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Giersch

Giersch – Aegopodium podagraria, Doldenblütler, Dreiblatt, Zaungiersch, Zipperleinskraut, Erdholler, Geißfuß, Hinfuß, Podagarakraut

Giersch

Welcher Gartenfreund kennt nicht dieses Gartenunkraut-Ungetüm, das kaum auszurotten ist. Aber wer um die Heilkraft des Giersch weiß, sieht ihn vielleicht doch mit etwas anderen Augen. Derzeit gedeiht er besonders gut und steht kurz vor der Blüte. Es ist jetzt die beste Zeit ein Wildgemüse aus Giersch zu bereiten. Meerschweinchen und Hasen lieben den Giersch ebenfalls als Grünfutter. Funde belegen den Verzehr des Giersch schon in der Steinzeit. Der Name Aegopodium ist aus dem Griechischen für Ziege und Ziegenfüßchen abgeleitet. Ich kenne den Giersch unter der Bezeichnung „Falsche Petersilie.“

Aussehen und Standorte, Wissenswertes

Der Giersch wächst als ausdauernde krautige Staude, relativ anspruchslos und mit Wuchshöhen von ca. 30 bis 90 cm. Er hat einen hohlen, 3 kantig gefurchten Stängel, die Blätter sind doppelt dreizählig oder zweifach gefiedert.

Gierschblatt

Giersch bildet doppeldoldige, weiße bis zartrosa Blüten aus, die 15-25 strahlig sind. Der Giersch ist eine Nektarführende Scheibenblume des Typs Heracleum, wie z.B. auch der Wiesen-Bärenklau oder der Wiesen-Kerbel.  Es gibt keine Hüllblätter. Der Giersch blüht meist von Juni bis ende Juli. Aus den Gierschblüten entwickeln sich ab den Frühherbst die kümmelähnlichen, zweispaltigen Spaltfrüchte – Doppelachäne – Samen aus. Diese sind 3-4 mm groß und eiförmig. Der Giersch ist ein Lichtkeimer und er gehört zu den Hemikryptophyten, d.h. er bildet unterirdische Ausläufer aus, über die er sich auch verbreiten kann. Diese Ausläufer können bis zu 20 cm lang werden.

Gierschwurzel

Giersch bleibt teilweise wintergrün. Der Giersch kann sogar auf Höhen bis zu 1300 m Meereshöhe gedeihen. Er bevorzugt aber nähstoffreiche und humusreiche Böden. Auwälder, Laubwald-Ränder.

Hat man Giersch einmal im Garten, ist es schwer in wieder los zu werden. Da hilft nur ganz konsequentes Abhacken der unterirdischen Ausläufer. Das muss mehrmals im Jahr wiederholt werden. Pflanzt man Erdäpfel an diese Stellen, wo sich der Giersch ausgebreitet hat, kann man ihn auch bekämpfen. Die Erdäpfel verdrängt den Giersch. Sonst bleibt nur die Verdunkelung durch Abdecken mittels Vliesdecke – Unkrautvlies oder einem dichten Teppich aus Rindenmulch. Letzter Ausweg ist das Austragen von Herbiziden, z.B: namens „Gierschfrei.“

Heilwirkung und Inhaltsstoffe

Schon in der Antike wusste man um die Heilwirkung des Krautes bei Gicht, Rheuma, Problemen der Harnweg, zur Ankurbelung des Stoffwechsels und der Verdauung. Girsch hat eine leicht abführende Wirkung, er wirkt anti-rheumatisch, entwässernd, entzündungshemmend, er löst Harnsäure und ist harntreibend. Er wird angewendet bei Durchfallerkrankungen, Gicht, Übergewicht oder Skorbut. Weiters gegen Blasenentzündung, Hämorrhoiden, Husten, Insektenstiche, Ischias, Hautverletzungen, Krampfadern und Verstopfung. Die weiter unten angeführten Rezepte dienen auch einer Entschlackungskur im Frühling. Man kann aber auch einen frischen Press Saft herstellen und als Entschlackungskur trinken. Nur Vorsicht mir der Dosierung wegen der „reinigenden“ Wirkung. In der Homöopathie werden die blühenden Pflanzen als Mittel gegen Rheuma und Gicht verarbeitet. Es gibt Hinweise darauf, dass durch die Einnahme von Giersch das Schlaganfallrisiko gesenkt werden kann.

Giersch beinhaltet ätherisches Öl, Cumarine, Chlorogensäure, Kaffeesäure, Flavonolglykoside, Harz, Hyperosid, Isoquercitrin, Kalium, Phenolcarbonsäuren, Polyine, Vitamin C, Karotin und Eisen. Weiters Provitamin A, Eiweiß, ein Saponin, Titan, Kupfer, Mangan, Bor, und Polyn. In den weißen Wurzeln ist der Giftstoff (leicht giftig) Falcarindiol enthalten. Der Geruch und der Geschmack des frischen Giersch erinnern an frische Petersilie.

Verwechslungsmöglichkeiten

Diese sind mit anderen Doldenblühern, wie dem hochgiftigen Gefleckten Schierling s. dazu auch meinen Blogbeitrag, mit dem Wiesen-Bärenklau und mit dem breitblättrigen Merk möglich. Unterscheidungsmerkmal sind der 3 kantige Stängel des Giersch und die Blattform.

Girsch als Wildgemüse und Salat

Für Wildgemüse und Salate werden die Blätter verwendet. Hier habe ich gestern einen Blattsalat mit Gurken, Paradeisern, und Giersch zubereitet. Dazu habe ich Nussöl verwendet und Hühnerbrust-Streifen darin scharf angebraten. Wer den Salat rein vegetarisch möchte, kann das Fleisch natürlich weglassen. Dazu passen gut gekochte Eier. Als Essig habe ich den frisch angesetzten Fliederessig genommen. s auch dazu meinen Blogbeitrag, bzw. Karin’s Do-Iteria. Der Giersch gibt dem Salat eine würzig frische Note.

Gierschspinat

Gierschpesto

Giersch als Cremespinat 

Eine wunderbare Abwechslung bietet sich mit Giersch-Spinat an. Dazu den Giersch waschen und in der Salatschleuder gut schleudern. In etwas Olivenöl ganz kurz blanchieren. salzen und pfeffern. Wer mag kann etwas Zitronensaft dazu geben. Das Olivenöl macht den Spinat mediterran und damit passt er z.B. sehr gut Fisch. Man kann ihn aber auch klassisch mit etwas Butter anstelle des Olivenöls anbraten. Als „Blattspinat“ servieren. Ich habe ihn mit Olivenöl gewürzt zu Zahnbrasse gegrillt serviert. Der Giersch eignet sich aber auch für die Zubereitung als Cremespinat. Dazu den Giersch in Butter blanchieren. Mit etwas Schlagobers und einen Pürierstab aufpürieren. Ich verfeinere ihn dann noch mit einem Löffel Creme Fraiche. Salzen und einen Hauch Muskat.

Quiche mit Giersch

Ganz köstlich ist die Variante Quiche mit Giersch

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  • 1 Becher 250 ml Schlagobers
  • 3 Eier ganz
  • 50 gr Parmesan gerieben
  • Salz & Pfeffer aus der Mühle
  • Giersch gewaschen und geschleudert, in Ölivenöl blanchiert
  • 10 Walnußhälften
  • Pilze wie z.B. braune Champignons oder andere
  • etwas Öl zum anbraten
  • 6 Scheiben Prosciutto sehr dünn geschnitten
  • 10 Spargelspitzen geschält und in Scheiben geschnitten

Blätterteig etwas ausrollen und in eine gefettete und gestaubte Form 24 cm Durchmesser drücken. bei 160° C goldbraun backen und mit einer Gabel anstechen, damit der Teig nicht so hoch aufsteigt. Obers mit den 3 Eiern und dem Parmesan verrühren. Würzen. Spargel, Pilze und Nüsse gut abraten. Den Teig herausnehmen und die Obersmasse auftragen. Spargel Nüsse und Giersch obenauf legen. Zuletzt den Prosciutto. Alles wieder ins Rohr und so lange backen, bis auch die Mitte der Quiche fest wird. Mit Salat noch warm servieren. Auch hier kann das Fleisch weggelassen werden.

Giersch getrocknet als „falsche Petersilie“

Giersch kann verkehrt aufgehängt und gut getrocknet werden. Dann rebeln un in Gläser füllen. eignet sich gut als Wintervorrat.

Tee aus Giersch – Umschläge aus Gierschsud

Wie schon beschrieben eignet sich der Giersch bei rheumatischen Beschwerden, Ischias und bei Gicht. Dafür frisch oder getrocknete Blätter als Sud mit heißem Wasser ansetzen und ein sauberes Tuch darin tränken. Auf die betroffenen Stellen legen und 15-20 Minuten dort belassen. Frischer Tee oder auch Tee aus getrockneten Blätter helfen bei Blasenbeschwerden und einen zur Frühjahrskur. Die frischen Blätter mit heißem Wasser kurz überbrühen und 4-5 Minuten ziehen lassen. Auch hier kann getrocknetes Kraut verwendet werden.

