich darin ringförmig von außen nach innen. Die Sie schließen sich während der Nacht, bei Regen und wenn es zu trocken ist. Bei der Fruchtreife werden die Blütenhüllen der Zungenblüten abgestoßen. Aus den Zungenblüten entwickeln sich in der Fruchtreife die Achänenfrüchte – Pappus.

Löwenzahn mit Blütenresten obenauf

Hier sieht man sehr schön die bereits angelegten Schirmchen und die vertrockneten Blütenanteile, die abgeworfen werden.

Die Früchte sind Schirmflieger und lassen sich durch den Wind verbreiten. Diese Früchte sind schlanke, tonnenförmige und mit Schirmchen ausgestattete Samen.

Bildquelle zweites Bild: http://www.lumixgexperience.de

Auffallend ist der weiße Milchsaft, der bei Verletzung aus allen Teilen der Pflanze strömt. Der Löwenzahn hat eine bis zu 1 Meter lange Pfahlwurzel, die äußerlich dunkelbraun bis schwarz ist. Blütezeit ist üblicherweise von April bis ende Mai. Aber auf fetten Almwiesen sieht man die Blüten noch bis in den Herbst. Der Löwenzahn gehört zu den Lichtkeimern.

Standorte

Wiesen, Waldränder, Auwälder, Mauerritzen, zwischen Pflastersteinen, Blumenkisten, nährstoffreiche Wiesen, Nutztierweiden, landwirtschaftlichen Flächen, Brachflächen.

Verwechslungsmöglichkeiten

Da es viele verschiedene Unterarten der Gattung Taraxacum gibt, kommt es auch leicht zu Verwechslungen. Oft kann eine genaue Bestimmung nur durch die Form der Samen erfolgen. Die meisten anderen Unterarten haben aber als wichtigstes Erkennungsmerkmal keinen hohlen Stiel. Verwechslungsmöglichkeiten bestehen z.B. mit dem ebenfalls essbaren Leontodon – Schaftlöwenzahn, und dem Gewöhnlichen Ferkelkraut.

Leontodon Bild Tydi Gardens www.tidygardens.eu

Bildquelle: http://www.tidygardens.eu/leontodon-spp/

Gewöhnliches Ferkelkraut

Zweiteres kenne ich als Specksalat und ernte ihn ebenfalls gerne für Frühlingssalate. Die Blätter sind wesentlich fester und ganz leicht behaart.

Inhaltsstoffe und Wissenswertes 

Der Löwenzahn ist eine wichtige Bienenpflanze. Der daraus entstehende Honig ist intensiv und sehr wohlschmeckend. Bienenzüchter stellen deswegen gerne ihre Völker auf Wiesen mit möglichst viel Löwenzahn.

Der wichtigste Wirkstoff im Löwenzahn sind vor allem die Bitterstoffe, die auf die Verdauungsdrüsen wirken. Löwenzahn ist ein hevorragender Vitamin C Spender. Neben Bitterstoffen, Flavonoide, Triterpene und Phytosterole auch Gerbstoffe, Inulin, Xantophylle, ätherisches Öl, Cholin, Provitamin A, Vitamine B, C und Mineralsalze. Diese Inhaltsstoffe sind appetitanregende, stoffwechselanregendn, entwässernd, krampflösen, sie fördern den Gallenfluss (choleretisch), magensaftanregend, blutreinigend und entzündungshemmend. Löwenzahnextrakte, Löwenzahntees oder Löwenzahntinkturen oder Press-Säfte werden in guten Reformhäusern und Apotheken angeboten. Menschen mit Kontaktallergie gegen den Milchsaft sollten von einer Einnahme der Press-Säfte und Tinkturen absehen. Einsatzgebiete der Tinkturen, Tees, oder Press-Säfte  sind: Gallen- und Leberbeschwerden, Verdauungsbeschwerden, Wasseransammlung, Pickel und Ekzeme, bei Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen, Blasen- und Nierenbeschwerden, bei leichten Nierenbeschwerden, Stoffwechselbeschwerden, hohen Cholesterinspiegel, bei Hämorrhoiden,  Krampfadern, Gicht, Gelbsucht, Fettleibigkeit, Asthenie, und Rheuma.

Der gewöhnliche Löwenzahn hat oft Probleme mit den Rostpilzen Puccinia variabilis, Puccinia silvatica, Puccinia taraxaci und Scelertium rolfsii.

Heilwirkung des Löwenzahns

Die Bitterstoffe wirken im naturmedizinischen und heilkundlichen Bereich gegen Beschwerden im Magen- Darmbereich, sowie bei Leber- und Gallenbeschwerden. Die Löwenzahnwurzel und das Kraut sind unter dem Namen Taraxaci herba cum radice bekannt.

Rezepte 

Der Löwenzahn gehört zu den beliebtesten Wildkräutern. die vielen Verwendungsmöglichkeiten machen ihn so beliebt. Man kann Löwenzahn zu Pesto verarbeiten, als Zutat zu Wildkräutersalaten, als Gemüse, oder als eingelegte Knospen.

Erdäpfelsalat mit Löwenzahn

Einer meiner absoluten Favoriten ist im Frühling der Löwenzahnsalat. Ich mache ihn mit „Kipflern“, rotem Zwiebel und Kürbiskernöl. Herrlich passt auch ein wachsweiches Ei dazu. Ostern ist also die Gelegenheit.

Löwenzahnmarmelade

Eigentlich ist es bei mir eher ein Gellé. Dafür die gelben Blüten zupfen und waschen. Die Blüten sind echte Leichtgewichte. 1:1 mit Gelierzucker aufwiegen. Ganz wenig Wasser – nur zugedeckt verwenden. Ich gebe noch etwas Zitronensaft dazu und Mark 1/2 Vanilleschote. Alles kurz aufkochen lassen Durch ein sauberes Geschirrtuch abseien und sofort in Gläser füllen. Wer mag, kann natürlich ein paar Blütenblätter darin belassen.

Löwenzahnsirup- alkoholisch

Für den Sirup verwende ich das Kraut und die Wurzeln. Ich setze ihn als alkoholischen Extrakt an. Auf ca. 20 dag Blüten und Wurzeln, gebe ich ca 1/2 Liter Ansatzkorn, Mark 1 Vanilleschote und 15 dag braunen Zucker. Ich fülle den Sud in verschließbare Flaschen und stelle sie für ca. 1 Woche aufs Fensterbrett. Danach durch ein feines Tuch abseien und mit Honig verfeinern.

