Tag-Archiv | Rosaceae

Hagebutte

Hagebutte – Rosaceae, Hätscherl, Hetschepetsche, Hainbutten, Hetscherl

Hagebutten

Jetzt nach dem ersten Frost reifen die Hagebutten heran und schmecken süß. Rot glänzten sie heute in der Früh unter der zarten Schneedecke hervor. Meine Rosensträucher waren dicht besiedelt mit Kohlmeisen, Kleibern und sogar ein Specht war dabei. Alle haben sich die süßen Hagebutten als willkommenes Futter geholt. Die Bezeichnung „Hag“ weist auf Hecke, Umzäunung hin. Der Wortteil „Butte“ auf die From – wie ein Fässchen aussehend. Wer kennt nicht das Kinderlied „Ein Männlein steht im Walde…“, von Hoffmann von Fallersleben, das sich auf die Hagebutte bezieht. Man vermutet, dass auch schon die Steinzeitmenschen Hagebutten zu Nahrung verwendet haben.

Aussehen

Die Hagebutte ist eigentlich eine Sammelnussfrucht – Scheinfrucht, die sich aus der fleischigen Blütenachse entwickelt. Sie ist die Frucht der Rose, meist der Hundsrose – Rosa canina L., oder Heckenrose. Sie bildet sich aus dem Boden der Blüte. Vorerst ist sie grün und färbt sich im Reifeprozeß in das typische Hagebuttenrot. Zurerst sind die Früchte hart und nach dem Frost erst weich und süß. Im Inneren der Frucht befinden sich die goldgelben Nüsschen, die mit feinen Härchen – Widerhaken – bedeckt sind.

Hagebuttenkerne

Sie sind als  „Juckpulver“ bekannt. Wie viele arme Opfer hat es da in meiner Volksschulzeit gegeben! Aber dieses Juckpulver kann auch Allergien auf der Haut auslösen. Alle Rosenarten bilden Hagebutten.

Standorte

Hagebutten reif

Wild blühende Rosenarten sind oft als Hecken in Windgürteln zu finden, an Waldlichtungen, an Wiesen- und Bachrändern.

Heckenrose

Wild- oder Heckenrose 

Natürlich bilden auch alle gezüchteten Rosenarten Hagebutten, die mehr oder weniger wohlschmeckend sind.

Rose Resht

Rosa damascena

Die Damaszenerrose bildet besonders mollige Hagebutten mit recht viel Fruchtfleisch aus.

Inhaltsstoffe – Wissenswertes 

Für die Verarbeitung der Frucht sammle ich gerne die Wildform, aber auch die Frucht der Damasezner Rose, die sehr fleischig sein kann. Vitamin C, A, B1, B2, B6, Pektine, Zucker, Fruchtsäuren, Kalium, Magneisum, Eisen, Gerbstoffe und Galactolipide – chemische Substanz, die such aus Galactose – Zucker und einem Molekül Glycerin zusammensetzt. Galactolipide – GOPO genannt, wirken bei rheumatischen Erkrankungen und Osteoporose. Dieser Stoff ist vor allem in den Kernen der wilden Hagebutte enthalten. Ausserdem noch Lycopin – das zur Gruppe der Carotinoide gehört. Es kommt in hoher Konzentration in Paradeisern vor. Es gehört zu den Tetraterpenen und ist z.B. auch als Lebensmittelfarbstoff E 160 EU weit erlaubt. Lycopin gehört zu den Antioxidanten und ist ein wichtiger Radikalfänger. Die Wirkstoffe der Hagebutte werden auch bei Zahnfleischentzündungen eingesetzt. Die Hagebutte ist auch bei einem Mangel an Vitamin C anzuraten. Appetitlose Kinder können mit Hagebuttenmus oder Hagebuttenmarmelade angereget werden. Zur Zeit wird die Wirkung als Cholesterinsenker gegen das LDL Cholesterin untersucht. Neben dem Sanddorn ist die Hagebutte, in unseren Breiten die Frucht mit dem höchsten Anteil an Vitamin C. Im Mittelater wurde die Hagebutte als Mittel gegen Brechreiz und „Bluthusten“ verwendet. Nach einer gelungenen Entbindungen setzten Hebammen eine Wildrose mitsamt der Nachgeburt. Das war eine Gabe an die Fruchtbarkeitsgöttin „Frigga“. Das Öl aus der Hagebutte, beinhaltet viel an ungesättigten Fettsäuren und Vitamin A. Es wird als Medikament gegen Narben auf der Haut und als Antifaltenmittel gerne verwendet. Die zerriebenen Kerne sind als „Falsche Vanille“ bekannt. Natürlich kann die Hagebutte auch roh gegessen werden. Das stärkt das Immunsystem.

Das Pulver aus der Hagebutte wird bei Arthrose-Erkrankungen, bei Gicht und Rheuma eingesetzt.

Rezepte

Hagebutten ernten man am besten wie gesagt, wenn sie reif und weich sind. Nur für die Verarbeitung als Tee nehme ich Früchte, die noch ein härteres Fruchtfleisch besitzen. Bei der Herstellung von Marmelade verwende ich ganz reife Früchte. Da lassen sich die Kerne auch schön rausdrücken.

Tee aus Hagebutten

Dafür die noch nicht ganz weichen Früchte ernten und die Kerne – mit Handschuhen – entfernen. Das Fruchtfleisch in kleine Teile schneiden und auf einem Backpapier ein paar Tage trocknen lassen. Der Tee schmeckt wunderbar süß-sauer und hilft bei Erkältungskrankheiten, und die Pektine sind harntreibend und ganz leicht abführend. Der Tee kann begleitend bei Nieren- und Blasenleiden eingesetzt werden. Ganz wichtig – der Hagenbutten Tee hilft bei Frühjahrsmüdigkeit. Wenn ich ausreichend wilde Malven finde oder meine Hisbiscus-Sträucher (rot) gut getragen habe, trockne ich diese Blüten und vermische sie mit den Hagebutten. Die säuerliche Note dieser Teemischung ist dann besonders fein.

2 Teelöffel der getrockneten Hagebutten mit heißem Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen. Dann abseihen. 3-4 Tassen täglich trinken.

Hagebuttenmarmelade

Hagebuttenmarmelade

Das ist die Marmelade, die bei mir auf die Husarenkrapferln kommt. Das ist Weihnachten. Ein wenig aufwendig ist die Herstellung schon, aber es zahlt sich aus.

  • 1 Kg Hagebutten
  • 1 Kg 1:1 Gelierzucker
  • Zitronensaft von 2 Zitronen
  • Mark 1 Vanilleschote
  • 2 Teelföffel Zitronensäure
  • 1 Messerspitze Zimt – wer mag

Die weichen Früchte gewaschen und ohne Stiel weich kochen. Die Früchte durch ein feines Sieb drücken, um die Kerne zu entfernen. Alles wieder aufsetzten und den Zucker und die Gewürze einrühren. Die Marmelade sollte eine sämige Substanz erhalten. Sofort in Gläser einfüllen und gut verschließen. Bei der Hagebuttenmarmelade nehme ich gerne hochprozentigen Alkohol um die Oberfläche am Glasrand zu desinfizieren. Den brenne ich kurz ab und verschließe die Gläser sofort. Wer möchte, kann etwas Rum in die Marmelade einrühren.

Hagenbuttenlikör

  • 1/2 LIter Ansatzkorn oder hochprozentigen Alkohol ohne starken Eigengeschmack
  • 2 Handvoll Hagebutten
  • 1 Sternanis
  • 1 Mark einer Vanille
  • Zitronen
  • Brauner Rohrzucker
  • etwas Zitronensäure
  • 2 Esslöfel Honig

Die Hagebutten waschen und Stiele entfernen.  Ein großes Glas mit Deckel befüllen. Gewürze dazu geben, Honig einrühren. Für mindestens ein halbes Jahr vergessen und dann genießen. Ist pur oder mit Prosecco aufgegossen ein wunderbarer Begrüßungsdrink.

Husarenkrapferl mit Hagenbuttenmarmelade

Husarenkrapferln mit Hagebuttenmarmelade

Dieses Rezept stammt von zwei Damen, mich viel gelehrt haben. Vom Umgang mit der Natur, bis zur Herstellung von Marmeladen, mein Wissen über Pilze & Kräuter und dieses geliebte Rezept. Die Hagebutten für unsere Marmelade pflückte ich als Kind von einem uralten Heckenrosenstrauch auf der Wiese in Salmannsdorf.

