Tag-Archiv | Ranunculaceae

Schwarzkümmel echter

Schwarzkümmel, echter – Nigella sativa – Ägyptischer Schwarzkümmel – Hahnenfussgewächse – Ranunculaceae; Jungfer im Grünen, Gretel im Busch, Braut in Haaren, Chevaux  de Venus

Schwarzkümmel

Schwarzkümmel mit hellblauer Blüte

Der echte Schwarzkümmel gehört zur Gruppe der Hahnenfussgewächse und nicht zu den Kümmel- oder Kreuzkümmelgewächsen. Mir ist er deswegen sehr wichtig, weil er nun auch in Europa als Heilpflanze in Mode gekommen ist. Ursprünglich als Gewürz und Heilmittel aus dem Orient stammend, gedeiht er nun auch im Sommer in Europas Gärten. Als Kind habe ich in Teheran jeden Tag Fladenbrot mit Schwarzkümmel obenauf zum Frühstück bekommen. Erinnerungen an diesen Duft gepaart mit dem Duft der Rosenmarmelade meiner Großmutter erwecken bis heute in mir große Sehnsucht nach dem Orient. Man sagt dem Schwarzkümmel nach, dass er jede Krankheit heilen kann – nur nicht den Tod – Mohammed 570-632 n. Chr. im Hadit. Ich nehme Schwarzkümmelöl-Kaspeln als Nahrungsergänzungsmittel seit zwei Jahren und bemerke, dass mein Immunsystem wesentlich stärker ist als früher. Im Reich der Pharaonen war der Schwarzkümmel als Gewürz- und Heilpflanze bekannt und begehrt, in der traditionellen ayurvedischen Medizin Indiens ist der Auszug als Kalinji-Öl bekannt.

Aussehen

Schwarzkümmel weiße Blüte

Schwarzkümmel mit weißer Blüte

Der Schwarzkümmel ist eine einjährige krautige Pflanze. Sie kann hoch aufgewachsen sein, aber auch ein gedrungenes Aussehen haben. Bei mir im Garten steht er in Töpfen als etwa 50 cm hohe Pflanze. Die sichtbaren Pflanzenteile sind etwas behaart und haben teilweise drüsige Trichome. Der Stängel ist aufrecht, verzweigt und im oberen Teil gestreift. Die Laubblätter sind gefiedert und enden spitz. Zeigt sich die Blüte, fallen die Laubblätter meistens ab. Die Pflanze hat einzelne Blüten ohne Hüllblätter. Die eiförmigen Hüllblätter fallen ebenfalls früh ab. Die Blüten sind zwittrig und radiärsymmetrisch. Die Pflanze besitzt zweilappige Honigblätter mit einem kurzen, dicken pfriemlich-kopfigen Anhängsel – pfriemlich – pfriemliche Blätter sind im Querschnitt rund oder fast rund ohne erkennbare Blattober- und Unterseite. Sie sind zur Basis hin immer schmäler werdend. Beispiele sind der Schnittlauch und Binsen. Die Blüte selbst ist weißlich bis hellblau mit vielen Staubblättern. Die Pflanze entwickelt Balgfrüchte, die auf der gesamten Länge geschlossen, aufgeblasen und warzig sind.

Schwarzkümmelsamen

Samen des Schwarzkümmels

Sie beinhalten schwarze dreieckige Samen, die eine gerunzelte Oberfläche zeigen.

Schwarzkümmel-Balgfrucht

Balgfrucht

Inhaltsstoffe und Anwendungen 

Dem Schwarzkümmel wird Heilwirkung bei Neurodermitis, Allergien, Psoriasis – Schuppenflechte, Hilfe bei Verdauungsproblemen, zur Regulierung des Immunsystems, Wirkung gegen Bluthochdruck, Erleichterung bei Asthma und letztendlich in der Bekämpfung von Krebs, aber auch als begleitendes Mittel bei Chemotherapien zugesprochen. Studien über die Wirksamkeit bei Autoimmunerkrankungen sind im Laufen, bisher jedoch ohne ausreichend anerkannte Heilwirkung. Überdosierung kann Magen-Darmreizung hervorrufen. Geschmacklich erinnert Schwarzkümmel an eine Mischung aus Sesam und Kümmel. Es beinhaltet ungesättigte Fettsäuren, die entzündungshemmende und Bronchien-erweiternde Wirkung haben.

