Tag-Archiv | Leistenpilze

Cantharellen

Trompetenpfifferling – Craterellus tubaeformis, Cantharellaceae, Pfifferlingsverwandte, Kraterellen, Durchbohrter Leistling, Herbstpfifferling, Ständerpilz

Ein weiterer von mir sehr geschätzter Pilz ist die Cantharelle. Heuer steht er schon jetzt Anfang August in dichten Büscheln auf Fichten- und Tannenwaldböden. Er ist auch schon wegen dem massenhaften Auftreten ein Fund der Freude macht. Durch sein Aussehen, ist dieser Pilz auch bestens für Anfänger im Pilzesammeln geeignet.

Aussehen

Die Cantharellen und Kraterellen gibt es in unterschiedlichen Unterformen und Farbvarianten. Wie den starkriechenden Trompetenpfifferling, (wohlriechender Pfifferling, Gelbe Kraterelle, graue Kraterelle, duftender Gabeling, goldstieliger Leistling) mit seinem stark runzeligen Hymenophor (Teil des Fruchtkörpers, des Fruchtlagers). Der Fruchtkörper des Trompetenpfifferlings ist trichterförmig und anfangs in der Mitte bis zum Stielende durchbohrt. Der Pilz ist ocker-bis goldfarben, der Stiel ebenfalls ocker und bei den wohlriechenden Pfifferlingen, bis orangegelb. Diese Unterart kenne ich als Goldcantharelle. Der junge Pilz ist an der Oberseite fast rund und sitzt auf einem dünnen Stiel.

Erst später breitet sich die Oberseite zu einer Trompetenform aus. Anfänglich ist der Hut winzig klein und breitet sich später bis zu 6 cm breit aus. Der Rand ist wellig nach außen gebogen und radial-runzelig. Die Cantharellen werden zu den Leistenpilzen gezählt, obwohl die Leisten nicht stark ausgeprägt sind. Sie stehen dicklich entfernt voneinander. Der Stiel ist 0,5 -1 cm breit, schlank, hohl und grubig bis breitgedrückt. Insgesamt kann dieser Pilz bis 10 cm hoch werden. In Geschmack und Geruch ist dieser Pilz mild-fruchtig und fein, manchmal leicht pfeffrig. Er kommt von Juli bis November, oft flächendeckend zum Vorschein. Ich habe ihn auch schon unter Schneedecken im Dezember geerntet, da er die ersten Fröste schadlos überstehen kann. Dabei habe ich eine Wette gegen einen pilznarrischen Förster gewonnen. Die Wette lautete, dass ich am 24. Dezember essbar Pilze nach Hause bringen kann. Ich brachte einen großen Korb mit frischen Cantharellen, die ich unter der Schneedecke fand und gewann die Wette. Cantharellen Sie stehen oft in Kreisen oder langen Schlangenlinien in Büscheln am Waldboden. In manchen Jahren, kommt man aus dem Bücken nicht mehr raus, weil es so viele davon gibt und dann gibt es wieder Jahre, in denen man ihn kaum findet. Mit seinem Aussehen ist dieser Pilz kaum zu verwechseln. Wissenswert ist, dass er reichlich Vitamin D enthält und damit ein wichtiger Kompensator bei Mangelversorgung ist.

Standorte

Die Cantharellen zählen zu den Mykorrhizapilzen und stehen somit in Symbiose zu lebenden Nadel- und Laubbäumen. Sie stehen rund um Laubhumusablagen und Moospolstern, aber in der Nähe der Symbiosepartner. Dieser Pilz steht mit Vorliebe auf Fichtennadel- oder Tannennadelböden, die eine schwach basische Zusammensetzung haben. Aber auch in lichten Buchen-, Kiefern und Tannenwäldern kann er vorkommen. Ich finde ihn Büschelweise in einem Buchenwald knapp am Waldrand von Unterarten stehen oft nebeneinander. Sehr oft habe ich ihn auch schon an toten Baumstümpfen gefunden. Sehr gerne siedelt er sich auf Moosböden an und auch rund um Moore.

Rezepte

Die Cantharellen mit ihrem feinen Pilzgeschmack eignen sich bestens für alle Pilzmischgerichte, aber auch „Solisten“ mit Pasta oder Risottoreis. Sehr gut lassen sich Cantharellen trocknen und auch Einfrieren.  Ich habe in der Gegend von Bad Fischau Plätze, wo sich mein Kofferraum rasch und überbordend mit diesem Pilz füllt.