  • 140 Gramm Mehl
  • 70 Gramm geschälte und geriebene Haselnüsse
  • 70 Gramm Backzucker
  • 140 Gramm weiche Butter
  • 2 Eidotter
  • etwas Zimt
  • Hagebuttenmarmelade
  • 1 Pkg Bourbonvanillezucker

Das Mehl mit den Nüssen und dem Zucker zu einem Häufchen mischen. Butter einarbeiten, die Gewürze und die beiden Eidotter. Den Mürbeteig in eine Klarsichtfolie wickeln und ca. 1 Stunde kühl rasten lassen. Dann eine etwa 3 cm dicke Rolle formen. Mit dem Messer 1 cm starke Scheiben schneiden. Das Rohr auf 175° C. Umluft vorheizen. Krapfen formen und in der Mitte eine Mulde eindrücken. 15-18 Minuten goldbraun backen. Herausnehmen und rasch in jede Mulde einen Tupfen Hagenbuttenmarmelade setzen. Die Krapfen noch einmal ins Rohr schieben und bei leicht geöffneter Türe kurz trocknen lassen. Die Temperatur auf 50 stellen. Noch warm mit Staubzucker anzuckern.

Hagenbuttenmarmelade passt auch genial zu Weichkäse, Leber- und Wildpasteten oder Fleischgerichten.

Hagebuttenpralinen

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  • 2 Esslöffel Hagebuttenmark
  • geriebene Schale einer Orange oder Mandarine (ungespritzt)
  • 100 Gramm geschälte geriebene Mandeln
  • 100 Gramm gehackte Pistazienkerne
  • 150 Gramm Bittercuvertüre

Das Hagenbuttenmus, mit den Mandeln vermengen. Die Schale einarbeiten. Pistazien – bis auf 3 Esslöffel der Menge – ebenfalls einarbeiten. Die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen. Die Masse zu Kugeln formen und auf Holzspießchen stecken. Dann in der handwarmen Kuvertüre wälzen. Etwas abkühlen lassen und rasch mit Pistazien bestreuen. Ich nehme dann halbierte Äpfel und stecke die Holzspiesschen hinein. So stelle ich die Kugeln mit Schokolade überzogen für 4-5 Minuten in den Tiefkühler.

Wildsauce mit Hagebutten

Hagebuttensauce

Eine exotische Wildsauce ergeben Hagebutten in der Wildsauce. Dafür den Bratensaft noch einmal mit 2-3 Esslöffel Hagebuttenmarmelade eindicken. Das ergibt erstens eine molligere Konsistenz und zweites einen süß-sauren Geschmack.

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weiterführende Literatur: Churbasik, Sigrun: Pflanzliche Entzündungshemmer: Schmerzfrei mit einer Nahrungsergänzung? Uniklinik-Freiburg.de 

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Asperln und Quitten

Asperl – Mispel – Mespilus germanica, Esperlbaum, Quantelbeerbaum und Quitten

Asperlbaum

Die Ernte im Garten ist noch nicht vorbei. Heute waren die Asperln dran und die letzten Quitten. Obstsorten, die schon fast in Vergessenheit geraten waren. Aber traditionsbewusste Schnapsbrennereien und Gourmets wissen diese alten Obstsorten zu schätzen. Ich habe sie ganz bewusst gepflanzt und ihnen einen schönen Platz im Garten bereitet. Herrlich duften die schönen gelben Früchte der Quitte und die Asperln nun in meinem Keller, bis sie essreif sind. Eine andere Möglicheit ist es die Früchte für ein paar Stunden einzufrieren und dann erst zu verarbeiten. Schon als Kind liebte ich diesen Duft. Die Griechen nannten den Asperlbaum mespile, die Frucht mespilon. Vermutlich wurden die Asperln durch die Römer in die Klostergärten gebracht.

Asperl Aussehen

Asperl

Das Asperl ist ein Kernobstgewächs – Pyrinae aus der Familie die Rosengewächse – Rosaceae. Mitte Mai entfaltet das Asperl reinweiße bis zart rosa Blüten. Die relativ späte Blüte rettet das Obst vor den Eisheiligen im Mai. Nun reifen die eher unscheinbaren harten und bräunlichen Früchte heran. Man kann Asperln auch bis in den Dezember hinein am Baum hängen lassen, da der erste Frost sie weich macht. Die Mispel, wie sie auch genannt wird, ist eine sehr alte Obstsorte, die heute kaum jemand noch kennt. Deswegen hat sie bei mir einen Platz erhalten. Ich mag die schönen Blüten, das schöne Laub und natürlich die Früchte. Der Mespilus germanica, wie der Baum benannt ist, hat diesen Namen nicht gerechtfertigt bekommen, weil er eigentlich mit ziemlicher Sicherheit aus Vorderasien stammt. In Aserbaidschan gibt es verwilderte Plantagen. Der sommergrüne Baum erreicht Wuchshöhen bis zu 6 Metern mit einer breiten ausladenden Krone. Der Baum hat wenige Äste, diese aber mit kräftigem Wuchs. Großer Vorteil des Asperls ist, dass das sehr harte Holz kaum geschnitten werden muss. Wilde Asperlsorten können Dornen ausbilden, die bei den Kulturformen fehlen. Die zwittrige Blüte hat fünf weiße radiärsymmetrische Kronblätter mit doppelter Blütenhülle, die von fünf schmalen langen und behaarten Kelchblättern überragt werden.

Asperlblüte weiß

Es sind Winterknopsen, die spitz eiförmig sind. Am Rand haben sie schwarze, aber hell bewimperte Knospenschuppen – Tegmente. Die Blüte besitzt 30-40 Staubblätter mit roten Staubbeuteln – Antheren. Dazu hat sie fünf Griffel mit einem unterständigen Fruchtknoten. Sie bestäubt sich selbt. Die 1,5 bis 3 cm großen, kugeligen braunen Früchte gibt es selten aber doch auf Obstmärkten zu kaufen. Innen hat das Obst ein apfelähnliches Gehäuse mir fünf großen Kernen. Das Fruchtfleisch ist nach dem ersten Frost teigig und hat einen intensiven, säuerlichen Apfelgeschmack. Der Asperlbaum bevorzugt kalkarme Böden oder gut drainierte Lehmböden. Diese Obstsorte ist relativ schädlingsresistent – nur die blattminierenden Schmetterlingsarten, wie die Lithocolletis blancardella kann schädigen.

Geschädigtes Blatt

Wissenwertes, Heilwirkung, Inhaltsstoffe

In der Volksheilkunde wurden die Asperln mit ihrem hohen Vitamin C Gehalt als entzündungshemmendes, harntreibendes Mittel empfohlen. Das Asperl enthält Tannine und Fruchtsäuren, die nach der Lagerung abgebaut werden. Außerdem noch Pektin und Vitamine. Anwendungsbereiche sind: Verdauungsschwäche, Gastritis, Morbus Crohn, Arteriosklerose. Bei Itho-Thermien – Japanische Kräuterwärme werden die Blätter verbrannt und in einer Metallkapsel am Körper entlang geleitet. Das stärkt die Selbstheilungskräfte des Körpers. Eine Verarbeitungsmöglichkeit ist der köstliche aber sehr teure, Asperl Schnaps.

Asperl Marmelade

Dafür lege ich die Früchte nach der Ernte in einem Sack für 4-5 Stunden in den Tiefkühler. Dann die Früchte in Wasser bedeckt kochen. Etwas Zitronensäure und ein Päckchen Bourbonvanille dazu geben. Wenn die Früchte weich sind, alles durch ein Sieb drücken. Je nach Gewicht entsprechend gleich viel Gelierzucker einrühren und 4-5 Minuten lang kochen lassen. Wer mag, kann der Marmelade mit ein wenig Zimt ein bisschen Weihnachtsgeschmack verleihen.

