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Das große Eschensterben

Der Hymenoscyphus fraxineus treibt seit mehr als zehn Jahren ein böses Spiel mit heimischen Eschen.

Nach langer krankheitsbedingter Pause nun wieder ein Blog-Beitrag. Auslöser für diesen Beitrag war der Kahlschlag in den Tullner Auen im Jahre 2017. Ich konnte meinen Augen nicht trauen – alles niedergemäht. Meine geliebte Au glich einer Kraterlandschaft. Wie in meinem Artikel über die Morchel beschrieben,  ist die Gemeine Esche einer ihrer wichtigsten Baumpartner. Aber zuerst zum tödlichen Virus, der die Eschen bedroht. Der Virus ist nach Expertenmeinung ein aus Asien eingeschleppter parasitärer Schlauchpilz, das falsche weiße Stengelbecherchen, Chalara fraxinea, der auf asiatischen und nun auf unseren heimischen Eschen gedeiht.

Bildergebnis für weißes stengelbecherchen eschensterben falsches

Bildquelle: Wikipedia weißes Stengelbecherchen eschensterben falsches

Die Art der Verbreitung ist unklar, wird aber unter anderem auf die Erhöhung der Durchschnittstemperaturen in Europa zurückgeführt. Um unsere Eschen zu erhalten wurde nun in Tulln ein Waldversuchsgarten angelegt. Dieser Schlauchpilz verursacht das Absterben des gesamten Baumes und stellt somit eine immense Gefahr für unsere Eschen dar. Der Verfall beginnt in der Baumkrone und breitet sich nach unten bis in die Baumwurzeln aus. Die Stämme brechen ein und der Baum bricht zusammen. Die Bäume fallen einfach um und gefährden damit auch Waldbesucher. Intensive Rodungen sind die Folge. Wie sehr erinnert das an die Plage mit der ebenfalls eingeschleppten Cameraria ohridella, einem Kleinschmetterling, der Rosskastanienminiermotte (Miniermotten Gracillariidae) vor einigen Jahren, welche die weißblühenden Roßkastanien befallen hatte. Bei den Eschen gibt es Hoffnung, weil einige wenige Exemplare gegen den Schädling recht gut standhalten können. Das führt nun zu einem Ausleseverfahren der Eschen, die gegen den Schädling bestehen können. Um dieses Ausleseprocedere kontrolliert durchführen zu können, wird unter standardisierten Umwelt-Bedingungen eine Art Rangfolge der Überlebensfähigkeit der Pflanzen erstellt und ein  kontrolliert starker Infektionsdruck hergestellt (vgl. https://derstandard.at/2000057548541/Wie-das-Eschensterben-in-Oesterreich-aufgehalten-werden-soll 15. Mai 2017). Der Anteil der mehr oder minder resistenten Eschen beträgt laut Universität für Bodenkultur Wien, in etwa 40 bis 60%. Die widerstandsfähigen Bäume werden dann in die Rangfolge aufgenommen und deren Saatgut für den Anbau entnommen. Wobei man bei der Esche weibliche und männliche Paarungspartner benötigt. Über Stecklingsvermehrung werden die genetisch resistenten Bäume dann vervielfacht und wieder in das Au-System eingebracht.

Das Eschensterben betrifft jedoch nicht nur meine geliebten Auen in Tulln und Korneuburg, sondern den Eschenbestand in ganz Österreich.

Die Gemeine Esche – Fraxinus Excelsior

Die heimische Esche ist der zweithäufigste Laubbaum für den österreichischen Ertragswald. Sie weist eine hohe Standortorttoleranz und ein enormes Anpassungspotential auf. (wenn ich daran denke wie ich die Eschenkeimlinge in meinem Garten als lästige Wildkeimlinge immer ausgerottet habe…). Und sie zählen zu den wertvollsten Hölzern europäischer Edellaubäume. Der Ausfall dieser Baumart würde schwere Folgen im Ökosystem Wald nach sich ziehen. Ihr Holz ist ringporig, hart, zugfest, biegefest und schwer. Wichtig ist ihr Erhalt auch, weil sie sich an Orten wie Steilhängen, Schluchten oder Bachrinnen und Auwäldern ansiedeln kann und sich gerne mit anderen Baumarten und dem Pilzpartner Morchel vergesellschaftet. In Bezug auf Verbiss- und Schäldruck durch Reh- und Rotwild würde ein Ausfall dieser Baumart die Wildschäden auf andere Baumarten verlagern. Die Ausbreitung der Esche reicht von Schottland, bis Norwegen und von der Pyrenäenhalbinsel (Galizien, Spanien) über Italien, Irland und bis nach Persien. In Österreich ist sie nach der Rotbuche der zweithäufigste heimische Laubbaum. Durch den Schädling wird in den kommenden Jahren mit einem deutlichen Rückgang gerechnet.

Signalpilz

Ein Pilz, der den Verfall eines Baumes anzeigen hilft ist der Hallimasch, oder Honigpilz. Er siedelt sich an den Wurzeln der bereits befallenen Bäume an und spielt so den Anzeiger, für kranke Zustände. Der Hallimasch bedeutet Alarmstufe „rot“ und er entzieht dem Baum noch den letzten Rest an Kraft.

resistente Bäume

In Österreich sind bisher etwa 580 Bäume als vermutet resistent identifiziert worden. Die Tests für die Vermehrung laufen.

So kann ich nur hoffen, dass Herr Thomas Geburek von der Universität für Bodenkultur und sein Team das Eschensterben aufhalten können. Der Zeithorizont bis zu einem erfolgreichen Auspflanzen von resistenten Bäumen kann in etwa 15 Jahre betragen.

Also Aufruf an alle Gärtner – ehrt jeden Eschenkeimling – wer weiß vielleicht ist er/sie Gründervater oder Mutter einer neuen widerstandsfähigeren Eschenpopulation.

https://www.ages.at/themen/schaderreger/kastanienminiermotte/

https://www.google.at/search?q=wei%C3%9Fes+stengelbecherchen+eschensterben+falsches&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwjM74Gj3f3ZAhWRPFAKHQPxAbcQ_AUICigB&biw=1280&bih=694#imgrc=M-Ey8Gl424uy4M:

http://www.esche-in-not.at/index.php/baumart-esche

https://www.googleat/search?q=weißes+stengelbecherchen+falsches&source…

Gilbert Weisbier: https://kurier.at/chronik/oesterreich/die-esche-stirbt-in-ganz-oesterreich/257.499.478

https://derstandard.at/2000057548541/Wie-das-Eschensterben-in-Oesterreich-aufgehalten-werden-soll

https://www.google.at/search?q=wei%C3%9Fes+stengelbecherchen+eschensterben+falsches&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwjM74Gj3f3ZAhWRPFAKHQPxAbcQ_AUICigB&biw=1280&bih=694#imgrc=M-Ey8Gl424uy4M:

Flieder

Flieder – Syringa, Ölbaumgewächse – Oleaceae, Lippenblütlerartige – Lamiales, Gemeiner Flieder – Syringa vulgaris

Flieder rosa

Rosa Fliederart

Er darf in keinem Garten und in keiner Parkanlage fehlen. In seinen verschiedensten Sorten und Farben verbreitet der Flieder den herrlichsten Frühlingsduft. Wir hatten als Kinder zwar im Garten wunderbare Sorten, aber trotzdem war das „FF“ – das Fliederfladern eine sportliche Herausforderung. Besonders faszinierten mich immer schon die gefüllten weißen und die dunkelvioletten Formen. Wissenswert ist dabei, dass der Flieder den Funden nach ursprünglich aus Asien kommt. Und wie kann’s anders sein – es gibt einen persischen Flieder.

Der Flieder ist auch in Indien, Japan, Kaschmir, Korea, Nepal, Pakistan und Afghanistan beheimatet. Der Name „Syringa“ ist aus dem griechischen Begriff „syrinks“ abgeleitet und bedeutet „Pfeife.“ Das ist aus einer Schäferlegende überbracht, in der die Hirten ihre Flöten aus Fliederholz gefertigt haben. Die Kelten waren vom Duft des Flieders ganz beeindruckt und sagten der Pflanze eine Verbindung zur Feenwelt nach. Schon im 10. Jahrhundert wurde der Flieder nachweislich von den Mauren bis nach Spanien gebracht. In der türkischen und auch in der persischen Sprache heißt der Flieder „lilac.“

Aussehen

Der Flieder wächst als sommergrüner Strauch und manche Sorten sogar als kleine Bäume. Die etwa 30 verschiedenen Arten in Europa sind winterhart. Die Wuchshöhen reichen bis zu 4 und sogar 6 Meter. Die Zweige des Flieders sind häufig vierflügelig. Die Laubblätter sind gegenständig und fast alle sind einfach und gestielt. Seltenere Varianten der fiederförmigen Blätter haben die S. Laciniata und die S. pinnatifolia. Dazu gehört auch der persische Flieder, der extrem stark duftet, reich beladen ist und eher zart im Wuchs bleibt. Die Blätter der verschiedenen Arten sind mittel – bis sattgrün. Die Blütenstände der unterschiedlichen Fliederarten sind aufrecht, manche Sorten leicht nickend und verschiedenartig aufgebaut. Es stehen viele zwittrige, radiärsymmetrische und vierzählige Blüten dabei zusammengefasst. Die vier Kelchblätter sind glockenförmig verwachsen. Die vier Kronblätter sind ebenfalls verwachsen, darin befinden sich zwei Staubblätter und der Griffel ist kürzer als die Staubblätter. Die Farbvarianten reichen von weiß über creme, gelb, pur-pur rot, und alle Lila-Schattierungen. Es gibt einfache und gefüllte Arten. Der Flieder bildet einen oberständigen Fruchtknoten und Kapselfrüchte aus – sie bestehen aus zwei oder mehreren verwachsenen Fruchtblättern – Karpellen. Diese Kapselfrüchte gehören zu den sogenannten Streufrüchten. In der Reife – Trocknung platzen die Kapseln und setzen die Samen frei. Blütezeit beginnt ab Mai und dauert bis in den Juni.

Standorte

Flieder und hier besonders die meisten Edelsorten benötigen humusreichen, nähstoffreichen, kalkreichen Boden. An sich ist der Flieder aber „Boden-Tolerant“ und ich habe ihn auch schon auf Schutthalden blühend gefunden. Ein wenig Hornspäne und Kompost im Frühling aufgetragen, lässt ihn besonders üppig blühen.

Wissenswertes

Es gibt verschiedene Sorten, die auch einen regelmäßigen Rückschnitt benötigen, damit die Pflanze nicht überaltert, wie z.B. bei der Syringa microphylla Superba. Die Sorte ist kleiner im Wuchs und somit auch für kleinere Flächen geeignet. Beim Schnitt als Vasenblume verwendet man am besten voll aufgeblühte Rispen. Den Stängel – den verholzten Teil der Länge nach ein wenig aufspalten oder mit einem Hammer aufschlagen und in handwarmes Wasser stellen. Man sollte die Zweige für die Vase möglichst in der Früh schneiden. So viele Blätter wie möglich entfernen. Ein Radikalschnitt kann im Notfall bis ins Holz stattfinden und da auf ca. 1 Meter Höhe. Danach braucht die Pflanze ein bis zwei Jahre Erholung und blüht in dieser Zeit nicht. Besser eignet sich aber das Ausdünnen. Flieder bildet auch Wurzelausläufer. Wenn man das verhindern möchte, dann müssen diese Ausläufer „gekappt“ werden. Flieder mag feuchten Boden aber keine Staunässe.

Nach der Blütezeit sollten die Zweige, die am höchsten herausragen abgeschnitten werden. Alle verblühten Teile möglichst entfernen. Die Samenbildung verbraucht viel Kraft der Pflanze. Das garantiert eine üppige Blüte für das nächste Jahr. Die Vermehrung erfolgt über Stecklinge. Das Holz ist sehr hart und schwer zu spalten. Es hat so wie die Zwetschke eine violette Zeichnung. Das Holz ist besonders bei Drechslern beliebt. Flieder wird kaum von Honig-Bienen besucht, er ist eher eine typische Hummelpflanze.