Pasta mit frischen Cantharellen 

Frostschneckling mit Pasta

6 Personen

  • 1 Packung Bavette
  • 4 Handvoll Cantharellen
  • Olivenöl
  • 1 Gemüszezwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 Becher Schlagobers
  • 1 Zweig frischen Thymian
  • Etwas gekräuselte Petersilie
  • Rosa Pfefferbeeren
  • Wer möchte ein bisschen Schinken oder Speck
  • Wer mag ein paar Tropfen Trüffelöl
  • Parmesan

Bavette bissfest in Salzwasser kochen und in einem Sieb kalt spülen. In einem Topf mit etwas Olivenöl schwenken. Zwiebel fein gehackt mit Öl andünsten, Schinken oder Speck geschnitten dazugeben. Nun die Pilze etwas zerkleinert einrühren. Mit Obers aufgießen und ein wenig „einköcheln“ lassen. Mit geriebenem Parmesan die Sauce etwas eindicken. Kräuter dazugeben und würzen. Die Pfefferbeeren im Ganzen einrühren. Eventuell mit ein paar Tropfen Trüffelöl nachwürzen. Die Sauce rasch unter die Pasta mischen und servieren.

Risotto mit frischen Cantharellen

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4 Personen

  • 40 dag Risottoreis
  • 2 Handvoll Cantharellen
  • 1 Becher Schlagobers
  • 1 Gemüsezwiebel
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 Zehe Knoblauch
  • Etwas durchzogenen Speck, wer möchte
  • 1/4 Liter Weißwein trocken
  • Parmesan
  • 1 Esslöffel Butter
  •  Etwas Olivenöl
  • 1/4 Liter Suppe, Fonds oder guten Suppenwürfel aufgelöst
  • 1 Zweig frischen Thymian
  • Etwas Kräuselpetersilie fein gehackt
  • wer möchte ein paar Tropfen Trüffelöl
  • Salz & Pfeffer aus der Mühle

Die Butter mit dem Olivenöl in einem Topf etwas erwärmen, den Zwiebel fein gehackt darin glasig rühren. Den Reis gewaschen dazu geben und ebenfalls glasig rühren. Mit dem Wein und der Suppe nach und nach aufgießen, dabei ständig rühren. Den Thymian abzupfen und einrühren, den Knoblauch fein zerdrückt auch einarbeiten und den Lorbeer etwas mitziehen lassen. Die Cantharellen ein wenig zerkleinert erst dazugeben, wenn der Reis schon fast al dente ist. Mit Obers aufgießen. Wenn der Reis bissfest wird, den Parmesan dazugeben, um den Reis molliger zu machen. Die Konsistenz sollte nicht mehr zu flüssig sein. Wer möchte, kann wie gesagt ein wenig Speck oder auch Schinken dazu geben. Notwendig ist es nicht. mit Trüffelöl noch abrunden, mit Petersilie bestreuen und rasch servieren.

In eigener Sache: Ab 22 August 2016 werden je ein Pilzkochbuch und Wildkochbuch im Krenn Verlag erscheinen.

Cover Pilzbuch

Literatur: Gerhardt, Ewald: Pilze, ein Schnellbestimm-System. BLV, München 2003.

Kothe, Hans: Pilze, die 150 häufigsten Pilze sicher bestimmen. Natur-Buch-Verlag, Augsburg 1998

 

 

 

 

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Herbsttrompete, Totentrompete

Totentrompete – Craterellus cornucopioipdes, Herbsttrompete, Kraterpilz, Füllhorn, Leistenpilze 

Herbst-trompete

Herbst-trompete

Wenn sich Steinpilz und Co beginnen in die Winterpause zu begeben, dann zeigen sie die von mir sehr geschätzten Herbst-trompeten. Sie werden durch ihre Tarnfarbe oft übersehen, weil sie die Schattierungen des herbstlichen Laub-Bodens haben. Gestern hatte ich nur wenig Glück mit den Trompeten. Aber doch eine kleine Beute, neben gelber Koralle, Parasol, Waldchampignion, Maroneröhrling, Steinpilz, Bovist und den ersten Canterellen. Heute fand ich auch massenhaft wieder Fliegenpilze. Für mich ein Zeichen, dass sich auch noch einmal Steinpilze zeigen sollten. Ein guter Beutezug! Die Herbsttrompete, wie ich sie lieber nenne, ist vor allem kaum zu verwechseln.