 

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Borretsch

Borretsch – Borago officinalis- Raublattgewächse, Gurkenkraut, Kukumerkraut, Blauhimmelstern, Wohlgemutspflanze, Herzfreude, Herzblümlein

Borretschblüte

Bildnachweis: Rueger-Arts.de

Der Borretsch steht jetzt in voller Blütenpracht. Als Heil- und Gewürzpflanze wurde sie schon seit dem späten Mittelalter in Europa als Archäophyt – archaios – alt und phytón für Pflanze, kultiviert. Archäophyt – hemochore- gezähmte, veredelte Pflanze. Der Name könnte vom lateinischen Wort borra – „Gewebe aus rauer Wolle“ oder vom keltischen Wort „borrach“ – für Mut stammen. Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum oder Nordafrika kommend, hat er als attraktives Gewürzkraut in den Kräutergärten der Klöster Einzug gehalten. Schon den angehenden Ärzten im späten Mittelalter wurde der Borago officinalis an der medizinischen Fakultät von Salerno als Kraut für das Herz und die Fröhlichkeit vorgestellt.

Aussehen und Standorte

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Der Borretsch ist eine krautige, einjährige Pflanze und kann bis zu 75 cm hoch werden. Der Stängel und die derben Laubblätter sind stark und eher borstig behaart.  Die Blätter haben eine eiförmige, lanzettenartige Form. Üblicherweise blüht der Borretsch ab Mai bis in den Herbstananfang hinein. Der eigentliche Blütenstiel ist etwa 3 cm lang. Die Blüten sind zwittirg, fünfzählig und weisen eine doppelte Blütenhülle auf.  Der Borretsch hat fünf Kelchblätter, die verwachsen sind mit lanzettenförmigen Kelchzipfel. Währen der Anthese – Vorgang des Blühens, Blütenöffnung, ändert sich der PH-Wert und die anfangs rosa Blüten verfärben sich in ein stark leuchtendes Blau. Die Blüte hat fünf blaue Kronblätter und in der Mitte fünf Schlundschuppen. Die tiefblauen Staubblätter bilden engstehend einen Streukegel. Der Fruchtknoten des Borretsch ist oberständig und liegt mit dem Griffel im Inneren des Streukegels. Es bildet in der Reifung eine dunkelbraune Klausenfrucht mit etwa 5 mm Länge.

Beispiel für eine Klausenfrucht hier ein Borretsch

Klausenfrucht Borretsch

Die Blüten sind protandrisch – vormännlich – die Staubbeutel reifen vor den Fruchtblättern und der Pollen wird entlassen, bevor der Stempel herangereift ist. Nachdem die Staubblätter verwelken, reift die Narbe und kann die Pollen der bestäubenden Insekten aufnehmen. Dabei ist der Farbstoff der Indikator und verfärbt sich rot, wie bei Lackmus in Kontakt mit Säure. Diese wunderschönen blauen Blüten haben leuchtende Strichsaftmale, die nur von den sie bestäubenden Insekten gesehen werden können.

Saftmale

de.wikipedia.org

Wir Menschen können diese mit freiem Auge nicht erkennen. Der Borretsch ist eine ganz wichtige Bienen- und Hummelpflanze. Sie fliegen die Blüten an und werden am Schlundschuppem durch Öffnung des Streukegels mit Pollen bestreut. Dann bilden sich nach der Bestäubung im Fruchtknoten vier Fruchtfächer und in jedem Fruchtfach befindet ein hartes, einsamiges Nüsschen mit einem Elaisom – ein fettreiches Anhängsel, das besonders Ameisen und Vögel anspricht.

Elaisom

Bildquelle:https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=139160

So werden die Samen verschleppt und verbreitet – Myrmechorie. Standorte sind idealerweise sonnige Flächen und nähstoffreiche, durchlässige Böden.“ Der Borretsch braucht viel Platz und Abstand zu anderen Pflanzen. Er wird häufig von Blattläusen befallen. Er ist nicht frosttolerant. Der Borretsch gehört zu den Dunkelkeimern.

Ameise mit Samen

Bildquelle: Von Engelberger aus der deutschsprachigen Wikipedia, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12104282

Bei uns in Europa wird Borretsch als Gewürzkraut in Gärten gezogen. Er verbreitet sich aber wie beschrieben auch durch „Verschleppung“ der Samen und wildert gerne aus. Ich habe ihn auch schon an Bachufern verwildert gefunden. Manchmal findet man Borretsch als Cultivar mit weißen Blüten.

Inhaltstoffe

Der Borretsch beinhaltet in geringen Mengen verschiedene Pyrrolizidinalkaloide – das sind Alkaloide, die einen Doppelring Pyrrolizidin als Strukturbestandteil haben. Das sind beim Borretsch Amabilin, Intermedin, Lycopsamin, Supinin, Thesinin. Lycopsamin und Supinin haben eine lebertoxische Wirkung. In geringen Mengen genossen sind sie unbedenklich. Regelmäßig und in großen Mengen sollte man ihn nicht verzehren. Die Blüten und Samen, wie auch das Borretschöl enthalten diese Alkaloide nur in geringen Spuren. Diese  Pyrrolizidinalkaloide dienen großteils zur Abwehr gegen Verbiss. Dieses Alkaloid kommt bei Korbblütlern, Raublattgewächsen, Hülsenfrüchtlern und Orchideen vor.

Bildquelle:www.spektrum.de

Eine Pflanze, die ich schon in einem der früheren Beiträge beschrieben habe, die viel von diesem Alkaloid beinhaltet ist das hochgifitige Greiskraut.

Greiskraut

Greiskraut

Außerdem enthält Borretsch Schleimstoffe, Vitamin C, Gerbstoffe, Harz, Saponin, Kaliumnitrat, Kieselsäure, verschiedene Fettsäuren und ätherisches Öl. Das Borretsch-Öl enthält Gamma-Linolensäure – GLA, eine dreifach gesättigte Omega-6-Fettsäure, Linolsäure, Ölsäure, Palmitinsäure, Gadeloinsäure, Stearinsäure, Erucasäure, Nervonsäure, Arachinsäure, Behensäure, Palmitoleinsäure, Vaccensäure, Myristinsäure, Eicosadiensäure und Alpha-Linolensäure.

Heilwirkung und Wissenswertes

Borretsch ist manchmal ein Bestandteil von Heilsalben und wird bei atopischen Ekzemen – Neurodermitis eingesetzt. Ich kenne getrockneten Borretsch aus Persien, wo er als nervenberuhigender Tee Gole Gaw Zabun – was so viel wie Rindszungenblume bedeutet, verabreicht wird. Er behandelt auch Husten, Schleim, Rheuma und Hauterkrankungen. Borretsch ist entgiftend und schweißtreibend. In England ist Borretsch als Bestandteil im beliebten Getränk Pimm’s und und als Geschmacksbeigabe Gilpin’s Wetsmorland Extra Dry Gin. Ganz wichtig ist Borretsch als Bienenpflanze und deswegen wird er von Imkern gerne gepflanzt. Der Saccharosegehalt liegt bei 42-53 %. Meist wird dieser Honig wegen der Pyrrolizidinalkaloide mit anderen Sorten gemischt. Im Mittelalter bereitete man Ochsenzungen mit Borretsch zu um „Blut zu reinigen.“ Zerstoßen mit Zucker wurde Borretsch von P.A. Matthioli gegen hohes Fieber eingesetzt. Die Blüten, Samen, Wurzel und Blätter, wurde mit Wein versetzt und in Schlückchen zur Leberreinigung verwendet. Heute wird Borretsch als schleimlösender Tee angeboten. Die verschiedenen darin enthaltenen Öle finden als Anteil von Hautsalben Verwendung. Besonders bei trockener Haut, Neurodermitis, als entzündungshemmende und juckreistillende Salben. Menschen mit Blutgerinnungsproblemen sollten Präparate mit Borretschöl meiden.

Rezepte

Wer Borretsch-Tee selbst zubereiten will trocknet die Blätter und Blüten als Strauss aufgehängt an einem trockenen Ort, z.B: Dachboden.

Der Tee wirkt entgiftend, schweißtreibend und beruhigend. Er dient zur Rekonvaleszenz nach schweren Krankheiten oder bei Erschöpfungszuständen

Einen Teelöffel voll mit der zerschnittenen ganzen frischen Pflanze oder der getrockneten Blätter und Blüten auf 1 Tasse mi kochendes Wasser. Nur ganz kurz ziehen lassen und abseihen. Personen die empfindlich sind sollten den Absud durch ein Tuch drücken, um die Haare zu entfernen. Für eine Kur von drei bis vier Wochen sollten täglich 3 – 4 Tassen getrunken werden. Press-Säfte oder Borretschöl-Kapseln aus dem Samen gibt es in Reformhäusern und Apotheken.