Er wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend, antibakteriell, antiviral, antifungal, gegen Geschwüre, blutdrucksenkend, antioxidativ, schützt vor strahlungsinduziertem oxidativem Stress, wirkt entkrampfend, bronchospasmolytisch (den Tonus der Bronchialmuskulatur senkend), antidiabetisch, Insulin sensibilisierend, Interferon induzierend, die Leber schützend, die Nieren schützend. Bei Patienten mit akuter Pharyngitis – Entzündung der Rachenschleimhaut, wirkt Schwarzkümmel schmerzlindernd. Er unterstützt bei Entzug von Opiaten, hilft bei Rhinits, bei Helicobacter pylori (H. pylori) und er soll Tumor Nekrose-Faktor Alpha hemmend wirken. Forscher der Cancer-Immuno-Biology Laboratory in South Carolina haben die Wirkung des Schwarzkümmels untersucht und wiesen nach, dass er die Aktivität der Neutrophilen Granulozyten anregt und grundsätzlich bei der Stimulation von Knochenmarksproduktion und des Immunsystems hilft. In der Schönheitsanwendung ist Schwarzkümmel ein wirksames Mittel gegen unreine Haut und schwachen Haarwuchs. Die Haut wird weicher und elastischer und vor allem resistenter. Er hilft auch gegen hormonell verursachte Kopfschmerzen.

Ganz wichtig ist es auf die Qualität des Schwarzkümmels zu achten. Es sollte ausschließlich hochwertiges, schonend hergestelltes- kaltgepresstes Öl aus kontrolliert biologischem Anbau verwendet werden. Die Gewinnung des Öls erfolgt durch Kaltpressung. Außer den ungesättigten Fettsäuren enthält der Schwarzkümmel auch  noch sehr wertvolle Fettbegleitstoffe. Das sind hochwirksame Inhaltsstoffe im fetten Öl. Er besteht zu 50-60% aus Linolsäure, 20-25% Ölsäure, gesättigte Fettsäuren, Fettbegleitstoffe, ätherisches Öl, Nigellon – Semohiprepinon, Vitamin E und Phytosterole, 38% Kohlenhydrate und 21 % Eiweiß.

Aussaht und Ernte

Die Schwarzkümmelsamen werden im September gesäht. Die Pflanzen sterben, wie schon beschrieben von unten ab und verlieren die Blätter. Dann reifen die Balgfrüchte heran. Die trockenen Samenkapseln werden „ausgedroschen“ und die reifen Samen zur Ölpresse gebracht. Die Blüten sind sehr zart und machen sich auch hübsch als Schnittblumen in bunten Sträußchen.

Inhalationen mit Schwarzkümmel

Wegen der Bronchien erweiternden Wirkung werden Dampfbäder mit Schwarzkümmelöl gegen Erkältung und Grippe empfohlen. Dafür 1-2 Liter kochendes Wasser in eine große Schüssel gießen und 1-2 Esslöffel Schwarzkümmelöl dazu geben. Dann ein Handtuch nehmen und über den Kopf legen. Dann beugt man den Kopf über die Schüssel und atmet die aufsteigenden Dämpfe ein.

Ölziehkur, Ölsaugen, Ölschlürfen mit Schwarzkümmelöl

Dafür 1/2 – 1 Esslöffel Öl in den Mund nehmen und mindestens 15 Minuten im Mund hin und her bewegen und auch durch die Zähne ziehen. Anfangs ist das Öl dickflüssig, wird dann aber immer dünner. Die ausgespuckte Flüssigkeit enthält viele Schadstoffen, die damit aus dem Körper „gezogen“ werden. Danach den Mund gründlich ausspülen. Geschmacklich ist das Öl recht scharf. Es kann mit ein paar Tropfen Pfefferminzöl gemildert werden.