Aussehen

Herbsttrompete

Herbsttrompete

Dieser Pilz ist trompetenartig geformt, mit einem sich erweiternden Trichter und hat keine Lamellen. Innen oft dünkler als außen. Bei trockenem Wetter hat er eine fahlbrau-graue Färbung und bei Regenwetter wird er fast schwarz. Er erreicht eine Höhe von bis zu 15 cm und eine Breite bis zu 8-10 cm. Der Pilz ist vom Fleisch elastisch, aber auch manchmal eher spröd und dünn-fleischig. Insgesamt ist dieser Pilz durchgehend hohl, der Rand ist umgeschlagen und verbiegt sich im Alter wellenartig. Manche Exemplare sind auch etwas runzelig. Im vorigen Jahr hatte ich unglaubliche Mengen und von diesen Vorräten zehre ich immer noch. Oft stehen sie büschelig ganz eng nebeneinander, wie ein Blumenstrauß. Der Stielansatz ist oft hellgrau gefärbt. Die Herbst-trompete hat einen angenehmen Pilzgeruch, der sich besonders beim Trocknen verstärkt. Beim Sammeln dieser Pilzes empfehle ich einen extra Korb dafür, weil sie sehr leicht von den anderen schwereren Pilzen erdrückt werden.

Vorkommen

Vor allem im Buchenwald, bei Hainbuchen, Eichen und Edelkastanien. Er ist ein Mykorrhizabildner (Partnerschaftlich) mit Rotbuche und Eiche, aber auch mit Haselnuss. Sie zeigen sich von August bis bis November. In manchen Jahren kommt die Herbst-trompete in unbewältigbaren Mengen vor und in manchen Jahren kaum bis gar nicht. Also in guten Jahren Vorräte anlegen. Sie bevorzugt lehmige Böden.

Verwechslungmöglichkeiten

Mit dem Grauen Leistling, mit Canterellen und der Krause Kraterelle. Alle diese Pilze sind aber essbar.

Grauer Leistling

Grauer Leistling

Die graue Kraterelle ist der Herbst-trompete sehr ähnlich, etwas kleiner und hat auf der Hutunterseite deutliche gegabelte Lamellen. Die Standorte sind sehr ähnlich, oft mischen sich Trompeten an einem Standort mit Kraterellen.

Canterellen

Canterellen

Bei den Canterellen ist es ähnlich. Hier abgebildet sind Goldcanterellen-Cantharellus aurora. Der Stiel ist bei dieser Art goldgelb. Auch hier sind die Bedingungen ähnlich wie bei der Herbst-trompete.

Kraterellen

Kraterellen

Verarbeitung

Die Herbsttrompete eignet sich bestens zum Trocknen. Ich gebe sie aber auch gerne zu eingelegten Pilzen als „exotischen Farbtupfer“ dazu. Da die Trompete wie ein Füllhorn agiert, bitte immer gut reinigen, da auch schon einmal ein Käfer oder Sand im Inneren sein kann. In Italien ist dieser Pilz gängig und wird auch als Marktpilz angeboten. In Portugal sah ich ihn zu Fisch serviert und in Frankreich zu Erdäpfelgratin.

Rezepte

Pulver aus Herbst-trompeten

Eine herrliche Möglichkeit die Lagerbestände für den Winter aufzufüllen ist es die Trompeten sehr gut zu trocknen und dann in einer Mühle zu Pilzmehl zu verarbeiten. Damit binde ich gerne Saucen oder streue es in den Nudelteig beim Herstellen von Pilznudeln. ein faschierter Braten aus Wildfleisch oder auch aus Rindfleisch mit Pilzmehl gebunden schmeckt herrlich nach Wald. Aber auch als Bindemittel für Gemüse-, oder Erdäpfelsuppen. Der Geschmack erinnert in getrocknetem Zustand an Morcheln. Frisch hat die Trompete einen sehr angenehmen feinen Pilzgeschmack, der eine zarte Note mitbringt, aber Anderes nicht übertönt. Sie eignen sich auch sehr gut für Wildfonds oder zum Mitbraten in Fleischsaucen, Spaghetti mit Herbst-trompeten und v.m.

Spiegelei mit gebratenen Herbst-trompeten

Spiegeleier mit Herbsttrompeten

Spiegeleier mit Herbsttrompeten

Wunderbar schmecken die frischen Herbst-trompeten auch als Zugabe zu Rührei oder Spiegelei und ergeben so eine ausgefallene Vorspeise oder auch einen Hauptgang.