Löwenzahntee

Dafür die frischen Blätter und Blüten waschen, kurz überbrühen und ca. 10 Minuten ziehen lassen. Schluckweise trinken. Nie mehr als 4 Wochen anwenden.

Löwenzahnknospen eingelegt

einegelegte Löwenzahnknospen

Gänzlich unbekannt sind eingelegte Löwenzahnknospen. Umso mehr freue ich mich über die begeisterten Stimmen. Sie passen herrlich als Beilage zu kalten Platten. Dafür noch geschlossene Knospen ernten. Ganz kurz in Salzwasser aufkochen und abtropfen lassen. Mit Weißweinessig, Olivenöl, Salz und Zitronenscheiben in einem Glas aufgießen.

Veilchen

Veilchen – Violen, Veilchengewächse – Violaceae, Duftveilchen – Viola odorata, blaue Viole, Blaues Veilchen, Heckenveigerl, Marienstengel, Vegeli, wohlriechendes Veilchen, Märzviolen, Osterveilchen, Oeschen

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Jetzt erscheinen die ersten Veilchen und mit ihnen kommen auch Rezepte mit Veilchenblüten. Neben der Rose und dem Rosmarin sind auch die Veilchen dem Liebesgöttinnen Freya, Venus und Aphrodite gewidmet. Das Veilchen steht für die unschuldige Liebe. In Griechenland war es dem Schutz Orpheus unterstellt. Es hieß er tanzte – und mit ihm die Steine und die Blumen, als er müde zu Boden sank und seine Leier ihm entglitt, wuchsen blaue Veilchen. Hippokrates verwendete das Veilchen gegen Kopfschmerz und Melancholie. Johann Wolfgang von Goethe schrieb 1774 das Gedicht „Das Veilchen“ und beschreibt darin das unauffällige Wesen dieser Blume. Hildegard von Bingen empfahl Kompressen mit Veilchen zur Behandlung diverser Augenerkrankungen. In der TCM Methode werden die Blüten und die Blätter bei Lungen-, Herz- und Lebererkrankungen eingesetzt.

Veilchenstrauss

Aussehen

Das Veilchen ist eine ein- oder zweijährige krautige Pflanze, selten auch als Halbstrauch – das bedeutet im unteren Bereich verholzt. Es bildet meist Rhizome als Überdauerungsorgane aus. Die Wurzel ist weit verzweigt und kann lange Ausläufer bilden. Die sattgrünen, oft gezähnten Laubblätter stehen grundständig zusammen oder sind an einer Sprossachse ausgebildet, wechselständig oder verteilt angeordnet. Sie sind in Blattstiel und einfache oder geteilte Blattspreite gegliedert. Optisch ähnelt es einem Herzen. Es bildet auch Nebenblätter – blattähnliche – aus, die frei oder mit den Blattstielen verwachsen sind. Sie sind gewimpert, gefranst und können an den Enden bräunliche Drüsen aufweisen. Manche Violenarten haben Blätter, die an der Unterseite behaart sind. Diese feine Haare sind einzellige oder vielzellige Trichomen, die sich an der Oberfläche von Pflanzen befinden. Die Funktionen sind unterschiedlich, manche dienen der Kalkausscheidung. Die Formen sind ebenfalls unterschiedlich. Die Blüten stehen einzeln, mit zwei Deckblättern in den Blattachseln auf Blütenstielen. Die filigranen Stängel können je nach Sorte bis zu 6 cm lang sein. Die Blüten sind oft dimorph (zweigestaltig) Kleistogam – Selbstbestäubung von geschlossenen Blüten, mit der Folge der Selbstbefruchtung. Die Bestäubung bei geöffneten Blüten wird als Chasmogamie – sich öffnende –  bezeichnet, das beinhaltet die Selbst- und und die Fremdbestäubung. Die Blüten sind zwittrig und zygomorph – zwei spiegelgleiche Hälften, also haben eine Symmetrieebene –  fünfzählig und haben eine doppelte Blütenhülle. Der Kronschlund ist oft behaart und heller als die äußeren Teile der Kronblätter. Die dunkelvioletten Sorten enthalten Violanin. In der Gattung der Viola gibt es sehr viele verschiedene Unterarten und viele Bastarde. die Farbpalette reicht von blau, violett, gelb, weiß bis zu Rottönen.

Die Wuchshöhen reichen von 2 cm bis 20 cm.  Alpine Sorten sind entsprechend gedrungener, als z.B. Sorten, die in üppigen Auwäldern gedeihen. Für die wunderschöne blau-violette Farbe ist der Farbstoff Petalen zuständig.  Die Samenkaspeln sind lokulizid-dreiklappig und öffnen sich mit drei elastischen Klappen.

Veilchen Samenkapsel

Die Samen sind rund oder eiförmig, braun, mit glatter Oberfläche. Sie sind endosperm – ein Nährgewebe der Samen, die um den Keimling herum gelegt sind.

Standorte

Veilchen 2

An Rändern von Auwäldern, Wegen, Obstgärten, Bachufern, unter Hecken, an Waldrändern, auf Wiesen. Ich pflanze das Duftveilchen sehr gerne als Bodendecker im Halbschatten.

Wissenswertes

Das Veilchen kann sehr einfach im eigenen Garten vermehrt werden. Letztendlich sichert sich das Veilchen durch seine Besonderheit der Selbstbestäubung innerhalb der geschlossenen Blüte die Vermehrung. Es muss sich also nicht auf die Bestäubung durch Insekten verlassen. Es bevorzugt nährstoffreiche Böden, die leicht feucht sein dürfen. Das Veilchen dient vor allem Bienen als Nahrungsquelle. Ameisen laben sich gerne am nährstoffreichen Samenanhängsel und sorgen dadurch auch für die Verbreitung der Pflanze. In der Antike wurde das Veilchen als heilig verehrt und dem Gott Pan geweiht. Es wurden zu Ehren des Saturn Veilchenkränze auf dem Kopf getragen. Es wirkt: abschwellend und antibakteriell, beruhigend, blutreinigend, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, schleimlösend, schmerzlindernd, schweißtreibend. Es wird bei Bronchitis und Husten, Reizhusten oder Keuchhusten der Absud aus Wurzeln und Blüten verabreicht. Auch bei Atembeschwerden hilft ein Tee aus Wurzelabsud und Blüten. Bei Halsentzündung bewährt sich Gurgeln mit dem Absud. Bei Fieber, Grippe ebenfalls als Tee in kleinen Schlucken trinken.