Inhaltsstoffe

Die Pflanze enthält Farnesol – ein acyclischer Sesquiterpenalkohol und hat einen an Maiglöckchen erinnernden Duft. Farnesol ist ein Juvenilhormon – Insektenhormon und Insektenpheromon, das die Ausbildung der Larvenmerkmale reguliert und die Häutung festlegt, bzw. auslöst. Farnesol wird als Duftstoff und antibakterieller Stoff in der Herstellung von Kosmetika verwendet. Fliederöl eignet sich besonders als Mittel gegen fettige Haut. Flieder-Extrakt wird z.B. durch CO-2 Extraktion gewonnen.

Farnesol hemmt die Bildung von Staphylokokken und Streptokokken-Biofilmen. Es degradiert die Enzyme Farnesyltransferase und Fettsäure-Synthase und wird deshalb auch in der Krebstherapie eingesetzt. Farnesol kommt auch im Öl von Lindenblüten, Moschuskörnern, Anisöl, Jasminöl und Rosenöl vor. Weiters enthält die Pflanze Anisaldehyde, Syringin, Alpha-Pinene, ätherische Öle und Bitterstoffe. In den grünen Teilen der Pflanze ist Sambunigrin enthalten, ein Blausäure-Glykosid, das zu Erbrechen und Durchfall führen kann. Durch Erhitzen kann es neutralisiert werden. Weil Flieder sehr bitter schmeckt, wird er kaum von Tieren gefressen. In der Natur-Heilkunde werden die Blüten, Blätter und die Rinde des Flieders verwendet. Ein Tee aus Fliederblüten und Rinde hilft bei Fieber Ischias-Schmerzen oder Rheumatismus. Er wirkt auch verdauungsstärkend und gegen Schluckauf. Bei rheumatischen Beschwerden oder Gichtanfällen ist es schmerzlindernd, ein Bad mir Blüten, Blättern und Rinde anzusetzen. In Reformhäusern und manchmal in gut sortierten Apotheken ist auch ein Öl-Auszug erhältlich. Dieses Öl auf den betroffenen rheumatischen Stellen einreiben. Das gilt auch bei Gichtanfällen. Insgesamt wirkt Flieder sedativ, tonisierend, fiebersenkend, antineuralgisch und schmerzlindernd. Das Öl wird auch bei Entzündungen der Mundschleimhaut verwendet und bei Blähungen.

Tee aus Fliederblüten

Dafür ca. 20 Blüten vom Grün befreien. Mit abgekochten Wasser überbrühen und 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen. 2-3 Tassen täglich trinken. Ich mische gerne getrocknete Fliederblüten in Teemischungen ein. Die Blüten dafür auf Backpapier, ohne Sonneneinstrahlung, gut trocknen lassen und in Gläser füllen.

Fliederöl selbst ansetzen 

Vom Grün befreite Blüten 2 Tage anwelken lassen und mit Oliven – oder Mandelöl bedeckt 4 Wochen lang in der Sonne stehen lassen. Wer möchte kann auch Babyöl dafür verwenden. Immer wieder zwischendurch schütteln und in dunkle Falschen abfüllen. Betroffen Stellen damit einreiben.

Fliedersirup

fliedersirup

Fliedersirup: Bildnachweis Wirtshaus Oliver s. Link weiter unten 

  • Fliederblüten
  • Wasser
  • etwas Honig
  • Vanilleschote oder Vanillezucker
  • Zitronen
  • etwas Zitronensäure

Da mein Sirup noch nicht fertig ist ein Foto von einem sehr gut aussenden Vorschlag. Ein toller Sirup, der sich  auch gut für Mischung mit Sekt eignet. Die Dolden ernten und in Backpapier eingeschlagen, 1 Tag lang welken lassen. Abwiegen und gleiche Menge Zucker bereitstellen. Dann die Blüten abzupfen und in 80 Grad heißem Wasser ca. 20 Minuten köcheln lassen. Zucker, Zitronensaft und Zitronensäure, Vanillezucker oder Mark der echten Vanille nach Geschmack dazugeben. Alles durch ein feines Tuch abseien. In Flaschen abfüllen und 2-4 Tage stehen lassen. Gekühlt sollte der Sirup bis zu einem Jahr haltbar sein.

Essig mit Flieder-Blüten

www.wirtshausoliver.at

Flieder Essig

Veilchenessig

Weißer Balsamico mit Fliederblüten 

Mein Essig hingegen ist schon fertig. Dazu weißen Essig – möglichst Balsamico verwenden und die Blüten abgezupft einstreuen. Nach 2-3 Tagen färbt sich der Essig und der Geschmack ist darin auch enthalten. Das ist ein besonders nettes und selbstgemachtes Gastgeschenk.

Flieder – Parfait 

Flieder-Parfait

Parfait vom dunkel-lila Flieder 

Etwas anspruchsvoller ist das Flieder-Parfait. Dafür braucht man

  • 1 Hand Blüten
  • 250 ml Schlagobers
  • 1/8 l Schlagobers extra
  • 2 Eßl Kristallzucker
  • 2 Eßl Honig
  • Vanillezucker oder echtes Vanillemark aus der Schote
  • 4 Eidotter
  • etwas Speisefarbe lila oder rot und blau mischen
  • 1 Kastenform
  • Klarsichtfolie

Ich verwende dafür gerne den Fliedersirup als Verstärker und bei den Blüten eher die dunkel-lila Sorten schon wegen der Farbe. Wer das Parafti ganz dunkel haben möchte, kann etwas Speiesefarbe einrühren. Ein paar Waldheidelbeeren eingearbeitet ergeben auch eine tolle Farbe, verändern aber den Geschmack in Richtung „beerig.“ Die Blüten lila oder weiß abzupfen über Nacht in einem Schälchen mit dem extra – Obers ziehen lassen. Dann durch ein Sieb abseien und mit dem Zucker aufkochen.  Eigelb mit dem Zucker sehr cremig aufschlagen. Honig und Vanille einrühren. Schlagobers steif schlagen und alles vorsichtig verrühren. Eine nicht zu große Form mit Folie ausschlagen und die Masse einfüllen. Über Nacht im Tiefkühlschrank frieren lassen. Stürzen und sofort servieren. Dazu passen gut Beeren oder auch etwas Sirup mit ein paar Blüten als Dekoration.

Flieder Likör

Einen sehr wohlschmeckenden alkoholischen Likör kann man mit den Blüten ansetzen. Dafür die Blüten gut von den grünen Teilen befreien. Mit Ansatzkorn oder mit höherpozentigem Alkohol zudecken. Den Zucker einrühren und 2 Zitronen in Scheiben geschnitten dazu geben. Das Ganze kann in der Sonne 4-5 Tage lang zugedeckt ziehen. Dann durch ein feines Tuch sieben. In helle Flaschen ziehen. Auch das ist ein besonderes Mitbringsel. Mit etwas Prosecco oder Sekt aufgegossen ergibt das einen herrlich duftenden Sommerdrink.

  • 2 Hand
  • 700 Alkohol
  • 200 Gramm Zucker – hier ist auch brauner ZUcker möglich
  • 2 Zitronen
  • 1 Pkg Vanillezucker oder Mark 1 Vanilleschotehttps://de.wikipedia.org/wiki/Farnesol

Mistel

Mistel – Viscum album, Sandelholzgewächse – Santalaceae, Heiligenkreuzholz, Drudenfuss, Geisskraut, Hexenbesen, Wintergrün, Vogelmistel,  Königin des Heils – Bedecktsamer – Magnoliopsida – Eudikotyledonen

Auf vielfache Anfragen möchte ich gerne diesen Beitrag der Mistel widmen. Jetzt sind die Bäume noch ziemlich kahl und man kann die kugeligen Gewächse mit ihrem satten Grün sehr gut sehen. Viscaceae ist eigentlich ein Sammelbegriff und es gibt alleine in Europa etwa 90 Arten, wie viscum album, loranthus europaeus, viscum quercinum, Laubholzmistel – Viscum album, Tannen-Mistel – Viscum abietis, Kiefern-Mistel – Viscum Laxum, u.v.m. Viele Mythen ranken sich um das seltsame Gewächs. In England und Amerika gibt es den Brauch: Ein Paar, das sich unter Misteln küsst, soll ewiges Liebesglück erhalten. In der Schweiz gilt die Mistel als Symbol für Fruchtbarkeit. In Frankreich werden Mistelzweige über den Eingang des Hauses gehängt, man herzt die Verwandten und Freunde darunter, um ihnen ein gutes neues Jahr zu wünschen. Und wer von uns hat nicht Asterix gelesen und „Miraculix“ für seine unbesiegbar und unverwundbar machenden Zaubertränke bewundert. Die Druiden – die Priester der Kelten bestiegen weiß-gewandet die Bäume und schnitten mit goldenen Sichel, am sechsten Tag des Mondes die Misteln. Die Mistel durfte dabei keineswegs den Boden berühren. In der griechischen Mythologie wollte Äneas mit der „goldenen Zauberrute“ in die Unterwelt eindringen. Gott Merkur diente die Mistel dazu die Tore des Hades zu öffnen. Hildegard von Bingen setzte Mistelsud gegen gefrorene Gliedmaßen, Gicht und Brustbeschwerden ein. Heilkundige wie Hippokrates und Plinius verwendeten die Mistel gegen Schwindelanfälle und Epilepsie. Der Name Mistel leitet sich aus dem althochdeutschen Wort „misti“ ab, was Mist bedeutet. Vögel verbreiten die Samen mit ihrer Ausscheidung und daher vermutlich der Name. Bedecktsamer sind Pflanzen, die Blüten haben und deren Samenanlagen im Fruchtknoten des Fruchtballs eingeschlossen sind. Nach der erfolgreichen Bestäubung entwickeln sich aus der Samenanlage mit Hilfe der befruchteten Eizelle der Samen und aus dem Fruchtknoten die Frucht.

Aussehen

Mistel

Die Mistel ist ein immergrüner und zweihäusiger Halbschmarotzer – Hemiparasiten. Das sind parasitische Blütenpflanzen, die ihren Wirtspflanzen mit Saugorganen – Haustorien, Wasser und Nährstoffe abknüpfen. Anders als bei den Vollparasiten – Holoparasiten, können die Halbparasiten ihre eigene Photosynthese betreiben. Mit ihren Wurzeln (Senker) gelangt sie an die Leitungsbahnen ihrer Wirtsbäume und holt sich so Wasser und Nährstoffe. Sie nistet sich auf Bäumen und Sträuchern an.

Mistel etwa zweijährig

Zweijährige Mistel, Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Misteln 

Die Mistel „schnorrt“ sich ernährungsmäßig und mit ihrem Wasserbedarf bei ihren Wirtspflanzen ein. Die Arten, die an sukkulenten Wirtspflanzen wachsen, sind selbst sukkulent. Sukkulent – saftreiche Pflanzen, die sich sehr gut an die Gegebenheiten anpassen können. Die lateinische Bezeichnung „Viscum“ ist ident mit der Bezeichnung für Leim. Das bezieht sich auf die klebrige Masse aus den Mistelfrüchten, die eine klebrige – leimige Substanz enthalten, die man früher als „Vogelleim“ verwendete. Geht man aufmerksam durch unsere Parklandschaften, kann man sie überall in den Bäumen erkennen. Die länglich – eiförmigen und ledrigen Blätter der Mistel sind immergrün und haben Nerven und keine Blattlinien.