Schwarzkümmelöl in der Hautpflege

Dafür eine gut riechende neutrale Hautpflege – ca. 100 ml mit 5 Tropfen Schwarzkümmelöl vermengen. Punktuell auf die betroffenen Hautstellen auftragen. Nach etwa 15 Minuten abwaschen. Schon Nofretete half sich in Hautfragen mit Schwarzkümmelöl. Bei Pharao Tut-Enchamuns Grabmal fand man sogar ein Fläschen Schwarzkümmelöl, für das Leben nach dem Tod. Auch und Cleopatras Schönheit basierte auf dem Geheimnis des Schwarzkümmelöls.

Rezepte

Fladenbrot mit Schwarzkümmel

Schwarkümmel Fladenbrot

  • 250 gr Mehl
  • 3 Teelöffel Backpulver
  • 125 Gr Joghurt
  • Wasser lauwarm
  • etwas Öl  – ich nehme Olivenöl
  • 1 TL Salz
  • 1 Esslöffel Schwarzkümmelsamen
  • 1 Esslöffel Sesamsamen

Das Backrohr auf 200° C Heißluft vorheizen. Auf der Arbeitsfläche das Mehl, Backpulver, und Salz vermischen. Dann Das Joghurt, Öl und nach Bedarf Wasser dazu geben und einarbeiten. Es soll ein elastischer Teig entstehen. Zwei Kugel machen und auf einem Backpapier ausrollen. Die Schwarzkümmel und Sesamsamen darauf verteilen und ein bisschen andrücken. Mit einer Gabel mehrmals in den Teig stechen. Im Rohr ca. 10 Minuten goldbraun backen. Ich liebe dieses Brot mit Schafkäse und frischem Koriander.

Blätterteig gefüllt mit faschierten Rindfleisch und Schwarzkümmel

Teigtäschen gefüllt mit Rinderfaschierten und Schwarkümmel

  • 1 Blätterteig
  • 20 dag Rinderfaschiertes
  • 1 Rote Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • Etwas frische gehackte Minze
  • Salz & Pfeffer
  • 1 Ei
  • etwas warmes Wasser
  • Öl zum Anbraten
  • Schwarzkümmel

Dafür Blätterteig ausrollen. Rindfleisch mit Zwiebel und Knoblauch in etwas Öl anbraten. Mit Gewürzen und Minze abschmecken. Kleine Quadrate schneiden und mit dem Faschierten befüllen. Die Ränder mit Wasser anfeuchten und gut zudrücken. Die Oberfläche mit Ei und Wassermischung bestreichen. Mit Schwarzkümmel bestreuen. Goldbraun backen. Dazu passt gut ein Dip aus Joghurt mit Minze. Warm serviert schmecken sie natürlich ganz besonders gut. Sie eignen sich auch als Fingerfood.

Lachs mit Schwarzkümmel auf Spinatnudeln

Lachs mit Schwarkümmel auf Spinatnudeln

4-6 Portionen

  • Lachs dicke Stücke Filet ohne Haut
  • Sesamöl
  • Schwarzkümmel
  • Spinatnudeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • Zitrone

Natürlich können auch klassische Nudeln verwendet werden. Die Nudeln in Salzwasser al dente kochen. In einem Sieb kalt spülen und abtropfen lassen.  Das Lachsfilet in gefällige Stücke schneiden. Im Sesamöl den Knoblauch fächrig geschnitten mitbraten. Die Lachsstücke in Schwarzkümmel drücken und im Öl anbraten. Eventuell ein wenig mit der Temperatur runtergehen. Die Nudeln im restlichen Öl noch einmal schwenken und warm stellen. Wenn die Lachsstücke medium bis durch sind auf die angerichteten Nudeln legen. Mit ein wenig Zitrone beträufeln.

Schafskäse mit Schwarzkümmel und frischem Koriander

Schafskäse mit Schwarzkümmel und frischem Koriander

Um noch einmal auf das Frühstück in Teheran zurückzukommen mein Rezept für Schafskäse mit Schwarzkümmel und frischem Koriander. Dafür braucht man einen cremigen Schafskäse, Zitronensaft Salz, Pfeffer aus der Mühle, frischen Koriander, Olivenöl und natürlich Schwarzkümmel. Den Käse damit marinieren. Auf heißem Fladenbrot verspeist kommt man leicht ins Schwärmen.

