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Schlehdorn

Schlehdorn – Prunus spinosa, Rosengewächse – Rosaceae, Bockbeerli, Eschendorn, Hagedorn, Schlehe, Schwarzdorn

Schlehdorn

Schlehdorn

Wer schon einmal beim einem Hundespaziergang den Ball aus einer Hecke mit blauen Früchten und bösen langen Stacheln holen musste – hat Bekanntschaft mit dem Schlehdorn gemacht. Wenn dann auch noch der Haar-Reifen und der Schal im Gebüsch bleiben, die Frisur endgültig nicht mehr existiert – dann ist es sicher. Der Name Prunus – für Pflaume geht auf die Römer zurück und Spinosa bedeutet dornig.

Aussehen 

Der Schlehdorn ist ein sehr dornenreicher, stark verästelter Strauch, der im Frühling, ab März-April dicht mit wunderschönen kleinen weißen Blüten bedeckt ist.

Schlehdornblüte

Schlehdornblüte

Der Strauch wird 1-3 Meter hoch. Die 1-3 mm großen elliptischen, mattgrünen Blätter, sind am Rand leicht „gesägt“ und zeigen sich erst nach der Blüte. Er ist für viele Käfer und Raupen eine wichtige Nahrungsquelle. Die Stein- Früchte sind ähnlich groß wie Zuchtheidelbeeren (ca. 1 cm), Sie sind vor dem Frost ungenießbar. Nach dem ersten Frost wandelt sich die Stärke darin in Zucker um und die Früchte werden weich und schmackhafter. Auch eine Menge von Vogelarten schätzen diese willkommene Nahrung. Der Neuntöter bereitet sein Nest gerne in der Dornenhecke. Der Schlehdornstachel ist auch ein wichtiges Nahrungsdepot, weil der Vogel die Früchte auf den Dornen aufspießt und als Reserve für schlechte Zeiten hortet. Oft habe ich mich als Kind gewundert wie viele aufgespießte Früchte im Busch waren. Ganz wichtig ist der Schlehdorn für 20 verschiedene Waldbienenarten, die ihn als Nektarquelle nützen. Funde aus der Jungsteinzeit zeigen, dass die Pflanze in der Zeit der Pfahlbauten bereits von Menschen genützt wurde. Die Rinde des Schlehdorn ist fast schwarz – daher auch die Bezeichnung Schwarzdorn. Ich rücke aus, wenn die Blätter gelb werden, abfallen und dann gut sichtbar die stark blauen Früchte zeigen. Oft stehen sie am Rand von Autobahnen, was mich immer wieder in helle Verzweiflung bringt. Da leuchten sie so schön blau und ich kann nirgendwo stehen bleiben.

Standort

Häufig wird er in Windgürteln zwischen Feldern gepflanzt und dient so auch als natürlicher Zaun. Der Schlehdorn gedeiht bis zu einer Höhe von 1.500 Metern auch in den Nordalpen.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Wissenswertes

Die Blüten haben eine leicht abführende Wirkung. Als Tee ist er ein gutes Entschlackungsmittel für Frühjahrskuren. Die Blätter und die Früchte werden als Naturheilmittel gegen Harnwegserkrankungen und Verdauungsprobleme verabreicht. Der Schlehdorn wirkt adstringierend, entzündungshemmend, harntreibend, krampf- und schleimlösend. Außerdem gegen Atemwegsbeschwerden, Blasenleiden, Durchfall, Erkältungen, Hautausschläge, Hautunreinheiten, Herzschwäche, Husten, Magenbeschwerden, Magenkrämpfe, Magenschwäche, Menstruationsbeschwerden, Nierensteine, Ödeme, Prostatavergrößerung, Rheuma, Verstopfung, Wassersucht und Zahnfleischentzündung. Man vermutet, dass unsere heutige Hauszwetschke aus dieser Art hervorgegangen ist.