Verwendet werden die Blüten und die Blätter als Dekoration und Gewürzkraut in Salaten und Suppen. Die in Frankfurt berühmt gewordene Grüne Sauce ist typischerweise mit Borretsch angerührt. Der Geschmack ist frisch und gurkenartig. Die süß schmeckenden Blüten verwende ich gerne auf Salaten und auf Spargel. Kommen die Blüten mit Essig in Berührung färben sie sich rosa. Kandierte Borretschblüten sind nicht nur besonders dekorativ, sondern schmecken auch ganz wunderbar.

Ravioli mit Borretsch – ligurisch

Ravioli mit Borretschfülle

Bildquelle: http://www.imgrum.net/tag/salbeibutter

Original Rezept aus dem Reiseführer Ligurien

Teig

  • 500 g Mehl
  • 3 Eier
  • Wasser
  • Salz

Füllung

  • 500 g Rindfleisch
  • 300 g mageres Kalbfleisch
  • Kalbshirn
  • 50 g Rückenmark
  • ein Bries
  • 1 Bund Borretsch
  • 1 Kopf Scarola-Salat oder Endivien
  • Brotinneres
  • Majoran Salz
  • 4 Eier
  • 1 helle Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • Parmesan

Ich nehme anstelle dem Scarola – Endiviensalat. Und anstelle des Hirns nur Bries. Das Mark lasse ich komplett weg – mein Cholesterin dankt es mir. Dafür nehme ich eine helle feingehackten Zwiebel Endivie und Borretsch, 5 Minuten kochen und fest ausdrücken. In einem Topf das Rindfleisch zusammen mit dem Kalbfleisch in Butter anbraten. Das Kalbshirn, das Mark und das Bries in heißem Wasser abkochen, schälen und nach und nach in einem Mörser zu einer Paste verarbeiten. Das Fleisch und das Gemüse fein zerhacken, alles in einer Schüssel mischen, verquirlte Eier dazu geben, etwas in Suppe oder Fleischsauce geweichtes Brotinneres, Parmigiano, Gewürze, ein wenig frischen gehackten Majoran und Salz zugeben und alles gut vermengen.

Mehl in einer Rührschüssel mit lauwarmem Wasser verrühren, Eier dazugeben, und zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Ich gebe noch einen Schuß Olivenöl dazu. Teig dünn ausrollen und halbieren. Ich steche mit einem Stamperlglas Kreise aus. Die Hälfte des Teigs mit der Fülle belegen, die andere Teighälfte darüberlegen und fest andrücken. Mit einem Messer oder Ravioli – Teigrädchen die Ravioli ausschneiden und etwas antrocknen lassen. In einem Topf Wasser zum Kochen bringen, salzen und die Ravioli kochen. Sobald sie an der Oberfläche schwimmen sind sie gar. Mit Fleischsauce und Parmigiano oder Butter und Salbei oder mit Steinpilzsauce anrichten.

Essig mit Borretschblüten und Flieder 

Essig mit Blüten

Einen wunderbaren Essig ergeben Blüten mit Eigenduft. Dazu weißen Balsamico Essig, Blüten von Duftflieder und Borretschblüten frei von Grün verwenden. Den Essig vorher mit etwas Honig würzen. Schon einen Tag nach dem Einlegen der Blüten nimmt der Essig den Duft und die Farbe der Blüten an. Der Essig hält in etwa ein Jahr.

Kandierte Borretschblüten

  • 1 Joghurtbecher Zucker
  • Wasser
  • Borretschblüten

Den Zucker  mit so wenig Wasser wie möglich einköcheln, bis er Blasen schlägt. Achtung, dass er nicht braun wird.Die Borretschblüten vorsichtig mit einer Gabel durch den Zucker ziehen. Sofort auf ein Backpapier mit Staubzucker bestreut legen. Die Blüten etwas andrücken. Wenden und noch einmal in den Zucker drücken. Trocknen lassen. Sie halten in einen Glas ein paar Monate und sind eine hübsche Dekoration auf Gebäck oder als Beigabe zum Mocca.

Eiswürfel mit Borretschblüte

Eiswuerfel-Borretsch

Bildnachweis: www.schule-und-familie.de

Eine Augenweide sind Eiswürfel mit Blüten. Besonders hübsch sehen die azurblauen Blüten des Borretsch dann in durchsichtigen Getränken aus.

Literatur:

Angelika Lüttig, Juliane Kasten: Hagebutte & Co – Blüten, Früchte und Ausbreitung europäischer Pflanzen. Nottuln: Fauna Verlag 2003.

Cesare Preti: MATTIOLI (Matthioli), Pietro Andrea. In: Mario Caravale (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 72 (Massimino–Mechetti), Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 2009.

https://de.wikipedia.org/wiki/Arch%C3%A4ophyt

https://de.wikipedia.org/wiki/Dichogamie#Proterandrie_.28Botanik.29

https://de.wikipedia.org/wiki/Dichogamie#Proterandrie_.28Botanik.29

Bildnachweise:

rueger-arts.de

www.umweltbund.de

Minze

Minze – Mentha, Pfefferminze – Mentfa x piperita, Lippenblütengewächse – Lamiaceae

Minze

Gestern in der Au konnte ich gemeinsam mit einer Studienkollegin Karin und ebenfalls Bloggerin – DO-ITeria, schöne Büscheln mit Wasserminze ernten. Eigentlich waren wir auf Morchelsuche und wurden so reich beschenkt. Morcheln in den verschiedensten Formen und wunderbare Wildkräuter. Die wilde Minze oder Pfefferminze ist jetzt knapp vor der Blütezeit. Ein vielseitiges Kräutlein, das in verschiedenster Weise verwendet werden kann. Ich mag sie auch als Schnittpflanze, nebst der Zitronenmelisse in bunten Frühlingsstrauß. Jetzt ist die beste Erntezeit. Viele verschiedene wildwachsende Arten, wie die Wasserminze – Mentha aquatica L., die Pfefferminze, Bachminze, Waldminze, Rossminze, Acker Minze – Mentha arvensis und viele andere haben sich entwickelt. Generell neigt die Gattung der Mentha zur Bastardisierung. Das Wort Mentha stammt aus dem mittel-, althochdeutschen – Minza und ist aus dem lateinischen Wort Menta abgeleitet. Es steht im Zusammenhang mit der griechischen Nymphe Minthe (auch ein Berg auf dem Peleponnes). Mein Bezug zur Minze ist die persische oder marokkanische Minze – Nana genannt. Nana bezeichnet im Allgemeinen alle Minzearten. Die echte persische Minze ist die Krause Minze – Menthe spicate.

Aussehen und Verwechslungsmöglichkeiten

In Europa gibt es bei den wildwachsenden Minzen viele verschiedene Varianten. Sie kann bei hochwachsenden Arten bis zu 90 cm hoch werden. Es gibt aber auch ganz kleine und kriechende Formen. Die Minze ist eine frostharte ausdauernde krautige Pflanze mit langen unterirdischen Ausläufern oder Rhizomen. Sie duftet aromatisch und besitzt bei den meisten Arten einfache oder verzweigte Haare – Trichome. Manchmal besitzt sie einen Blattstiel. Die sattgrünen Blätter, sind rund oder lanzetten-artig, sie stehen gegenständig, sind einfach und je nach Sorte sind sie gezahnt oder haben einen gesägten Blattrand. Manche Arten zeigen eine violette Nervnatur und manche Blätter sind rötlich überzogen. Die Blüten sind in vielblütigen Scheinquirlen – zusammengesetzter Blütenstand –  angesetzt.

Poleiminze

Sie zeigen sich von Juli bis September, sind endständigen Blüten, zwittrig oder funktional eingeschlechtlich und zygomorph – zwei spiegelgleiche Hälften auf einer Symmetriebene und einem Perianth – Blütenhülle. Manchmal sind einige Blüten der Minze-Arten vormännlich – Proterandrie – Staubbeutel reifen vor vor den Fruchtblättern. Der Pollen wird vor der Reifung des Stempels entlassen. Die Minze hat fünf ungleiche Kelchblätter, die röhrig bis glockenförmig verwachsen sind. Die fünfzähligen, verwachsenen, zweilippigen Kronblätter können rosa, leicht violett oder weiß sein.