Mistelblüte

Sie sprießen paarweise und verkümmern nach vier Jahren. Die Mistel hat ihr Aussehen daher, weil sie sich nicht nach der Sonne ausrichtet, sondern in alle Richtungen wächst.Die Blüten setzten jetzt im Jänner bis März an. Die Samen reifen in einem fast ein Jahr dauernden Prozess heran. So kommt es vor, dass Samen und Blüten gleichzeitig auftreten. Vögel fressen die reifen Früchte und verbreiten so die Samen auf der Rinde des nächsten Wirtsbaumes. Die Beeren sind weiß bis milchig weiß und die Masse im Inneren ist sehr klebrig. Die Misteldrossel – Turdus viscivorus – frisst diese mit Vorliebe und sorgt damit für die Fortpflanzung der Mistel. Der Samen befindet sich in dieser gallertartigen Masse.

Standorte

Als Halbschmarotzer an Laubbäumen, Nadelbäumen und Obstbäumen. Besonders gerne siedelt sie sich an Bäumen in Flusstälern mit höherer Luftfeuchtigkeit an. Die Mistel gedeiht bis auf Höhen bis 1200 m.

Mistel auf Obstbaum

Mistelkugel auf einem sehr alten Apfelbaum 

Wissenswertes, Inhaltsstoffe und Wirkung

Die Mistel enthält in den grünen Teilen das Gift Visctoxin – Mistelgift. Speziell in der kalten Jahreszeit ist das Gift hochkonzentriert vorhanden. Die Konzentration hängt auch von der Art der Wirtspflanze ab. Bei Ahorn, Robinie, Pappel oder Linde, ist die Konzentration an Gift höher. Schon die Druiden sammelten die leicht giftigen Misteln als magische Pflanze und als Allesheiler. Als die heilwirksamste Art zählt die Eichenmistel – viscum quercinum. Sie wirkt gegen Bluthochdruck, niedrigen Blutdruck, beruhigend, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, tonisierend, Bluthochdruck, Herzschwäche, beschleunigtem Puls, Arteriosklerose, Ödemen, Fieber, bei Verdauungsschwäche, Verstopfung, bei schwachem Magen, schwacher Bauchspeicheldrüse, bei leichten Formen der Diabetes, bei Gallenschwäche, Nervenschwäche, Kopfschmerzen, Schwindel, Chronische Arthrosen, Chronisches Rheuma, Entzündungen der Gelenke, bei Beschwerden in den Wechseljahren, Menstruationsbeschwerden, bei Schmerzen, Geschwülsten und Blutungen der Gebärmutter, Weißfluss, Epilepsie, Heuschnupfen, Krampfadern, Ekzemen, und Geschwüren.

Sie beinhalten Alkaloid, Asparagin, Bitterstoff, Cholin, Harz, Histamin, Inositol, Lupeol, Lektine (Glyokoproteine), Oleanolsäure, Pyridin, triterpeniode aponine, Schleim, Viscalbin, Viscin, Viscotoxine (toxische Polypeptide, Polypeptide aus 46 Aminosäuren), wasserlösliche Polysaccharide, biogene Amine, Flavonoide, Lignane, Cyclitole – wie Viscumitol, Peholcarbonsäuren, Xanthophyll, Zink. Der höchste Gehalt an Lektinen ist im Winter in den Blütenknospen und in den Früchten enthalten.

Verwendet werden die Blätter und Zweige und in der Homöopathie Auszüge als Mittel gegen Asthma. Als Heildroge werden die Blätter, die Blüten und die jungen Blätter, in getrockneter Form verwendet.

Mistel in der begleitenden Therapie

Verschiedenste Studien beschäftigen sich mit der Mistel als Begleittherapie bei Krebs und bei Hepatitis C- Patienten. Die Beobachtungen zeigen die unterschiedlichsten Ergebnisse. So soll die Mistel soll bei hohem Blutzuckerspiegel helfen die Ausschüttung von Insulin zu unterstützen. Bei Brustkrebspatienen z.B. schlug die Chemotherapie bei Gabe von Mistelkraut besser an, als bei den Patienten, die ein Placebo bekamen. Wirksamkeit scheint die Gabe von Mistelextrakten als Begleittherapie auch bei Patienten mit Magenkrebs gegeben zu zeigen. Wie schon beschrieben, gibt es verschiedenste Untersuchungen zur Wirksamkeit von Mistelpräparaten zur Begleitbehandlung bei Krebspatienten. Nach wie vor gehört die Misteltherapie trotz zahlreicher Studien zu den umstrittensten Therapien der ären Medizin. Sie werden als Mistelpräparate in antroposophisch-homöopatischer Aufbereitung verwendet. Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, sah in der Behandlung mit Mistelextrakten das „Immaterielle“ – also das nicht mit den Sinnen wahrnehmbare als Chance zur Heilung. Einen Schmarotzer wie den Krebs mit einem anderen Schmarotzer – der Mistel begegnen. Unterstützt wurde er dabei von der Ärztin Ita Wegmann. Heute kümmert sich die Forschung vermehrt um die in der Mistel vorkommenden Lektine – komplexe Proteine, die spezifische Kohlenhydratstrukturen binden und daher in der Lage sind, sich spezifisch an Zellen und Zellmembranen zu binden und von dort aus biochemische Reaktionen auszulösen. Nach wie vor gibt es Befürworter und Gegner der Misteltherapie. So gilt die Mistel in der internationalen Krebsforschung nach wie vor als „Methode mit unbewiesener Wirksamkeit.“

Die Mistel ist jedoch trotz aller kontroversiellen Diskussionen ein Mittel der Naturheilkunde, das am häufigsten als ergänzende Behandlungsmethode bei Krebspatienten eingesetzt wird. Es gilt hier vor allem das Immunsystem zu stärken, die Lebensqualität zu steigern und die Nebenwirkungen der konventionellen Therapie zu lindern. Misteltees, Dragees, Kapseln, Tabletten und Bäder mit Mistelextrakten können in der Selbstanwendung verabreicht werden. Parentale Gaben mittels Injektionen sollten durch medizinische Begleitung stattfinden. Besonders betrifft das Tumorerkrankungen des lymphatischen und hämatopoetischen Systems wie Leukämie, (Non-) Hodgkin-Lymphome u.a.

Tee aus Misteln

Tee Mistel - tea mistletoe 05

Mistel Tee Bildquelle: Heilpraxis.net.de

Er wirkt Blutdrucksenkend, kreislaufstabilisierend, verdaungsfördernd, antirheumatisch, nervenstärkend, gegen Epilepsie und als Artherioskleroseprophylaxe. Der Misteltee wird als Kaltauszug (Mazerat) bereitet, weil Wärme die Wirkstoffe vernichten würde. Das Gift der Mistel – z.B. das Glykosid Viscalbin und Viscotoxin, lösen sich nicht in kaltem Wasser und bleiben so unschädlich. Misteltees sind im Fachhandel erhältlich. Hier verwendet man die weißbeerige Mistel.

1 TL 2,5 g klein geschnittenes, getrocknetes Mistelkraut mit kaltem Wasser übergießen und zugedeckt über Nacht stehen lassen. das Kraut durch ein Sieb abgießen. Dann langsam auf Trinktemperatur erwärmen und in kleinen Schlucken trinken. Mistelkraut sollte vor Licht geschützt werden.

Umschläge aus Mistel-Kaltauszug oder Bäder mit Mistel-Kaltauszug 

Sie helfen gegen Krampfadern, Ekzeme, Heuschnupfen und Geschwüren im Bereich der Unterschenkel, gegen Ekzeme und zur Erleichterung bei rheumatischen und neuralgischen Schmerzen.

Für Pferde, Hunde, Katzen, Nagetiere ist die Mistel gifitg.

https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/mistel.php

Vortrag Prof. Josef Beuth: Institut zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren an der Universität zu Köln, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Onkologie: http://www.krebs-forum-lazarus.ch/WBB4/index.php/Thread/5-Studien-belegen-Wirksamkeit-der-Misteltherapie/

H. S. Heide-Jorgensen: Parasitic Flowering Plants. Brill Academic Publishers, 2008, ISBN 978-90-04-16750-6.

Sanddorn

Sanddornfrüchte reif

Sanddorn – Hippophae rhamnoides, Weidendorn, Audorn, Fasanbeere, rote Schlehe, Kreuzdorngewächse-Rhamnaceae, Ölweidengewächse-Elaeagnaceae

Wie schon im letzten Artikel versprochen, kommt nun der Sanddorn. Die derzeitige Witterung macht es möglich, dass ich heute in der Früh Sanddorn ernten konnte. Die Donauinsel in Wien ist reich an Beute. Ausgestattet mit Austernhandschuhen oder festen Handschuhen, Gartenschere und Heidelbeerkamm bin ich ausgerückt. Der Gattungsname beinhaltet das Wort Pferd und phaes für leuchtend. Einer der gehaltvollsten Vitamin C-Spender für die kalten Tage.

Aussehen

Sanddorn

Ein sommergrüner Strauch, der auffallend sparrig wächst, mit Wuchshöhen bis zu 6 Metern. Er bildet eine unregelmäßige Krone aus. Die schmalen, silbrigen, lanzettenförmigen Blätter sind wechselständig angesetzt. Sie sitzen auf kurzen Stielen. Die Blattunterseite ist dicht mit Schildhaaren bewachsen. Der Sanddorn ist diözisch – zweihäusig und blüht schon bevor sich das Laub zeigt. Der Strauch hat sehr kleine gelbe, eingeschlechtliche Blüten, sie sich früh im Herbst zeigen. Sie bilden sich auf der Basis der Vorjahrestriebe aus.

Sanddornblüte männlich

männliche Sanddornblüten

Die männlichen Blüten bilden sich an kurzen Stielen in kugelförmiger Form, ohne Kronblätter. Der Sanddorn bildet ein tiefreichendes und weitreichendes Wurzelsystem aus. Es bildet sich senkrecht und waagrecht aus. Am Wurzelhals sprießen Bereicherungs- und Langwurzeln, die dicht unter der Erdoberfläche kriechen. Die Zweige haben silbrige verdornte Kurztriebe. Im August entstehen länglich ovale Früchte, die durch die appetitlich gelbe bis orange Färbung auffallen.

Sanddronstrauch mit reicher Ernte

volle Ernte

Sanddorn hellere Früchte

gelbliche Sorte

Früchte entwickelt nur die weibliche Pflanze. Botanisch handelt es sich um Schein-Steinfrüchte. Sie entstehen in der Reifung aus den fleischig werdenden Kelchröhren, die jeweils einen Samen pro Frucht umgeben. Diese Samen sind außen braun und besitzen einen weißen Kern. Sie keimen bei Licht und Kälte. Schattenplätze sind nicht geeignet. Bei einer Pflanzung im Garten sind 2 weibliche Sträucher und ein männlicher Strauch als Pollenspender angeraten. Der männliche Strauch sollte westlich von den weiblichen Sträuchern stehen um den Wind auszunützen. er sollte alle 4-5 Jahre zurückgeschnitten werden. Ausläufer früh genug kappen, damit sich der Sanddorn nicht zu stark ausbreitet.

Standorte – Inhaltsstoffe – Wissenswertes

Sanddornfrüchte

Der Sanddorn lebt symbiotisch mit Luftstickstoffbindenden Frankia-Bakterien – das sind grampositive, aerobe flamentöse Bakterien, die Zellfäden bilden und einen hohen GC-Gehalt aufweisen. Sie fixieren Stickstoff und gehen mit der Pflanze eine Symbiose ein – Aktinorrhiza. Die Aktinorrhiza sind Wurzelknöllchen bei verschiedenen bedecktsamigen Pflanzen – hier die Frankia alni.

Bildquelle: „An Alder root nodule gall“ von Rossert 1954-self made

Der Sanddorn kam ursprünglich vermutlich aus der Gegend Nepals und wurde durch eiszeitliche Verschiebungen verbreitet. Als Standorte bevorzugt der Strauch kalkhaltige Sand- und Kiesböden in Sonnenlage. Er ist oft als Pionierpflanze in Küstenregionen anzutreffen. Höhenlagen bis zu 1800 Metern in den Alpen und bis zu 5000 Metern in Asien sind keine Seltenheit. Bei uns sieht man den Sanddorn in Kiefernwäldern, an trockenen Flussufern, an Schotterfluren, in Kiesgruben und an Straßenböschungen.

