Tag-Archiv | Heckenrose

Hagebutte

Hagebutte – Rosaceae, Hätscherl, Hetschepetsche, Hainbutten, Hetscherl

Hagebutten

Jetzt nach dem ersten Frost reifen die Hagebutten heran und schmecken süß. Rot glänzten sie heute in der Früh unter der zarten Schneedecke hervor. Meine Rosensträucher waren dicht besiedelt mit Kohlmeisen, Kleibern und sogar ein Specht war dabei. Alle haben sich die süßen Hagebutten als willkommenes Futter geholt. Die Bezeichnung „Hag“ weist auf Hecke, Umzäunung hin. Der Wortteil „Butte“ auf die From – wie ein Fässchen aussehend. Wer kennt nicht das Kinderlied „Ein Männlein steht im Walde…“, von Hoffmann von Fallersleben, das sich auf die Hagebutte bezieht. Man vermutet, dass auch schon die Steinzeitmenschen Hagebutten zu Nahrung verwendet haben.

Aussehen

Die Hagebutte ist eigentlich eine Sammelnussfrucht – Scheinfrucht, die sich aus der fleischigen Blütenachse entwickelt. Sie ist die Frucht der Rose, meist der Hundsrose – Rosa canina L., oder Heckenrose. Sie bildet sich aus dem Boden der Blüte. Vorerst ist sie grün und färbt sich im Reifeprozeß in das typische Hagebuttenrot. Zurerst sind die Früchte hart und nach dem Frost erst weich und süß. Im Inneren der Frucht befinden sich die goldgelben Nüsschen, die mit feinen Härchen – Widerhaken – bedeckt sind.

Hagebuttenkerne

Sie sind als  „Juckpulver“ bekannt. Wie viele arme Opfer hat es da in meiner Volksschulzeit gegeben! Aber dieses Juckpulver kann auch Allergien auf der Haut auslösen. Alle Rosenarten bilden Hagebutten.

Standorte

Hagebutten reif

Wild blühende Rosenarten sind oft als Hecken in Windgürteln zu finden, an Waldlichtungen, an Wiesen- und Bachrändern.

Heckenrose

Wild- oder Heckenrose 

Natürlich bilden auch alle gezüchteten Rosenarten Hagebutten, die mehr oder weniger wohlschmeckend sind.

Rose Resht

Rosa damascena

Die Damaszenerrose bildet besonders mollige Hagebutten mit recht viel Fruchtfleisch aus.

Inhaltsstoffe – Wissenswertes 

Für die Verarbeitung der Frucht sammle ich gerne die Wildform, aber auch die Frucht der Damasezner Rose, die sehr fleischig sein kann. Vitamin C, A, B1, B2, B6, Pektine, Zucker, Fruchtsäuren, Kalium, Magneisum, Eisen, Gerbstoffe und Galactolipide – chemische Substanz, die such aus Galactose – Zucker und einem Molekül Glycerin zusammensetzt. Galactolipide – GOPO genannt, wirken bei rheumatischen Erkrankungen und Osteoporose. Dieser Stoff ist vor allem in den Kernen der wilden Hagebutte enthalten. Ausserdem noch Lycopin – das zur Gruppe der Carotinoide gehört. Es kommt in hoher Konzentration in Paradeisern vor. Es gehört zu den Tetraterpenen und ist z.B. auch als Lebensmittelfarbstoff E 160 EU weit erlaubt. Lycopin gehört zu den Antioxidanten und ist ein wichtiger Radikalfänger. Die Wirkstoffe der Hagebutte werden auch bei Zahnfleischentzündungen eingesetzt. Die Hagebutte ist auch bei einem Mangel an Vitamin C anzuraten. Appetitlose Kinder können mit Hagebuttenmus oder Hagebuttenmarmelade angereget werden. Zur Zeit wird die Wirkung als Cholesterinsenker gegen das LDL Cholesterin untersucht. Neben dem Sanddorn ist die Hagebutte, in unseren Breiten die Frucht mit dem höchsten Anteil an Vitamin C. Im Mittelater wurde die Hagebutte als Mittel gegen Brechreiz und „Bluthusten“ verwendet. Nach einer gelungenen Entbindungen setzten Hebammen eine Wildrose mitsamt der Nachgeburt. Das war eine Gabe an die Fruchtbarkeitsgöttin „Frigga“. Das Öl aus der Hagebutte, beinhaltet viel an ungesättigten Fettsäuren und Vitamin A. Es wird als Medikament gegen Narben auf der Haut und als Antifaltenmittel gerne verwendet. Die zerriebenen Kerne sind als „Falsche Vanille“ bekannt. Natürlich kann die Hagebutte auch roh gegessen werden. Das stärkt das Immunsystem.