Weiterführende Hinweise und Literatur

http://offene-naturfuehrer.de/web/Pfriemlich

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/schwarzkuemmeloel-ia.html

BRAUNSCHWEIG, Ruth (2007). Pflanzenöle. Qualität, Anwendung und Wirkung. Stadelmannverlag

Meiner Erfahrung nach sind die Kapseln der Firma Tasnim bisher die besten, die ich hatte. http://tasnim.eu/index.php/schwarzkummelol-tasnim-120ml.html. In Wien liefert die Firma persönlich, sonst als Versand.

Schwarzkuemmel ÖL und Kapslen

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Schneerose

Schneerose, Christrose, Weihnachtsrose. Lenzrose – gehört in die Gattung der Nieswurzgewächse – Helleborus, Hahnenfußgewächse – Ranunculceae

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Der nächste Winterblüher und einer meiner ganz großen botanischen Leidenschaften ist die Schneerose. Wie freut mich das Herz, wenn sich die wunderschönen Blüten der Schneerose durch die Schneedecke schieben. Dieses Jahr haben sie es durch die Witterung  nicht so schwer und blühen schon seit fast einem Monat. Ich kenne Plätze, wo der Boden an der Lichtung weiß-rosa davon übersäht ist. Schon Johann Wolfgang von Goethe huldigte der zarten Blüte der Christrose in den „Metamorphosen der Pflanzenorgane.“ Karl Heinrich Waggerl fragte sich, ob die Schneerose die erste oder die letzte Blume eines Jahres sei. Bei Hildegard von Bingen zählte sie zu den Mittel zur Bewahrung der ewigen Jugend!

Schon als Kind konnte ich dem malerischen Motiv der Schneerosen nicht widerstehen.

Aussehen

Schneerose weiß

Die Schneerose gibt es, die Blüte betreffend, in vielen verschiedenen Farbtönen. Die bei uns in der Natur am häufigsten vorkommende Farbe ist weiß. Im Gartenhandel werden auch Züchtungen in rot, schwarz – meist dunkelblau-violett, gelb, dunkelrot angeboten. Die Schneerose in ihrer Wildform ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die zwischen 10 und 30 cm hoch wird. Sie gehört zu den Hemikryptophyten mit schwarzem Rhizom. Das bedeutet, dass die Überdauerungsorgane an der Erdoberfläche liegen. Sie werden durch Schnee, Laub oder Erde vor den Witterungseinflüssen geschützt. Die sattgrünen, ledrigen Laubblätter sind langgestielt und in einzelne Abschnitte unterteilt, die eine lanzettenartige Form haben. Der Blattrand ist gezähnt. Am Stielende sitzen ein bis zwei, (manchmal ein drittes kleineres) Hochblätter, in ovaler Form. Die vorweiblichen, endständigen Blüten sind einzeln – ich kenne aber auch welche mit doppelten und dreifachen Blüten – und werden bis zu 10 cm groß. Das Perigon – Blütenhülle ist weiß oder rötlich und besteht aus den fünf Kelchblättern. Blüht die Schneerose ab, verfärbt sich die Blütenhülle wegen der Anthocyane – wasserlöslicher Pflanzenfarbstoff – grünlich. Die eigentliche Blüte besteht aus stanizelartigen, gelbgrünen Nektarblättern. Die Staubblätter sind spiralenartig angeordnet. Die Schneerose kann bis Ende Mai blühen. Aus der Blüte entwickelt sich eine Balgfrucht – Öffnungsfrucht, Streufrucht (oberständig), die bis zum Sommerbeginn reift.

Samenkapsel Balgfrucht Quelle meinbezirk.at 

Die Samen besitzen einen fettreiches Anhängsel – Elaiosom – und werden gerne z.B. durch Ameisen verschleppt. Die Schneerose wird von Bienen, Hummeln, pollenfressende Insekten oder Falter angeflogen und bestäubt. Besonders wegen der UV absorbierenden Nektarblätter werden sie von UV-sichtigen Insekten, wie Bienen und Hummeln besucht. Die Schneerose entwickelt erst nach dem Abblühen neue Laubblätter, weil die alten mit Beginn der Blüte, Ausbildung der Frucht, absterben. Die Laubblätter bilden Chloroplasten aus und sind für die Photosynthese zuständig.