Asperl als Füllobst für Geflügelgerichte 

Gansl gefüllt mit Quitten und Asperln

Gansl gefüllt mit Quitten und Asperln

Hier habe ich zwei Gänse á 5,3 Kg von meiner Ganslbäuerin nahe Gutenstein. Die Gänse putzen und Federstiele mit einer Pinzette entfernen. Nach dem gründlichen Waschen fülle ich sie mit Thymianzweigen, Knoblauchzehen, Asperln im Ganzen, gewürfelten Quitten, kleinen Zwiebeln. Zuerst bei 100 Grad etwa 1,5 Std. braten. Zwischendurch immer wieder mit einem Saft aus Aceto Balsamico, Honig, Salz, Pfeffer aufgießen Später vermischt sich das gut mit dem Bratensaft. Die Gansln sollten je nach Gewicht nach ca. 4,5 bis 5 Std. gar sein. Nach ca. 1.5 Std. drehe ich die Temperatur auf ungefähr 150 – 160 Grad Umluft. Dann decke ich die Gansln mit Folie zu, damit sie nicht zu dunkel werden. Erst kurz vor Ende der Bratzeit decke ich sie ab, damit sie noch eine knusprige Haut bekommen. Den herrlichen Bratensaft dann ein bisschen entfetten und mit einem Pürierstab zu einem molligen Saft rühren. Die gute Fülle wird natürlich dazu gereicht.

Quitte – Cydonia oblonga, Aussehen

Quitte

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Die Quitte – Cydonia oblonga – ist die einzige Pflanzenart aus der Gattung der Cydonia und gehört biologisch zu den Kernobstgewächsen und dort zu den Rosengewächsen – Rosaceae. Ihren Namen bekam sie durch die Stadt Kydonia – heute Chania im Nordwesten Kretas. Urspünglich stammt die Quitte aus dem Kaukasus. Auch im Iran, Türkei, Turkmenistan, Syrien und Afghanistan sind Quitten-Nachweise vorhanden. In Griechenland wurde sie ab 600 v. Chr. und bei den Römern ab 200 v. Chr. nachgewiesen. Sie ist ein laubabwerfender Strauch oder Baum mit Wuchshöhen bis zu 8 Metern. Ist der Baum noch jung, hat er violett behaarte – Indument – Zweige. Die Laubblätter sind wechselständig und sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist behaart und wird bis zu 1,5 cm. lang. Die Quittenblätter sind glatt und haben Nebenblätter. Die Blüten stehen einzeln an den Spitzen der Zweige, also der diesjährigen Triebe. Deswegen bitte auf diese Triebe beim Schneiden achten – keine diesjährigen schneiden. Der Blütenstiel ist behaart und ca. 5 mm lang. Die Blüte ist zwittrig, radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die vorweiblichen (Fortpflanzungsorgane liegen innerhalb der Blüte und reifen vor den männlichen Fortpflanzungsorganen – Staubblätter), nektarführende Scheibenblüte ist weiß bis rosa und wird bis zu 5 Zentimeter groß. Sie hat eine doppelte Blütenhülle – Perianth und der Blütenbecher – Hypanthium ist glockenfömig ausgebildet.  Fünf zurückgebogene Kelchblätter mit glattem Rand umgeben die Blüte. Die fünf Fruchtblätter sind unterständig und beheimaten die Samen. Fünf freie Griffel, die mit leichten Flaum umgeben sind und die Länge der Staubblätter haben. Die Blütezeit ist extrem kurz von Mai bis Juni und die Quitte ist ein Selbstbestäuber. Der Nektar wird am Grund der Kronblätter bereitgestellt. Die Quitte wird gerne von kleinen Hummel und anderen Bienenverwandten bestäubt. Die Frucht wächst auf einem wolligen Fruchtstiel heran. Es entstehen duftende, gelbe, vielsamige, birnenähnliche Früchte, die von 3 bis 14 cm groß sein können – je nach Sorte. Es gibt an die 200 verschiedenen Quittensorten. Die Quitte gehört zu den Sammelbalgfrüchten – also zu den Apfelfrüchten. In den fünf Fruchtfächern befinden sich 8-16 zweireihig angeordnete Samenanlagen. Die Quitte enthält, wie die ihr verwandte Birne Steinzellen, die das Fruchtfleisch körnig machen. Es gibt Apfelquitten, Cydonia oblonga var. oder Birnenquitten, Cydonia oblonga var. maliformis. Die Früchte werden ab Oktober bis ende November reif. Quitten tragen in etwa erst nach acht Jahren die ersten Früchte.

Inhaltsstoffe und Wissenswertes

Schleimstoffe, giftige cyanogene Glykoside (Pflanzengift aus der Gruppe der Glykoside. Sie bestehen aus einem Gykosid, d.h. aus einer Verbindung aus Alkohol und Zucker und einem Kohlenhydrat, das eine Nitrilgruppe – CN trägt. bei einer enzymatischen Spaltung entsteht daraus der gifitge Cyanwasserstoff – Blausäure) ) und Öl. Vitamin C, Kalium, Natrium, Eisen, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan, Fluor, Tannine (Catechin und Epicathechin), Gerbsäure, Quercetin (Flavon), organische Säuren, Weinsäure, Zucker, außerdem Pektin. Quittensamen dienen als Heildroge. Sie enthalten Schleimstoffe – Pentosane, Amygdalin und fettes Öl. Die Samen werden unzerkaut (damit die Blausäure nicht frei wird) geschluckt. Sie wirken hustenstillend. in der Volksheilkunde wird aus Ihnen ein Schleim bereitet. Sie werden auch in Heilsalben gegen rissige Haut und Hämorrhoiden genutzt. Die Gerbstoffe der ganzen Früchte werden als Saft bei Entzündungen im Rachen- und Halsbereich verabreicht. Die Pektine sind als „Putzhilfe“ für den Darm hilfreich. Die Quitte soll auch als Mittel gegen Gicht, Rheuma und Gelenksschmerzen wirken. Die Quittenkerne in einem Glas Wasser ziehen lassen, bis ein Schleim entsteht. Damit gurgeln hilft gegen Halsschmerzen und Mandelentzündung.

Die Quitte galt schon im Altertum als Symbol für Fruchtbarkeit und Schönheit, für Liebe, Beständigkeit und Unvergänglichkeit. in Zentralasien sagte man schon: Isst eine schwangere Frau Quitten, so wird das Kind gesund und intelligent. oder pflanzt ein Brautvater einen Quittenbaum im Garten so wird die Ehe glücklich. Die Zierquitte – Chaenomeles, die in vielen Gärten und Parkanlagen als Zierpflanze steht, hat nur die Namensgleichheit ist aber eine eigene Pflanzengattung innerhalb der Rosengewächsen.

Lagerung der Quitten im Keller bis Dezember ist von Vorteil. dazwischen sollte man die Früchte immer wieder wenden. Der sich verbreitende Duft der reifenden Früchte ist suchtverdächtig! Die Kulturformen werden meist auf Weißdorn gepfropft. Stecklinge gelingen nur selten. Die Ausbreitung übernehmen meist Siebenschläfer. Die vegetative Vermehrung gelingt über Wurzelsprosse. Sie besteht aus 80% Wasser und ist kalorienarm, aber balaststoffreich. Die Inhaltsstoffe der Quitte wirkten positiv auf das Verdauungsystem.

Quittenkuchen mit Schaumhaube 

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4 Quitten mittlerer Größe schälen und Gehäuse entfernen. In Wasser, Zucker und etwas Zitronensäure weich kochen. Gut abtropfen lassen.

Dafür einen Bisquitteig herstellen.

  • 5 Eier
  • 150 Gramm Staubzucker
  • 1 Pkg Bourbonvanillezucker
  • 150 Gramm glattes Mehl
  • 1 Messerspitze Backpulver
  • Schaumhaube

5 Eiweiß sehr steif schlagen und mit 300 Gramm Feinkristallzucker vermengen.

Eier und Zucker sehr schaumig, das Mehl unterziehen und alles verrühren. Ich habe für diesen Kuchen eine Lasagneform gewählt. Ausfetten und stauben, den Teig einfüllen. Dei Quitten auf die Oberfläche legen. Ca. 30 Minuten backen. Dann den Kuchen herausnehmen und den Schaum mit einem Löffel darüber ziehen. Noch einmal für ca. 15 Minuten in den Ofen. Die Ofentüre etwas geöffnet halten und die Hitze auf 50 bis maximal 80 runterfahren.