Sepia Nudeln mit Lachs und Herbst-trompeten asiatisch

Pasta mit Sepia

Pasta mit Sepia

Sepia Nudeln mit Herbsttrompete und Lachs

Sepia Nudeln mit Herbsttrompeten und Lachs

4 Portionen

Dafür entweder Sepia Nudeln kaufen oder selbst herstellen

Teig

  • 300 Gramm Universalmehl
  • 1 Ei
  • 2-3 Esslöffel Olivenöl
  • Salz
  • 1 kleine Pkg Sepia flüssig ca. 20 Gramm

Mehl auf eine glatte Arbeitsfläche häufen, das Ei und die Sepiapaste in eine Mulde drücken. Olivenöl und Salz dazu. Alles sehr gut mit warmen Händen kneten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Dann entweder mit einer Pastamatic zu dünnen Teigblättern ausrollen und dann je nach Belieben zu Nudeln schneiden – oder mit einem Nudelholz dünn ausrollen. Sofort in sprudelnd heißem Wasser kochen. Die fertigen Nudeln kalt spülen und in ein bisschen Olivenöl schwenken, damit sie nicht verkleben.

Lachsfilet geputzt in dicke längliche Streifen schneiden. In schwarzem Sesam panieren und in Butter rosa braten oder im Dampfgarer garen, mit etwas Soja-Sauce würzen. Für die Sauce 1 helle Zwiebel mit geputzten Herbst-trompeten ca. 20 Stück in Butter mit etwas Wok-, oder Sesamöl braten. Salzen und etwas pfeffern. Ich nehme gerne dafür rosa Pfefferbeeren. Mit 1/4 liter Obers aufgießen. Die Sauce über die fertigen Nudeln gießen und mit Lachsstücken garnieren. Wer mag, kann ein wenig frischen Koriander streuen.

Verweis: Das Bild 1 ist aus Wikipedia und das Bild Sepia Nudeln mit Lachs aus Kochbar entlehnt.

Eierschwammerl

Eierschwammerl-Leistenpilz, Cantherellecae, Cantharellus cibarius, echter Pfifferling, Reherl 

Eierschwammerl

Eierschwammerl

Der Eierschwamm aus der Gattung der Pfifferlinge (Cantharellus) gehört zu den besten Speisepilzen und hat nun Saison. Ich hatte in einem Fichtenwald trotz der Trockenheit, nahe Gutenstein, letztes Wochenende volle Körbe.

Aussehen

Fund Eierschwammerl

Fund Eierschwammerl

Der Echte Eierschwamm ist ein Mykorrhizapilz (Wurzel-Symbiose zwischen Pilzen und Pflanzen, Feinstwurzelsystem des Pilzes steht mit einer anderen Pflanzen in Kontakt, der Pilz liefert den anderen Pflanzen z.B: Nährsalze und Wasser). Dafür erhält er dafür von den anderen Pflanzen Enzyme, um komplexe Kohlehydrate abzubauen. Durch seine dottergelbe Farbe kann man ihn schon von weitem aus dem Moos leuchten sehen. Sein Hut kann von 2 bis 9 cm groß werden. Die Gesamthöhe kann bis zu 10 cm reichen. Anfänglich ist er kugelig und wird später trichterförmig. Der Hutrand ist wellig und unregelmäßig. Meist zeigt der Rand ein wenig nach Innen. Auf der Unterseite hat der Pilz stumpfe (nicht blattartige) Lamellen, die gabelig verzweigt und am Grund aderig verbunden sind. Die Lamellen reichen weit in den Stiel hinein. Der Eierschwamm hat ein festes Fleisch, das im Stiel etwas fasriger sein kann. Zum Stiel hin kann die Farbe heller werden. Der Geruch ist fruchtig und ein wenig an Marillen erinnernd. Juli bis ende Oktober einzeln oder gesellig wachsend.

Inhaltsstoffe

100 g Eierschwammerl weisen einen Brennwert von etwa 50 kJ auf und enthalten etwa 91,5 g Wasser, 1,52 g Eiweiß, 0,49 g Fett, 2,20 g Kohlenhydrate und 0,77 g Mineralstoffe. An Vitaminen sind etwa 0,02 mg Vitamin B1, 0,23 mg Vitamin B2, 6,00 mg Vitamin C und 6,50 mg Niacin enthalten. Sein Geschmack ist fruchtig-mild. Roh schmeckt er scharf pfeffrig. Beim Anbraten gibt er einen leisen „Pfeifton“ ab.