Minze blühend

Bildnachweis: www.eggert-baumschulen.de

Dabei ist die Oberlippe in etwa so groß wie einer der unteren drei Lappen der Unterlippe. Die Blüte besitzt vier ungleiche Staubblätter, die sichtbar aus der Kronröhre herausragen. Die beiden Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Dieser Fruchtknoten ist durch „falsche“ Scheidewände in vier Kammern eingeteilt. Es entsteht in der Reifung eine Klausenfrucht. In jeder der Kammern befindet sich ein Samenkorn. Die Bestäubung übernehmen kurzrüsselige Insekten, wie Fliegen. Die Minze verbreitet sich über ihre Ausläufer aber auch durch die Verbreitung der Samen über die Hydrochorie – Wasser. Verwechslungen können ganz leicht durch Reiben der Blätter ausgeschlossen werden. Der starke Minzgeruch ist typisch und hilft bei der Abgrenzung. Ausnahme ist nur die Polei-Minze.

Poleiminze – Mentha Pulegium – Polei, Flohkraut, Frauenminze, Poleykraut, Hirschminze

Poleiminze 2

Polei-Minze

Sie gehört ebenfalls zur Gattung der Minzen, ist sehr selten und gedeiht auf kalkarmen feuchten Böden. Meist steht sie an Flussrändern oder Seerändern. Diese Art sieht der Pfefferminze ähnlich ist aber mit einer Höhe von 10 bis 30 cm kleiner im Wuchs. Die Blätter sind oval, ganzrandig und gezähnt. Die Blüten sind rosa bis violett. In Deutschland ist die Polei-Minze auf die Liste der gefährdeten Pflanzenarten gesetzt worden. Sie enthält das giftige Pulegon – monocyclisches Monoterpenkton, das zu Erbrechen, Azidose – Störung des Säure-Basenhaushaltes, Koliken, Anstieg des Blutdruckes und narkoseartigen Lähmungserscheinungen führen kann. Bei starker Dosierung kann es sogar tödlich wirken. Das Pulegon ist gesundheitsgefährdend, es reizt den Verdauungstrakt, die Haut und die Schleimhäute. Pulegon wird als Ausgangsstoff in der Herstellung von Parfümölen, Seifen- und Waschmittel verwendet. In der Produktion von Mottenmittel, Insektenrepellents und bei der Synthese von Menthol dient es als Basisstoff. Alle Pflanzenteile riechen sehr scharf aromatisch. Die Polei-Minze ist ein Hemikrophyt – die Überdauerungsknospen liegen an der Erdoberfläche. Der Name Polei bedeutet Floh und ist aus dem lateinischen Wort Pulex – Floh abgeleitet. Das verweist auf die insektizide Wirkung der Polei-Minze. Außer dem Pulegon enthält die Pflanze noch Gerbstoffe und ätherische Öle. Schon in der Antike war die Polei-Minze als wirksames Abtreibungsmittel bekannt.

Standorte

Bachufer, Augebiete, Wiesenränder, Waldränder oder Waldwege.  Nährstoffreiche, eher kalkarme Böden.

Wissenswertes

Viele verschiedene Zuchtvarianten haben sich entwickelt. Viele davon haben eine fruchtähnliche Geschmacksnote, wie die Apfelminze, die Schoko-Minze, die Nana-Minze, die Basilikum-Minze, die Zitronen-Minze oder die Orangen-Minze.

Minze Variegata

Sehr hübsche Zuchtform mit weißem Rand Variegata 

Die Vermehrung erfolgt sehr einfach über Steckling aus den langen Ausläufern. Man kann aber auch starke Triebe abschneiden, ein paar Tage wassern und dann zur Vermehrung in die Erde stecken. Die Minze gehört zu den Langtagspflanzen. Sie wächst 14 Stunden aufrecht und blüht. Bei den Kurztagsbedingungen bildet sie Ausläufer aus. Wenn die kalte Jahreszeit kommt, stirbt das Kraut der Pflanze ab und treibt im Frühling wieder frisch aus. Schon Plinius berichtete davon, dass die Minze in der Lage sei Flöhe zu vertreiben.

Inhaltsstoffe und Heilwirkung

In den Blättern befinden sich die ätherischen Pfefferminzöle. Das Öl kann durch Wasserdampfdestillation hergestellt werden. Dieses Öl wird in der Kosmetik und in der pharmazeutischen Industrie eingesetzt. Hauptinhaltsstoffe sind Menthol, Menthon, Menthylacetat, Neomenthol und Isomenthol. Das Pfefferminzöl wirkt schwach antibakteriell und antifungal. Es unterstützt die Herstellung von Magensäften und Gallenflüssigkeit. Im Bereich des Rachens und der Mundschleimhaut oder auch der oberen Atemwege wird empfohlen Minzöl in heißem Wasser eingetropft zu inhallieren. Auf der Haut aufgetragen wirkt es kühlend. Es wirkt gegen Insektenstiche, Rheuma, Verbrennungen (leichte) und Kopfschmerz. In der Medizin wird das Minzöl innerlich bei Gallenblasenbeschwerden und Problemen des Gastrointestinaltraktes – Verdauungsapparates eingesetzt. Bei Menschen mit Reizdarm werden Magensaftreistente Kapseln als Beruhigung der Muskeln im Dickdarm verschrieben. Minzöl ist ein wichtiger Bestandteil in Produkten für die Mundhygiene. Als Aromastoff findet das Minzöl Verwendung in der Aromatherapie und für die Lebensmittelherstellung.

Rezepte

Dugh

Dugh 2

Ich liebe das erfrischende persische Joghurt-Getränk Dugh. Dafür benötigt man Joghurt, Sauerrahm, trockene Minze, frische Minze, etwas Knoblauch, Salz und Sodawasser. Wer Soda nicht mag, kann es auch mit stillem Wasser herstellen.

Ergibt etwa 2 Liter Getränk

  • 1 Becher Sauerrahm
  • 1 Becher Schafmilch – oder Biojoghurt
  • 1 Zehe  Knoblauch – kann auch wegen dem „Duft“ mit trockenem Knoblauchpulver angerührt werden
  • 2 Messerspitzen trockener Minze
  • 2 Kaffeelöffel frische Minze klein gehackt
  • Salz

Joghurt und Rahm gut vermischen, trockene Minze und frische Minze einarbeiten. Etwas salzen, den Knoblauch zerdrückt oder das Pulver einrühren. Mit Soda aufgießen. Passt eisgekühlt wunderbar zu orientalischem Essen oder einfach als kühlendes Sommergetränk zu Grillfleisch.

Mast-O-Chiar

Ebenfalls aus meiner alten Heimat Persien stammt dieses Rezept für Joghurt-Gurken-Minze Sauce. Es ist dem Griechischen Zaziki ähnlich, stellt sich nur die Frage wer früher damit dran war. Mast-O-Chiar reiche ich als Dipp für Grill- oder Ofenkartoffel und zum Grillfleisch.

  • 1 Salatgurke
  • 2 Esslöffel frische Minze
  • 2 Messerspitzen trockene Minze
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Becher Sauerrahm
  • 1 Becher Schafmilchjoghurt oder Biojoghurt
  • Salz

Die Gurke sehr fein hacken, frische Minze fein hacken. Alles mit dem Joghurt und dem Rahm vermischen. Salzen. Obenauf trockene Minze streuen.

Minzpaste

Die Minzpasta ist besonders in der englischen Küche bekannt. Sie wird vor allem zu Lammgerichten gereicht. Dafür 2 handvoll gewaschene Minzblätter sehr fein hacken. Mit 2 Eßlöffel Kristallzucker in einem Mörser zerstoßen. Etwas Weißweinesssig dazugeben. Etwas Salz und frischen schwarzen Pfeffer aus der Mühle. Im englischen Originalrezept wird kein Öl beigefügt. Ich nehme noch 3 Eßlöffel gutes Olivenöl dazu, damit die Paste etwas in der Konsistenz molliger wird.

Minz-Tee

Minztee

Für den Minz Tee nehme ich die frischen Blätter, kurz abgespült. Mit gekochtem Wasser übergießen und etwa 10 Minuten ziehen lassen. Gesüßt mit etwas Zucker schmeckt er am besten. Natürlich kann man auch Tee aus getrockneten Minzeblättern herstellen. Dafür die Minze mit den Stängeln im Ganzen und zum Strauß gebunden an einem trockenen Ort – wie etwa Dachboden, verkehrt aufhängen.

Minze

Frische Erdbeeren mit Minze und Minz Sauce 

Erdbeeren mit Minze

Dazu frische reife Erdbeeren waschen und etwas anzuckern. Mit frischer gehackter Minze bestreuen. Mit frischem grünen Pfeffer aus der Mühle würzen. Etwas Minzpaste dazu reichen. Zu diesen exotisch gewürzten Erdbeeren servierte meine Großmutter in Persien Roseneis. Aber ein gutes Vanilleeis passt hier auch sehr gut dazu und fertig ist ein etwas ausgefallerenes Dessert, das z.B. gut als Nachtisch nach einem Spargelhauptgang passt. Man kann auch gehackte Pistazienkerne darüberstreuen.