Standorte

Die Schneerose wächst in Tallagen und bis zu 1900 Meter Höhenlagen. Sie liebt kalkhaltige Böden – kalkstete Pflanze, also einen bestimmte Kalziumkarbonat-Konzentration. Sie gedeiht gut in der Nähe von Buchen, Buchenmischwäldern, Fichten oder Flaumeichen – Quercus pubenscenses WILLD. Wo sie wächst, sind meist auch Erica – Erica carnea – Schneeheide angesiedelt.

Wissenswertes

Die Schneerose gibt es in zwei Unterarten: Helleborus niger subsp. Niger: Nominatform – sie hat dunkelgrüne, glänzende Blätter, im oberen Drittel des Blattes breiteste Fläche, nach vorne hin gekrümmte Zähne. Das ist die häufiger vorkommende Art

Helleborus niger subsp. Macranthus: die Blätter sind bei dieser Art matt, und bläulich-grün. Die einzelnen Blattabschnitte sind haben in der Mitte die breiteste Fläche. Am Blattrand kleine, abstehende Zähnchen. Vorkommen in Südtirol und im Tessin. Die Schneerose steht unter Naturschutz. Mancherorts, besonders in Deutschland gilt sie als gefährdet. Der Name „Nieswurz“ bezieht sich auf die Wurzel der Pflanze und deren Verwendung als Niespulver. Die Wurzeln der Nieswurz früher als Radix hellebori nigri als harntreibend und als Herzmittel oder Brechmittel eingesetzt. Aufgrund der hochgiftigen Wirkung wurde aber vor der Überdosierung gewarnt. Ein Absud der Nieswurz wurde früher auch gegen Läuse und Ungeziefer verwendet. Heute wird isoliertes Hellebrin verwendet. Eine bekannte Wildart ist die orientalische Nieswurz. Die Blüten sind kleiner und die Stängel häufig höher als bei den Formen in Europa. Schneerosen können Hautreizungen hervorrufen und auch im Heu sind sie noch giftig.

Inhaltsstoffe

Die Schneerose beinhaltet Saponine und Protoanemonin (Anemol oder Ranunculol – ein Lacton/Heterocyclische Verbindung der Hydra-pentha-2,4-diensäure. Das ist ein hochwirksames Toxin, das in allen Hahnenfussgewächsen vorkommt. Außerdem beinhalten sie das stark wirksame Steroidsaponin Hellebrin, das dem Herzglykosid des Fingerhutes – Digitalis ähnelt. Die höchste Konzentration an Hellebrin ist in der Wurzel. Vergiftungen beginnen mit Herzrasen, Schwindel, Durchfall oder Kollaps. Hautreizungen können vorkommen.

Verschiedene Formen

Wie nicht schwer zu erraten, muss ich hier einige der im Angebot der Gärtner gezüchteten Schönheiten zeigen. Weiterführende Links sind unten angeführt. Sie sind in den schönsten Farben und in gefüllter und ungefüllter Form gezüchtet worden. Mein ganz großer Liebling ist die schwarze Schneerose, die bei mir im Garten wunderbar gedeiht, sich aber leider nicht vermehren will. Die Farbe ist in Wirklichkeit zwischen violett, dunkelblau und Purpur angesiedelt.

Schneerose grüne Nieswurz      Schneerose Nieswurz

Grüne Nieswurz – Helleborus viridis

Blütenpracht im Winter – Schneerosen

https://de.wikipedia.org/wiki/Schneerose

Angerer, Oskar/Muer, Thomas: Alpenpflanzen, Stuttgart 2004.