Standorte

Eierschwammerl kommen auf der gesamten Nordhalbkugel vor, insbesondere in Nadelwäldern, vorzugsweise bei Fichten und Kiefern und seltener auch in Laubwäldern, z.B: bei Buchen. Sie wachsen auf Moos- und Nadelböden, meist in der Nähe von Baumpartnern. Sowie unter dürrem, abgefallenem Laub und wurden wahrscheinlich schon seit Urzeiten von den Menschen gesammelt.

Rezepte

Eierschwammerl-Quiche – 4-5 Portionen 

Eierschwammerlquiche

Eierschwammerlquiche

  • 3 Handvoll kleine oder geschnittene Eierschwammerl
  • 1 Blätterteig
  • 3 ganze Eier
  • 50 Gramm Parmesan gerieben
  • Salz & Pfeffer aus der Mühle
  • Quiche-Form
  • Butterbrotpapier zum Auslegen
  • Thymian
  • 3/4 Becher Schlagobers
  • Wer will etwas Schinken oder Speck gewürfelt
  • 1 helle Zwiebel
  • Frische Petersilie

Die Zwiebel würfeln und in etwas Butter glasig rühren. Dei Pilze etwas anrösten, den Speck/Schinken dazu. Die Eier mit dem Obers verrühren, den Parmesan einrühren. Dann die Pilze, Zwiebel und Speck/Schinken einrühren. Würzen. Die Quiche-form mit dem Butterbrotpapier auslegen. Den teig ausrollen und gut bis auf die Ränder hochziehen. Bei ca. 140-150 Grad zart-braun backen. Rausnehmen und die Fülle drauf gießen. Jetzt bei ca. 150 Grad so lange backen, bis die Fülle in der Mitte fest geworden ist. Dazu passen gut frische Petersilie darüber gestreut und Salat.

Eierschwammerl sauer eingelegt

Eierschwammerl eingelegt

Eierschwammerl eingelegt

Dieses Rezept liebe ich sehr – besonders, wenn es ein Eierschwammerl-reiches Jahr gibt.

  • 3/4 Liter Trockner Weißwein
  • Rosa Pfeffer
  • 2 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2-3 Lorbeerblätter
  • Salz
  • weißer Essig
  • Zucker
  • Marmeladegläser
  • 1/2 kg Pilze

Das ist ein Rezept, das ich aus Polen habe und sehr schätze. Meist verwende ich verschiedene Pilze zusammen, um sie als Pilzmischung einzulegen. Die Zwiebel fein würfeln, den Knoblauch in kleine Stücke schneiden. 2/3 Wein und 1/3 Essig zum köcheln bringen. Salzen und 2 Handvoll Zucker dazu. Die rosa Beeren, den Knoblauch  und den Lorbeer mit köcheln. Die geputzten und in „gefällige“ Stücke geschnittenen Pilze in die Flüssigkeit geben und nur 1 Minute lang aufkochen lassen. Sofort in Gläser füllen und verschließen. Die Pilze halten bis zu zwei Jahren und passen sehr gut zu kaltem Fleisch oder eignen sich als Fingerfood.

Eierschwammerl-Risotto

Eierschwammerl-Risotto

Eierschwammerl-Risotto

Guten Risotto-Reis pro Person eine gute Handvoll als Vorspeise

  • 1 Becher Obers
  • 1 Esslöffel Butter
  • 2 Esslöffel Olivenöl
  • 1 helle Zwiebel
  • Petersilie
  • 350 Gramm  Risotto-Reis
  • Salz und Pfeffer
  • 0,25 Liter trockenen Weißwein
  • 0,5 Liter Rindsuppe oder Suppenwürfel
  • 2 – 4 Eßlöffel frisch geriebener Parmesan
  • 1 Prise Thymian

Die Zwiebel fein würfeln und in Butter mit Olivenöl anschwitzen, den Reis dazu geben und einige Minuten durchrösten. Nicht dunkel werden lassen. Dann nach und nach mit Wein und Rindsuppe aufgießen (in kleinen Portionen) bis das Risotto fast fertig ist (sollte noch etwas Biß – „Al Dente“ haben). Dabei immer rühren, damit sich der Reis nicht anlegt. Mit Salz und Pfeffer würzen, das Obers und den Parmesan schrittweise unterziehen, noch einmal abschmecken. Der Reis sollte eine mollige Konsistenz haben. Die Eierschwammerln schon vorher in etwas Ölivenöl anschwitzen und unter mehrmaligen Durchschwenken rösten, mit Salz und Pfeffer würzen, in den Reis mischen und vor dem Servieren frisch gehackte Petersilie unterziehen.