 

Hagebutte

Hagebutte – Rosaceae, Hätscherl, Hetschepetsche, Hainbutten, Hetscherl

Hagebutten

Jetzt nach dem ersten Frost reifen die Hagebutten heran und schmecken süß. Rot glänzten sie heute in der Früh unter der zarten Schneedecke hervor. Meine Rosensträucher waren dicht besiedelt mit Kohlmeisen, Kleibern und sogar ein Specht war dabei. Alle haben sich die süßen Hagebutten als willkommenes Futter geholt. Die Bezeichnung „Hag“ weist auf Hecke, Umzäunung hin. Der Wortteil „Butte“ auf die From – wie ein Fässchen aussehend. Wer kennt nicht das Kinderlied „Ein Männlein steht im Walde…“, von Hoffmann von Fallersleben, das sich auf die Hagebutte bezieht. Man vermutet, dass auch schon die Steinzeitmenschen Hagebutten zu Nahrung verwendet haben.

Aussehen

Die Hagebutte ist eigentlich eine Sammelnussfrucht – Scheinfrucht, die sich aus der fleischigen Blütenachse entwickelt. Sie ist die Frucht der Rose, meist der Hundsrose – Rosa canina L., oder Heckenrose. Sie bildet sich aus dem Boden der Blüte. Vorerst ist sie grün und färbt sich im Reifeprozeß in das typische Hagebuttenrot. Zurerst sind die Früchte hart und nach dem Frost erst weich und süß. Im Inneren der Frucht befinden sich die goldgelben Nüsschen, die mit feinen Härchen – Widerhaken – bedeckt sind.

Hagebuttenkerne

Sie sind als  „Juckpulver“ bekannt. Wie viele arme Opfer hat es da in meiner Volksschulzeit gegeben! Aber dieses Juckpulver kann auch Allergien auf der Haut auslösen. Alle Rosenarten bilden Hagebutten.

Standorte

Hagebutten reif

Wild blühende Rosenarten sind oft als Hecken in Windgürteln zu finden, an Waldlichtungen, an Wiesen- und Bachrändern.

Heckenrose

Wild- oder Heckenrose 

Natürlich bilden auch alle gezüchteten Rosenarten Hagebutten, die mehr oder weniger wohlschmeckend sind.

Rose Resht

Rosa damascena

Die Damaszenerrose bildet besonders mollige Hagebutten mit recht viel Fruchtfleisch aus.

Inhaltsstoffe – Wissenswertes 

Für die Verarbeitung der Frucht sammle ich gerne die Wildform, aber auch die Frucht der Damasezner Rose, die sehr fleischig sein kann. Vitamin C, A, B1, B2, B6, Pektine, Zucker, Fruchtsäuren, Kalium, Magneisum, Eisen, Gerbstoffe und Galactolipide – chemische Substanz, die such aus Galactose – Zucker und einem Molekül Glycerin zusammensetzt. Galactolipide – GOPO genannt, wirken bei rheumatischen Erkrankungen und Osteoporose. Dieser Stoff ist vor allem in den Kernen der wilden Hagebutte enthalten. Ausserdem noch Lycopin – das zur Gruppe der Carotinoide gehört. Es kommt in hoher Konzentration in Paradeisern vor. Es gehört zu den Tetraterpenen und ist z.B. auch als Lebensmittelfarbstoff E 160 EU weit erlaubt. Lycopin gehört zu den Antioxidanten und ist ein wichtiger Radikalfänger. Die Wirkstoffe der Hagebutte werden auch bei Zahnfleischentzündungen eingesetzt. Die Hagebutte ist auch bei einem Mangel an Vitamin C anzuraten. Appetitlose Kinder können mit Hagebuttenmus oder Hagebuttenmarmelade angereget werden. Zur Zeit wird die Wirkung als Cholesterinsenker gegen das LDL Cholesterin untersucht. Neben dem Sanddorn ist die Hagebutte, in unseren Breiten die Frucht mit dem höchsten Anteil an Vitamin C. Im Mittelater wurde die Hagebutte als Mittel gegen Brechreiz und „Bluthusten“ verwendet. Nach einer gelungenen Entbindungen setzten Hebammen eine Wildrose mitsamt der Nachgeburt. Das war eine Gabe an die Fruchtbarkeitsgöttin „Frigga“. Das Öl aus der Hagebutte, beinhaltet viel an ungesättigten Fettsäuren und Vitamin A. Es wird als Medikament gegen Narben auf der Haut und als Antifaltenmittel gerne verwendet. Die zerriebenen Kerne sind als „Falsche Vanille“ bekannt. Natürlich kann die Hagebutte auch roh gegessen werden. Das stärkt das Immunsystem.

Das Pulver aus der Hagebutte wird bei Arthrose-Erkrankungen, bei Gicht und Rheuma eingesetzt.

Rezepte

Hagebutten ernten man am besten wie gesagt, wenn sie reif und weich sind. Nur für die Verarbeitung als Tee nehme ich Früchte, die noch ein härteres Fruchtfleisch besitzen. Bei der Herstellung von Marmelade verwende ich ganz reife Früchte. Da lassen sich die Kerne auch schön rausdrücken.

Tee aus Hagebutten

Dafür die noch nicht ganz weichen Früchte ernten und die Kerne – mit Handschuhen – entfernen. Das Fruchtfleisch in kleine Teile schneiden und auf einem Backpapier ein paar Tage trocknen lassen. Der Tee schmeckt wunderbar süß-sauer und hilft bei Erkältungskrankheiten, und die Pektine sind harntreibend und ganz leicht abführend. Der Tee kann begleitend bei Nieren- und Blasenleiden eingesetzt werden. Ganz wichtig – der Hagenbutten Tee hilft bei Frühjahrsmüdigkeit. Wenn ich ausreichend wilde Malven finde oder meine Hisbiscus-Sträucher (rot) gut getragen habe, trockne ich diese Blüten und vermische sie mit den Hagebutten. Die säuerliche Note dieser Teemischung ist dann besonders fein.

2 Teelöffel der getrockneten Hagebutten mit heißem Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen. Dann abseihen. 3-4 Tassen täglich trinken.

Hagebuttenmarmelade

Hagebuttenmarmelade

Das ist die Marmelade, die bei mir auf die Husarenkrapferln kommt. Das ist Weihnachten. Ein wenig aufwendig ist die Herstellung schon, aber es zahlt sich aus.

  • 1 Kg Hagebutten
  • 1 Kg 1:1 Gelierzucker
  • Zitronensaft von 2 Zitronen
  • Mark 1 Vanilleschote
  • 2 Teelföffel Zitronensäure
  • 1 Messerspitze Zimt – wer mag

Die weichen Früchte gewaschen und ohne Stiel weich kochen. Die Früchte durch ein feines Sieb drücken, um die Kerne zu entfernen. Alles wieder aufsetzten und den Zucker und die Gewürze einrühren. Die Marmelade sollte eine sämige Substanz erhalten. Sofort in Gläser einfüllen und gut verschließen. Bei der Hagebuttenmarmelade nehme ich gerne hochprozentigen Alkohol um die Oberfläche am Glasrand zu desinfizieren. Den brenne ich kurz ab und verschließe die Gläser sofort. Wer möchte, kann etwas Rum in die Marmelade einrühren.

Hagenbuttenlikör

  • 1/2 LIter Ansatzkorn oder hochprozentigen Alkohol ohne starken Eigengeschmack
  • 2 Handvoll Hagebutten
  • 1 Sternanis
  • 1 Mark einer Vanille
  • Zitronen
  • Brauner Rohrzucker
  • etwas Zitronensäure
  • 2 Esslöfel Honig

Die Hagebutten waschen und Stiele entfernen.  Ein großes Glas mit Deckel befüllen. Gewürze dazu geben, Honig einrühren. Für mindestens ein halbes Jahr vergessen und dann genießen. Ist pur oder mit Prosecco aufgegossen ein wunderbarer Begrüßungsdrink.

Husarenkrapferl mit Hagenbuttenmarmelade

Husarenkrapferln mit Hagebuttenmarmelade

Dieses Rezept stammt von zwei Damen, mich viel gelehrt haben. Vom Umgang mit der Natur, bis zur Herstellung von Marmeladen, mein Wissen über Pilze & Kräuter und dieses geliebte Rezept. Die Hagebutten für unsere Marmelade pflückte ich als Kind von einem uralten Heckenrosenstrauch auf der Wiese in Salmannsdorf.