Quittenkuchen mit Mohn und Schaumhaube 

Wer möchte kann in den Teig noch 100 Gramm Gemahlenen Mohn einarbeiten.

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Quittenkuchen mit Mohn und Schaumhaube

Quittenbrot – Qiuttenkas

Quittenkas

Quittenkas

Für 1 Blech

1 Kg Quittenmus aus 1,5 kg Quitten herstellen. Dafür Quitten mit Tuch abwischen und in Würfel schneiden, Gehäsue und Schale bleibt dabei. Zugedeckt mit 1,5 Esslöffel Zitronensäure, etwas Zimt und 2 Pkg Bourbonvanillezucker aufkochen. Ca. 60 Minuten lang weich kochen lassen. Alles durch ein Sieb drücken, Dann die Menge mit Gelierzucker 1:1 vermengen. Die Masse soll zäh werden. Wenn sich die Masse mit dem Kochlöffel teilen lässt und man eine „Strasse“ ziehen kann, ist der „Teig“ fertig. Alles auf ein Blech mit Backpapier streichen. Dei Höhe sollte 2 cm nicht überschreiten. Mit Backpapier zudecken und bei kühlen Temperaturen trocknen lassen. Wenn man das Papier gut abziehen kann, ist der Quittenkas fertig. Mit Kristallzucker bestreuen und in Würfel schneiden.

Quittenlikör

  • 1 Kg Quitten
  • 1 Bourbonvanillestange
  • Saft 1 Zitrone
  • 1 Teelöffel Zitronensäure
  • 3 Esslöffel brauner Zucker
  • 1 Prise Zimt
  • 5 Esslöffel Honig
  • Alkohol mind. 36%

Die Früchte geputzt und gewürfelt mit dem Alkohol und den Gewürzen ziehen 6-8 Wochen lassen. Dann durch ein Leintuch absieben. Schmeckt ganz wunderbar als Likör zu Weihnachtsgebäck.

Quittengelee

Für ca. 1800 ml Gelee

  • 3,5 kg reife Quitten
  • 2 Zitronen Saft
  • 500 Gramm Gelierzucker
  • 2,5 l Wasser
  • 1 Pkg Bourbonvanille
  • 1,5 Esslöffel Zitronensäure

Quitten waschen und den Flaum mit einem Tuch abwischen. Die Früchte würfelig schneiden. Die Kerngehäuse mitkochen, weil sie das nötige Pektin enthalten. Die geschnittenen Früchte im Wasser 60 Minuten weich kochen. Ein feines Sieb nehmen und den Saft absieben. Die Flüssigkeit mit dem Gelierzucker und den Gewürzen aufkochen. 4-5 Minuten lang fest sprudelnd kochen lassen. Sofort in Marmeladengläser füllen und verschließen.

Quittenmarmelade orientalisch

Quitten

Quitten

Das ist mein absoluter Liebling unter den orientalischen Marmeladen. Was wäre ein orientalisches Frühstück ohne Quittenmarmelade?

  • 1,5 Kg Quitten reif
  • 1,5 Kg Gelierzucker 1:1
  • 1/8 liter Rosenwasser oder ein paar Tropfen echtes Rosenöl
  • 1 Stange Vanille

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Die Früchte schälen und in Stückchen schneiden. Mit den Gewürzen zugedeckt weich kochen. Gelierzucker 1:1 dazu geben und alles noch einmal 5 Minuten fest kochen lassen. Sofort in Gläser füllen und zuschrauben. Ich liebe Quittenmarmelade auf orientalischem Brot mit Schafskäse!

Tee aus Quittenschale

Schon in meiner alten Heimat Persien, bereitete mir meine Großmutter Tee aus Quittenschalen bei Halsentzündungen. Dafür schälte sie die Quitten und kochte die Kerne und die Schalen kurz auf. Dann den Sud kurz stehen lassen. Über den Tag verteilt trinken.

Bildquelle Asperlblüte: http://wandertipp.at/bernhardbaumgartner/2011/11/28/rekordernte-2011-auch-bei-den-asperln/

Bildquelle Quittenkas: Ungeschalte Rezepte, http://www.rezeptefinden.de/s/ungeschalte.html

Schlehdorn

Schlehdorn – Prunus spinosa, Rosengewächse – Rosaceae, Bockbeerli, Eschendorn, Hagedorn, Schlehe, Schwarzdorn

Schlehdorn

Schlehdorn

Wer schon einmal beim einem Hundespaziergang den Ball aus einer Hecke mit blauen Früchten und bösen langen Stacheln holen musste – hat Bekanntschaft mit dem Schlehdorn gemacht. Wenn dann auch noch der Haar-Reifen und der Schal im Gebüsch bleiben, die Frisur endgültig nicht mehr existiert – dann ist es sicher. Der Name Prunus – für Pflaume geht auf die Römer zurück und Spinosa bedeutet dornig.

Aussehen 

Der Schlehdorn ist ein sehr dornenreicher, stark verästelter Strauch, der im Frühling, ab März-April dicht mit wunderschönen kleinen weißen Blüten bedeckt ist.

Schlehdornblüte

Schlehdornblüte

Der Strauch wird 1-3 Meter hoch. Die 1-3 mm großen elliptischen, mattgrünen Blätter, sind am Rand leicht „gesägt“ und zeigen sich erst nach der Blüte. Er ist für viele Käfer und Raupen eine wichtige Nahrungsquelle. Die Stein- Früchte sind ähnlich groß wie Zuchtheidelbeeren (ca. 1 cm), Sie sind vor dem Frost ungenießbar. Nach dem ersten Frost wandelt sich die Stärke darin in Zucker um und die Früchte werden weich und schmackhafter. Auch eine Menge von Vogelarten schätzen diese willkommene Nahrung. Der Neuntöter bereitet sein Nest gerne in der Dornenhecke. Der Schlehdornstachel ist auch ein wichtiges Nahrungsdepot, weil der Vogel die Früchte auf den Dornen aufspießt und als Reserve für schlechte Zeiten hortet. Oft habe ich mich als Kind gewundert wie viele aufgespießte Früchte im Busch waren. Ganz wichtig ist der Schlehdorn für 20 verschiedene Waldbienenarten, die ihn als Nektarquelle nützen. Funde aus der Jungsteinzeit zeigen, dass die Pflanze in der Zeit der Pfahlbauten bereits von Menschen genützt wurde. Die Rinde des Schlehdorn ist fast schwarz – daher auch die Bezeichnung Schwarzdorn. Ich rücke aus, wenn die Blätter gelb werden, abfallen und dann gut sichtbar die stark blauen Früchte zeigen. Oft stehen sie am Rand von Autobahnen, was mich immer wieder in helle Verzweiflung bringt. Da leuchten sie so schön blau und ich kann nirgendwo stehen bleiben.

Standort

Häufig wird er in Windgürteln zwischen Feldern gepflanzt und dient so auch als natürlicher Zaun. Der Schlehdorn gedeiht bis zu einer Höhe von 1.500 Metern auch in den Nordalpen.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Wissenswertes

Die Blüten haben eine leicht abführende Wirkung. Als Tee ist er ein gutes Entschlackungsmittel für Frühjahrskuren. Die Blätter und die Früchte werden als Naturheilmittel gegen Harnwegserkrankungen und Verdauungsprobleme verabreicht. Der Schlehdorn wirkt adstringierend, entzündungshemmend, harntreibend, krampf- und schleimlösend. Außerdem gegen Atemwegsbeschwerden, Blasenleiden, Durchfall, Erkältungen, Hautausschläge, Hautunreinheiten, Herzschwäche, Husten, Magenbeschwerden, Magenkrämpfe, Magenschwäche, Menstruationsbeschwerden, Nierensteine, Ödeme, Prostatavergrößerung, Rheuma, Verstopfung, Wassersucht und Zahnfleischentzündung. Man vermutet, dass unsere heutige Hauszwetschke aus dieser Art hervorgegangen ist.

Er enthält Flavonoide, Blausäure, Cumarine, Emulsin, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Glykoside (Amygdalin – in den Kernen, ist eine Blausäure-Glykosid), Glykoside von Quercetin und Kämpferol (Phyto-Östrogen – auch in Weintrauben, Ginko, Brokkoli – ev. als Krebsprophylaxe – hemmt bestimmte Enzyme, die an der Entstehung von Krebs beteiligt sind).