Der Sanddorn hat einen ungewöhnlich hohen Anteil an Vitamin C und übertrift damit im Gehalt die meisten Zitrusfrüchte. Außerdem enthält er einen hohen Anteil an Beta-Karotin und Gerbstoffen. Vitam B12, das sonst nur in tierischer Nahrung vorkommt ist ebenfalls enthalten. Diese B 12 entsteht durch die Symbiose von Bakterien – Cobalamine (chemische Verbindung, die in allen Lebenwesen vorkommen und als B12 bezeichnet werden. Wichtigster Vertreter aus der Cobalamin-Gruppe ist das Coenzym B12 – es ist Teil mehrerer Enzyme, auf der Außenhaut der Früchte. Schon im Mittelalter schätzte man die Heilpflanze als Blutstiller. Heute wird der Sanddorn als Vitaminspender oder in Hautcremen verwendet. Inhaltsstoffe sind: Beta-Carotin, Beta-Sitosterol, Flavone, Gerbstoffe, Mineralstoffe (Kalium, Kalzium, Calcium, Magnesium, Natrium, Phosphor), Öle, Provitamin A, Vitamin B12, Vitamin C, Vitamin E, ungesättigte Fettsäuren. Wirksam gegen Appetitlosigkeit, Darmentzündungen, Erkältungskrankheiten, Frühjahrsmüdigkeit, Fieber, Gicht, Haustausschläge, Vitamin C-Mangel, Herzschwäche, Hautproblemen wie Akne, Schleimhautentzündungen, Zahnfleischbluten. Sanddorn ist als Gurgellösung und als Sirup in Apotheken oder Drogerien erhältlich. Der Anteil an Vitamin B12 macht Sanddorn besonders für Veganer interessant.

Rezepte

Sanddorn-Sirup 

Herrlich frisch und säuerlich schmeckt der Sirup zum Verdünnen als Saft

1 kg frische Früchte ganz kurz aufkochen, durch ein feines Sieb streichen, etwas Honig ca. 20 Minuten einrühren, bis eine dickflüssige Masse entsteht. Täglich mehrmals 1 TL einnehmen. Haltbarer wird der Sirup mit einem Esslöffel Zitronensäure.

 Als Gurgellösung

5 Gramm reife Früchte mit 100 ml abgekochtem Wasser übergießen und ein paar Minuten ziehen lassen

Öl und Hautcremen aus Sanddorn-Samen

Das Öl aus den ölhaltigen Samen ist besonders bei Verbrennungen sehr wertvoll. Dieses Öl ist in Apotheken und Drogerien erhältlich. Die Hautcremen pflegen und straffen die Haut.

Sanddornmarmelade

Hagebuttenmarmelade

Die Früchte für die Marmelade bis Oktober ernten und in seltenen Fällen, wie heuer bis in den Dezember. Ich nehme wie gesagt meist feste Handschuhe ein großes Tuch und einen Heidelbeerkamm mit. Sind die Früchte schon sehr reif, lassen sie sich auch gut abschütteln. Eingekocht wird mit 1:1 Gelierzucker, ein wenig Zitronensäure und dem Mark einer Vanilleschote. Ein wenig Wasser dazu verwenden, weil die Früchte doch recht breiig sind. Wunderbar schmeckt diese Marmelade auch zu einem säuerlichen Joghurt oder auf Vanilleeis. Sanddornmarmelade ist aufwendig in der Herstellung, verursacht meist Kratzer an den Händen, ist aber köstlich.

Panna Cotta mit Sanddorn und frischen Früchten 

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  • 125 g Milch
  • 500 ml Schlagobers
  • 75 Gram Backzucker
  • 2 Blatt Gelatine
  • 1 Eßlöffel Cointreu
  • 2 Vanilleschoten oder 1 Fiole Buttervanille oder 1 PKg Bourbonvanille
  • etwas geriebene Zitronenschale
  • Für die Ganierung
  • Mandelblättchen
  • Zucker
  • Frische Früchte
  • Sanddornmarmelade

Die Gelatineblätter in etwas kaltem Wasser weichen. Schoten – das Mark auskratzen mit der Milch und dem Zucker aufkochen, Schlagobers dazu geben und Temperatur zurückdrehen. Die Gewürze dazu geben. Die ausgedrückte Gelatine unter Rühren einarbeiten. Cointreu dazu geben. in Förmchen gießen – ich nehme Stahl- oder Glasförmchen (feuerfest). 3-4 Stunden in den Kühlschrank stellen. Dann stürzen oder im Glas servieren. Mit Sanddorngelee und einem Minze- oder Melissenblatt garnieren – etwas anzuckern. Für die Garnierung. In einer beschichteten Pfanne die Mandelblättchen mit etwas Zucker karamellisieren. Auf Butterbrotapier auskühlen lassen. Die größeren Stücke etwas brechen und mit Marmelade vermischen. Mit frischen Früchten obenauf legen.

Feige

Feige – Ficus carica – Maulbeergewächse – Moraceae 

Feige - fig 06a

Wie gesagt ist die Ernte im Garten noch nicht abgeschlossen. Gestern konnte ich noch einen großen Korb mit herrlichen grünen und roten Feigen ins Haus tragen. Mein vier Feigenbäume – zwischen 10 und 12 Jahre alt – haben heuer drei Ernten gebracht uns insgesamt fast 30 kg Früchte. Die beiden roten Feigenbäume habe ich vor zwei Jahren von einer Freundin als Geburtstagsgeschenk bekomme. Heuer haben sie schon reichlich getragen!

Aussehen 

Feigenknopse

Die Feige ist ein sommergrüner, laubabwerfender Strauch oder Baum. Die Baumform kann bis zu 10 Meter hoch werden. Die Baumkrone ist üppig breit und ausladend. Der Stamm ist unregelmäßig gewachsen und knorrig. Ältere Gehölzer neigen dazu morsch zu werden. Das Holz ist weich und weist im Alter oft bizarre Formen auf. Die Zweige stehen eher gerade vom Stamm weg . Sie können sich schon auf niedriger Höhe, ziemlich gerade abstehend bilden. Die Rinde ist ist graubraun und glatt. Die Blätter sind wechselständig angeordnet.

Feigen

Sie sitzen auf einem starken Blattstiel, der 1,5-8 cm lang sein kann. Die Blätter haben ein hartes Laub, sind steif, fühlen sich ledrig an und sind auf der Oberseite haarig. Sie können drei- bis fünflappig ausgebildet sein. Die einzelnen Blattlappen sind eiförmig. Der Rand ist unregelmäßig gezähnt. Die ebenfalls behaarte untere Blattseite ist heller in der Färbung und hat kleine Zystholithen  – Verdickung der Pflanzenzellwand. Das Blatt besitzt zwischen zwei und vier Basalnerven und fünf bis sieben Seitennerven – in der Mitte läuft der Mittelnerv. Die Nebenblätter sind rot – Auswüchse am Blattgrund. Die Blüten sind achselständig und einzeln. Von der Form her sind sie flaschenförmig, mit einem nach Innen gestülpten Blütenstand, der sich fleischig verdickt und zwischen 3 und 5 cm groß wird. Sie sehen wie winzig kleine Feigen aus und obenauf ist eine kleine Öffnung – Ostiolum – (Türchen). In Wirklichkeit sind sie der Blütenstand und die Frucht. In der Innenwand sitzen viel Hunderte eingeschlechtliche Blüten. Die Frucht aller Feigenarten ist der Fruchtstand – Syconium. Die echte Feige ist ein Insektenblütler und damit Fremdbefruchter. Die Feigengallwespe fliegt durch diese winzige Öffnung und befruchtet die im Inneren sitzenden Blüten. Die wahren Früchte sind kleine Steinfrüchte (Steinfruchtverband der Mutterpflanze), die sich aus den kleinen Blüten entwickeln. Die Feige hat in den Ästen hölzerne Blattknospen – klein in den Blattachseln, Fruchtknospen (hemisphärisch und zusätzlich zu den Blattknospen), gemischte Knospen – große, kegelförmige Endknospen und Adventivknopsen – entspringen nicht an vorbestimmten Hauptsprossen. Die echte Feige ist einhäusig, getrenntgeschlechtlich – monözisch – weiblich und männliche Blüten auf einer Pflanze. Bei der Hausfeige, var. domestica, sind es nur langgrifflige weibliche Blüten und ohne die männlichen Blüten kann sie sich nicht vermehren. Wichtig ist es daher beim Kauf selbstfruchtende Sorten zu wählen. Männliche Bäume haben langgrifflige, weibliche und männliche Blüten im Syconium. die Früchte sind ungenießbar. Sie sind die Pollenspender für die essbaren weiblichen Blüten. Weibliche Bäume haben nur langgrifflige weibliche Blüten im Syconium – weiblicher Fruchtstand. Diese Früchte sind wohlschmeckend. Die reife Frucht gibt einen scharfen Milchsaft ab. Sie wird bis zu 7 cm groß und ist grün oder violett, manchmal auch zweifärbig grün-gelb.Das Fruchtfleisch ist grün oder rot und enthält winzige Kerne, die aber mit gegessen werden. Die grünen Pflanzenteile des Baumes sind giftig. Verwandtschaft besteht nicht nur zur Maulbeere, sondern auch zum tropischen Gummibaum – Ficus elastica, zur Würgefeige – Ficus spec. und zur Birkenfeige – Ficus benajmini.

Standorte – Herkunft – Anbau – Wissenswertes

Feige aufplatzend reif - Kopie

Die Feige liebt Sonne und lehmhaltige Böden, die leicht sauer, neutral oder kalkhaltig sind. Die Erde sollte nährstoffreich und durchlässig sein. Der Standort ist idealerweise windgeschützt und vor allem mag sie keinen kalten Wind. Hauswände sind die besten Standorte. Sie ist absolut keine Zimmerpflanze. Die Feige mag keine Staunässe. Also wenn die Pflanze als Kübelpflanze gezogen wird, regelmäßig die Auffangtassen ausleeren. Zurückschneiden im Februar -März. Dabei Handschuhe anziehen, weil die austretende Milch Hautreizungen hervorrufen kann. Mit einer Bügelspritze kann man Wasser auf den frischen Anschnitt sprühen, dann vergeht der Milchfluss. Verfärben sich die Blätter silbrig und weisen Pünktchen auf, so ist das meist ein Zeichen für Spinnmilbenbefall. Auch Blattläuse fallen gerne über die Feige her. Dei Folge ist meist Rußtaupilz. Die Feige verträgt Fröste bis – 15° C. Wenn die Feige über den Winter ins Haus kommt, dann über diese Zeit nicht zu hell stellen und nur wenig gießen. Temperaturen sollten  nicht über 10° liegen- Der frische Austrieb ist frostempfindlich. Die Vermehrung erfolgt über Ausläufer, Abmoosen oder Stecklinge. Am besten blattlose Stecklinge schneiden und wanwurzeln lassen. Im Winter bis zu 30 cm dick schneiden und anwurzeln. Die Feige trägt etwa ab dem 2 Jahr Früchte. Die größte Ausbeute erfolgt ab dem achten Jahr. Die Herkunft vermutlich aus dem Gebiet Caria in Kleinasien, heutige Türkei, Persien und Nordafrika.  Es gibt Hinweise darauf, dass die Feige schon vor 5000 Jahren in Kultur genommen wurde. Da besonders bei den Assyrern. Feigenbäume können bis zu 90 Jahre alt werden. Die Wurzeln reichen tief in das Erdreich hinein und können das dreifache der Baumkrone messen.