Karl, Heinz Waggerl: Heiteres Herbarium

Lagerlöff, Selma: 1858-1940, die Legende von der Christrose

 

Winterling

Winterling – Eranthis hymealis, Winterlinge – Hahnenfussgewächse – Ranunculaceae, Ackerwurz, Knobelblume, Knoble

Aussehen

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Da ich mir vorgenommen habe, für meinen Blog jene Pflanzen und Pilze zu beschreiben, die gerade wachsen, kommen nun die Winterblüher an die Reihe. Der erste ist der Winterling. Wie wohltuend ist sein frisches leuchtendes Gelb am sonst noch farblich sehr fahlen Waldboden. Die botanische Bezeichnung Eranthis – besteht aus den griechischen Worten éar – Frühling und ánthe – für Blüte. Der Winterling zeigt sich in etwa zeitgleich mit den Schneeglöckchen und Krokussen. Es  kommt auch vor, dass die ersten Blüten, schon unter der Schneedecke hervorblitzen. Der Winterling ist eine ausdauernde krautige Pflanze. Als Geophyt überdauert die Pflanzenknolle unter der Erde.

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Die grundständigen Blätter sitzen auf langen Stielen und erscheinen erst nach der Blüte. Heuer konnte ich schon Mitte Jänner wahre Teppiche mit Winterlingen finden. Unter der Blüte befindet sich ein Wirtel – Anordnung von Blättern, bei der zwei oder auch mehrere Blätter an einem Knoten ansetzen.

Winterling

Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Winterling#/media/File:Eranthis-hyemalis_028a.jpg/14.02.2016

Sie haben eine handähnliche Aufteilung und bestehen aus drei waagrechten Hochblättern. Obenauf sitzt jeweils eine zwittrige, radiärsymmetrische  – Form der Symmetrie, bei der die Drehung eines Objektes um einen gewissen Winkel um eine Gerade das Objekt wieder mit sich selbst zur Deckung bringt – gelbe Blüte, mit sechs Blütenblättern. 3 bis 5 Jahre nach der Aussaat setzt die Pflanze Blüten an. Die Blüten öffnen sich nur bei Sonnenlicht. Abend schließt sich die Blüte. Der Winterling zählt zu den homogamen – Zeitpunkt der Reifung männlicher und weiblicher Blütenorgane – nektarführenden Scheibenblumen. In jeder Blüte befinden sich vier bis acht Balgfrüchte – Öffnungs- oder Streufrucht. Diese Balgfrüchte sind innen wasserabweisend. Die aufschlagenden Regentropfen schleudern die Samen aus der Frucht.

Winterling BalgfruchtBildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Winterling#/media/File:Eranthis-hyemalis_028a.jpg/14.02.2016

Pflanzen, die sich der Energie der herabfallenden Regentropfen bedienen werden Regenballisten genannt. Beispiele sind das Basilikum, Braunelle oder Salbei. Diese Form der Verbreitung nennt sich Ombrochorie. Die herausgescheluderten Samen sind dann Regenschwemmlinge. Typische Vertreter sind die Sumpfdotterblume und der Winterling. Sie reifen von Mai bis Juni heran und zählen zu den Kältekeimern. Der Winterling blüht von Februar bis März. Danach zieht sich das Grün in die Erde zurück. Bestäuber sind Fliegen, Bienen und Hummeln. Die Pflanze ist aber auch ein Selbstbestäuber. Der Winterling wird 5-15 cm hoch und duftet sehr zart.

Standorte

Der Winterling ist als Neophyt – durch menschliches Zutun neu in einem Gebiet etabilert – vermutlich aus Frankreich, Italien und Türkei in unser Gebiet gekommen. Er bevorzugt nähstoffreiche, lockere lehmhaltige Böden. Halbschatten liegt ihm mehr als praller Sonnenschein. Sie gedeihen aber nicht unter Nadelholz.

Wissenswertes

Die Pflanze enthält Chromon Derivate – ist giftig und besonders die Knolle – Rhizom enthält den Stoff höher konzentriert. Ein Verzehr verursacht Verlangsamung des Pulses, Sehstörungen, Herzschwäche, Atemnot und Übelkeit. Ist die Dosis sehr hoch, kann die Vergiftung zu einem Kollaps und zu Herzstillstand führen. Die Gifitgkeit für Weidetiere ist nicht ausgeschlossen.