Das Pulver aus der Hagebutte wird bei Arthrose-Erkrankungen, bei Gicht und Rheuma eingesetzt.

Rezepte

Hagebutten ernten man am besten wie gesagt, wenn sie reif und weich sind. Nur für die Verarbeitung als Tee nehme ich Früchte, die noch ein härteres Fruchtfleisch besitzen. Bei der Herstellung von Marmelade verwende ich ganz reife Früchte. Da lassen sich die Kerne auch schön rausdrücken.

Tee aus Hagebutten

Dafür die noch nicht ganz weichen Früchte ernten und die Kerne – mit Handschuhen – entfernen. Das Fruchtfleisch in kleine Teile schneiden und auf einem Backpapier ein paar Tage trocknen lassen. Der Tee schmeckt wunderbar süß-sauer und hilft bei Erkältungskrankheiten, und die Pektine sind harntreibend und ganz leicht abführend. Der Tee kann begleitend bei Nieren- und Blasenleiden eingesetzt werden. Ganz wichtig – der Hagenbutten Tee hilft bei Frühjahrsmüdigkeit. Wenn ich ausreichend wilde Malven finde oder meine Hisbiscus-Sträucher (rot) gut getragen habe, trockne ich diese Blüten und vermische sie mit den Hagebutten. Die säuerliche Note dieser Teemischung ist dann besonders fein.

2 Teelöffel der getrockneten Hagebutten mit heißem Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen. Dann abseihen. 3-4 Tassen täglich trinken.

Hagebuttenmarmelade

Hagebuttenmarmelade

Das ist die Marmelade, die bei mir auf die Husarenkrapferln kommt. Das ist Weihnachten. Ein wenig aufwendig ist die Herstellung schon, aber es zahlt sich aus.

  • 1 Kg Hagebutten
  • 1 Kg 1:1 Gelierzucker
  • Zitronensaft von 2 Zitronen
  • Mark 1 Vanilleschote
  • 2 Teelföffel Zitronensäure
  • 1 Messerspitze Zimt – wer mag

Die weichen Früchte gewaschen und ohne Stiel weich kochen. Die Früchte durch ein feines Sieb drücken, um die Kerne zu entfernen. Alles wieder aufsetzten und den Zucker und die Gewürze einrühren. Die Marmelade sollte eine sämige Substanz erhalten. Sofort in Gläser einfüllen und gut verschließen. Bei der Hagebuttenmarmelade nehme ich gerne hochprozentigen Alkohol um die Oberfläche am Glasrand zu desinfizieren. Den brenne ich kurz ab und verschließe die Gläser sofort. Wer möchte, kann etwas Rum in die Marmelade einrühren.

Hagenbuttenlikör

  • 1/2 LIter Ansatzkorn oder hochprozentigen Alkohol ohne starken Eigengeschmack
  • 2 Handvoll Hagebutten
  • 1 Sternanis
  • 1 Mark einer Vanille
  • Zitronen
  • Brauner Rohrzucker
  • etwas Zitronensäure
  • 2 Esslöfel Honig

Die Hagebutten waschen und Stiele entfernen.  Ein großes Glas mit Deckel befüllen. Gewürze dazu geben, Honig einrühren. Für mindestens ein halbes Jahr vergessen und dann genießen. Ist pur oder mit Prosecco aufgegossen ein wunderbarer Begrüßungsdrink.

Husarenkrapferl mit Hagenbuttenmarmelade

Husarenkrapferln mit Hagebuttenmarmelade

Dieses Rezept stammt von zwei Damen, mich viel gelehrt haben. Vom Umgang mit der Natur, bis zur Herstellung von Marmeladen, mein Wissen über Pilze & Kräuter und dieses geliebte Rezept. Die Hagebutten für unsere Marmelade pflückte ich als Kind von einem uralten Heckenrosenstrauch auf der Wiese in Salmannsdorf.

  • 140 Gramm Mehl
  • 70 Gramm geschälte und geriebene Haselnüsse
  • 70 Gramm Backzucker
  • 140 Gramm weiche Butter
  • 2 Eidotter
  • etwas Zimt
  • Hagebuttenmarmelade
  • 1 Pkg Bourbonvanillezucker

Das Mehl mit den Nüssen und dem Zucker zu einem Häufchen mischen. Butter einarbeiten, die Gewürze und die beiden Eidotter. Den Mürbeteig in eine Klarsichtfolie wickeln und ca. 1 Stunde kühl rasten lassen. Dann eine etwa 3 cm dicke Rolle formen. Mit dem Messer 1 cm starke Scheiben schneiden. Das Rohr auf 175° C. Umluft vorheizen. Krapfen formen und in der Mitte eine Mulde eindrücken. 15-18 Minuten goldbraun backen. Herausnehmen und rasch in jede Mulde einen Tupfen Hagenbuttenmarmelade setzen. Die Krapfen noch einmal ins Rohr schieben und bei leicht geöffneter Türe kurz trocknen lassen. Die Temperatur auf 50 stellen. Noch warm mit Staubzucker anzuckern.