  • 140 Gramm Mehl
  • 70 Gramm geschälte und geriebene Haselnüsse
  • 70 Gramm Backzucker
  • 140 Gramm weiche Butter
  • 2 Eidotter
  • etwas Zimt
  • Hagebuttenmarmelade
  • 1 Pkg Bourbonvanillezucker

Das Mehl mit den Nüssen und dem Zucker zu einem Häufchen mischen. Butter einarbeiten, die Gewürze und die beiden Eidotter. Den Mürbeteig in eine Klarsichtfolie wickeln und ca. 1 Stunde kühl rasten lassen. Dann eine etwa 3 cm dicke Rolle formen. Mit dem Messer 1 cm starke Scheiben schneiden. Das Rohr auf 175° C. Umluft vorheizen. Krapfen formen und in der Mitte eine Mulde eindrücken. 15-18 Minuten goldbraun backen. Herausnehmen und rasch in jede Mulde einen Tupfen Hagenbuttenmarmelade setzen. Die Krapfen noch einmal ins Rohr schieben und bei leicht geöffneter Türe kurz trocknen lassen. Die Temperatur auf 50 stellen. Noch warm mit Staubzucker anzuckern.

Hagenbuttenmarmelade passt auch genial zu Weichkäse, Leber- und Wildpasteten oder Fleischgerichten.

Hagebuttenpralinen

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  • 2 Esslöffel Hagebuttenmark
  • geriebene Schale einer Orange oder Mandarine (ungespritzt)
  • 100 Gramm geschälte geriebene Mandeln
  • 100 Gramm gehackte Pistazienkerne
  • 150 Gramm Bittercuvertüre

Das Hagenbuttenmus, mit den Mandeln vermengen. Die Schale einarbeiten. Pistazien – bis auf 3 Esslöffel der Menge – ebenfalls einarbeiten. Die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen. Die Masse zu Kugeln formen und auf Holzspießchen stecken. Dann in der handwarmen Kuvertüre wälzen. Etwas abkühlen lassen und rasch mit Pistazien bestreuen. Ich nehme dann halbierte Äpfel und stecke die Holzspiesschen hinein. So stelle ich die Kugeln mit Schokolade überzogen für 4-5 Minuten in den Tiefkühler.

Wildsauce mit Hagebutten

Hagebuttensauce

Eine exotische Wildsauce ergeben Hagebutten in der Wildsauce. Dafür den Bratensaft noch einmal mit 2-3 Esslöffel Hagebuttenmarmelade eindicken. Das ergibt erstens eine molligere Konsistenz und zweites einen süß-sauren Geschmack.

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weiterführende Literatur: Churbasik, Sigrun: Pflanzliche Entzündungshemmer: Schmerzfrei mit einer Nahrungsergänzung? Uniklinik-Freiburg.de 

Asperln und Quitten

Asperl – Mispel – Mespilus germanica, Esperlbaum, Quantelbeerbaum und Quitten

Asperlbaum

Die Ernte im Garten ist noch nicht vorbei. Heute waren die Asperln dran und die letzten Quitten. Obstsorten, die schon fast in Vergessenheit geraten waren. Aber traditionsbewusste Schnapsbrennereien und Gourmets wissen diese alten Obstsorten zu schätzen. Ich habe sie ganz bewusst gepflanzt und ihnen einen schönen Platz im Garten bereitet. Herrlich duften die schönen gelben Früchte der Quitte und die Asperln nun in meinem Keller, bis sie essreif sind. Eine andere Möglicheit ist es die Früchte für ein paar Stunden einzufrieren und dann erst zu verarbeiten. Schon als Kind liebte ich diesen Duft. Die Griechen nannten den Asperlbaum mespile, die Frucht mespilon. Vermutlich wurden die Asperln durch die Römer in die Klostergärten gebracht.

Asperl Aussehen

Asperl

Das Asperl ist ein Kernobstgewächs – Pyrinae aus der Familie die Rosengewächse – Rosaceae. Mitte Mai entfaltet das Asperl reinweiße bis zart rosa Blüten. Die relativ späte Blüte rettet das Obst vor den Eisheiligen im Mai. Nun reifen die eher unscheinbaren harten und bräunlichen Früchte heran. Man kann Asperln auch bis in den Dezember hinein am Baum hängen lassen, da der erste Frost sie weich macht. Die Mispel, wie sie auch genannt wird, ist eine sehr alte Obstsorte, die heute kaum jemand noch kennt. Deswegen hat sie bei mir einen Platz erhalten. Ich mag die schönen Blüten, das schöne Laub und natürlich die Früchte. Der Mespilus germanica, wie der Baum benannt ist, hat diesen Namen nicht gerechtfertigt bekommen, weil er eigentlich mit ziemlicher Sicherheit aus Vorderasien stammt. In Aserbaidschan gibt es verwilderte Plantagen. Der sommergrüne Baum erreicht Wuchshöhen bis zu 6 Metern mit einer breiten ausladenden Krone. Der Baum hat wenige Äste, diese aber mit kräftigem Wuchs. Großer Vorteil des Asperls ist, dass das sehr harte Holz kaum geschnitten werden muss. Wilde Asperlsorten können Dornen ausbilden, die bei den Kulturformen fehlen. Die zwittrige Blüte hat fünf weiße radiärsymmetrische Kronblätter mit doppelter Blütenhülle, die von fünf schmalen langen und behaarten Kelchblättern überragt werden.

Asperlblüte weiß

Es sind Winterknopsen, die spitz eiförmig sind. Am Rand haben sie schwarze, aber hell bewimperte Knospenschuppen – Tegmente. Die Blüte besitzt 30-40 Staubblätter mit roten Staubbeuteln – Antheren. Dazu hat sie fünf Griffel mit einem unterständigen Fruchtknoten. Sie bestäubt sich selbt. Die 1,5 bis 3 cm großen, kugeligen braunen Früchte gibt es selten aber doch auf Obstmärkten zu kaufen. Innen hat das Obst ein apfelähnliches Gehäuse mir fünf großen Kernen. Das Fruchtfleisch ist nach dem ersten Frost teigig und hat einen intensiven, säuerlichen Apfelgeschmack. Der Asperlbaum bevorzugt kalkarme Böden oder gut drainierte Lehmböden. Diese Obstsorte ist relativ schädlingsresistent – nur die blattminierenden Schmetterlingsarten, wie die Lithocolletis blancardella kann schädigen.

Geschädigtes Blatt

Wissenwertes, Heilwirkung, Inhaltsstoffe

In der Volksheilkunde wurden die Asperln mit ihrem hohen Vitamin C Gehalt als entzündungshemmendes, harntreibendes Mittel empfohlen. Das Asperl enthält Tannine und Fruchtsäuren, die nach der Lagerung abgebaut werden. Außerdem noch Pektin und Vitamine. Anwendungsbereiche sind: Verdauungsschwäche, Gastritis, Morbus Crohn, Arteriosklerose. Bei Itho-Thermien – Japanische Kräuterwärme werden die Blätter verbrannt und in einer Metallkapsel am Körper entlang geleitet. Das stärkt die Selbstheilungskräfte des Körpers. Eine Verarbeitungsmöglichkeit ist der köstliche aber sehr teure, Asperl Schnaps.

Asperl Marmelade

Dafür lege ich die Früchte nach der Ernte in einem Sack für 4-5 Stunden in den Tiefkühler. Dann die Früchte in Wasser bedeckt kochen. Etwas Zitronensäure und ein Päckchen Bourbonvanille dazu geben. Wenn die Früchte weich sind, alles durch ein Sieb drücken. Je nach Gewicht entsprechend gleich viel Gelierzucker einrühren und 4-5 Minuten lang kochen lassen. Wer mag, kann der Marmelade mit ein wenig Zimt ein bisschen Weihnachtsgeschmack verleihen.

Asperl als Füllobst für Geflügelgerichte 

Gansl gefüllt mit Quitten und Asperln

Gansl gefüllt mit Quitten und Asperln

Hier habe ich zwei Gänse á 5,3 Kg von meiner Ganslbäuerin nahe Gutenstein. Die Gänse putzen und Federstiele mit einer Pinzette entfernen. Nach dem gründlichen Waschen fülle ich sie mit Thymianzweigen, Knoblauchzehen, Asperln im Ganzen, gewürfelten Quitten, kleinen Zwiebeln. Zuerst bei 100 Grad etwa 1,5 Std. braten. Zwischendurch immer wieder mit einem Saft aus Aceto Balsamico, Honig, Salz, Pfeffer aufgießen Später vermischt sich das gut mit dem Bratensaft. Die Gansln sollten je nach Gewicht nach ca. 4,5 bis 5 Std. gar sein. Nach ca. 1.5 Std. drehe ich die Temperatur auf ungefähr 150 – 160 Grad Umluft. Dann decke ich die Gansln mit Folie zu, damit sie nicht zu dunkel werden. Erst kurz vor Ende der Bratzeit decke ich sie ab, damit sie noch eine knusprige Haut bekommen. Den herrlichen Bratensaft dann ein bisschen entfetten und mit einem Pürierstab zu einem molligen Saft rühren. Die gute Fülle wird natürlich dazu gereicht.