Rezepte

Tee aus den Blüten des Schlehdorns zur Entschlackung

Blätter im Frühjahr nach dem Erscheinen ernten und auf Backpapier trocknen lassen. in ein Luftdichtes Glas füllen. 3-4 Mal täglich einen Löffel Blüten aufgießen und trinken. Das entschlackt. Wird oft als Blutreinigungs-Tee im Handel angeboten.

Tee aus den Blättern des Schlehdorns gegen Blasenbeschwerden 

Blätter und Früchte zum Trocknen

Blätter und Früchte zum Trocknen

Dafür die Blätter des Schlehdorns trocknen. 3-4 Esslöffel aufgießen und 15 Minuten ziehen lassen. 3 Mal täglich trinken.

Tee-Mischung mit Schlehdorn zur Entschlackung 

Dafür nimmt man getrocknet oder frisch

  • 20 g Schwarzdornblüten
  • 20 g Löwenzahnwurzel
  • 20 g Pfefferminze
  • 20 g Brennesselblätter
  • 20 g Ringelblumenblüten
  • eine Hand voll getrockneter Schlehdornfrüchte

Für eine Tasse Tee, einen gehäuften Teelöffel der Mischung nehmen und 7 Minuten ziehen lassen.

Schlehdorn Marmelade

Schlehdorn

Schlehdorn

Eine sehr mühsame Angelegenheit ist die Marmelade aus Schlehdorn. Hier ist es am einfachsten die ganzen Früchte zu kochen und dann die kerne durch ein Sieb auswerfen. Ich nehme wie immer Frucht und Gelierzucker 1:1 – besonders bei Schlehdorn sollte man mit dem Zucker nicht sparen. Einen Hauch Zimt und etwas Zitronensäure. Gerne verwende ich hier auch ein Päckchen Bourbon- Vanillezucker.

Schlehdorn Likör

Das ist ein Likör, für den meine Freundin Sylvia eine große Schwäche hat. Nach einem Jahr, bekommt er einen Cherry-ähnlichen Geschmack. Ich setze ihn jetzt im Oktober/November an und er sollte mindestens bis Weihnachten an einem warmen Ort stehen. Besonders gut schmeckt er zu Weihnachtskeksen.

Schlehdornlikör

Schlehdornlikör

  • 600 g Schlehen
  • 400 g Zucker oder Rohzucker
  • 2 Stangen Zimt
  • 5 Gewürznelken
  • 1 Vanilleschote aufgeschnitten
  • 2 Sternanis
  • 1 Liter Gin oder Wodka oder auch Ansatzkorn
  • 5-6 Esslöffel Honig
  • Saft einer Zitrone

Waldhimbeere

Waldhimbeere – Rubus idaeus – Rosaceae, sommergrüner Scheinstrauch

Waldimbeere

Waldimbeere

Die Waldhimbeere hat heuer ein besonders starkes Jahr. Trotz lang anhaltender Trockenheit, gibt es sehr viele Früchte. Die Waldhimbeere ist eine altbekannte Heil- und Nutzpflanze. Die Bezeichnung Rubus wurde von Carl von Linné 1753 erstmals veröffentlicht.

Aussehen

Waldhimbeere

Waldhimbeere

Die Früchte der Waldhimbeere sind zwar kleiner und mühsamer in der Ernte, aber der Geschmack ist ähnlich wie bei der Walderdbeere mit den gezüchteten Früchten nicht zu vergleichen. Die Himbeere wächst strauchartig, und bildet bis zu 2m hohe Ruten aus, die mit feinen Stacheln bedeckt sind. Die Pflanze trägt immer im zweiten Jahr Früchte und stirbt dann ab. Aus dem in der Erde verblebenden Wurzelstock treiben jährlich neue Ruten aus. Die Himbeere vermehrt sich natürlich auch durch ihre Samen, die von den Vögeln vertragen werden. Im Mai entwickelt die Pflanze aus den einzelnen Trieben rispenförmige Blütenstände mit weißen Blüten. Jede Blüte verfügt über je fünf Kelch- und fünf Kronblätter und  über zwanzig Staub- und Fruchtblätter. Die Früchte reifen ab Juli-August. Botanisch gesehen, ist die Himbeere keine Beere, sondern gehört zu den Sammelsteinfrüchten. Diese  Steinfrüchte bilden sich aus den einzelnen Fruchtblättern. Die nichtklimakterischen Früchte reifen nach der Ernte nicht nach (Klimakterium – Prozess, zwei-, bis dreifacher Anstieg der Atmung – Sauerstoff-Aufnahme, Kohlenstoffdioxyd-Abgabe, wie z.B. beim Abbau von Zellwandpektinen, sowie bei der Hydrolyse von Stärke – Alterungseinleitend, durch gasförmiges Phytohormon Ethen – autokatalysierend).

Die Waldhimbeere hat einen unnachahmlichen Duft und besonders aromatischen Geschmack. Dieser typische Geruch wird als Himbeerketon bezeichnet. Das ist ein natürliches Phenol. das in der Lebensmittelindustrie eingesetzt wird.  Die Laubblätter sind wechselständig angelegt und unpaarig gefiedert. Sie sind fünf-, oder sieben gezähnt. Die Blüten sind homogam und klebrig. Sie bieten den potentiellen Bestäubern Pollen und 46% Nektar an. Die Blüten sind weiß, radiärsymmetrisch und fünfzählig, mit doppelter Blütenhülle. Die Blüte wird von fünf Kelchblättern umhüllt. Zwischen Mai und August werden einzelne Sprossachse gebildet und rispige Blütenstände. Die Vermehrung findet „normal sexuell“ und auch unterirdisch über die Rhizome statt. AUs den Rhizomen bilden sich im nächsten Frühjahr neue Triebe aus. Die Früchte bilden sich oft bis zum ersten Frost aus. Wie auch der Schlehdorn und die Brombeere bietet die Himbeere vielen Schmetterlingsraupen „Heimat“ an.

Standorte

Himbeerstrauch

Himbeerstrauch

Himbeeren

Himbeeren

Als Waldpionier besiedelt die Waldhimbeere gerne Kahlflächen nach Schlägerungen, sie ist ein Nitratanzeiger und passt sich veränderten Bedingungen gut an. Himbeeren mögen keine Staunässe, Halbschatten mit hoher Luftfeuchtigkeit ist der beste Standort. Gerne stehen sie boshafterweise auch auf Waldhängen zu denen man kam Zugang hat und Kletterakte durchführen muss. Meist sehe ich wie nach einen Kampf  zerkratzt und zerstochen, aber glücklich aus.

Vermehrung

Durch Stecklinge, oder Rhizome und Samen.

Inhaltsstoffe

Schon seit der Antike wird die Heilkraft der Waldhimbeere geschätzt. Im Mittealter wurde die Pflanze in den Klöstern kultiviert. Sie wirkt antibiotisch, appetitanregend, entwässernd, und leicht abführend. Sie stimuliert die Abwehrkräfte, unterstützt das Immunsystem und regt den Stoffwechsel an. Himbeeren beinhalten einen hohen Anteil an Vitamin C, Anthocyane (Farbstoff, helfen freie Radikale im Körper anzufangen, stärken das Herz-Kreislaufsystem), Folsäure, sowie einem verhältnismäßig hohen Anteil der Spurenelemente Kalium, Calcium, Eisen und Magnesium. Der Eisengehalt ist ebenfalls bemerkenswert hoch und regt damit Blutreingung und Blutbildung an. Die Himbeere weist einen hohen Anteil von Tannin auf, einem Polyphenol, das stark antibakteriell wirkt. Außerdem noch Fruchtsäuren, die unsere Abwehrkräfte stärken und die Wundheilung beschleunigen.