Der Feigenbaum ist einer der ersten Bäume, die in der Bibel Erwähnung findet (5. Moses 8.8) Siehe dazu auch das Gleichnis des unfruchtbaren Feigenbaumes (Lukas 13). Die Frucht steht als Synonym der Weiblichkeit. Bis heute hat sich der negativ besetzte Ausspruch, mit der „Feig’n hausieren“ gehen erhalten – er steht für Prostitution. Den Schürzenjäger nennt man Feig’n-Tandler. Für die Trockenfeige wird meist die Sorte Smyrna verarbeitet. Die Trocknung an der Sonne ist Handarbeit, weil die die druckempfindlichen Früchte von Hand gepflückt und auf Papier getrocknet werden müssen. Diese Feigen bekommen dann einen einen feinen weißen Überzug aus kristallisiertem Traubenzucker. Zur Abtötung von Ungeziefer werden sie dann noch einmal schockgefrostet. Die industriell getrockneten Feigen werden mit Methylbromid begast.

Inhaltsstoffe

Reich an Fruchtzucker, Ballaststoffen, Eiweiß, Calcium, Eisen, Phosphor, Zink, Selen, Flavonoide, Pektin, Betakarotin, Vitamin A und B1, B2, Niacin, Biotin. Sie werden zur Blutreinigung und als Verdauungsförderndes Mittel eingesetzt. Die Trockenfeige enthält alle diese Stoffe in dreifacher Menge.

Feigen getrocknet - Kopie

Heilwirkung

Bekannt sind Feigen als abführendes Mittel. Im bekannten „Neda“ Würfel oder in Feigensirup wirken die Inhaltsstoffe leicht abführend. Oft sind diesen Mitteln auch Senna-Blätter zugesetzt, die ebenfalls abführend wirken. Feigen gelten als gute Energiespender, aktiviert den Verdauungsapparat, wirkt gegen Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Verstopfung, Muskelschwäche, Husten und Brechreiz. Sie hilft die Haut gesund  zu erhalten, sie frisch aussehen zu lassen, zu schönem Haar und kräftigen Nägeln.

Rezepte

Kleine Quiche mit Camembert & roter Feige

Qucihe mit Feige und Camenbert

Das ist ein Rezept, das ich liebe, wenn es draußen grausig kalt wird, der Schnee liegt und der Ofen eingeheizt wird. Ein Glas guten Rotwein und Quiche. Das wärmt Seele und Bauch.

Dazu braucht man

  • Blätterteig fertig oder:
  • 100 Gramm kalte Butter
  • 200 Gramm glattes Mehl
  • 1 Messerspitze Backpulver
  • 1 Eidotter
  • Camembert in der entsprechenden Form
  • Rote reife Feigen
  • Zucker
  • 1 Prise Zimt
  • Etwas Salz
  • 1 Becher Schlagobers
  • 3 Eidotter
  • 50 Gramm Parmesan

Mehl auf einem Haufen auf eine Arbeitsfläche geben. Salzen und die kalte Butter samt dem Backpulver in Würfel geschnitten einarbeiten. Teig zugedeckt kurz im Kühlschrank rasten lassen. Das Rohr auf 200 ° C vorheizen. Entweder kleine Förmchen ausfetten und stauben oder eine große Quicheform nehmen. Den Teig reindrücken und mit einer Gabel anstechen. Goldbraun backen. Ebenso mit dem Fertigteig verfahren. Dann rausnehmen und einen kleinen Würfel Butter auf jedes Förmchen oder mehrere Würfel auf die große Form legen. Camembert auflegen. Obers mit den 3 Eidottern verquirlen und den Parmesan einrühren. Über die Förmchen gießen. Nun die Feigen halbieren und mit etwas in Zucker und Zimt in einer Teflonpfanne karamellisieren. Obenauf legen und alles noch einmal für ca. 20 Minuten ins Rohr schieben. Achtung, dass der Käse nicht zu dunkel wird. Sie schmecken kalt oder warm.

Rote Feigen mit Prosciutto, Dolce Latte und Walnuss

Rote Feigen mit Prosciutoo und Dolce Latte

Ein herrliches Fingerfoodrezept, das meine Tochter zu meinem Geburtstag erfunden hat. Sie hatte überlegt welche Zutaten ich besonders mag – und das ist daraus entstanden.

  • Reife rote Feigen
  • Dolce Latte Cremoso
  • Halbierte Walnüsse
  • Rosmarinzweige

Die Feigen vierteln und in jede Feige ein Daumennagel großes Stück Dolce Latte drücken. Die Nusshälfte obenauf legen. Eine Scheibe Prosciutto umwickeln und alles mit eine Rosmarinzweigerl feststecken.

Rotes Feigenchutney mit Balsamico und roten Zwiebeln

Feigenchutney

Ein Lieblings-Chutney ist das mit roten Feigen. Es passt hervorragend zu Käse oder auch zu Fleischspeisen. Oder einfach zu einer Scheibe gebratener Polenta.

Für etwa 5 Gläser

  • 3 rote Zwiebel
  • Rosa Pfefferbeeren
  • 5 Lorbeerblätter
  • Aceto Balsamico
  • Zimt
  • Salz
  • Rosinen
  • 3 Zehen Knoblauch
  • etwas Rosmarin
  • 20 Stück rote reife Feigen
  • Honig
  • 2 Chilischoten

Die Zwiebel in 8tel Schneiden und in ein wenig Ölivenöl anbraten. Die Feigen vierteln und dazu geben. Temperatur stark zurückdrehen. Knoblauch in Stifterln geschnitten dazu, alles mit Balsamico aufgiessen. Würzen, Rosinen und Lorbeer einlegen. Zuletzt eindicken mit reichlich Honig. Zugedeckt bissfest köcheln lassen. Sofort in Gläser füllen.

Feigen mit Gorgonzola und Prosciutto oder Serrano 

Feigen mit Gorgonzolafüllung heiß

Dieses Rezept habe ich in Spanien kennengelernt. Feigen gehen einfach eine ideale Verbindung mit Käse und Prosciutto ein. Gorgonzola ist wesentlich stärker im Geschmack als der Dolce Latte, passt aber herzhaft gut zur Feige. Dafür braucht man rote reife Feigen, etwas Gorgonzola und Prosiciutto oder Serranoschinken. Die Feigen halbieren, mit Gorgonzola befüllen. Die andere Hälfte wieder aufsetzten und alles fest mit Prosciutto umwickeln. Ins vorgeheizte Rohr bei ca. 200 Grad geben. So lange backen, bis der Käse weich wird. Sofort heiß und mit gutem Rotwein servieren.

 

Kornelkirsche

Kornelkirsche – Cornus mas, Dirndl, Dinrndling, Gelber Hatriegel, Hahnenhoden 

Kornelkirsche

Kornelkirsche

Sehr für im Jahr, so gegen März-April, manchmal sogar bevor die Forsythien blühen, sieht man schon die gelben Blüten der Kornelkirsche. In der Schweiz heißt er Tierlibaum. Er gehört in die Gruppe der Hartriegelgewächse – Cornus. Die Motivation über diese Frucht zu schreiben hat mehrere Gründe. Als ich gestern mit meinem Hund im Park spazieren ging, lagen viele reife Früchte des Baumes am Boden. Ein Kind lief entzückt hin, um welche aufzuklauben. Die Mutter nahm dem Kind die Früchte aus der Hand und meinte, dass sie giftig sind. Ein weiterer Grund ist, weil diese Frucht nur mehr wenigen Jugendlichen ein Begriff ist.

Aussehen

Kornelkirschen

Der Strauch oder Baum hat eine geblich-graue Rinde und Wuchshöhen bis zu 4 Meter können erreicht werden. Die Kornelkirsche ist ein Tiefwurzler, aber auch oberflächliche Wurzelsysteme werden ausgebildet. Dieser Hartriegel bildet elliptische, vorne spitze Blätter aus, die 4 bis 10 cm lang werden können. Die Blätter glänzen an der oberen Seite, sind anfangs leicht beharrt und später verlieren sie diese Behaarung. In manchen Jahren färben sie sich im Herbst orange oder gelb. Manchmal, auch heuer, bleiben sie in in der kalten Jahreszeit grün. Die Kornelkirsche bildet schon im Herbst Winterknospen aus. Es sind kugelige goldgelbe Blütenknospen mit gelben Tragblätter. Auch die Blattknospen werden im Herbst angelegt. Ich freue mich immer wenn ich für meinen Osterstrauch dieses erste schöne Gelb bekomme. Sie zeigen sich schon ab Februar bevor die Blätter erscheinen. Da riechen die kleinen Blütenknospen schon nach Honig. Aus diesen Blüten entstehen längliche Früchte, die zuerst grün und dann rot werden. Sie Außenhaut ist glänzend und die Frucht wird in etwa 2 cm lang und hängt meistens paarig. Deswegen haben sie im Volksmund den Namen Hahnenhoden. Sie sind im Geschmack etwas „ruppig“ aber nach dem Einfall der Kälte werden sie weich und süß. Die Früchte werden auch Kornellen genannt.

Wissenswertes

Die Kornelkirsche ist botanisch nicht mit der Kirsche verwandt. Sie gehören zu den Steinfrüchten und haben einen großen, zweisamigen Kern. Von der Ordnung her gehören sie in die Cornales – die Kirsche – Prunus. und zu den Rosales – der Familie der Rosengewächse. Die Kornelkirsche gehört zu den Herzwurzlern. An einem Wurzelstock werden mehrere, unterschiedlich kräftige Wurzeln ausgebildet. Dazu gehören auch die Buchen, Birken, Hainbuchen, Lärchen und Linden. Außerdem kann die Kornelkirsche Adventivwurzeln bilden. Das sind Pflanzenteile, die nicht aus dem Hauptvegetationspunkt entstehen, sondern wieder teilungs- und wachstumsfähig sind. Das kann z.B: bei einer Verletzung geschehen. Vermehrung gelingt durch Stecklinge und Absenker oder Samen.

Weil die Kornelkirsche so früh im Jahr schon blüht, ist sie eine wichtige Bienenpflanze. Für Vögel sind die Steinfrüchte ebenfalls eine wichtige Nährpflanze. Das Holz des Hartriegels ist in seinem dunklen Kern so hart und schwer, das es im Wasser versinkt. Es ist in Europaweit das härteste Holz. Der Kornelkirschenbaum kann ein Alter von bis zu 100 Jahren und mehr erreichen. Der griechische Schriftsteller Pausanias berichtete, dass das Trojanische Pferd aus dem Holz von Kornelkirschen erbaut worden war.

Standorte

Funde zeigen, dass die Kornelkirsche schon in der jüngeren Kreidezeit und im Tertiär in menschlichen Ansiedelungen zu finden war. Die Benediktiner pflanzten die Kornelkirsche auch schon in ihren Klostergärten. Die Heilige Hildegard empfahl die Frucht gegen Gicht und gegen Magenschmerzen. Die Kornelkirsche liebt Wärme und ist daher gerne auf sonnigen, buschbestandenen Hängen zu finden. In hellen Wäldern, an Waldrändern, in Auwäldern und in Hecken. Sie vergesellschaftetet sich gerne mit Hainbuche, Haselnuss, Salweide und Efeu. Im Pielachtal wird die Kornelkirsche besonders geschätzt und angebaut. Sie wird dort unter anderem zum berühmten Dirndlbrand verarbeitet.

Inhaltsstoffe

Sie enthalten den roten Fruchtfarbstoff Anthocyan (Antioxydantien) Vitamin P-Gruppe. Vitamin wird bei Entzündungen und Verletzungen der Schleimhäute und Blutgefäße eingesetzt. Z.B. auch bei Gastritis oder Krampfadern. Die Antioxydantien schützen DNA oder Lipide vor dauerhaften Schäden. Kornelkirschen sind bekannt als Mittel gegen Hautalterung. Gegen Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) täglich eine Portion der Früchte roh oder verarbeitet essen. Allerdings hilft hier nur eine langanhaltende Verabreichung.

Außerdem Glukosen, Malivo- und Zitronensäure, Schleim- und Gerbstoffe, Zucker – Traubenzucker und Fruchtzucker, Apfelsäure, hoher Gehalt an Vitamin C.