Er enthält Flavonoide, Blausäure, Cumarine, Emulsin, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Glykoside (Amygdalin – in den Kernen, ist eine Blausäure-Glykosid), Glykoside von Quercetin und Kämpferol (Phyto-Östrogen – auch in Weintrauben, Ginko, Brokkoli – ev. als Krebsprophylaxe – hemmt bestimmte Enzyme, die an der Entstehung von Krebs beteiligt sind).

Rezepte

Tee aus den Blüten des Schlehdorns zur Entschlackung

Blätter im Frühjahr nach dem Erscheinen ernten und auf Backpapier trocknen lassen. in ein Luftdichtes Glas füllen. 3-4 Mal täglich einen Löffel Blüten aufgießen und trinken. Das entschlackt. Wird oft als Blutreinigungs-Tee im Handel angeboten.

Tee aus den Blättern des Schlehdorns gegen Blasenbeschwerden 

Blätter und Früchte zum Trocknen

Blätter und Früchte zum Trocknen

Dafür die Blätter des Schlehdorns trocknen. 3-4 Esslöffel aufgießen und 15 Minuten ziehen lassen. 3 Mal täglich trinken.

Tee-Mischung mit Schlehdorn zur Entschlackung 

Dafür nimmt man getrocknet oder frisch

  • 20 g Schwarzdornblüten
  • 20 g Löwenzahnwurzel
  • 20 g Pfefferminze
  • 20 g Brennesselblätter
  • 20 g Ringelblumenblüten
  • eine Hand voll getrockneter Schlehdornfrüchte

Für eine Tasse Tee, einen gehäuften Teelöffel der Mischung nehmen und 7 Minuten ziehen lassen.

Schlehdorn Marmelade

Schlehdorn

Schlehdorn

Eine sehr mühsame Angelegenheit ist die Marmelade aus Schlehdorn. Hier ist es am einfachsten die ganzen Früchte zu kochen und dann die kerne durch ein Sieb auswerfen. Ich nehme wie immer Frucht und Gelierzucker 1:1 – besonders bei Schlehdorn sollte man mit dem Zucker nicht sparen. Einen Hauch Zimt und etwas Zitronensäure. Gerne verwende ich hier auch ein Päckchen Bourbon- Vanillezucker.

Schlehdorn Likör

Das ist ein Likör, für den meine Freundin Sylvia eine große Schwäche hat. Nach einem Jahr, bekommt er einen Cherry-ähnlichen Geschmack. Ich setze ihn jetzt im Oktober/November an und er sollte mindestens bis Weihnachten an einem warmen Ort stehen. Besonders gut schmeckt er zu Weihnachtskeksen.

Schlehdornlikör

Schlehdornlikör

  • 600 g Schlehen
  • 400 g Zucker oder Rohzucker
  • 2 Stangen Zimt
  • 5 Gewürznelken
  • 1 Vanilleschote aufgeschnitten
  • 2 Sternanis
  • 1 Liter Gin oder Wodka oder auch Ansatzkorn
  • 5-6 Esslöffel Honig
  • Saft einer Zitrone

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Waldhimbeere

Waldhimbeere – Rubus idaeus – Rosaceae, sommergrüner Scheinstrauch

Waldimbeere

Waldimbeere

Die Waldhimbeere hat heuer ein besonders starkes Jahr. Trotz lang anhaltender Trockenheit, gibt es sehr viele Früchte. Die Waldhimbeere ist eine altbekannte Heil- und Nutzpflanze. Die Bezeichnung Rubus wurde von Carl von Linné 1753 erstmals veröffentlicht.