Rezepte

Himbeertee

Die Blätter der Himbeere weisen einen reichen Gehalt an Gerbstoffen auf. Himbeertee,  aus Frucht- und Blätterbestandteilen, wird gern bei Beschwerden des Magen- und  Darmtraktes angewendet. Sie wirkt auch bei Blasen- und Nierenleiden, Sodbrennen und Verdauungsproblemen. Dafür sammle ich schon im Frühjahr die ersten frischen Blätter. Trockne sie auf einem Backpapier und stelle sie in Gläser. Ab Juli sammle ich die Früchte und trockne sie ebenfalls für den Tee. Die Früchte werden am Besten in einer Darre getrocknet, weil dann die Fäule nicht so leicht eintritt. Getrocknete Blätter – Rubi idaeiflolium (DAC) enthalten Gerbstoffe – Gallotannine und Ellagitannine, Flavonide, und Vitamin C. und helfen bei leichten Durchfallerkrankungen, zum Gurgeln bei Entzündungen im Rachenbereich, für Waschungen bei chronischen Hauterkrankungen. Fermentierte Blätter schmecken nach Schwarztee und werden gerne in Teemischungen angeboten. Die Wirkung der Pflanze reicht von entzündungshemmend, blutreinigend, adstringierend bis zu beruhigend, fiebersenkend, harn- und schweißtreibend. Eingesetzt wird sie unter anderem bei geschwächtem Immunsystem, Rheuma, Halsentzündungen, Mundgeschwüren oder Verdauungsproblemen.

Die Blätter wirken außerdem zyklusregulierend und bei Mentsruationsbeschwerden. Als Tee werden die Blätter schon seit dem Altertum als Geburtsvorbereitung verabreicht. Er solle weheneinleitend wirken. Seitens der Wissenschaft ist das aber nicht bestätigt.

Wald-Himbeerparfait

Waldhimbeerparfait

Waldhimbeerparfait

  • 3 Eigelb
  • 100 Gram Zucker
  • 250 Gramm Mascarpone (auch light)
  • 250 ml Schlagobers
  • 250 Gramm Himbeeren
  • 2 Eßlöffel Staubzucker
  • 1 Pkg Bourbon-Vanille

Himbeeren (bis auf einige für die Dekoration) mit dem Rührstab pürieren und durch ein Sieb streichen, um die Samen auszusieben. Gesiebtes Püree mit Staubzucker verrühren. Das Schlagobers steif schlagen. Eigelb und Zucker cremig rühren, Mascarpone zufügen und alles zu einer cremigen Masse verrühren. Das Obers und 1 Esslöffel des Himbeerpürees unterheben, die Masse in eine mit Klarsicht-Folie ausgelegte Form gießen und 5-6 Stunden frieren lassen (am besten am Tag vorher zubereiten). Dessertteller mit einem Himbeerpüreespiegel und einigen Himbeeren dekorieren. Das Parfait stürzen oder in Stücke schneiden und auf den Himbeerspiegel legen. Kann auch gut auf Vorrat vorbereitet werden. Dieses Rezept gelingt auch bestens mit Lactose-freien Produkten.

Wald-Himbeerlikör

Himbeer-Likör

Himbeer-Likör

  • 600 Gramm frische Himbeeren
  • 120 Gramm weißen Kandiszucker
  • ½ Liter hochprozentigen Alkohol
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Biozitrone

Himbeeren waschen und in eine Flasche mit größerer Öffnung füllen. Vanilleschote aufschlitzen und dazu geben. Mit dem Alkohol aufgießen. Den Kandiszucker darin schwenken. Zuletzt den Saft der Zitrone dazu geben. Zuschrauben und an einen sonnigen Platz stellen. Einmal pro Tag schwenken, damit sich der Zucker auflöst. Der Likör ist in etwa 3 Wochen fertig. Die beschwipsten Früchte schmecken herrlich auf Vanilleeis.

 

Weißdorn

Weißdorn – Crataegus oxyacantha, Kernobstgewächse, Rosaceae

Weißdorn

Weißdorn

Der Weißdorn steht jetzt in voller Blüte. Zu verwenden sind seine Blüten, die Blätter und die schönen roten Früchte.

Aussehen

Der Weißdorn kommt als Baum oder Strauch vor. Es gibt viele verschiedene Mischlingsarten –  Hybriden. Die verschiedenen Arten kreuzen sich ziemlich einfach untereinander und das führt zu  häufig polyploiden (mehr als zwei Sätze von Chromosomen in den Zellen) statt diploiden (doppelter Chromosomensatz. Von einer Chromosomensorte ist jeweils ein Paar vorhanden) Unterarten. Die so entstandenen polyploiden Weißdorne pflanzen sich oft apomiktisch – ohne Meiose, ohne Verschmelzung von Gameten (Männliche Samenzellen (Spermien) oder weibliche Eizellen, deren Chromosomensatz nur die Hälfte der Gene enthält), also ungeschlechtliche Fortpflanzung durch Agamospermie fort. Alle diese Nachkommen sind dann genetisch identische Klone, der Mutterpflanze. Das führt zu Problemen bei der Benennung. Weißdorn-Bäume können mehr als fünf Meter hoch werden. Sie haben eine glatte Rinde und an den Ästen lange, sehr spitze Dornen. Die Blätter sind dunkelgrün, etwas eiförmig mit Ausbuchtungen und glänzend.

Weißdornblatt

Im Frühjahr beginnt er mit weißen (manchmal zart rosa) Blüten in Trugdolden zu blühen. Im August bis September zeigen sich rote apfelähnliche Früchte. Die Früchte sind ein wenig mehlig und säuerlich.

Weißdorn Früchte

Weißdorn Früchte

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es Jahre mit großer Fülle an Früchten gibt und welche, wo sich kaum welche zeigen. Heuer sieht es vielversprechend aus. Die meisten Bäume habe ich auf der Donauinsel gefunden.

Standorte

An Waldrändern, als Hecken in sonnigen Lagen, ich habe ihn auch schon mitten im Wald angetroffen. Er ist anspruchslos bezüglich Boden. Die hübschen Blüten streue ich gerne auf Frühlingssalate.

Inhaltsstoffe

Wie auch der Fingerhut (Digitalis) wirkt der Weißdorn – positiv introp – aber im Gegensatz zum Digitalis hat er keine Nebenwirkungen. Er ist in der Wirkung auch schwächer. In schweren Fällen ist immer noch Digitalis angesagt. Hauptsächlich beinhaltet der Weißdorn die oligomeren Proanthocyanidine – Gruppe der Polyphenole gehören. Dann noch Glykoside, Flavonoide, Säuren (einschließlich Ascorbinsäure = Vitamin C und Gerbsäure), Procyanidine und Trimethylamin. Er wird eingesetzt bei Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen, Herzschwäche als Folge von verengten und verhärteten Arterien (Arteriosklerose, verengte Herzkranzgefäße) und hochdruckbedingtes Ohrensausen.  Auch das darin enthaltene Crataeguslacton, die Crataegussäure, spielt eine wichtige Rolle bei der Herzwirksamkeit des Weißdorns. Diese Inhaltsstoffe haben eine herzstärkende Wirkung, besonders bei Altersherz oder Herzinsuffizienz (empfohlen durch die Kommission E). Er erweitert die Blutgefäße und fördert damit die allgemeine Durchblutung. Damit ist der Weißdorn auch ein hilfreiches Mittel gegen zu niedrigen Blutdruck, als vorbeugendes Mittel gegen Herzinfarkt, Bei Herzrhythmusstörungen, Nervosität, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen und bei Angina Pectoris. Weißdorn muss im Blut angereichert werden und muss deswegen über einen längeren Zeitraum eingenommen werden um seine volle Wirkung entfalten zu können.

Heilwirkung

Schon im alten Rom wurden Weißdornzweige in Amulette eingearbeitet, um das Böse abzuwenden. Auch an Stalltüren nagelte man Zweige aus Weißdorn um das Vieh zu schützen. In vielen Kulturen steht diese Pflanze für die Fruchtbarkeit

Rezepte

Weißdorn-Likör

Die Früchte zu ernten ist wegen der Dornen ein Wenig mühsam. Ich habe es mir angewöhnt im Falle von Sanddorn und Weißdorn mit Handschuhen zu arbeiten, die innen gummiert sind.

Auf eine Flasche mit ½ Liter Inhalt

  • Kandiszucker braun, nach Geschmack ( in etwa 300 Gramm)
  • ½ Vanilleschote
  • 3 Hände voll Weißdornfrüchte
  • Alkohol mit mindestens 40% vol. Proz.

Der Ansatz sollte auf jeden Fall 3 Monate reifen können. Die alkoholisierten Früchte schmecken herrlich auf Vanilleeis.