Verwendung

Verwendet werden Rinde, Blätter und Früchte der Dirndl. Schon Hildegard von Bingen empfahl einen Absud aus Rinden und Blättern gegen Gicht. Als Tee oder auch als Badewassserzusatz soll sie hilfreich sein. Sie verabreichte diesen Absud auch bei Durchfall (stopfende Wirkung) und bei Darmleiden.

Rezepte 

Dirndl-Sirup

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Ein wunderbarer säuerlicher Geschmack. Dafür braucht man:

  • 1 Kg weiche reife Dirndl
  • 1 Kg Sirup-Zucker
  • 1 Pkg Bourbonvanillezucker
  • 1,5 Esslöfflel Zitronensäure
  • sterile Flaschen

Die Dirndl abgespült in ca. 1/2 Liter Wasser 4 Minuten sprudelnd kochen lassen. Durch ein feines Sieb abtropfen lassen. Die Früchte etwas andrücken und den restlichen Saft gut durchdrücken. Den Sud noch einmal aufkochen und den Sirupzucker und die Bourbonvanille einrieseln lassen. Wenn sich alles aufgelöst hat, den Saft in die Flaschen einfüllen. Gut gekühlt hält der Sirup über ein Jahr.

Dieser Sirup bietet auch eine exotischere Note als Mischung zu Prosecco!

Dirndl Gelee

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Wer einmal anstelle von Preiselbeeren etwas anderes probieren möchte – hier ein Rezept für Dirndlgelee. Dafür so wie im Rezept oben alle Zutaten bereiten. Anstelle des Sirupzuckers Gelierzucker 1:1 verwenden. Dazu braucht man ein etwas gröberes Sieb und nun die gekochte Früchte gut mir möglichst viel Fruchtfleisch durchdrücken. Sofort in Marmeladegläser füllen. Das Gelee kann als Marmelade gegessen oder zu Wild und Fleisch verspeist werden.

Dirndl-Essig

  • 200 Gramm weiche reife Dirndl
  • 1/2 Teelföffel Senfkörner (hell)
  • 1 El Kristallzucker
  • 250 ml guten Rotweinessig
  • 5-5l Wacholdebeeren
  • 1 Gewürznelke
  •  Lorbeeblätter
  • 1 Prise Salz
  • etwas Vanillezucker Bourbon

Alle Gewürze mit dem Rotweinessig anrühren. Die Dirndl dazu geben. Alles in gut verschließbare Gläser füllen und 2 Monate an einem dunklen Ort ziehen lassen. Danach die groben Inhalte abseien und den fertigen Essig in Flaschen füllen. Als Salatdressing ist Drindlessig wunderbar oder auch zum Kochen mit Wild sehr gut geeignet – mit fruchtiger Note. Ich koche den Dirndlessig gerne mit Gelatine ein und mache dann kleine Würfel daraus. Die passen bestens z.B. zu gebratener Leber oder als Beilage zu Pasteten aus Wild und Wildleber.

Schlehdorn

Schlehdorn – Prunus spinosa, Rosengewächse – Rosaceae, Bockbeerli, Eschendorn, Hagedorn, Schlehe, Schwarzdorn

Schlehdorn

Schlehdorn

Wer schon einmal beim einem Hundespaziergang den Ball aus einer Hecke mit blauen Früchten und bösen langen Stacheln holen musste – hat Bekanntschaft mit dem Schlehdorn gemacht. Wenn dann auch noch der Haar-Reifen und der Schal im Gebüsch bleiben, die Frisur endgültig nicht mehr existiert – dann ist es sicher. Der Name Prunus – für Pflaume geht auf die Römer zurück und Spinosa bedeutet dornig.

Aussehen 

Der Schlehdorn ist ein sehr dornenreicher, stark verästelter Strauch, der im Frühling, ab März-April dicht mit wunderschönen kleinen weißen Blüten bedeckt ist.

Schlehdornblüte

Schlehdornblüte

Der Strauch wird 1-3 Meter hoch. Die 1-3 mm großen elliptischen, mattgrünen Blätter, sind am Rand leicht „gesägt“ und zeigen sich erst nach der Blüte. Er ist für viele Käfer und Raupen eine wichtige Nahrungsquelle. Die Stein- Früchte sind ähnlich groß wie Zuchtheidelbeeren (ca. 1 cm), Sie sind vor dem Frost ungenießbar. Nach dem ersten Frost wandelt sich die Stärke darin in Zucker um und die Früchte werden weich und schmackhafter. Auch eine Menge von Vogelarten schätzen diese willkommene Nahrung. Der Neuntöter bereitet sein Nest gerne in der Dornenhecke. Der Schlehdornstachel ist auch ein wichtiges Nahrungsdepot, weil der Vogel die Früchte auf den Dornen aufspießt und als Reserve für schlechte Zeiten hortet. Oft habe ich mich als Kind gewundert wie viele aufgespießte Früchte im Busch waren. Ganz wichtig ist der Schlehdorn für 20 verschiedene Waldbienenarten, die ihn als Nektarquelle nützen. Funde aus der Jungsteinzeit zeigen, dass die Pflanze in der Zeit der Pfahlbauten bereits von Menschen genützt wurde. Die Rinde des Schlehdorn ist fast schwarz – daher auch die Bezeichnung Schwarzdorn. Ich rücke aus, wenn die Blätter gelb werden, abfallen und dann gut sichtbar die stark blauen Früchte zeigen. Oft stehen sie am Rand von Autobahnen, was mich immer wieder in helle Verzweiflung bringt. Da leuchten sie so schön blau und ich kann nirgendwo stehen bleiben.

Standort

Häufig wird er in Windgürteln zwischen Feldern gepflanzt und dient so auch als natürlicher Zaun. Der Schlehdorn gedeiht bis zu einer Höhe von 1.500 Metern auch in den Nordalpen.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Wissenswertes

Die Blüten haben eine leicht abführende Wirkung. Als Tee ist er ein gutes Entschlackungsmittel für Frühjahrskuren. Die Blätter und die Früchte werden als Naturheilmittel gegen Harnwegserkrankungen und Verdauungsprobleme verabreicht. Der Schlehdorn wirkt adstringierend, entzündungshemmend, harntreibend, krampf- und schleimlösend. Außerdem gegen Atemwegsbeschwerden, Blasenleiden, Durchfall, Erkältungen, Hautausschläge, Hautunreinheiten, Herzschwäche, Husten, Magenbeschwerden, Magenkrämpfe, Magenschwäche, Menstruationsbeschwerden, Nierensteine, Ödeme, Prostatavergrößerung, Rheuma, Verstopfung, Wassersucht und Zahnfleischentzündung. Man vermutet, dass unsere heutige Hauszwetschke aus dieser Art hervorgegangen ist.

Er enthält Flavonoide, Blausäure, Cumarine, Emulsin, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Glykoside (Amygdalin – in den Kernen, ist eine Blausäure-Glykosid), Glykoside von Quercetin und Kämpferol (Phyto-Östrogen – auch in Weintrauben, Ginko, Brokkoli – ev. als Krebsprophylaxe – hemmt bestimmte Enzyme, die an der Entstehung von Krebs beteiligt sind).

Rezepte

Tee aus den Blüten des Schlehdorns zur Entschlackung

Blätter im Frühjahr nach dem Erscheinen ernten und auf Backpapier trocknen lassen. in ein Luftdichtes Glas füllen. 3-4 Mal täglich einen Löffel Blüten aufgießen und trinken. Das entschlackt. Wird oft als Blutreinigungs-Tee im Handel angeboten.

Tee aus den Blättern des Schlehdorns gegen Blasenbeschwerden 

Blätter und Früchte zum Trocknen

Blätter und Früchte zum Trocknen

Dafür die Blätter des Schlehdorns trocknen. 3-4 Esslöffel aufgießen und 15 Minuten ziehen lassen. 3 Mal täglich trinken.

Tee-Mischung mit Schlehdorn zur Entschlackung 

Dafür nimmt man getrocknet oder frisch

  • 20 g Schwarzdornblüten
  • 20 g Löwenzahnwurzel
  • 20 g Pfefferminze
  • 20 g Brennesselblätter
  • 20 g Ringelblumenblüten
  • eine Hand voll getrockneter Schlehdornfrüchte

Für eine Tasse Tee, einen gehäuften Teelöffel der Mischung nehmen und 7 Minuten ziehen lassen.

Schlehdorn Marmelade

Schlehdorn

Schlehdorn

Eine sehr mühsame Angelegenheit ist die Marmelade aus Schlehdorn. Hier ist es am einfachsten die ganzen Früchte zu kochen und dann die kerne durch ein Sieb auswerfen. Ich nehme wie immer Frucht und Gelierzucker 1:1 – besonders bei Schlehdorn sollte man mit dem Zucker nicht sparen. Einen Hauch Zimt und etwas Zitronensäure. Gerne verwende ich hier auch ein Päckchen Bourbon- Vanillezucker.

Schlehdorn Likör

Das ist ein Likör, für den meine Freundin Sylvia eine große Schwäche hat. Nach einem Jahr, bekommt er einen Cherry-ähnlichen Geschmack. Ich setze ihn jetzt im Oktober/November an und er sollte mindestens bis Weihnachten an einem warmen Ort stehen. Besonders gut schmeckt er zu Weihnachtskeksen.

Schlehdornlikör

Schlehdornlikör

  • 600 g Schlehen
  • 400 g Zucker oder Rohzucker
  • 2 Stangen Zimt
  • 5 Gewürznelken
  • 1 Vanilleschote aufgeschnitten
  • 2 Sternanis
  • 1 Liter Gin oder Wodka oder auch Ansatzkorn
  • 5-6 Esslöffel Honig
  • Saft einer Zitrone

Schwefelporling

Schwefelporling – Laetiporus sulphureus, Stielporlingsverwandte, englisch – „Chicken of the Woods“

Schwefelporling Wienerwald

Schwefelporling Wienerwald

Eigentlich Gemeiner Schwefelporling. Nach den Regenfällen der letzten zwei Tage erholt sich die ausgetrocknete Erde und zaghaft erscheinen die ersten Pilze. Der erste, der mir am Tennisplatz über den Weg lief ist der Schwefelporling. Ich finde, er ist einer der interessantesten Baumpilzarten. Jung ist er essbar und schmeckt paniert, wie ein Hühnerschnitzel.

Aussehen und Standorte

Schwefelporling junges Exemplar

Schwefelporling junges Exemplar

Er leuchtet hellgelb bis orangerot und zeigt sich mit seinen vielen konsolenartigen Hütchen in Etagen mit Vorliebe an Obstbäumen. Aber ich habe ihn auch schon an Buchen, an Robinien und an Silberweiden gefunden. In der Literatur werden als „Wirtsbäume“ (Bäume, die der Pilz befällt) auch noch Eberesche, Kastanie, Birnbäume, Weiden, Walnuss, Erle, Linde, Kirsche und Apfel angeführt. Die fächerartigen Verzweigungen fühlen sich trocken, fleischig und samtig an. Der Pilz duftet in jungem Stadium herrlich nach frischem Obst.

Schwefelporling jung

Schwefelporling jung

Die Unterseite ist porig und stark gewellt. Auf der Unterseite gibt der Pilz Guttationstropfen – Abgabe von Wasser, für den Nährstofftransport – ab.

Schwefelporling Guttation

Schwefelporling Guttation

Leider ist der Schwefelporling ein Parasit, der gerne Laubbäume befällt. Auf Nadelbäumen ist er seltener zu sehen. Meist sind die Bäume, die er besiedelt gesundheitlich bereits angegriffen. Der Pilz kann über offene Stellen eindringen und beginnt dort den Holzkern anzugreifen. Danach arbeitet er sich über das Spintholz weiter. So wird der Baum für Windbruch anfällig. Ist der Baum einmal abgestorben, lebt der Schwefelporling als Saprobiont (Folgezersetzer) auf dem toten Holz weiter, bis er das Substrat aufgebraucht hat.