Veilchen 3

Veilchen sind Frostkeimer, die nur bei Temperaturen um die 5° zu keimfähig werden. Am besten die Samen der Duftveilchen am Endes des Sommers direkt auf die Erde aussähen. Eine weitere Möglichkeit ist die Teilung der Mutterpflanze. Das Veilchen gedeiht in fast allen mediterranen Gebieten und in vielen Regionen Osteuropas – in Skandinavien hingegen gibt es in der freien Natur keine Duftveilchen. In Italien und in Südfrankreich wird es kommerziell angebaut. Der Argynnis pandora Kardinal – Kaisermantel, ernährt sich als Tagfalter im Raupenstadium u.a. gerne von Wohlriechenden Veilchen, Waldveilchen oder Rauen Veilchen.

Bildquelle: Heiner Ziegler Bild 080561 unter http://www.Argynnis pandora


Inhaltstoffe

Das Veilchen ist ein fixer Bestandteil der Naturheilkunde. Die Wirkstoffe werden vor allem bei Erkrankungen der Atemwege eingesetzt. Abkochungen aus Veilchenwurzeln sind als schleimlösende Mittel und gegen Katarrh der Atemwege bekannt. Das Kraut, also die Blätter haben jedoch eine abführende Wirkung und sind entsprechend sparsam einzusetzen. Gesammelt werden Blüten, Blätter und Wurzeln von März bis Oktober. Das Veilchen beinhaltet Alkaloide Violin und Odoratin, ätherische Öle, Bitterstoffe, Cyanmin -blauer Farbstoff, Eugenol, Flavonoide, Glykoside, Gummi, Proteine, Salizylsäure – Salizylsäuremethylesther-Methylsalycat, Saponine, Schleimstoffe, Vitamin C, Zucker. Der liebliche intensive Duft des Duft – Veilchens ist auf den Inhaltsstoff Jonon, einem Terpen zurückzuführen.

Rezepte

Veilchen Orangen Marmelade 

20160307_115219Was wäre ein Osterpinzen ohne meine inzwischen berühmte Orangen Veilchenmarmelade.

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  • 1 Kg 1:1 Gelierzucker
  • 1 Vanillestange
  • 2 Handvoll Duftveilchen
  • 1 Kg Bio-Orangen Die Orangen waschen und von einem halben Kilo der Orangen

Orangenzesten mit einem Zestenschneider herstellen. Den Rest mit einem sehr scharfen Messer in ganz feine Streifen schneiden. Den Saft der Früchte auffangen und dazu geben. Den Zucker einstreuen und alles einmal gut durchkochen. Mark der Schote auskratzen und einrühren. Zuletzt rasch die Blüten einrühren, dabei nicht mehr kochen. Sofort in Gläser füllen und verschließen.

Kandierte Veilchen – auch bekannt als Violettes de Toulouse

  • 300 gr Back-Zucker
  • 50 ml Wasser
  • Blüten
  • Zucker und Wasser erhitzen

Die Veilchen mit einer Gabel durch die noch handwarme Mischung ziehen und sofort in Backzucker drücken. Auf ein vorbereitetes Stück saugfähiges Papier legen und trocknen lassen. Am nächsten Tag noch einmal in Zucker drücken. Nach ein paar Tagen sollten die Blüten trocken sein. Sie eignen sich zum Dekorieren von Süßspeisen und zum Naschen. Am besten in einer verschließbaren Dose aufbewahren.

kandierte Veilchen

 

Veilchenessig

Veilchenessig

Veilchenessig

Für den Veilchenessig nehme ich gerne weißen Aceto Balsamico und auf einen halben Liter Essig eine gute Handvoll Duftveilchen. Nach ein paar Stunden färbt sich der Essig bereits rosa.

Veilchensirup

Die frischen Blüten in einen Topf geben, mit einem ¼ Liter kochendem Wasser übergießen. Am nächsten Tag abseihen und noch einmal mit frischen Blüten aufkochen. Einen Tag ziehen lassen, abseihen und Honig dazugeben. Bei Husten täglich 4-5  Esslöffel einnehmen.

Veilchen Tee

Dazu braucht man 10 g Wurzeln. Diese mit einem ¼ Liter kaltem Wasser übergießen, kurz aufköcheln lassen und nach etwa 5 Minuten durch ein feines Sieb abseihen. Davon täglich 3-4 Tassen schluckweise trinken.

http://www.pflanzenreich.com/viola-sororia-freckles-veilchen.html

weißes und geflecktes Veilchen: Mein-schöner-Garten. de

weißes Veilchen: http://www.fotocummunity.de

Gänseblümchen

Gänseblümchen – Bellis perennis L. ausdauerndes Gänseblümchen, Maßliebchen, Tausendschön, Marienblümchen, Monatsröserl – Korbblütler – Asteraceae

Gänseblümchen

An diesem Blogbeitrag kann man unschwer erkennen, dass sich bei mir die Sehnsucht nach dem Frühling meldet. Der Schnee wird von der ungewöhnlichen hohen Temperatur dahingerafft und schon sind die ersten Köpfchen der Gänseblümchen zu sehen. Kaum eine Wiese, ein Waldweg, ein Park, ein Garten, ein Schulhof oder eine Mauerritze, die nicht vom Ganseblümchen besiedelt wird. Es blüht fast ganzjährig und sollte viel mehr Beachtung finden. „Bellus“ – leitet sich von schön ab und „perennis“ von ausdauernd. Isst man drei Gänseblümchenköpfe im Frühling, so bleibt man das ganze Jahr gesund – sagt man über dieses Blümchen. Und wer hat nicht als Kind die Blüten gezupft und sich gefragt: „er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich …“

Aussehen und Vorkommen

Gänseblümchen Almwiese

Das Gänseblümchen ist eine ausdauernde krautige Pflanze. Es stellt geringe Ansprüche an seinen Standort und verbreitet sic dementsprechend einfach. Verwandtschaft besteht zur Schafgarbe und zur echten Kamille. Das Gänseblümchen hat ein ein aufrechtes Rhizom mit feinen faserigen Wurzeln. Die tiefgrünen Laubblätter stehen in einer dichten, mehrjährigen Blattrosette zusammen. Optisch erinnert die Blattrose an den „Vogerlsalat – Feldsalat.“ Aus dieser Blattrosette sprießen von März bis November lange aufrechte Blütenstängel mit jeweils einem Blütenkörbchen. Die Stängel können bis zu 15 cm lang werden. Der Blütenstand sieht wie ein Körbchen aus und enthält Hüllblätter, mit einem bewimperten Rand. Auf den ersten Blick ist es eine einzige Blüte. In Wirklichkeit aber, handelt es sich um eine Scheinblüte – Pseudanthium – griech. für falsche Blüte, eine besondere Form einer Infloreszenz, bei der mehrere Blüten zu einer Blume zusammengefasst sind. Umschlossen werden diese Einzelblüten von einem Involucrum – Gesamtheit der Hüllblätter. Besonders bei den Asteraceae sind Pseudanthien weit verbreitet. Die Farbvarianten reichen von weiß, bis rosa und dunklem Rot. Die weiß, rosa bis roten weiblichen, zygomorphen – zwei spiegelgleiche Hälften – Zungenblüten sind in zwei Reihen angeordnet. In der Mitte befinden sich bis zu 125 gelbe, zwittrige, trichterförmige und radiärsymmetrische Röhrenblüten. Sie sind bis zu 1,5 mm lang. Zwei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen, einfächrigen Fruchtknoten verbunden.