Hagenbuttenmarmelade passt auch genial zu Weichkäse, Leber- und Wildpasteten oder Fleischgerichten.

Hagebuttenpralinen

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  • 2 Esslöffel Hagebuttenmark
  • geriebene Schale einer Orange oder Mandarine (ungespritzt)
  • 100 Gramm geschälte geriebene Mandeln
  • 100 Gramm gehackte Pistazienkerne
  • 150 Gramm Bittercuvertüre

Das Hagenbuttenmus, mit den Mandeln vermengen. Die Schale einarbeiten. Pistazien – bis auf 3 Esslöffel der Menge – ebenfalls einarbeiten. Die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen. Die Masse zu Kugeln formen und auf Holzspießchen stecken. Dann in der handwarmen Kuvertüre wälzen. Etwas abkühlen lassen und rasch mit Pistazien bestreuen. Ich nehme dann halbierte Äpfel und stecke die Holzspiesschen hinein. So stelle ich die Kugeln mit Schokolade überzogen für 4-5 Minuten in den Tiefkühler.

Wildsauce mit Hagebutten

Hagebuttensauce

Eine exotische Wildsauce ergeben Hagebutten in der Wildsauce. Dafür den Bratensaft noch einmal mit 2-3 Esslöffel Hagebuttenmarmelade eindicken. Das ergibt erstens eine molligere Konsistenz und zweites einen süß-sauren Geschmack.

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weiterführende Literatur: Churbasik, Sigrun: Pflanzliche Entzündungshemmer: Schmerzfrei mit einer Nahrungsergänzung? Uniklinik-Freiburg.de 

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Rose

Rose – Rosengewächse – Rosaceae

Rose Rehst

Rose Resht

Heuer blühen sowohl die wilden, als auch die veredelten Rosen besonders üppig und es zahlt sich aus die Rosenblätter zu ernten. Die Blume der Liebe hat aber auch noch spannende kulinarische Seiten.

Wildrose

Wildrose

Inhaltsstoffe

Ätherische Öle, Gerbstoff, Gerbsäure, Geraniol, Saponine.

Heilwirkung

Die Heilwirkung von Rosen ist schon seit tausenden von Jahren bekannt. Ob als Rosenöl, oder als herrliche orientalische Rosenmarmelade, im Ayurveda, bei Bachblüten oder in Salben und Cremes ist sie als Arzneischatz gerne verwendet worden. Besonders im Orient und da besonders bei den Persern, wurde die Rose vielseitig eingesetzt. Dort hat sie ihren wahren Ursprung und die Perser begannen die Rosen zu veredeln. Schon seit dem 8. Jhdt. nach Christus gab es in Persien einen regen Handel mit Rosenwasser und Rosenöl. Das ätherische Öl aus der Rose ist sehr kostbar, weil man extrem viele Blüten braucht, um wenige Tropfen davon herzustellen.

Es ist Bestandteil von Salben und Cremes verbreitet Wohlgeruch. Rosenöl hat  auch pflegende und lindernde Wirkung.  Das echte Rosenöl wirkt entspannend und fördert die Sinnlichkeit.

Rezepte

Marmelade aus Rosenblüten

Rose Resht

Rose Resht

Dafür verwende ich sehr gerne die Rose de Resht, die heuer überborden blau-rosa blüht. Ganz bewusst lasse ich diesen Stock beim Spritzen der Rosen aus. Sie ist eine Damascener „Duftrose“, kam ursprünglich aus Persien und wurde 1940 von Norah Lindsey aus dem Iran nach England gebracht. Diese Rose hat einen besonders hohen Ölgehalt in der Blüte. Ein Duft, den sie auch im Trocknen behält. Deswegen eignet sie sich besonders gut zum Füllen für Pölster oder als Duftkissen in Schränken.

  • Rosenblüten in der Früh geerntet
  • Gleich viel Gelierzucker
  • Vanillemark
  • Rosenöl
  • Zitronensäure

Die Blüten waschen und feucht in einem höheren Topf erhitzen. Gelierzucker, Vanille und etwas Zitronensäure dazu. Kurz aufkochen lassen. Mit Rosenöl oder Rosenwasser (günstiger) verfeinern. Sofort in Gläser füllen. Passt auch sehr gut zu gehaltvollem Käse. Meine Marmelade ist heuer besonders gut gelungen und hat eine intensive fast blaue Färbung.