Aussehen

Waldhimbeere

Waldhimbeere

Die Früchte der Waldhimbeere sind zwar kleiner und mühsamer in der Ernte, aber der Geschmack ist ähnlich wie bei der Walderdbeere mit den gezüchteten Früchten nicht zu vergleichen. Die Himbeere wächst strauchartig, und bildet bis zu 2m hohe Ruten aus, die mit feinen Stacheln bedeckt sind. Die Pflanze trägt immer im zweiten Jahr Früchte und stirbt dann ab. Aus dem in der Erde verblebenden Wurzelstock treiben jährlich neue Ruten aus. Die Himbeere vermehrt sich natürlich auch durch ihre Samen, die von den Vögeln vertragen werden. Im Mai entwickelt die Pflanze aus den einzelnen Trieben rispenförmige Blütenstände mit weißen Blüten. Jede Blüte verfügt über je fünf Kelch- und fünf Kronblätter und  über zwanzig Staub- und Fruchtblätter. Die Früchte reifen ab Juli-August. Botanisch gesehen, ist die Himbeere keine Beere, sondern gehört zu den Sammelsteinfrüchten. Diese  Steinfrüchte bilden sich aus den einzelnen Fruchtblättern. Die nichtklimakterischen Früchte reifen nach der Ernte nicht nach (Klimakterium – Prozess, zwei-, bis dreifacher Anstieg der Atmung – Sauerstoff-Aufnahme, Kohlenstoffdioxyd-Abgabe, wie z.B. beim Abbau von Zellwandpektinen, sowie bei der Hydrolyse von Stärke – Alterungseinleitend, durch gasförmiges Phytohormon Ethen – autokatalysierend).

Die Waldhimbeere hat einen unnachahmlichen Duft und besonders aromatischen Geschmack. Dieser typische Geruch wird als Himbeerketon bezeichnet. Das ist ein natürliches Phenol. das in der Lebensmittelindustrie eingesetzt wird.  Die Laubblätter sind wechselständig angelegt und unpaarig gefiedert. Sie sind fünf-, oder sieben gezähnt. Die Blüten sind homogam und klebrig. Sie bieten den potentiellen Bestäubern Pollen und 46% Nektar an. Die Blüten sind weiß, radiärsymmetrisch und fünfzählig, mit doppelter Blütenhülle. Die Blüte wird von fünf Kelchblättern umhüllt. Zwischen Mai und August werden einzelne Sprossachse gebildet und rispige Blütenstände. Die Vermehrung findet „normal sexuell“ und auch unterirdisch über die Rhizome statt. AUs den Rhizomen bilden sich im nächsten Frühjahr neue Triebe aus. Die Früchte bilden sich oft bis zum ersten Frost aus. Wie auch der Schlehdorn und die Brombeere bietet die Himbeere vielen Schmetterlingsraupen „Heimat“ an.

Standorte

Himbeerstrauch

Himbeerstrauch

Himbeeren

Himbeeren

Als Waldpionier besiedelt die Waldhimbeere gerne Kahlflächen nach Schlägerungen, sie ist ein Nitratanzeiger und passt sich veränderten Bedingungen gut an. Himbeeren mögen keine Staunässe, Halbschatten mit hoher Luftfeuchtigkeit ist der beste Standort. Gerne stehen sie boshafterweise auch auf Waldhängen zu denen man kam Zugang hat und Kletterakte durchführen muss. Meist sehe ich wie nach einen Kampf  zerkratzt und zerstochen, aber glücklich aus.

Vermehrung

Durch Stecklinge, oder Rhizome und Samen.

Inhaltsstoffe

Schon seit der Antike wird die Heilkraft der Waldhimbeere geschätzt. Im Mittealter wurde die Pflanze in den Klöstern kultiviert. Sie wirkt antibiotisch, appetitanregend, entwässernd, und leicht abführend. Sie stimuliert die Abwehrkräfte, unterstützt das Immunsystem und regt den Stoffwechsel an. Himbeeren beinhalten einen hohen Anteil an Vitamin C, Anthocyane (Farbstoff, helfen freie Radikale im Körper anzufangen, stärken das Herz-Kreislaufsystem), Folsäure, sowie einem verhältnismäßig hohen Anteil der Spurenelemente Kalium, Calcium, Eisen und Magnesium. Der Eisengehalt ist ebenfalls bemerkenswert hoch und regt damit Blutreingung und Blutbildung an. Die Himbeere weist einen hohen Anteil von Tannin auf, einem Polyphenol, das stark antibakteriell wirkt. Außerdem noch Fruchtsäuren, die unsere Abwehrkräfte stärken und die Wundheilung beschleunigen.