Eierschwammerlstrudel

Eierschwammerlstrudel

Eierschwammerlstrudel

Dieses Rezept eignet sich sowohl als Vorspeise oder auch als Hauptgang.

300 Gramm geputzte und zerkleinerte Eierschwammerl (eher fein gehackt)

  • Frische Petersilie
  • 2-3 mehlige Erdäpfel
  • 1 Strudelteig (Blätterteig)
  • 2 Esslöffel Butter
  • Speck oder Schinken fein gewürfelt
  • Salz & Pfeffer
  • 2 helle Zwiebeln
  • 1 Prise Muskat
  • 1 Ei
  • 2 Esslöffel Mehl oder Maizena
  • 1 Becher Sauerrahm
  • 1 Prise Knoblauchpulver
  • Salz & Pfeffer
  • 1 Schuss frischen Zitronensaft

Erdäpfel weich kochen und durch ein Erdäpfelsieb drücken. Die Zwiebeln fein hacken, ebenso die Pilze, den Speck/Schinken (wer kein Fleisch will, kann es weglassen). Zwiebeln in Butter glasig rühren. Die Pilze etwas schärfer anrösten, den Speck/Schinken dazu geben. Alles mit den Erdäpfeln mischen, das Ei und das Bindemittel dazu geben. Würzen. Die Masse in den Blätterteig füllen und im vorgeheizten Rohr bei etwa 140-150 Grad 40 Minuten Stunde backen.

Die Sauce mit dem Rahm und den Gewürzen anrühren.

Verwechslungsmöglichkeiten

An sich ist der Eierschwamm aufgrund seiner typischen Merkmale gut zu erkennen. Hier sind einige Pilze aufgezählt, die entfernt Ähnlichkeit haben.

Der Falsche Pfifferling

Falscher Pfifferling

Falscher Pfifferling

Er hat die gleiche Farbe und Größe, wie der Eierschwamm. Dieser Fehlgriff endet aber harmlos. Er ist eher geschmacklos, aber nicht giftig. Der Stiel ist zäh und nicht brüchig, wie beim Eierschwamm. Der Farbton ist intensiver ins orangerote gehend.

Kahler Krempling – Paxillus involutus

Kahler Krempling

Kahler Krempling

Der Verkahlende oder Kahle Krempling gehört zu den Kremplingsverwandten – Paxillaceae. Er hat einen bräunlichen Hut, der stark eingerollt ist. Die Hutoberseite ist filzig, später im Alter glatt. Der Hut ist jung konvex, wird zwischen 6 und 15 cm groß und im Laufe des Wachstums flacher. Alte Exemplare haben meist eine deutlich trichterartig vertiefte Mitte. Der Hut kann von seiner Farbe her gelbbraun bis ockerbraun gefärbt sein. Die Lamellen lassen sich leicht vom Hutfleisch trennen, laufen weit am Stiel herab und sind teilweise gegabelt. Der Stiel steht meist zentral, kann aber manchmal auch leicht exzentrisch sitzen. Er ist zylindrisch, zur Basis hin manchmal dicker werdend und kann 3-8 cm lang und 0,5 bis 2 cm stark sein. Häufig ist er etwas verbogen. Die Stielfarbe ist ocker bis graubraun, mit einer rotbraunen Überfaserung in der Längsrichtung. Auch der Stiel verfärbt sich auf Druck braun. Das weiche Fleisch ist hellbraun und läuft im Schnitt dunkel an. Die Lamellen sind am Grund querverbunden und bräunen an den Druckstellen. Deshalb heißt diese Art auch Empfindlicher Krempling. Trotz seines lamellenförmigen Hymenophors gehört er als Blätterpilz zu den Dickröhrlingen – Boletales. Der Krempling steht mit mehreren Laubbäumen in Symbiose.

Inhaltsstoffe

Der rohe Pilz enthält Hämolysine und Hämagglutinine, weiters Allergene (Antigene), die im Blut zu einer Antikörperbildung führten und das Paxillus-Syndrom auslösen können. Dabei verbinden sich die Antigene des Pilzes mit den Antikörpern zu einem Antigen-Antikörper-Komplex, der sich auf den roten Blutkörperchen setzt und diese auflöst, was im schlimmsten Falle zum Tode führen kann. Diese Reaktion kann auch Jahre nach mehrmaligen Verzehr dieses Pilzes auftreten. Deshalb galt dieser Pilz lange Zeit als essbar und war mancherorts ein beliebter Marktpilz.