Weißdorn-Marmelade

Weißdornmarmelade

Weißdornmarmelade

Das ist ein wenig mühsam, ähnlich wie bei der Hagebutte, aber unschlagbar gut. Hier die Früchte 1:1 mit Gelierzucker einkochen und wenn sie weich sind, durch ein feines Sieb drücken. Ein wenig Vanillezucker und Zitronensäure runden den Geschmack ab. Um die schöne rote Farbe zu erhalten, gebe ich ein Päckchen Johannisbeer-Pulver dazu. So schlägt die Farbe nicht in braun um.

Weißdornfrüchte als Kompott

Köstlich schmecken die kleinen Früchte als Kompott eingekocht. Etwas Zimt, braunen Zucker und Vanille. Das Kompott ist eine ausgefallene Variante zu Wild, anstelle von Preiselbeeren. Das Kompott unbedingt dunkel und kühl lagern.

Tee aus Weißdorn

Dafür sammle ich die Blüten, die Blätter und getrocknete Früchte aus dem Vorjahr. Mit heißem Wasser aufgießen und 20 Minuten ziehen lassen. Auch beim Tee entfaltet sich die volle Wirkung erst nach mehrmaliger Anwendung.

Rose

Rose – Rosengewächse – Rosaceae

Rose Rehst

Rose Resht

Heuer blühen sowohl die wilden, als auch die veredelten Rosen besonders üppig und es zahlt sich aus die Rosenblätter zu ernten. Die Blume der Liebe hat aber auch noch spannende kulinarische Seiten.

Wildrose

Wildrose

Inhaltsstoffe

Ätherische Öle, Gerbstoff, Gerbsäure, Geraniol, Saponine.

Heilwirkung

Die Heilwirkung von Rosen ist schon seit tausenden von Jahren bekannt. Ob als Rosenöl, oder als herrliche orientalische Rosenmarmelade, im Ayurveda, bei Bachblüten oder in Salben und Cremes ist sie als Arzneischatz gerne verwendet worden. Besonders im Orient und da besonders bei den Persern, wurde die Rose vielseitig eingesetzt. Dort hat sie ihren wahren Ursprung und die Perser begannen die Rosen zu veredeln. Schon seit dem 8. Jhdt. nach Christus gab es in Persien einen regen Handel mit Rosenwasser und Rosenöl. Das ätherische Öl aus der Rose ist sehr kostbar, weil man extrem viele Blüten braucht, um wenige Tropfen davon herzustellen.

Es ist Bestandteil von Salben und Cremes verbreitet Wohlgeruch. Rosenöl hat  auch pflegende und lindernde Wirkung.  Das echte Rosenöl wirkt entspannend und fördert die Sinnlichkeit.

Rezepte

Marmelade aus Rosenblüten

Rose Resht

Rose Resht

Dafür verwende ich sehr gerne die Rose de Resht, die heuer überborden blau-rosa blüht. Ganz bewusst lasse ich diesen Stock beim Spritzen der Rosen aus. Sie ist eine Damascener „Duftrose“, kam ursprünglich aus Persien und wurde 1940 von Norah Lindsey aus dem Iran nach England gebracht. Diese Rose hat einen besonders hohen Ölgehalt in der Blüte. Ein Duft, den sie auch im Trocknen behält. Deswegen eignet sie sich besonders gut zum Füllen für Pölster oder als Duftkissen in Schränken.

  • Rosenblüten in der Früh geerntet
  • Gleich viel Gelierzucker
  • Vanillemark
  • Rosenöl
  • Zitronensäure

Die Blüten waschen und feucht in einem höheren Topf erhitzen. Gelierzucker, Vanille und etwas Zitronensäure dazu. Kurz aufkochen lassen. Mit Rosenöl oder Rosenwasser (günstiger) verfeinern. Sofort in Gläser füllen. Passt auch sehr gut zu gehaltvollem Käse. Meine Marmelade ist heuer besonders gut gelungen und hat eine intensive fast blaue Färbung.

Rosenmarmelade

Rosenmarmelade

Hagebuttenmarmelade

Hagebutten

Hagebutten

Die Hagebutte (Rosa canina), die ich gerne für Marmelade verwende, ist die Frucht der weißen oder rosa Wildrose.(auch als Heckenrose bekannt). 100 Gramm frische Hagebutten enthalten 400-5.000 mg Vitamin C. Sie enthalten Vitamin C, Flavone, Fruchtsäuren, Vitamin B-Komplex. Frisch wirken sie bei Erkältungen, bei erhöhtem Vitamin C Gehalt, Frühjahrsmüdigkeit, sie stärkt das Immunsystem, ist leicht harntreibend.

Hagebuttenmarmelade

Hagebuttenmarmelade

Hagebutten ernte ich nach dem ersten Frost, wenn die Früchte weich und süß geworden sind. Die Herstellung ist zwar etwas mühsam, zahlt sich aber aus. Das Rezept ist gleich (ohne das Rosenöl) wie bei der Rosenblütenmarmelade, jedoch werden die Hagebutten nach dem Kochen noch durch ein sehr feines Sieb gepresst.

Aufpassen! Die frischen Kerne der Hagebutte sind das „Juckpulver“. Im Volksmund heißt die Hagebutte „Hädschipetschi“. Auch sie passt herrlich zu Käse.

Rosenblütenblätter auf gerötete trockene Augen

Ungespritzte Rosenblätter als Kompressen für 15 Minuten einfach auf die Augenlider legen. Sie haben entzündungshemmende und abschwellende Wirkung. Das ätherische Öl wirkt krampflösend.

Die Rose wirkt gegen Verdauungsstörungen, ist krampflösend, abschwellend, entzündungshemmend, sie wirkt bei nervösen Herzstörungen, ist kräftigend, beruhigend und ausgleichend für das Gemüt. Bei nervösen Herzstörungen Rosenöl rund um die Herzgegend auftragen und einmassieren. Nach Insektenstichen helfen zerriebene Rosenblüten die Schwellung und den Juckreiz zu nehmen.

Außerdem hilft sie gegen starke Periodenblutung, bei Verstopfung, Durchfall, Leberschwäche, Gelbsucht, Herzbeschwerden (leichte), Ohnmacht, Schwindel, Kopfschmerzen, Melancholie (nicht bei Depressionen), Zahnschmerzen, Ohrenschmerzen, Augenschmerzen, Gebärmutterschmerzen, Heuschnupfen, Wechseljahrsbeschwerden, Leichte Verbrennungen, oder schwer heilenden Wunden

Tee aus Rosenblüten

Blütenblätter von ungespritzten Rosen. In der Früh gepflückt, haben sie den besten Duft zu vergeben. Entweder als frische oder getrocknete Blätter verwenden. Beim frischen Tee-Aufguss die Blätter mit heißen Wasser übergießen und fünf Minuten ziehen lassen. Bei Magenkrämpfen wirkt dieser Tee krampflösend und entspannend. Getrocknete Blütenblätter kam man sehr gut in Gläsern als Vorrat aufbewahren. Dieser Tee wirkt beruhigend, entschlackend und entspannend und in den Wechseljahren wirkt der wohlschmeckende Tee harmonisierend.

Rosenwasser selbst herstellen

Herstellung

4 Hände voll ungespritzte Rosenblütenblätter und einen halben Liter Wasser. Die Blütenblätter in einen Topf mit Deckel geben und mit handwarmem Wasser übergießen. Den Topf zudecken und  2 Tage lang kühl stellen.  Nach 2 Tagen absieben. Jetzt wieder 4 Hände voll Rosenblätter in den Topf dazu geben. Wieder 2 Tage ziehen lassen. Nach diesen weiteren 2 Tagen absieben und fertig ist das Rosenwasser. Haltbar wird es, wenn man es in Eiswürfelförmchen einfriert.

Echtes Rosenwasser ist das Wasser, das nach der Wasserdampfdestillation (Rosen-Hydrolat) zurückbleibt. Ohne Zusatzstoffe zur Konservierung ist das Wasser nur kurze Zeit haltbar.

Es wirkt bei entzündeter und geröteter Mundschleimhaut oder Aphten, als Gurgellösung. Dafür 15-20 Tropfen Rosenwasser auf ein Glas Wasser. Man kann es einsetzen bei Ekzemen, Gürtelrose oder Herpesinfektionen. Dafür Rosenwasser-Kompressen oder Auflagen herstellen. Umschläge und Brustwickel mit etwas angewärmtem Rosenwasser  beruhigt für Herz und Nerven.