Rosenmarmelade

Rosenmarmelade

Hagebuttenmarmelade

Hagebutten

Hagebutten

Die Hagebutte (Rosa canina), die ich gerne für Marmelade verwende, ist die Frucht der weißen oder rosa Wildrose.(auch als Heckenrose bekannt). 100 Gramm frische Hagebutten enthalten 400-5.000 mg Vitamin C. Sie enthalten Vitamin C, Flavone, Fruchtsäuren, Vitamin B-Komplex. Frisch wirken sie bei Erkältungen, bei erhöhtem Vitamin C Gehalt, Frühjahrsmüdigkeit, sie stärkt das Immunsystem, ist leicht harntreibend.

Hagebuttenmarmelade

Hagebuttenmarmelade

Hagebutten ernte ich nach dem ersten Frost, wenn die Früchte weich und süß geworden sind. Die Herstellung ist zwar etwas mühsam, zahlt sich aber aus. Das Rezept ist gleich (ohne das Rosenöl) wie bei der Rosenblütenmarmelade, jedoch werden die Hagebutten nach dem Kochen noch durch ein sehr feines Sieb gepresst.

Aufpassen! Die frischen Kerne der Hagebutte sind das „Juckpulver“. Im Volksmund heißt die Hagebutte „Hädschipetschi“. Auch sie passt herrlich zu Käse.

Rosenblütenblätter auf gerötete trockene Augen

Ungespritzte Rosenblätter als Kompressen für 15 Minuten einfach auf die Augenlider legen. Sie haben entzündungshemmende und abschwellende Wirkung. Das ätherische Öl wirkt krampflösend.

Die Rose wirkt gegen Verdauungsstörungen, ist krampflösend, abschwellend, entzündungshemmend, sie wirkt bei nervösen Herzstörungen, ist kräftigend, beruhigend und ausgleichend für das Gemüt. Bei nervösen Herzstörungen Rosenöl rund um die Herzgegend auftragen und einmassieren. Nach Insektenstichen helfen zerriebene Rosenblüten die Schwellung und den Juckreiz zu nehmen.

Außerdem hilft sie gegen starke Periodenblutung, bei Verstopfung, Durchfall, Leberschwäche, Gelbsucht, Herzbeschwerden (leichte), Ohnmacht, Schwindel, Kopfschmerzen, Melancholie (nicht bei Depressionen), Zahnschmerzen, Ohrenschmerzen, Augenschmerzen, Gebärmutterschmerzen, Heuschnupfen, Wechseljahrsbeschwerden, Leichte Verbrennungen, oder schwer heilenden Wunden

Tee aus Rosenblüten

Blütenblätter von ungespritzten Rosen. In der Früh gepflückt, haben sie den besten Duft zu vergeben. Entweder als frische oder getrocknete Blätter verwenden. Beim frischen Tee-Aufguss die Blätter mit heißen Wasser übergießen und fünf Minuten ziehen lassen. Bei Magenkrämpfen wirkt dieser Tee krampflösend und entspannend. Getrocknete Blütenblätter kam man sehr gut in Gläsern als Vorrat aufbewahren. Dieser Tee wirkt beruhigend, entschlackend und entspannend und in den Wechseljahren wirkt der wohlschmeckende Tee harmonisierend.

Rosenwasser selbst herstellen

Herstellung

4 Hände voll ungespritzte Rosenblütenblätter und einen halben Liter Wasser. Die Blütenblätter in einen Topf mit Deckel geben und mit handwarmem Wasser übergießen. Den Topf zudecken und  2 Tage lang kühl stellen.  Nach 2 Tagen absieben. Jetzt wieder 4 Hände voll Rosenblätter in den Topf dazu geben. Wieder 2 Tage ziehen lassen. Nach diesen weiteren 2 Tagen absieben und fertig ist das Rosenwasser. Haltbar wird es, wenn man es in Eiswürfelförmchen einfriert.

Echtes Rosenwasser ist das Wasser, das nach der Wasserdampfdestillation (Rosen-Hydrolat) zurückbleibt. Ohne Zusatzstoffe zur Konservierung ist das Wasser nur kurze Zeit haltbar.

Es wirkt bei entzündeter und geröteter Mundschleimhaut oder Aphten, als Gurgellösung. Dafür 15-20 Tropfen Rosenwasser auf ein Glas Wasser. Man kann es einsetzen bei Ekzemen, Gürtelrose oder Herpesinfektionen. Dafür Rosenwasser-Kompressen oder Auflagen herstellen. Umschläge und Brustwickel mit etwas angewärmtem Rosenwasser  beruhigt für Herz und Nerven.