Braunfäule im Holz

Braunfäule im Holz

Der Schwefelporling verursacht die sogenannte Braunfäule. Die einzelnen Konsolen können bis zu 15 cm breit werden. Mein größtes Exemplar wog 2.5 Kg und befand sich in den Tullner Auen auf Totholz. Im Alter zeigen sich oranegerote Maserungen und der Pilz ist dann fast weiß.

Exkurs

Lesenswert und unterhaltsam geschrieben finde ich den Beitrag „Esst Pilze und lebt länger“, von Prof. Dr. Jan l. Lelley auf GAMU.de

Er widmet sich darin vor allem der Heilwirkung von Pilzen und beschreibt die Herkunft der Namen aus dem Volksgebrauch, wie etwa den Hallimasch – als „Hell im Arsch“ – weil er abführende Wirkung hat. Dem Schwefelporling schreibt er darmregulierende Wirkung zu.

Verwechslungsmöglichkeiten

Eigentlich keine

Rezepte

Vorteil des Schwefelporling ist, dass er nie madig ist. Er ist sauber und eigentlich unverwechselbar. Er sollte aber immer gut durchgekocht und durchgebraten werden. Der Geschmack ist pilzartig, leicht säuerlich. Der Porling eignet sich nicht zum Einfrieren oder trocknen. 

Schnitzel aus Schwefelporlingen

Schwefelporling gebacken

Schwefelporling gebacken

Dazu braucht man frische Porlinge – gut gesäubert. Ich koche sie für 4-5 Minuten in Salzwasser ab und lasse sie in einem Sieb abtropfen. Danach in Scheiben schneiden, etwas salzen, in Mehl tauchen und einer Mischung aus Ei und etwas Milch. und zuletzt in Semmelbrösel drücken.

In Öl oder wer will, Butterschmalz backen. Ich habe einmal ohne die Gäste aufzuklären, sie einfach als Schnitzel serviert. Keiner der Gäste kam darauf, dass die Schnitzel in Wahrheit nicht aus Hühnerfleisch, sondern aus Porlingen gemacht waren. Das Fleisch ist fest und hat einen sehr angenehmen Geschmack.

Vegetarisches Risotto mit Schwefelporling 

Risotto mit Schwefelporling

Risotto mit Schwefelporling

Besonders für Vegetarier ist der Porling eine tolle Nahrungsbeute.

für 4 Portionen

  • 1/2 Kg guten Risottoreis
  • 1 helle Zwiebel
  • 1/2 Becher Obers
  • Frische Petersilie
  • 1 Knoblauchzehe
  • Gemüsebrühe
  • 1-2 Esslöffel Butter
  • Olivenöl
  • 20 dag ganz klein gewürfelten Porling
  • 1/8 Liter trockenen Weißwein
  • Parmesan gerieben

In einer Mischung aus Butter und Olivenöl die klein gehackte Zwiebel anschwitzen. Den Reis dazumischen und glasig rühren. Die Gemüsebrühe in heißem Wasser anrühren und kleinweise unter ständigem Rühren dazumischen. Den Weißwein ebenfalls. Die Knoblauchzehe zerkleinert dazu geben. Dann den ganz klein gewürfelten Porling. Immer wieder aufgiessen. Zuletzt das Obers dazu. Wenn der Reis „al dente“ also noch mit etwas Kern gekocht ist, den Parmesan einrühren um eine mollige Konsistenz zu bekommen. Heiß mit Petersilie und schwarzen Pfeffer bestreut servieren.

Curry mit Schwefelporling 

Curry mit Schwefelporling

Curry mit Schwefelporling

Der Porling eignet sich auch bestens für ein fleischloses Curry.Dieses Rezept ist etwas aufwendiger, aber umso köstlicher.

  • 1 rote Zwiebel
  • 1 weiße Zwiebel
  • Gemüsebrühe
  • 1 Zelleriestange
  • 20 Dag grob gewürfelten Porling
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Esslöffel Curcuma
  • Gelbes Curry
  • etwas Kokosmilch
  • 2-3 Kardamomkapseln
  • Saft 1 Limette
  • Koriander frisch
  • etwas frischen Ingwer
  • Zuckererbsenschoten
  • gelbe Rüben
  • Karotten
  • Ghee Butter oder Öl
  • Salz & Pfeffer
  • wer mag 1 kleine Chilischote oder Chilliöl

Das Gemüse in grobe Würfel schneiden. Die Rüben und Karotten in etwas stärkere schräg geschnittene Scheiden. Die Zwiebeln vierteln. Alles in Ghee Butter anschwitzen. Mit Gemüsebrühe aufgießen. Saft der Limette, Kardamom (aus der Kapsel raus), Kokosmilch und Gewürze einrühren. Alles gute 30 Minuten köcheln lassen. Mit frischen Koriander bestreuen und mit Basmatireis oder Fladenbrot servieren. Wer es schärfer mag, kann etwas Chili verwenden. Der feine Porlingsgeschmack geht allerdings ein wenig dabei verloren. 

Sauer eingelegter Porling

Sauer eingelegter Schwefelporling

Sauer eingelegter Schwefelporling

Dieser festfleischige Pilz eignet sich auch bestens zum Einlegen. Dazu 1/2 Kg gewürfelten Porling. 2 helle Zwiebel gewürfelt, 1/3 hellen Weinessig, 2/3 trockenen Weißwein. Pfefferkörner rot oder schwarz, 2 Lorbeerblätter, Salz, 2 Zehen Knoblauch. 5-6 Esslöffel Zucker. Den Sud köcheln lassen und die Pilze mit den Gewürzen dazu geben. Alles kurz 3-4 Minuten aufkochen lassen und sofort in Gläser füllen. Die eingelegten Porlinge passen sehr gut zu kaltem Fleisch oder einfach als Fingerfood.

Vogelbeere

Vogelbeere – Eberesche – Rosaceae – Rosengewächse – Mehlbeergewächse – Sorbus aucuparia – Kernobstgewächs (Pyrinae), Drosselbeere, Qiutsche, Krametsbeerbaum, Aberesche, Stinkholz, Gimpelbeer, Wielesche

Heuer ist bei der Eberesche – der Vogelbeere, wie sie umgangssprachlich genannt wird, mit reicher Ernte zu rechnen. Die Beeren beginnen ab nun zu reifen.

Aussehen

Vogelbeere Früchte

Vogelbeere Früchte

Die Vogelbeere wächst als sommergrüner Baum oder mehrstämmiger Strauch.

Vogelbeerbaum mit Früchten

Vogelbeerbaum mit Früchten

Die Baumart kann 5-10 Meter hoch werden. In der Literatur werden auch Baumhöhen bei freiem Gelände von 25 Metern angegeben.

Vogelbeere

Vogelbeere Vorderseite

Vogelbeere Blatt vorne

Vogelbeere Rückseite

Die Blätter sind unpaarig gefiedert mit einem 2-3 cm langen Blattstiel. Es sieht dem Blatt der Gemeinen Esche sehr ähnlich. Insgesamt wird das Blatt bis zu 15 cm lang und ca. 8 cm breit. Zerreibt man ein Blatt riecht es stark und gut nach Bittermandel. Ich mag die Blätter besonders für Herbstgestecke, weil sie eine ganz außergewöhnlich orange-rote Färbung bekommen.

Vogelbeere Herbstlaub

Vogelbeere Herbstlaub

Vogelbeere Blütenstand  Vogelbeerblüte groß

Die Blüten sind zwittrig und zeigen sich in zahlreichen, ausgebreiteten Schirmrispen. Die Kronblätter sind weiß. Die Eberesche blüht von Mai bis Juni. Die Vogelbeere leuchtet schon aus der Entfernung mit ihren orangeroten Früchten. Ihre kleinen, dreifächrigen Apfelfrüchte sind dreisamig, kugelförmig und in Schirmrispen zusammengefasst. Sie werden im Reifeprozess orange bis knallrot. Die 8-10 mm großen Früchte reifen ab August. Die Eberesche ist besonders bei Vögeln beliebt und bis zu 60 Arten fliegen diesen Baum als Futterquelle an. Aus den Früchten wurde früher der Zuckerersatz „Sorbit“ gewonnen. Sorbit diente auch als leichtes Abführmittel. Die Früchte haben einen leicht bitteren Geschmack und wirken in rohem Zustand für Menschen leicht abführend. Manchmal wird die Eberesche auch als in ´“rohen Zustand leicht giftig beschrieben“. Vögel sammeln die Früchte nach den ersten Frost. Besonders Singdrossel, Rotkehlchen, Misteldrossel, Kleiber, Eichelhäher und Gimpel stehen auf diese Früchte. Auch Reh und Rothirsch verzehren die Früchte herzlich gerne. Für die Raupen des Spanners Venusia cambrica und des Gelben Hermelins sind die Früchte wichtiger Nahrungsbestandteil.

Standorte

Heute sieht man die Eberesche oft im Stadtbild als Zier- und Alleebaum. Sie ist ziemlich resistent, besonders gegen Abgase. Nur Hitze mag sie nicht besonders. Die Eberesche kann ein Alter bis zu 100 Jahren erreichen. Sie gehört auch wie die Elsbeere zur Gattung der „Sorbus“ – Gewächse. Urspünglich war die Vogelbeere aber ein Feld- und Gebirgsbaum. Ich treffe sie oft in Gebirgswäldern auf ca. 700-800 Meter Höhe an. Sie hat Senkerwurzeln und kann über Stockausschläge (aus den „Augen“ auf einem Stückchen des Holzes, wieder neu austreiben) und sich über die Wurzelbrut vegetativ vermehren. Die Vermehrung gelingt ihr aber auch über den Kot von Vögeln.

Mythen

Rund um die Eberesche gibt es zahlreiche Mythen. Vor allem aber als glücksbringender Baum. Schon die Druiden verehrten diesen Baum als Verhinderer von Unheil und pflanzten ihn vor den bewohnten Orten. Der Baum war bei den Germanen „Thor“ gewidmet und im keltischen Baumkreis gehört er zu den Lebensbäumen. Die Kelten pflanzten ihn an Orakel- und Richtplätzen.

Inhaltsstoffe

Reich an Vitam C, Gerbstoff, Sorbitol, Sorbitansäure, Zitronensäure, Apfelsäure, Bernsteinsäure, Weinsteinsäure, Spuren von Parasorbinsäure (leicht abführend), Bitterstoff, Pektin, ätherisches Öl

Wirkung

Der Eberesche werden Heilwirkung auf Nieren – harntriebend, Leber – sogar bei Leberzirrhose, Gallenproblemen, Gallenstau, Gallen-Blasenentzündungen, Gallensteinen, Völlegefühl, Verstopfung, immunsystemsteigernd, Bronchitis, Lungenentzündung und bei Grauem Star und Glaukom (Augeninnendruck, intranvenös) nachgesagt.

Verarbeitung

Die Früchte der Ebersche sind, wie schon weiter oben beschrieben, in rohem Zustand für den Menschen leicht gifitg. Gekocht aber geht dieses Gift verloren. Der Geschmack ist etwas herb. Ich mag das aber sehr gerne, z.B. einmal anstelle der klassischen Preiselbeeren zu Wildgerichten.

Marmelade

Hier koche ich die Früchte 1:1 mit Gelierzucker ein. Die Früchte dann durch ein feines Sieb passieren. Zitronensäure und Vanillezucker nach Geschmack dazu. Gut passt zur Vogelbeere etwas frischer Orangensaft zu den Früchten gepresst. Als Würze nehme ich einen Hauch Zimt und auf einen Kilo Früchte 3-4 Esslöffel karamellisierten Braunzucker. Der Geschmack ist herb-säuerlich, aber sehr angenehm. Die Früchte haben Pektin als Inhaltsstoff und gelieren recht rasch, also nach dem Kochen schnell in Gläser füllen.