Ölbaumpilz – Omphalotus olearius

Ölbaumpilz

Ölbaumpilz

Obwohl dieser Pilz den Weg nach Österreich, meines Wissens nach noch nicht gefunden hat, möchte ich ihn hier erwähnen, weil er durch die Erderwärmung vom Süden her am Vormarsch ist. Allerdings habe ich auch schon mehrmals Artikel über Funde im Wienerwald gesehen. In Deutschland sind Funde gesichert. Ganz bewusst gehe ich auf diesen Doppelgänger ein, weil ich viele Freunde habe, die ganz mutig meinen, bei Eierschwammerl und beim Steinpilz gäbe es nichts zu verwechseln! Mein hier gezeigten Funde stammen aus der Toscana und hier an Olivenbäumen.

Ölbaumpilz Huntunterseite

Ölbaumpilz Huntunterseite

Ölbaumpilz

Ölbaumpilz

Standorte und Aussehen 

Der Ölbaumpilz gehört zu den Saprophyten und wächst gerne an totem Holz. Ursprünglich kam dieser Pilz aus Marokko nach Frankreich. Er steht gerne gesellig bis büschelig an Eichenstümpfen, bei Esskastanien und Olivenbäumen. In Südeuropa kommt er häufig vor. Der Hut ist jung knopf-förmig mit einem langen eingerolltem Rand, der bald trichterförmig, leuchtend orange, an der Oberfläche feucht glänzend ist. In trockenem Zustand ist der Pilz matt und fein radialfaserig. Die Haut ist bis zu einem Drittel abziehbar. Die Lamellen sind orange, weit herablaufend, schmal und untermischt. Der StieI ist voll und fest, in der Farbe wie der Hut, exzentrisch, zu mehreren büschelig dem Substrat entspringend, wachstumsbedingt verbogen, zylindrisch oder zur Basis verjüngt. Im Geschmack ist dieser Pilz aromatisch und angenehm. Ich finde, dass man ihn gut an der extremen Biegsamkeit vom Eierschwamm unterscheiden kann. Der Ölbaumpilz verursacht relativ starke gastrointestinale Syndrome. Die Latenzzeit beträgt ein bis sechs Stunden, Übelkeit und Verdauungsstörungen. Außerdem verfügt er über eine beträchtliche Bioluminiszenz und leuchtet daher in der Nacht.

Exkurs Leuchtkraft 

Ölbaumpilz leuchtend

Ölbaumpilz leuchtend

Heute kennen wir in etwa 92 leuchtende Pilze und es kommen immer wieder neue dazu. Viele dieser Arten stammen aus Südamerika. Ich habe sie erstmals bei einer Nachtwanderung, auf der Suche nach Mausmakis auf Madagsakar gesehen. Sie leuchten zuerst wie Tieraugen. Damals kannte ich diese Pilze noch nicht und hielt meine Taschenlampe schon schlagbereit in den Händen.

Bioluminiszenz

Bioluminiszenz

Wenn man diesen gespenstisch, graugrün oder grünblau leuchtenden Pilz – den Ölbaumpilz oder andere sehen will, braucht man einen leistungsstarken Restlichtverstärker und das Batteriefach der Kamera muss für eine mehrstündige Belichtungszeit gerüstet sein. Außerdem muss der Pilz frisch sein. Ältere geerntete Exemplare verlieren nach einigen Stunden ihre Leuchtkraft. Und jetzt wirds gruselig – der Pilz beginnt meist um Mitternacht (mondlose Nacht) seine volle Leuchtkraft zu entfalten. Da zeigt dieser Pilz was er kann – Bioluminiscenz – das ist die Lichtausstrahlung durch Lebewesen. Sie ist das Ergebnis von biochemischen Reaktionen in Zellen, bei denen chemische Energie in Form von kalten Lichtquanten abgegeben wird. Ein bekanntes und beliebtes Beispiel aus der Tierwelt ist das Glühwürmchen – Photinus pyralis (Familie der Leuchtkäfer). Es sendet und empfängt Lichtsignale, die mit dem Paarungsverhalten der Leuchtkäfer zusammenhängen. Auch viele Meerestiere bedienen sich dieser Leuchtkraft, wie z.B: Quallen und Einzeller.