Quitte – Cydonia oblonga, Aussehen

Quitte

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Die Quitte – Cydonia oblonga – ist die einzige Pflanzenart aus der Gattung der Cydonia und gehört biologisch zu den Kernobstgewächsen und dort zu den Rosengewächsen – Rosaceae. Ihren Namen bekam sie durch die Stadt Kydonia – heute Chania im Nordwesten Kretas. Urspünglich stammt die Quitte aus dem Kaukasus. Auch im Iran, Türkei, Turkmenistan, Syrien und Afghanistan sind Quitten-Nachweise vorhanden. In Griechenland wurde sie ab 600 v. Chr. und bei den Römern ab 200 v. Chr. nachgewiesen. Sie ist ein laubabwerfender Strauch oder Baum mit Wuchshöhen bis zu 8 Metern. Ist der Baum noch jung, hat er violett behaarte – Indument – Zweige. Die Laubblätter sind wechselständig und sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist behaart und wird bis zu 1,5 cm. lang. Die Quittenblätter sind glatt und haben Nebenblätter. Die Blüten stehen einzeln an den Spitzen der Zweige, also der diesjährigen Triebe. Deswegen bitte auf diese Triebe beim Schneiden achten – keine diesjährigen schneiden. Der Blütenstiel ist behaart und ca. 5 mm lang. Die Blüte ist zwittrig, radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die vorweiblichen (Fortpflanzungsorgane liegen innerhalb der Blüte und reifen vor den männlichen Fortpflanzungsorganen – Staubblätter), nektarführende Scheibenblüte ist weiß bis rosa und wird bis zu 5 Zentimeter groß. Sie hat eine doppelte Blütenhülle – Perianth und der Blütenbecher – Hypanthium ist glockenfömig ausgebildet.  Fünf zurückgebogene Kelchblätter mit glattem Rand umgeben die Blüte. Die fünf Fruchtblätter sind unterständig und beheimaten die Samen. Fünf freie Griffel, die mit leichten Flaum umgeben sind und die Länge der Staubblätter haben. Die Blütezeit ist extrem kurz von Mai bis Juni und die Quitte ist ein Selbstbestäuber. Der Nektar wird am Grund der Kronblätter bereitgestellt. Die Quitte wird gerne von kleinen Hummel und anderen Bienenverwandten bestäubt. Die Frucht wächst auf einem wolligen Fruchtstiel heran. Es entstehen duftende, gelbe, vielsamige, birnenähnliche Früchte, die von 3 bis 14 cm groß sein können – je nach Sorte. Es gibt an die 200 verschiedenen Quittensorten. Die Quitte gehört zu den Sammelbalgfrüchten – also zu den Apfelfrüchten. In den fünf Fruchtfächern befinden sich 8-16 zweireihig angeordnete Samenanlagen. Die Quitte enthält, wie die ihr verwandte Birne Steinzellen, die das Fruchtfleisch körnig machen. Es gibt Apfelquitten, Cydonia oblonga var. oder Birnenquitten, Cydonia oblonga var. maliformis. Die Früchte werden ab Oktober bis ende November reif. Quitten tragen in etwa erst nach acht Jahren die ersten Früchte.

Inhaltsstoffe und Wissenswertes

Schleimstoffe, giftige cyanogene Glykoside (Pflanzengift aus der Gruppe der Glykoside. Sie bestehen aus einem Gykosid, d.h. aus einer Verbindung aus Alkohol und Zucker und einem Kohlenhydrat, das eine Nitrilgruppe – CN trägt. bei einer enzymatischen Spaltung entsteht daraus der gifitge Cyanwasserstoff – Blausäure) ) und Öl. Vitamin C, Kalium, Natrium, Eisen, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan, Fluor, Tannine (Catechin und Epicathechin), Gerbsäure, Quercetin (Flavon), organische Säuren, Weinsäure, Zucker, außerdem Pektin. Quittensamen dienen als Heildroge. Sie enthalten Schleimstoffe – Pentosane, Amygdalin und fettes Öl. Die Samen werden unzerkaut (damit die Blausäure nicht frei wird) geschluckt. Sie wirken hustenstillend. in der Volksheilkunde wird aus Ihnen ein Schleim bereitet. Sie werden auch in Heilsalben gegen rissige Haut und Hämorrhoiden genutzt. Die Gerbstoffe der ganzen Früchte werden als Saft bei Entzündungen im Rachen- und Halsbereich verabreicht. Die Pektine sind als „Putzhilfe“ für den Darm hilfreich. Die Quitte soll auch als Mittel gegen Gicht, Rheuma und Gelenksschmerzen wirken. Die Quittenkerne in einem Glas Wasser ziehen lassen, bis ein Schleim entsteht. Damit gurgeln hilft gegen Halsschmerzen und Mandelentzündung.

Die Quitte galt schon im Altertum als Symbol für Fruchtbarkeit und Schönheit, für Liebe, Beständigkeit und Unvergänglichkeit. in Zentralasien sagte man schon: Isst eine schwangere Frau Quitten, so wird das Kind gesund und intelligent. oder pflanzt ein Brautvater einen Quittenbaum im Garten so wird die Ehe glücklich. Die Zierquitte – Chaenomeles, die in vielen Gärten und Parkanlagen als Zierpflanze steht, hat nur die Namensgleichheit ist aber eine eigene Pflanzengattung innerhalb der Rosengewächsen.

Lagerung der Quitten im Keller bis Dezember ist von Vorteil. dazwischen sollte man die Früchte immer wieder wenden. Der sich verbreitende Duft der reifenden Früchte ist suchtverdächtig! Die Kulturformen werden meist auf Weißdorn gepfropft. Stecklinge gelingen nur selten. Die Ausbreitung übernehmen meist Siebenschläfer. Die vegetative Vermehrung gelingt über Wurzelsprosse. Sie besteht aus 80% Wasser und ist kalorienarm, aber balaststoffreich. Die Inhaltsstoffe der Quitte wirkten positiv auf das Verdauungsystem.

Quittenkuchen mit Schaumhaube 

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4 Quitten mittlerer Größe schälen und Gehäuse entfernen. In Wasser, Zucker und etwas Zitronensäure weich kochen. Gut abtropfen lassen.

Dafür einen Bisquitteig herstellen.

  • 5 Eier
  • 150 Gramm Staubzucker
  • 1 Pkg Bourbonvanillezucker
  • 150 Gramm glattes Mehl
  • 1 Messerspitze Backpulver
  • Schaumhaube

5 Eiweiß sehr steif schlagen und mit 300 Gramm Feinkristallzucker vermengen.

Eier und Zucker sehr schaumig, das Mehl unterziehen und alles verrühren. Ich habe für diesen Kuchen eine Lasagneform gewählt. Ausfetten und stauben, den Teig einfüllen. Dei Quitten auf die Oberfläche legen. Ca. 30 Minuten backen. Dann den Kuchen herausnehmen und den Schaum mit einem Löffel darüber ziehen. Noch einmal für ca. 15 Minuten in den Ofen. Die Ofentüre etwas geöffnet halten und die Hitze auf 50 bis maximal 80 runterfahren.

Quittenkuchen mit Mohn und Schaumhaube 

Wer möchte kann in den Teig noch 100 Gramm Gemahlenen Mohn einarbeiten.

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Quittenkuchen mit Mohn und Schaumhaube

Quittenbrot – Qiuttenkas

Quittenkas

Quittenkas

Für 1 Blech

1 Kg Quittenmus aus 1,5 kg Quitten herstellen. Dafür Quitten mit Tuch abwischen und in Würfel schneiden, Gehäsue und Schale bleibt dabei. Zugedeckt mit 1,5 Esslöffel Zitronensäure, etwas Zimt und 2 Pkg Bourbonvanillezucker aufkochen. Ca. 60 Minuten lang weich kochen lassen. Alles durch ein Sieb drücken, Dann die Menge mit Gelierzucker 1:1 vermengen. Die Masse soll zäh werden. Wenn sich die Masse mit dem Kochlöffel teilen lässt und man eine „Strasse“ ziehen kann, ist der „Teig“ fertig. Alles auf ein Blech mit Backpapier streichen. Dei Höhe sollte 2 cm nicht überschreiten. Mit Backpapier zudecken und bei kühlen Temperaturen trocknen lassen. Wenn man das Papier gut abziehen kann, ist der Quittenkas fertig. Mit Kristallzucker bestreuen und in Würfel schneiden.