Rezepte

Himbeertee

Die Blätter der Himbeere weisen einen reichen Gehalt an Gerbstoffen auf. Himbeertee,  aus Frucht- und Blätterbestandteilen, wird gern bei Beschwerden des Magen- und  Darmtraktes angewendet. Sie wirkt auch bei Blasen- und Nierenleiden, Sodbrennen und Verdauungsproblemen. Dafür sammle ich schon im Frühjahr die ersten frischen Blätter. Trockne sie auf einem Backpapier und stelle sie in Gläser. Ab Juli sammle ich die Früchte und trockne sie ebenfalls für den Tee. Die Früchte werden am Besten in einer Darre getrocknet, weil dann die Fäule nicht so leicht eintritt. Getrocknete Blätter – Rubi idaeiflolium (DAC) enthalten Gerbstoffe – Gallotannine und Ellagitannine, Flavonide, und Vitamin C. und helfen bei leichten Durchfallerkrankungen, zum Gurgeln bei Entzündungen im Rachenbereich, für Waschungen bei chronischen Hauterkrankungen. Fermentierte Blätter schmecken nach Schwarztee und werden gerne in Teemischungen angeboten. Die Wirkung der Pflanze reicht von entzündungshemmend, blutreinigend, adstringierend bis zu beruhigend, fiebersenkend, harn- und schweißtreibend. Eingesetzt wird sie unter anderem bei geschwächtem Immunsystem, Rheuma, Halsentzündungen, Mundgeschwüren oder Verdauungsproblemen.

Die Blätter wirken außerdem zyklusregulierend und bei Mentsruationsbeschwerden. Als Tee werden die Blätter schon seit dem Altertum als Geburtsvorbereitung verabreicht. Er solle weheneinleitend wirken. Seitens der Wissenschaft ist das aber nicht bestätigt.

Wald-Himbeerparfait

Waldhimbeerparfait

Waldhimbeerparfait

  • 3 Eigelb
  • 100 Gram Zucker
  • 250 Gramm Mascarpone (auch light)
  • 250 ml Schlagobers
  • 250 Gramm Himbeeren
  • 2 Eßlöffel Staubzucker
  • 1 Pkg Bourbon-Vanille

Himbeeren (bis auf einige für die Dekoration) mit dem Rührstab pürieren und durch ein Sieb streichen, um die Samen auszusieben. Gesiebtes Püree mit Staubzucker verrühren. Das Schlagobers steif schlagen. Eigelb und Zucker cremig rühren, Mascarpone zufügen und alles zu einer cremigen Masse verrühren. Das Obers und 1 Esslöffel des Himbeerpürees unterheben, die Masse in eine mit Klarsicht-Folie ausgelegte Form gießen und 5-6 Stunden frieren lassen (am besten am Tag vorher zubereiten). Dessertteller mit einem Himbeerpüreespiegel und einigen Himbeeren dekorieren. Das Parfait stürzen oder in Stücke schneiden und auf den Himbeerspiegel legen. Kann auch gut auf Vorrat vorbereitet werden. Dieses Rezept gelingt auch bestens mit Lactose-freien Produkten.

Wald-Himbeerlikör

Himbeer-Likör

Himbeer-Likör

  • 600 Gramm frische Himbeeren
  • 120 Gramm weißen Kandiszucker
  • ½ Liter hochprozentigen Alkohol
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Biozitrone

Himbeeren waschen und in eine Flasche mit größerer Öffnung füllen. Vanilleschote aufschlitzen und dazu geben. Mit dem Alkohol aufgießen. Den Kandiszucker darin schwenken. Zuletzt den Saft der Zitrone dazu geben. Zuschrauben und an einen sonnigen Platz stellen. Einmal pro Tag schwenken, damit sich der Zucker auflöst. Der Likör ist in etwa 3 Wochen fertig. Die beschwipsten Früchte schmecken herrlich auf Vanilleeis.