Bildquelle: Uni Hohenheim,oberständig, mittelständig, unterständig

Die sich bildende Frucht hat einen Pappus – Haarkranz oder Haarsaum, oder Schirmchen – kommt u.a. bei den Korbblütlern vor. Es entsteht eine gekrönte Schließfrucht. Frucht- und Samenschale sind miteinander verwachsen. Die Samen sind endospermlos – das heißt ohne Nährgewebe und den Keimling. Gänseblümchen sind Heliotrop – das zeigt sich, indem sie ihre Blütenköpfe immer in Richtung Sonne und Licht drehen. Bei Regen oder schlechtem Wetter schließen sie ihre Köpfchen. Auch in der Nacht sind die Blütenköpfe verschlossen. Die Heliotropen Pflanzen folgen dem Sonnenlicht von Osten nach Westen. Das Gänseblümchen gehört zu den Archäophyten – und den hemerochoren Pflanzen – vor 1492 durch direkten oder indirekten menschlichen Einfluss in ein neues Gebiet eingeführt und sich dort selbständig ohne fremde Hilfe etabliert haben. Das Gänseblümchen ist eine Speicherpflanze und überlebt den Winter. Das Gänseblümchen gibt es heute in zahlreichen gezüchteten Form- und Farbvarianten. Besonders hübsch sind die gefüllten Arten.

Gänseblümchen Zuchtvariante

Bildquelle: Medienwerkstatt online

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Bildquelle: Medienwerkstatt online

Rezepte

Salat mit Gänseblümchen

Eingelegte Gänseblümchenköpfe – als Kapern

Eingelegte Kapuzinerkresse-Samen

Gänseblümchenköpfe noch geschlossen ernten, kurz abspülen. Auf 1/4 kg Blumenköpfe 1/4 liter Weißwein, 1/8 hellen Essig, Salz, 1 Messerspitze Zitronensäure, 34 Stück Würfelzucker. Kurz aufkochen lassen und sofort gut verschließen. Die Köpfchen passen sehr gut zu kaltem Fleisch oder zu Topfen und Gervais.

Gänseblümchentee

Für den Tee 15 Gramm getrocknete Gänseblümchen, am besten auf Backpapier getrocknet nehmen. Zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen und schluckweise trinken.

Wirkt bei Appetitlosigkeit und den Stoffwechsel anzukurbeln. Bei Leber, Galle und Verdauung fördert er die Anregung und die Entgiftung.

Wissenswertes und Inhaltsstoffe

Schon im Mittelalter machten sich die Heiler über das Gänseblümchen her und wussten über dessen blutreinigende Wirkung Bescheid. Heute gibt es das Gänseblümchen als homöopathische Globuli gegen Rückenschmerzen. In den Gänseblümchen finden sich Gerbstoffe, Bitterstoffe, Schleime, Saponine, ätherische Öle, Flavonoide und Antoxanthin. In den Röhrenblüten des Gänseblümchens befindet sich das Saponin Bayogenin. Saponine kommen in höheren Pflanzen vor. Meist in den Knollen, Wurzeln, Blättern und Samen. Beim Gemüse ist es in Sojabohnen, Erbsen, Spinat, Tomaten, Kartoffeln, und Knoblauch und auch in Kastanien enthalten. Saponine zeigen eine hämolytische Aktivität – Auflösung von roten Blutkörperchen – den Erythrozyten. Sie wirken auf die Membranpermeabilität und komplexieren Cholesterin. Außerdem sind sie für Fische gifitg – soe sind piscizid. Saponie haben einen bitteren Geschmack – außer beim Glycyrrhizin, das die meisten als Bestandteil der Lakritze kennen.

Den Saponinen werden stärkende, entzündungshemmendem harntreibende, Cholesterinbindende,  schleimtreibende- und lösende, hormonstimulierende Wirkung zugeschrieben. Sie unterstützen außerdem die Aufnahme von Inhaltsstoffen aus dem Darm. Da sie die Zellteilung im Darm hemmen, wird ihnen auch eine präventive Wirkung gegen Darmkrebs nachgesagt. Durch die hämolytische Wirkung sollten Saponine nicht in die Blutbahn gelangen. Eine Wirkung, die ich schon lange kenne ist gegen Frühjahrsmüdigkeit. Eine Auflage – Kompressen auf den Lippenherpes aufegelegt kann Wunder wirken. Gegen juckende Insektenstiche hilft ebenfalls eine Gänseblümchenkompresse. Leichte Hautprobleme lassen sich mit Waschungen aus einem Gänseblümchenbrei – aus Blüten und Blättern bekämpfen. Bei Entzündungen im Beckenbereich helfen Sitzbäder mit Gänseblümchen.

Litertaurnachweise:

Hegenauer, R: Chemotaxonomie der Pflanzen. Eine Übersicht über die Verbreitung und die systematische Bedeutung der Pflanzenstoffe. Band II. Verlag Springer, Basel. S. 371

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Thymian

Thymian – Thymus vulgaris, Lippenblütler – Lamiaceae, Quendel, Bienenkraut, Demut, Feldkümmel, Kuttelkraut, Gundelkraut  

Thymian wild

Die Wetterlage macht es möglich. Auf den Hängen in Grinzinger Sonnenlage fand ich gestern die ersten grünen Thymiansträucher. Sein starkes Aroma macht ihn als Würzkraut unentbehrlich.

Aussehen

Der echte Thymian ist ein stark verzweigter mehrjähriger Halbstrauch, der an der Basis verholzt ist. Die Pflanze kann eine Wuchshöhe von 15-40 cm erreichen. Oft ist der Thymian rasenbildend.