Leuchtkrebs

Leuchtkrebs

Die Leuchtsignale dienen der Paarung, der Täuschung und als Köder. Bei Bakterien, Pilzen und einzelligen Algen ist der Sinn der Leuchtkraft noch weitgehends unklar. Es gibt Vermutungen, dass sie zur Koordination von vielen Einzel-Individuen einer großen Population eingesetzt wird, oder eine Art biologische Uhr sein soll. Das licht-produzierende Substrat ist das „Luciferin“ und dessen „Luciferase“ der spezifische Katalysator. Alle diese Komponenten können gemeinsam mit Cofaktoren einen Komplex, genannt „Photoprotein“ bilden. Das gelingt z.B: durch Ionen, wie Calcium – die dann zur Reaktion angeregen  – mit Sauerstoff oxidieren. An dieser Oxidation sind außer Sauerstoff noch aliphatische Aldehyde und ATP (Adenosintriphosphorsäure) beteiligt. Bei den großen Pilzen ist das Phänomen noch nicht gänzlich geklärt, aber es wird vermutet, dass der Energiespender und Stoffwechselmodulatur ATP auch hier eine Schlüsselrolle einnimmt.

Ölbaumpilz Nacht

Ölbaumpilz Nacht

Orangefuchsiger Raukopf, oder orangefuchsiger Schleierling – Cortinarius orellanus, Schleierlingsartige (Cortinariaceae), Haarschleierlinge (Cortinarius), Rauköpfe (Leprocybe)

Alleine durch den sonst in der Pilzwelt nicht vorkommenden orangerostroten Braunton sollten alle Warsignal eingeschalten werden.  Auch er ist durch die Klimaerwärmung vom Süden Deutschlands her im Vormarsch. Gemeinsam mit dem Spitzgebuckelten Raukopf, ist einer der „heimtückischsten Pilze“ unserer Wälder. Er wird als einer der gifitgsten Pilze Europas geführt. Dieser Pilz führt zum Orellanus-Syndrom. Trotzdem kommt es immer weider zu Verwechslungen mit dem Hallimasch und dem Eierschwamm.

Aussehen

ornagefuchsiger Raukopf

Orangefuchsiger Raukopf

Orangefuchsiger Raukopf

Der orangefuchsige Raukopf ist an sich, wie schon erwähnt, gesagt sehr gut an seiner Farbe zu erkennen. Außerdem hat er keine Vertiefung wie der Leistenpilz – Eierschwamm. Erst im Alter kann sich der Hut etwas nach Innen wölben, behält aber einen stumpfen Buckel. Er wird 3 bis 8 Zentimeter groß, ist jung kegelig bis glockenförmig, dann flach mit häufig stumpfem Buckel in der Mitte. Die Farbe ist Orange-fuchsig bis hin zu Rost-tönen, filzig-samtig. Beim flachen Hut, oft feine Schüppchen in der Hutmitte. Eine ähnliche Art ist der spitzbuckelige (spitzgebuckelte) Raukopf.

Spitzgebuckelter Raukopf

Spitzgebuckelter Raukopf

Die Lamellen sind orange-braun, zimtbraun, rostbraun, entfernt stehend, am Stiel ausgebuchtet angewachsen. Der Stiel mißt drei bis zehn Zentimeter, 0,7 bis 1,5 Zentimeter. Anfangs ist der Pilz messinggelb, später zur Stielbasis hin ins rötlich-braune gehend. Cortinazone (Gattungsmerkmal) kaum auffallend. Der Geruch ist schwach rettichartig. Das Fleisch ist cremefarben bis hellgelblich, zur Basis hin etwas dunkler. Der Geschmack kann als mild (bitte keine Geschmacksprobe nehmen!) beschrieben werden. Vorkommen ist von Juli bis Oktober auf sauren, nährstoffarmen, trockenen Laubwäldern unter Rot- und Hainbuchen und Eichen.

Inhaltsstoffe

Sein Gift ist das Orellanin. Es hat eine Latenzzeit von zwei bis drei Tagen und kann sogar mehr als zwei Wochen dauern. Dann ist es für eine Gegenmaßnahme schon zu spät. Das Orallanin setzt – gemeinsam mit anderen Giften, wie das Cortinarin die Funktionen der Nieren außer Kraft. Besonders bei jungen Exemplaren wegen der Verwechslung sehr achtgeben!

Strukturfromel Orellanin

Strukturfromel Orellanin

Orellanin hat eine eine Bipyridyl-Struktur und wirkt stark nephrotoxisch.

Anzeichen

Starker Durst, brennender Schmerz am Gaumen. Magen-, und Darmstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, fieberloses Frösteln, Kältegefühl, Krämpfe. Hautausschläge, Kopfschmerzen und Schmerzen in der Lendengegend. Bewusstlosigkeit, Nierenversagen. Im Laufe der Zeit steigen die Kreatinin- und Harnstoff-Werte an.