Mädesüß

Mädesüß – Filipendula ulmaria – Rosengewächse – Rosaceae – Hemykryptophyt (Überdauerungsknospen liegen an der Oberfläche)– Schaftpflanze (senkrechte Wurzel), Bacholde, Wiesenkönigin, Waldbart, Geißbart

Mädesüß

Mädesüß

Seinen Namen hat das Mädesüß vermutlich aus der Tatsache, dass die Blüten gerne zum Nachsüßen von Wein und Met – Metsüß – verwendet wurden. Das echte Mädesüß ist eine Leitpflanze der Mädesüß-Hochstaudenfluren. Sie blüht von Juni bis Juli/August. In den Wäldern und Höhenlagen blüht sie bis in den September.

Aussehen

Ich liebe das Mädesüß in Wiesenblumensträußen. Als Kind sagt ich immer: „wenn ich einmal heirate, dann nur –  wenn ich einen Maiglöckchenstrauß mit Mädesüß bekomme“. Sehr gerne verwende ich Mädesüß in Gestecken für festlich gedeckte Tafeln. Sie zaubern den Gästen immer ein Lächeln ins Gesicht. Außerdem verbreitet es einen herrlichen Duft nach Vanille, Mandel und Honig – und den besonders gegen Dämmerung. Selbst im Verwelken verströmt die Pflanze einen angenehm süßlichen Geruch aus. „Mede“ ist auch ein alter Begriff für Graslandschaft. Das echte Mädesüß ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die bis zu 1,5 Meter hoch werden kann. Es hat dunkelgrüne, gefiederte, rosenblatt-, oder auch ulmenblatt-, ähnliche Blätter, die eine sehr starke Aderung zeigen. Auf der Unterseite haben sie einen weichen weißen Flaum. Von der Ähnlichkeit zum Ulmenblatt stammt auch die Bezeichnung „ulmaria“.

Mädesüßblatt

Mädesüßblatt

Es kommen Pflanzen mit zwittrigen oder auch männlichen Blüten vor. Die Trugdolde hat kleine, vanillefarbene Blüten, die radärsymmetrisch angelegt sind. Sie sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Blüten sind Pollenscheibenblumen. Die Blüten sitzen auf Kelchblättern. Weiße Griffel enden in rundlichen, gelben Narben. Aus jeder Blüte entstehen sechs bis acht Nüsschen, die so eng aneinander stehen, als wären sie eine Frucht. Teilt man sie durch Druck, fallen sie in sichelförmige Nüsschen auseinander. So kann man das echte Mädesüß gut von kleinen Mädesüß unterscheiden (Filipendula vulgaris oder auch knolliges Mädesüß). Da haben die Nüsschen keine Sichelform, sondern sind gerade.

Mädesüß klein

Mädesüß klein

In den Nüsschen sind die Samen angelegt. Mit seinem Mandelduft lockt es Bienen, Schwebfliegen, Fliegen und Käfer an. Wenn die Pflanze reift, verringert sich das Gewicht und die Nüsschen trocken. So können sie leichter davon schweben und sind auch schwimmfähig (Nautochorie). Die Nüsschen werden auch zu den Anhaftern (Epichorie) gezählt. Das Mädesüß kämpft gegen den Rostpilz – Triphragmium ulmariae. Für den Mädesüß-Permuttfalter ist es die einzige Nahrungsquelle. Die Pflanze wurde früher auch Spirea genannt – steht für Aecetyl. Das Mädesüß ist neben der Weidenrinde das natürliche Aspirin.

Mädesüßblüte echtes Mädesüß

Mädesüßblüte echtes Mädesüß

Standorte

Bachufer, Waldränder, Feuchtwiesen, Bergwiesen.  Es liebt sickernasse, oder grundnasse Gebiete, die nährstoffreich bis mäßig sauer sein können.

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl, Salizylsäureverbindungen, Heliotropin, Vanillin, Zitronensäure, Gerbsäure, Schleinmstoff Ellagitannin (schützt die Schleimhäute und wirkt antioxydativ), Gaultherin, Kieselsäure, Terpene, Wachs, Fett, Farbstoff Spiraein. Wenn man die Blätter zerreibt strömt der Geruch nach Salecylaldehyd aus (Rheumasalbengeruch). Acetylsalicylsäure. Achtung bei bekannten Allergien gegen Acetylsalicylsäure – Aspirin! Das Mädesüß ist ein natürliches Aspirin.

Heilwirkung und Rezepte

Das Mädesüß galt schon bei den Druiden und Kelten als uralte Kult- und Kulturpflanze, neben dem Eisenkraut und der Wasserminze als die heilige Pflanze. Auch Hildegard von Bingen schätzte die Heilkraft des Mädesüß. Ein alter Name für das Mädesüß war Steinbrech.

Teeaufguß aus Echtem Mädesüß

Ich sammle jetzt Anfang Juni die Blätter, die Wurzeln und die Blüten. Die Blüten können gut auf einem Backpapier auf Vorrat getrocknet werden und halten sich im Glas sicherlich ein Jahr lang. Ebenfalls können die Blätter getrocknet werden und z.B. mit Lindenblüten gemischt einen herrlichen Tee ergeben.

1 TL Mädesüßblüten und –blätter mit 250ml kochendem Wasser übergießen und 5. Minuten ziehen lassen. Den Tee mit etwas Honig gesüßt,  5 Min. ziehen lassen und den Tee schluckweise trinken. Ich sammle gerne vom Mädesüß vorwiegend die Blüten und die Wurzeln (getrocknet). Der Tee wirkt unterstützend bei Erkältungen bzw. grippalen Infekten, Durchfall und Sodbrennen. Auch bei der echten Grippe kann er lindernd wirken. Er senkt das Fieber und wirkt schmerzlindernd und hilft beim Abschwellen der Schleimhäute. Mädesüß wurde schon in früheren Zeiten gegen die meisten Arten von Ödemen verwendet. Er eignet sich auch hier als Tee. Er hat harntreibende und entgiftende Wirkung und hilft bei Problemen des Harnapparates und des Stoffwechsels helfen. Weiters hilft Mädesüß bei Kopfschmerzen, Völlegefühl, Blähungen, verschiedenen Hautkrankheiten, unreine Haut, Gelenkschmerzen, Arthritis, Muskelkrämpfe, Sodbrennen, Fieber in Folge von Erkältungen. Ich mag den Tee auch gerne kalt mit etwas Zitronensaft.

Tee aus der Wurzel

Wurzel-Tee wird kalt angesetzt und muss sechs Stunden stehen, bevor er kurz aufgekocht wird. Dann lässt man ihn zwei Minuten ziehen und seiht ihn anschließend ab.

Mädesüßblüten in den Wein

Mädesüß mit flüssigem Honig zugedeckt 3 Wochen ziehen lassen. Ist ein aromatischer guter Brotaufstrich.

Mädesüßkompressen

2-3 Handvoll Mädesüßblüten mit 1 Liter Wasser, erhitzen (nicht kochen). Den Ansatz 10 Min. auf der noch warmen Herdplatte stehen lassen. Heiße Kompressen mit diesem Absud herstellen. Sie helfen bei rheumatischen Gelenkschmerzen, Arthritis und Gicht.

Likör aus Mädesüßblüten

  • 2-3 Blütenkörbe Mädesüß
  • 200 Gramm braunen oder gelben Rohrzucker
  • 1/2 Liter Wasser
  • 1/2 Liter hochprozentigen Alkohol ohne Eigengeschmack (Korn oder Wodka)

2-3 Blütenkörbe Mädesüß ausschütteln – falls Käfer darauf sind. Wasser und Zucker ca. 5 Minuten aufkochen. Dann die Pflanzen herausnehmen und das Zuckerwasser noch weiterkochen lassen, bis es etwas sirupartig wird. Alles durch ein sauberes Leintuch drücken und in einem Topf mit dem Alkohol vermengen. Sofort noch warm in Flaschen abfüllen. je hochprozentiger der Alkohol ist, desto besser hält sich der Likör. Passt sehr gut aufgespritzt mit Sekt.