Thymian Wildform

Er formt kleine runde, oder eiförmige – ca. 12 mm große – stark duftende Blätter aus. Sie sind tiefgrün, sitzen auf einem kurzen Stiel, sind ganzrandig oder auch gezähnt, manchmal auch etwas eingerollt. Manche Gattungen zeigen eine leichte Behaarung. Die Blüten sind ährenartig und scheinwirtelig (zusammengesetzter Blütenstand, Zwei Knäuel stehen sich gegenständig gegenüber und berühren sich meist auch, Quirlform). Sie haben Tragblätter, die wie die Laubblätter aussehen, aber auch andere Formen aufweisen können. Die Blüten können gestielt oder aufsitzend sein, meist von kleinen Vorblättern begleitet.

Thymianblüte

Der Kelch ist glockenförmig oder zylindrisch und zweilippig (in etwa gleich). Die obere Lippe zeigt dreieckige Zähnchen. Es sind meist zehn Adern deutlich zu erkennen. Die Kronfarbe kann weiß, creme, rosa oder lila sein.

Thymian weiß

Die Pflanze hat vier Staubblätter, die in der oberen Hälfte der Kronröhre sitzen. Der echte Thymian ist meist gynodiözisch, mit Staubblättern, die zurückgebildet oder nicht stark ausgeprägt sind. Das ist die Form der Geschlechtsverteilung bei Blütenpflanzen. Das bedeutet, dass es in einer Population weibliche und zwittrige Pflanzen mit zwittrigen Blüten gibt. Die Früchte sind Nüsschen, die wie kleine Eier aussehen. Darin befinden sich runde Samen.

Standorte

Ursprünglich kam der Thymian über Afrika nach Asien und Europa. Heute gibt es zahlreiche Arten und kultivierte Formen.

Der Thymian siedelt sich gerne auf nährstoffarmen und eher sandigen Böden an. Ich liebe die kleinwüchsigen – sehr intensiv duftenden Formen, die ich meist auf Hanglagen im Bergland finde. Die Büschel getrocknet und die Blätter abgerebelt kommt das Kraut bei mir in Vorratsbehälter und erfreut mich über den Winter als wunderbares Würzkraut.

Wissenswertes

Thymian

Der Thymian mit seinen Inhaltsstoffen wirkt verdauungsfördernd. In der Antike hat schon Plinius die Heilwirkung des Thymians beschrieben. Die Ägypter konservierten damit ihre Toten. Im Mittelalter kam der Thymian nach Europa und zog in die Klostergärten ein. Hildegard von Bingen war eine große Thymian-Anhängerin und Albertus Magnus lobt ihn als Heilkraut. Die ideale Erntezeit ist April bis Oktober. Bei uns in den Gärten wird zumeist der der echte Thymian angebaut, aber auch andere Varianten wie der Zitronenthymian (Thymus x citriodorus), Orangenthymian (Thymus c. „fragrantissimus) oder Kümmelthymian (Thymus herba-barona). Ich pflanze aber nicht nur als Würzkraut gerne im Garten, sondern auch in seiner Funktion als „Bienenpflanze.“

Anwendungen

Frische Kräuter im Korb - Kopie

Atemwegserkrankungen, Entzündungen im Mund- und Halsbereich. Er wirkt antibakteriell, krampflösend, bei Wehen (nicht zu viel in der Schwangerschaft davon trinken), pilzabtötend, schmerzstillend und schweißtreibend. Außerdem wirkt er gegen Mundgeruch, Mundschleimhautentzündung, Nervenschwäche, Nierenentzündung, Hautunreinheiten, Reizhusten, rheumatischen Beschwerden, Rheuma, Gicht, Schlaflosigkeit, schwer heilenden Wunden, Sodbrennen, Unterleibserkrankungen, Wechseljahrbeschwerden, Blähungen, Wurmbefall, Zahnfleischentzündungen u.v.m.

Inhaltsstoffe

Der Thymian enthält ätherische Öle und deren Bestandteile (Geraniol, Kampfer, Carvacrol, Cineol, Thymol Limonen, Linalool, Menthol, Menthon, Salicylate), Bitterstoffe, Cumarine, Flavonoide, Gerbstoffe, Harz, Phenole, Saponine, Beta-Sitosterol (Stigmasterol), Schleimstoffe (Pentosane) und Zink

Thymian-Tee

Tee mit wilden Blüten

Teemischung aus Thymianblättern und Blüten, Brennesselblättern, Lavendelblüten, Geranie und Rosenblüten

½ TL getrocknete oder frische Thymianblätter mit ¼ Liter heißem Wasser übergießen und zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen. Nach zu viel Alkoholgenuss kann ein Thymian Tee Wunder wirken. Später im Frühjahr bietet sich auch eine Teemischung aus Blüten und Thymian an.

Thymian-Gurgellösung

Als Tee zum Gurgeln bei Rachenentzündungen und Zahnfleischentzündungen. 2 EL frische oder getrocknete Blätter mit ¼ Liter Wasser übergießen, 10 Tage lang zugedeckt ziehen lassen und abseihen. In einer dunklen Flasche aufbewahren. Zwei Mal täglich gurgeln.

Thymian als Badezusatz

2-3 EL frische oder getrocknete Blätter mit ¼ Liter Wasser 15-20 Minuten lang köcheln lassen. Die Blätter durch ein Sieb abseihen und in das Badewasser leeren. 15-20 Minuten lang baden. Diese wärmenden Dämpfe helfen gleichzeitig bei Erkältungskrankheiten und als Schlafhilfe.

Thymianbüten auf Salaten

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Frühlingssalat mit Blüten 

Herrlich würzig schmecken auch die Thymianblüten auf frischen Salaten!

Rezepte

Thymianbrot

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Dafür benötigt man

  • 300-350 Gramm glattes Mehl
  • 1 Päckchen trockenen oder frischen Germ
  • 150 ml handwarmes Wasser
  • 3 EL gutes Olivenöl
  • 2 EL Walnusskerne – wer mag
  • 1 Bund frischen oder 3 EL getrockneten
  • 1 Prise Zucker
  • 3 EL Sauerrahm
  • 1 Prise Meersalz

Butter oder Öl fürs Ausfetten und etwas Mehl für das Ausstauben der Form. Wer weniger Fett verwenden will, kann die Form mit Backpapier auslegen.

Dampfel machen: Dafür 1/3 des Mehls, Germ, Wasser und den Zucker miteinander vermischen und 15 Minuten zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen. Restliches Mehl, Olivenöl und Sauerrahm so lange schlagen, bis der Teig Blasen wirft. Den Teig wieder zugedeckt und mit etwas Mehl bestreut für ca. 1 Stunde gehen lassen. Der Teig sollte sich in dieser Zeit verdoppeln. Das Backrohr nun auf 200 °C vorheizen. Jetzt die Nüsse und den gerebelten Thymian einarbeiten. Den Brotteig in eine Form legen. Backrohr auf ca. 180° C zurückdrehen und das Brot ca. 40 Minuten lang backen.