Saft und Gelee

Saft: Die Früchte abzupfen und zugedeckt mit Wasser eine halbe Stunde lang kochen. Nach Geschmack mit Zucker und etwas Zitronensäure abschmecken. Die Früchte in einem feinen Sieb mit einem Leintuch darin abtropfen lassen. Dann das Fruchtfleisch durch das Sieb (ohne das Tuch) drücken. In Flaschen abfüllen – Vorsicht wegen der Menge – leicht abführend. Der Saft schmeckt aufgespritzt mit Soda erfrischend. Mit Prosecco aufgegossen ist er ein exotischer Willkommens Drink.

Gelee: Aus dem Fruchtfleisch mit etwas Saft mache ich das Gelee. Dafür arbeite ich auf ½ Liter Fruchtfleisch und Saft 8 Blatt Gelatine ein. Über Nacht kalt stellen. Würfelig geschnitten passt die Vogelbeergelatine gut zu Rehleber oder Wildpasteten.

Schnaps und Likör

Wegen der aufwändigen Herstellung des Vogelbeerschnapses ist er auch entsprechend teuer. Vogelbeerschnaps hat schon lange in Tirol, Salzburg und in der Steiermark Tradition.

Vogelbeeren eigenen sich auch gut für angesetzte Liköre. Dabei verwende ich 1 Liter Ansatzkorn, 8 Handvoll Früchte gereinigt, 2 Esslöffel Honig, 1 Pkg Vanillezucker, Rohrzucker nach Geschmack, Saft einer Zitrone. Dunkel und abgedeckt gelagert für 4-6 Wochen stehen lassen. Auch der Likör kann mit Sekt aufgegossen werden. Übrigens schmecken die Früchte gut auf Vanilleeis.

Holz

Das Holz der Eberesche ist zerstreut-porig und deshalb für Drechselarbeiten sehr beliebt. Das Kernholz wurde in der Herstellung von Wagenrädern eingesetzt. Die Borke wurde früher zum Färben von Wolle verwendet.

Walnuss

Walnuss – Juglandaceae, Walnussgewächse

Walnuss in Schale

Walnuss in Schale

Walnüsse kommen als sommergrüne Bäume oder Sträucher vor. Jetzt wird es höchste Zeit, die grünen Nüsse für den Nusslikör zu pflücken. Bis spätestens zum 24. Juni müssen die noch grünen Nüsse für den Likör gepflückt werden.

Aussehen

Die Walnuss gehört zu den monözischen Pflanzen –  Einhäusigkeit, weibliche und männliche Blüten kommen auf einem Pflanzenexemplar vor.

Walnussblüte

Walnussblüte

Die Pflanze ist ein Windblütler und selbstbefruchtend. Die reifen Früchte fallen auf den Boden und werden von Vögeln und Tieren vertragen. Sie hat wechselständige Blätter, die unpaarig gefiedert sind und am vorjährigen Holz austreiben. Die Kätzchen (männliche Blütenstände, bestehen aus vielen einzelnen Blüten, als kompakte Traube oder Ähre) sind seitenständig, hängend, bis zu 8 cm Lang, aber ohne Stiel angewachsen. Vor allem in den Blattnarben.

Walnuss im Entstehen

Walnuss im Entstehen

Die Blüten überwintern als kleine, knospenartige Strukturen. Die weibliche Blüte (erscheint in etwa vier Wochen nach den männlichen Blüten) bestehen aus bis zu 25 Einzelblüten und befinden sich am Ende der frischen Triebe. Die Früchte sind zuerst von einer dicken, innen fasrigen Hülle umgeben. Im Reifeprozeß trocknet diese Hülle ein, sie platzt auf und gibt die Nuss frei. Diese Hülle entsteht aus den Hüllblättern und dem Kelch (nicht zur Frucht gehörend).

Walnuss in der Reife

Walnuss in der Reife

Die Nusswand (Perikarp)  ist hölzern und stark gefurcht. Die Nussfrucht kann bis zu 5 cm groß werden.

Vorkommen – Standort

Sie wächst gerne an milden ausgeglichenen Standorten, keine große Temperaturschwankungen. Die Blüten sind bei Temperaturstürzen besonders empfindlich. Sie bevorzugt sonnige Süd- und Westhänge, mit neutralen Böden (wenig Säure).

Herkunft

Der Walnussbaum stammt ursprünglich aus Persien. Über Griechenland wurde er ins Römische Reich und nach Mitteleuropa gebracht. In Gallien wurde er als „Welschbaum“ bezeichnet – daraus entwickelte sich Walnussbaum. Karl der Große empfahl die nahrhafte Frucht zu vermehren und anzupflanzen. In Pakistan wird auch teilweise Farsi gesprochen und da heißt die Frucht „Tschor Mos“ – was so viel wie Gehirn bedeutet und das Aussehen der Frucht beschreibt. (Ich kenne aus dem Farsi außerdem noch das Wort „Maghz“ –  für Gehirn, Tschor Mos war mir kein Begriff)

Inhaltsstoffe

Walnuss in der grünen Hüllschicht

Walnuss in der grünen Hüllschicht

Walnussblatt

Walnussblatt

Gerbstoffe, ätherisches Öl, Glykoside, Juglon (wirksam gegen Pilzerkrankungen), Flavonoide , Vitamin C. Die Schalen und Blätter enthalten Gerbstoffe, Tannine, Querzetin, Kämpferol und Juglon. Der berühmte schwedische Biologe Carl Lineé verpasste der Walnuss den lateinischen Namen Juglans regia L. – die königliche Nuss des Gottes Jupiter. Juglon ist einer der Wirkstoffe in der Nuss und ist auf den Gattungsnamen Juglans zurück zu führen – chemische Struktur als Naphthochinon. Wegen seiner interessanten chemischen Eigenschaften hat das Juglon die Chemiker schon seit 1850 interessiert. Die chemische Struktur ist ähnelt jener von Lawson, das in Hennablättern vorkommt (wird in Asien/Orient als Färbemittel – rot, schwarz, verwendet).

Die Walnuss und ihre Blätter gelten als: verdauungsfördernd, reinigend, blutdrucksenkend, blutzuckersenkend, entzündungshemmend, antiseptisch, färbend. Die Nussblätter bewirken Linderung und Heilung von verschiedenen Beschwerden, sei es in der Frauenheilkunde, bei Herz- und Kreislauferkrankungen, bei hohem Cholesterinspiegel, Hautkrankheiten und zur Blutreinigung.

Die Inhaltsstoffe der Nussblätter schützen sie vor Fraß durch Tiere. Plinius (23 – 79 nach Chr.) fiel auf, dass unter den Nussbäumen keine andere Pflanze wachsen würde. Es sind die Inhaltsstoffe der Blätter, die der Nuss helfen Konkurrenz auszuschalten um ausreichend Platz und Licht zu bekommen. Aus den Blättern entsteht im Boden das an sich ungiftige Glucosid – Juglon, das als Herbizid wirkt. Juglon kann auch aus der Walnusschale isoliert oder synthetisch hergestellt werden.

Heilwirkung und Anwendung

in der Volksmedizin verwendet man die getrockneten Blätter bei Hauterkrankungen. Ein Tee aus den trockenen Blättern wird bei Drüsenerkrankungen, kleineren Geschwüren, Gelenksschmerzen, zum Spülen der Nieren, als Stärkungsmittel und Blutreinigungsmittel verwendet. Die Gerbstoffe wirken bei äußerer Anwendung adstringierend und entzündungshemmend.

  • Bei schwitzigen Händen und Füßen als Badezusatz
  • Getrocknete Blätter als Bündel aufgehängt vertreiben Fliegen , z.B. auch in Ställen
  • Hilft gegen Ektoparasiten wie Flöhe, Wanzen, Läuse und Milben
  • In früheren Zeiten legte man alte sterbende Menschen unter Nussbäume. Sie entkrampften sich und das „Loslassen“ fiel ihnen leichter
  • Soldaten, die nach langen Märschen Wundstellen auf der Innenseite der beine hatten, reit man Nussblätter in die Hosentaschen zu stecken. Die Schmerzen vergingen. Scheinbar wirken die Inhaltsstoffe auf das Nervensystem. siehe dazu Verlinkung zu Juglon.

Rezepte

Nusslikör – ein bisschen ein Geduldspiel

Nusslikör

Nusslikör

Auf vielfachen Wunsch stelle ich endlich mein Rezept für den Nusslikör zur Verfügung. Ich produziere ihn meistens alle zwei Jahre (weil aufwendig) gleich in größeren Mengen. das Rezept ist für ein Liter Alkohol.

  • 1 Liter sehr hochprozentigen Alkohol
  • 1/2 Kg grüne Nüsse vor dem 24. Juni Johannistag (sonst sind die Schalen schon zu hart, der Tradition nach in der Nacht vom 23 auf den 24 Juni )
  • 1/2 Kg braunen Zucker
  • 1 Stange Bourbon Vanille
  • Saft von 2 Orangen (Schalen auch verwenden)
  • Saft von 2 Zitronen
  • etwas Zitronensäure
  • 1/2 Zimtstange
  • großes Gurkenglas oder Glas mit Deckel – ich nehme alte Weinbluzer

Die Nüsse mit Handschuhen an den Händen in Viertel schneiden. Alkohol mit dem Zucker und den Gewürzen vermischen. Die Nüsse einlegen. Die Zitrus Säfte dazu geben. das Glas zudecken und 3-4 Tage in der Sonne stehen lassen. Die Farbe geht schon nach einer Stunde ins dunkelbraun (Achtung färbt fruchtbar). Danach stelle ich die Gläser in den kühlen Keller und da bleiben sie bis ende November.

2. Schritt

  • Zucker nach Bedarf
  • Orangensaft
  • reichlich Honig
  • Walnüsse

Ich nehme nun ein altes Leintuch, das ich später wegwerfe. Den Sud durch das Leintuch drücken. In einem Topf leicht erhitzen und nach Bedarf noch mit Honig, Zucker und Orangensaft nachwürzen. Nicht beim Honig sparen. Er macht den Likör rund und mollig. In kleinere Flaschen gießen.

Walnussfrucht

Walnussfrucht

In jede Flasche lege ich noch ein kleine Hand voll Walnüsse geschält hinein. Diese saugen sich mit dem Likör voll und schmecken köstlich z.B. auf Vanilleeis. Wenn die Gerbstoffe noch zu stark sind etwas Zitronensäure dazu geben. Der Likör bleibt mir noch bis Weihnachten unangetastet. Dann schmeckt er herrlich zu süßem Gebäck. Er eignet sich aber auch für die Herstellung von dunklen Wildsaucen, z.B. bei einem Hirschbraten. Nicht zu viel verwenden, weil der Geschmack doch sehr dominant ist. Der Nusslikör wird schon seit dem Mittelalter als „Verdauungsschnapserl“ genossen.

Inhaltsstoffe Walnuss

5 Walnüsse am Tag!

Reich an Vitamin B und Folsäure, Fettsäuren, Proteine, Kohlehydrate, wichtige Mineralstoffe und Ballaststoffe, außerdem Vitamin A, B. C, in viel höherer Konzentration als so manche Obst-, oder Gemüsesorte.

Walnüsse können sogar  manche Mangelerscheinung ausgleichen, die Gemütsverfassung wird positiv beeinflusst. Dafür verantwortlich dafür sind die B-Vitamine und Folsäure, die Nerven und Psyche stärken und für seelisches Gleichgewicht sorgen. Bei der Bach-Blütentherapie wird die Walnuss zur Stärkung der Entscheidungskraft eingesetzt. Der Mensch wird damit weniger anfällig für Beeinflussungen. Also nicht auf die Kalorien achten – Walnüsse essen. Eine Kindheitserinnerung ist es die noch jungen, frischen Walnüsse – die Papiernuss Schale entfernt und gesalzen. So habe ich sie in Teheran in Papiertüten an Verkaufsständen gekauft und gegessen.