Ente mit Thymian

Ente mit Thymian

Thymian ist verdauungsfördernd und hilft uns fette Speisen besser zu vertragen. Ganz wunderbar ist die Kombination Geflügel und Thymian. Dazu nehme ich entweder Wildenten oder Enten aus einer Zucht in Niederösterreich. Ich reinige sie gründlich (sogar mit Pinzette) von Federn und Federkielen. Waschen und gut abtupfen. Die Enden der Beine wickle ich in Folie, damit sie nicht verkohlen. Auf 1 Ente nehme ich 3 helle Zwiebel, 3 Zehen Knoblauch, Salz & Pfeffer, 1 großen Apfel ungeschält, 4-5 Zweige frischen Thymian. 2-3 Nelken, etwas Wacholderbeeren. Die Ente mit Apfel, Zwiebel, Knoblauch und Thymian füllen. Innen und Außen etwas Salzen und Pfeffern. in eine Auflaufform mit etwas Rand legen, damit der Saft, der sich bildet nicht ausrinnt. Bei ca. 130 Grad je nach Gewicht 1.5 bis 2 Std. schmurgeln lassen. Immer wieder zwischendurch mit einer Mischung aus Aceto Balsamico, Honig und einem hauch Zimt aufgießen. Entgegen so mancher Meinung verwende ich auch den Saft, der sich bildet zum Aufgießen. Wenn das Fleisch weich ist, den Saft abgießen und am Herd mit eiskalter Butter mollig einkochen. Dazu passen Knödel und Rotkraut. Aber auch ein Polenta mit etwas Thymian gewürzt ist eine wunderbare Beilage.

Schlehdorn

Schlehdorn – Prunus spinosa, Rosengewächse – Rosaceae, Bockbeerli, Eschendorn, Hagedorn, Schlehe, Schwarzdorn

Schlehdorn

Schlehdorn

Wer schon einmal beim einem Hundespaziergang den Ball aus einer Hecke mit blauen Früchten und bösen langen Stacheln holen musste – hat Bekanntschaft mit dem Schlehdorn gemacht. Wenn dann auch noch der Haar-Reifen und der Schal im Gebüsch bleiben, die Frisur endgültig nicht mehr existiert – dann ist es sicher. Der Name Prunus – für Pflaume geht auf die Römer zurück und Spinosa bedeutet dornig.

Aussehen 

Der Schlehdorn ist ein sehr dornenreicher, stark verästelter Strauch, der im Frühling, ab März-April dicht mit wunderschönen kleinen weißen Blüten bedeckt ist.

Schlehdornblüte

Schlehdornblüte

Der Strauch wird 1-3 Meter hoch. Die 1-3 mm großen elliptischen, mattgrünen Blätter, sind am Rand leicht „gesägt“ und zeigen sich erst nach der Blüte. Er ist für viele Käfer und Raupen eine wichtige Nahrungsquelle. Die Stein- Früchte sind ähnlich groß wie Zuchtheidelbeeren (ca. 1 cm), Sie sind vor dem Frost ungenießbar. Nach dem ersten Frost wandelt sich die Stärke darin in Zucker um und die Früchte werden weich und schmackhafter. Auch eine Menge von Vogelarten schätzen diese willkommene Nahrung. Der Neuntöter bereitet sein Nest gerne in der Dornenhecke. Der Schlehdornstachel ist auch ein wichtiges Nahrungsdepot, weil der Vogel die Früchte auf den Dornen aufspießt und als Reserve für schlechte Zeiten hortet. Oft habe ich mich als Kind gewundert wie viele aufgespießte Früchte im Busch waren. Ganz wichtig ist der Schlehdorn für 20 verschiedene Waldbienenarten, die ihn als Nektarquelle nützen. Funde aus der Jungsteinzeit zeigen, dass die Pflanze in der Zeit der Pfahlbauten bereits von Menschen genützt wurde. Die Rinde des Schlehdorn ist fast schwarz – daher auch die Bezeichnung Schwarzdorn. Ich rücke aus, wenn die Blätter gelb werden, abfallen und dann gut sichtbar die stark blauen Früchte zeigen. Oft stehen sie am Rand von Autobahnen, was mich immer wieder in helle Verzweiflung bringt. Da leuchten sie so schön blau und ich kann nirgendwo stehen bleiben.

Standort

Häufig wird er in Windgürteln zwischen Feldern gepflanzt und dient so auch als natürlicher Zaun. Der Schlehdorn gedeiht bis zu einer Höhe von 1.500 Metern auch in den Nordalpen.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Wissenswertes

Die Blüten haben eine leicht abführende Wirkung. Als Tee ist er ein gutes Entschlackungsmittel für Frühjahrskuren. Die Blätter und die Früchte werden als Naturheilmittel gegen Harnwegserkrankungen und Verdauungsprobleme verabreicht. Der Schlehdorn wirkt adstringierend, entzündungshemmend, harntreibend, krampf- und schleimlösend. Außerdem gegen Atemwegsbeschwerden, Blasenleiden, Durchfall, Erkältungen, Hautausschläge, Hautunreinheiten, Herzschwäche, Husten, Magenbeschwerden, Magenkrämpfe, Magenschwäche, Menstruationsbeschwerden, Nierensteine, Ödeme, Prostatavergrößerung, Rheuma, Verstopfung, Wassersucht und Zahnfleischentzündung. Man vermutet, dass unsere heutige Hauszwetschke aus dieser Art hervorgegangen ist.

Er enthält Flavonoide, Blausäure, Cumarine, Emulsin, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Glykoside (Amygdalin – in den Kernen, ist eine Blausäure-Glykosid), Glykoside von Quercetin und Kämpferol (Phyto-Östrogen – auch in Weintrauben, Ginko, Brokkoli – ev. als Krebsprophylaxe – hemmt bestimmte Enzyme, die an der Entstehung von Krebs beteiligt sind).

Rezepte

Tee aus den Blüten des Schlehdorns zur Entschlackung

Blätter im Frühjahr nach dem Erscheinen ernten und auf Backpapier trocknen lassen. in ein Luftdichtes Glas füllen. 3-4 Mal täglich einen Löffel Blüten aufgießen und trinken. Das entschlackt. Wird oft als Blutreinigungs-Tee im Handel angeboten.

Tee aus den Blättern des Schlehdorns gegen Blasenbeschwerden 

Blätter und Früchte zum Trocknen

Blätter und Früchte zum Trocknen

Dafür die Blätter des Schlehdorns trocknen. 3-4 Esslöffel aufgießen und 15 Minuten ziehen lassen. 3 Mal täglich trinken.

Tee-Mischung mit Schlehdorn zur Entschlackung 

Dafür nimmt man getrocknet oder frisch

  • 20 g Schwarzdornblüten
  • 20 g Löwenzahnwurzel
  • 20 g Pfefferminze
  • 20 g Brennesselblätter
  • 20 g Ringelblumenblüten
  • eine Hand voll getrockneter Schlehdornfrüchte

Für eine Tasse Tee, einen gehäuften Teelöffel der Mischung nehmen und 7 Minuten ziehen lassen.

Schlehdorn Marmelade

Schlehdorn

Schlehdorn

Eine sehr mühsame Angelegenheit ist die Marmelade aus Schlehdorn. Hier ist es am einfachsten die ganzen Früchte zu kochen und dann die kerne durch ein Sieb auswerfen. Ich nehme wie immer Frucht und Gelierzucker 1:1 – besonders bei Schlehdorn sollte man mit dem Zucker nicht sparen. Einen Hauch Zimt und etwas Zitronensäure. Gerne verwende ich hier auch ein Päckchen Bourbon- Vanillezucker.

Schlehdorn Likör

Das ist ein Likör, für den meine Freundin Sylvia eine große Schwäche hat. Nach einem Jahr, bekommt er einen Cherry-ähnlichen Geschmack. Ich setze ihn jetzt im Oktober/November an und er sollte mindestens bis Weihnachten an einem warmen Ort stehen. Besonders gut schmeckt er zu Weihnachtskeksen.

Schlehdornlikör

Schlehdornlikör

  • 600 g Schlehen
  • 400 g Zucker oder Rohzucker
  • 2 Stangen Zimt
  • 5 Gewürznelken
  • 1 Vanilleschote aufgeschnitten
  • 2 Sternanis
  • 1 Liter Gin oder Wodka oder auch Ansatzkorn
  • 5-6 Esslöffel Honig
  • Saft einer Zitrone

Johanniskraut

Tüpfeljohanniskraut – echtes Johanniskraut – Hypericum perforatum, Tüpfel Hartheu, Hartheugewächse, Johanniskräuter – Hypericum, Hypericaeae, Herrgottsblut  

Echtes Johanniskraut

Echtes Johanniskraut

Dieses Heilkräutlein, war eines der ersten, mit dem ich mich, schon als junges Mädchen, auseinander gesetzt habe. Es hat mich immer schon fasziniert, wie sich die Finger rot färben, wenn man die Blüten zwischen den Fingern zerreibt. Es hat eine weit zurückreichende, ununterbrochene Tradition als Heilkraut. Seine Wirkung ist heute in der Kräuterheilkunde hoch gelobt, aber schulmedizinisch nicht wirklich gesichert. Die Forschung arbeitet immer noch daran, die Wirkung als Stimmungsaufheller und die antivirale Wirkung nachzuweisen. Das Johanniskraut wurde heuer, also 2015 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Sie wird als etwas „schwierige Pflanze“ aber mit Potenzial beschrieben. Die Forschung überprüft die z.B. die nächtliche Ausschüttung an Melatonin, bei Einnahme von Johanniskrautprodukten –  ein aus Serotonin gebildetes Hormon mit schlaffördernder Wirkung.

Tuepfel-Johanniskraut

Johannsikraut

johanniskraut mit Blüte

Johanniskraut mit Blüte

Trotzdem bleibt diese Pflanze meist im Gelände unbeobachtet stehen. Schon die Germanen beschrieben das Johanniskraut als „Lichtbringer“, als Symbol für die Sonne. Die rituelle Bedeutung des Johanniskrautes verschob sich dann durch die Christianisierung auf Johannes den Täufer. Im Spanischen wird es „hierba de San Juan“ genannt, weil sie um den 24. Juni – Sommersonnenwende – zu blühen beginnt. Auch Paracelsus erkannte die „lichtbringende“ Wirkung des Johanniskrautes auf verstimmte Gemüter. Dioskurides, Plinius, Secundus und Galen erwähnten es als gemütsaufhellendes Kraut. Außerdem sagte man der Pflanze dämonenabweisende Kräfte nach. Die Menschen hingen Büschel in den Fensterkreuzen auf, um Unheil abzuwenden. Der volkstümliche Name „Teufelsflucht“ leitet sich davon ab. Um schwere Gewitter abzuwenden, warfen die Menschen Kränze oder Büschel aus Johanniskraut in die Öfen und ins offene Feuer. Bei den Tänzen um den Mittsommer trugen die Mädchen Kränze aus Johanniskraut.

johanniskraut

Aussehen 

Das echte Johanniskraut ist eine mehrjährige, ausdauernde, krautige Pflanze. Sie gehört zu den sommergrünen Schaftpflanzen (überwinternde Pflanze ohne Rosette, Hemikrophyt – Überdauerungsorgane sind an der Erdoberfläche). Das Johanniskraut erreicht Höhen bis zu einem Meter. Der Hauptstamm ist weit verzweigt und die spindelförmigen Wurzeln ragen bis zu einem halben Meter tief in das Erdreich. Nach oben hin endet das Johanniskraut buschig mit vielen kleinen Verzweigungen und Blüten daran. Der Stängel ist aufrecht, zweikantig und innen markig (Abgrenzungsmerkmal, des echten Johanniskrautes zu anderen Johanniskrautarten). Die Laubblätter sind gegenständig, (sitzend) angeordnet, sie werden bis zu drei cm lang und sind oval, eiförmig. Hält man die Blätter gegen das Licht, sehen sie aus, als wären sie durchlöchert. Die Löcher sind Gewebslücken, die durch Abspaltung der Zellwände entstehen und in denen das hochkonzentrierte ätherische Öl der Pflanze enthalten ist.

Johanniskraut Blatt

Johanniskraut Blatt

Das Johanniskraut blüht von Juni bis August in Trugdolden aus Dichasien (Verzweigungsform) und Schraubeln.

Dichasium, Monochasium, Wickel und Schraubel Johanniskraut

Dichasium, Monochasium, Wickel und Schraubel Johanniskraut

Die Blüten sind radiärsymmetrisch und zwittrig, fünfzählig und mit doppelter Blütenhülle. Sie hat fünf Kelchblätter, die bis zu fünf Millimeter lang sind. Die goldgelben Kronblätter werden bis zu 13 Millimeter lang. Sie sind auf einer Seite gezähnt und auf der anderen Seite schwarz gepunktet. Diese Kronblätter enthalten in ihren Gewebslücken das stark rote Hypericin – ein Anthrachinon-Derviat. Das ist der Bestandteil des färbenden Anteils in der Pflanze. Der Fruchtknoten ist eiförmig-Lanzetten artig und hat helle und dunkle, schwarze Drüsen. Der oberständige, ovale Fruchtknoten hat eine Unterteilung in drei Fächer. Anstelle von Nektar bietet die Pflanze ein Gewebe, das anbohrfähig ist. Für die Fremdbestäubung sorgen Pollen suchende Insekten. Die Frucht ist schmal und eiförmig, wird bis zu zehn Millimeter lang und spaltet sich in der Reife in dreifächrige Spaltkapseln. Die Samen sind 1 mm lang, leicht gebogen und fein genetzt. Am Abend und wenn die Pflanze abblüht, rollen sich die Blütenblätter an den Seiten der Längsachse ein.

Der Inhaltsstoff Hypericin

Das Hypericin ist der Arzneistoff in der Pflanze, der als Antidepressivum verwendet wird. Eine Nebenwirkung davon ist die phototoxische Reaktion der Haut (Überempfindlichkeit, Aktivierung von Cytochrom P450, vor allem des Subtytps  CYP 3A4, in der Leber, setzt z.B. die Wirkung der Antibabypille herab), der Augenlinse und der Retina. Das Letztere kann zu einer Makuladegeneration führen. Die Wirkung des Hypericin als Antidepressivum ist schulmedizinisch immer noch in der Forschungsphase und es liegt noch kein handfester Wirksamkeitsnachweis vor. Hypercin sammelt sich vorzugsweise in krebsartigen Gewebe und daher wird es in der Fluoreszenzdiagnose als Indikator zum Nachweis für Krebszellen eingesetzt.

Standorte

Halbschatten, mäßig warme bis warme Standorte. Tiefe bis mittlere Höhenlagen. Gerne an Gebüschsäumen, an Waldrändern, Wegen und Böschungen. In Magerwiesen, in Ginster- und Heidekraut Heiden, Waldverlichtungen oder aus dem Schotter neben Bahngleisen als Pionierpflanze (anpassungsfähige Pflanze, die vegetationsfreie Gebiete neu besiedelt). Die Pflanze liebt kalkhaltige Böden.

Heilwirkung

Wie schon erwähnt sind die Meinungen über die Heilwirkung schulmedizinisch immer noch nicht gesichert. Tatsache ist aber, dass die Pflanze in zahlreichen Naturheilmitteln eingesetzt wird. Die hinlänglich bekannten „Johanniskrautkapseln“ sind in jeder Apotheke ein Verkaufsschlager. Schon seit dem Mittelalter wurde Johanniskraut gegen melancholische Verstimmungen eingesetzt. Als pflanzliches Antidepressivum findet es heute Anwendung. Die Wirkungszeit beträgt jedoch 4-6 Wochen. Bei Depressionen ist die Einnahme von 900 bis 1800 mg Johanniskrautextrakt täglich notwendig – also hochdosierte Präparate – die wirklich nur in der Apotheke erhältlich sind.

In der Heilwirkung werden der Pflanze nachgesagt sie wirke: abschwellend, adstringierend, antibakteriell, beruhigend, blutbildend, entzündungshemmend, krampflösend, harntreibend, schmerzstillend, tonisierend. Anwendung findet sie bei Bronchitis, Halsentzündungen, Fieber, Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, Magenbeschwerden, Darmentzündungen, Durchfall, Hämorrhoiden, Rheumatismus, Gicht, Blasenentzündung, Bettnässen. Bei Menstruationsbeschwerden, Endometritis, Wechseljahrbeschwerden, Zyklusunregelmäßigkeiten. Im Nervensystem: Depressionen, Nervosität, Schlaflosigkeit, Epilepsie, Kopfschmerzen, Migräne, Hypochondrie, Angstzustände. Im Bereich des Bewegungsapparates bei Rückenschmerzen, Quetschungen, Blutergüssen, Krampfadern. Verwendet werden dafür die Blüten und das blühende Kraut. Sammelzeit ist Ende Juni bis Ende September

Inhaltsstoffe

Hypericin, Hyperforin, Flavonoide, Bitterstoffe, Gerbstoffe (vom Catechintyp), ätherisches Öl, Harz, Myristinsäure, Hyperinrot, Phytosterin, Stearin, Taraxasterol, Violaxanthin, Beta-Sisterol, Phyotosysterole.

Anwendung

Johanniskraut Tee

Johanniskraut-Tee

Johanniskraut-Tee

Die Blüten und das Kraut am Vormittag ernten. Zu Büscheln binden und an einem trockenen Ort, mit Blüten nach unten aufhängen. Nach dem Trocknen in Papiersäckchen oder Gläser füllen. Das trockene Kraut mit abgekochtem Wasser aufgießen und etwas ziehen lassen. Bis zu 2 Tassen können täglich getrunken werden.

Johanniskraut Öl

Johanniskraut Öl

Johanniskraut Öl

Das Öl ist ein Hausmittel, das ich immer gerne zu Hause habe. Es hilft gegen Muskelschmerzen, Zerrungen oder Stichverletzungen und unterstützt bei der innerlichen Anwendung den Verdauungsapparat. Nicht vor einem Sonnenbad verwenden! Besonders hellhäutige Menschen, sollten nach einer Anwendung die direkte Sonnenbestrahlung meiden.

Dazu braucht man frische Blüten

1 Marmelade Glas

  • 2/3 Blüten
  • 1/3 Olivenöl

3-6 Wochen in der Sonne stehen lassen. Sehr bald verfärbt sich das Öl dunkelrot. Danach ab filtern, durch ein Leinentuch (Achtung färbt) und in dunkle Flaschen abfüllen, oder dunkel aufbewahren. Hilft auch lindernd nach Insektenstichen.

Johanniskraut Salbe

Für die Herstellung der Salbe gehe ich vom Öl aus. Dafür verwende ich eine gute Feuchtigkeitssalbe aus der Apotheke oder dem Reformhaus. Ich arbeite das Öl – auf eine kleine Tube 20 Tropfen, ein. Sie eignet sich gut als schmerzlindernde und abschwellende Salbe auch Insektenstichen oder als Salbe gegen Gelenkschmerzen.