Quittenlikör

  • 1 Kg Quitten
  • 1 Bourbonvanillestange
  • Saft 1 Zitrone
  • 1 Teelöffel Zitronensäure
  • 3 Esslöffel brauner Zucker
  • 1 Prise Zimt
  • 5 Esslöffel Honig
  • Alkohol mind. 36%

Die Früchte geputzt und gewürfelt mit dem Alkohol und den Gewürzen ziehen 6-8 Wochen lassen. Dann durch ein Leintuch absieben. Schmeckt ganz wunderbar als Likör zu Weihnachtsgebäck.

Quittengelee

Für ca. 1800 ml Gelee

  • 3,5 kg reife Quitten
  • 2 Zitronen Saft
  • 500 Gramm Gelierzucker
  • 2,5 l Wasser
  • 1 Pkg Bourbonvanille
  • 1,5 Esslöffel Zitronensäure

Quitten waschen und den Flaum mit einem Tuch abwischen. Die Früchte würfelig schneiden. Die Kerngehäuse mitkochen, weil sie das nötige Pektin enthalten. Die geschnittenen Früchte im Wasser 60 Minuten weich kochen. Ein feines Sieb nehmen und den Saft absieben. Die Flüssigkeit mit dem Gelierzucker und den Gewürzen aufkochen. 4-5 Minuten lang fest sprudelnd kochen lassen. Sofort in Marmeladengläser füllen und verschließen.

Quittenmarmelade orientalisch

Quitten

Quitten

Das ist mein absoluter Liebling unter den orientalischen Marmeladen. Was wäre ein orientalisches Frühstück ohne Quittenmarmelade?

  • 1,5 Kg Quitten reif
  • 1,5 Kg Gelierzucker 1:1
  • 1/8 liter Rosenwasser oder ein paar Tropfen echtes Rosenöl
  • 1 Stange Vanille

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Die Früchte schälen und in Stückchen schneiden. Mit den Gewürzen zugedeckt weich kochen. Gelierzucker 1:1 dazu geben und alles noch einmal 5 Minuten fest kochen lassen. Sofort in Gläser füllen und zuschrauben. Ich liebe Quittenmarmelade auf orientalischem Brot mit Schafskäse!

Tee aus Quittenschale

Schon in meiner alten Heimat Persien, bereitete mir meine Großmutter Tee aus Quittenschalen bei Halsentzündungen. Dafür schälte sie die Quitten und kochte die Kerne und die Schalen kurz auf. Dann den Sud kurz stehen lassen. Über den Tag verteilt trinken.

Bildquelle Asperlblüte: http://wandertipp.at/bernhardbaumgartner/2011/11/28/rekordernte-2011-auch-bei-den-asperln/

Bildquelle Quittenkas: Ungeschalte Rezepte, http://www.rezeptefinden.de/s/ungeschalte.html

Johanniskraut

Tüpfeljohanniskraut – echtes Johanniskraut – Hypericum perforatum, Tüpfel Hartheu, Hartheugewächse, Johanniskräuter – Hypericum, Hypericaeae, Herrgottsblut  

Echtes Johanniskraut

Echtes Johanniskraut

Dieses Heilkräutlein, war eines der ersten, mit dem ich mich, schon als junges Mädchen, auseinander gesetzt habe. Es hat mich immer schon fasziniert, wie sich die Finger rot färben, wenn man die Blüten zwischen den Fingern zerreibt. Es hat eine weit zurückreichende, ununterbrochene Tradition als Heilkraut. Seine Wirkung ist heute in der Kräuterheilkunde hoch gelobt, aber schulmedizinisch nicht wirklich gesichert. Die Forschung arbeitet immer noch daran, die Wirkung als Stimmungsaufheller und die antivirale Wirkung nachzuweisen. Das Johanniskraut wurde heuer, also 2015 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Sie wird als etwas „schwierige Pflanze“ aber mit Potenzial beschrieben. Die Forschung überprüft die z.B. die nächtliche Ausschüttung an Melatonin, bei Einnahme von Johanniskrautprodukten –  ein aus Serotonin gebildetes Hormon mit schlaffördernder Wirkung.

Tuepfel-Johanniskraut

Johannsikraut

johanniskraut mit Blüte

Johanniskraut mit Blüte

Trotzdem bleibt diese Pflanze meist im Gelände unbeobachtet stehen. Schon die Germanen beschrieben das Johanniskraut als „Lichtbringer“, als Symbol für die Sonne. Die rituelle Bedeutung des Johanniskrautes verschob sich dann durch die Christianisierung auf Johannes den Täufer. Im Spanischen wird es „hierba de San Juan“ genannt, weil sie um den 24. Juni – Sommersonnenwende – zu blühen beginnt. Auch Paracelsus erkannte die „lichtbringende“ Wirkung des Johanniskrautes auf verstimmte Gemüter. Dioskurides, Plinius, Secundus und Galen erwähnten es als gemütsaufhellendes Kraut. Außerdem sagte man der Pflanze dämonenabweisende Kräfte nach. Die Menschen hingen Büschel in den Fensterkreuzen auf, um Unheil abzuwenden. Der volkstümliche Name „Teufelsflucht“ leitet sich davon ab. Um schwere Gewitter abzuwenden, warfen die Menschen Kränze oder Büschel aus Johanniskraut in die Öfen und ins offene Feuer. Bei den Tänzen um den Mittsommer trugen die Mädchen Kränze aus Johanniskraut.

johanniskraut

Aussehen 

Das echte Johanniskraut ist eine mehrjährige, ausdauernde, krautige Pflanze. Sie gehört zu den sommergrünen Schaftpflanzen (überwinternde Pflanze ohne Rosette, Hemikrophyt – Überdauerungsorgane sind an der Erdoberfläche). Das Johanniskraut erreicht Höhen bis zu einem Meter. Der Hauptstamm ist weit verzweigt und die spindelförmigen Wurzeln ragen bis zu einem halben Meter tief in das Erdreich. Nach oben hin endet das Johanniskraut buschig mit vielen kleinen Verzweigungen und Blüten daran. Der Stängel ist aufrecht, zweikantig und innen markig (Abgrenzungsmerkmal, des echten Johanniskrautes zu anderen Johanniskrautarten). Die Laubblätter sind gegenständig, (sitzend) angeordnet, sie werden bis zu drei cm lang und sind oval, eiförmig. Hält man die Blätter gegen das Licht, sehen sie aus, als wären sie durchlöchert. Die Löcher sind Gewebslücken, die durch Abspaltung der Zellwände entstehen und in denen das hochkonzentrierte ätherische Öl der Pflanze enthalten ist.

Johanniskraut Blatt

Johanniskraut Blatt

Das Johanniskraut blüht von Juni bis August in Trugdolden aus Dichasien (Verzweigungsform) und Schraubeln.

Dichasium, Monochasium, Wickel und Schraubel Johanniskraut

Dichasium, Monochasium, Wickel und Schraubel Johanniskraut

Die Blüten sind radiärsymmetrisch und zwittrig, fünfzählig und mit doppelter Blütenhülle. Sie hat fünf Kelchblätter, die bis zu fünf Millimeter lang sind. Die goldgelben Kronblätter werden bis zu 13 Millimeter lang. Sie sind auf einer Seite gezähnt und auf der anderen Seite schwarz gepunktet. Diese Kronblätter enthalten in ihren Gewebslücken das stark rote Hypericin – ein Anthrachinon-Derviat. Das ist der Bestandteil des färbenden Anteils in der Pflanze. Der Fruchtknoten ist eiförmig-Lanzetten artig und hat helle und dunkle, schwarze Drüsen. Der oberständige, ovale Fruchtknoten hat eine Unterteilung in drei Fächer. Anstelle von Nektar bietet die Pflanze ein Gewebe, das anbohrfähig ist. Für die Fremdbestäubung sorgen Pollen suchende Insekten. Die Frucht ist schmal und eiförmig, wird bis zu zehn Millimeter lang und spaltet sich in der Reife in dreifächrige Spaltkapseln. Die Samen sind 1 mm lang, leicht gebogen und fein genetzt. Am Abend und wenn die Pflanze abblüht, rollen sich die Blütenblätter an den Seiten der Längsachse ein.

Der Inhaltsstoff Hypericin

Das Hypericin ist der Arzneistoff in der Pflanze, der als Antidepressivum verwendet wird. Eine Nebenwirkung davon ist die phototoxische Reaktion der Haut (Überempfindlichkeit, Aktivierung von Cytochrom P450, vor allem des Subtytps  CYP 3A4, in der Leber, setzt z.B. die Wirkung der Antibabypille herab), der Augenlinse und der Retina. Das Letztere kann zu einer Makuladegeneration führen. Die Wirkung des Hypericin als Antidepressivum ist schulmedizinisch immer noch in der Forschungsphase und es liegt noch kein handfester Wirksamkeitsnachweis vor. Hypercin sammelt sich vorzugsweise in krebsartigen Gewebe und daher wird es in der Fluoreszenzdiagnose als Indikator zum Nachweis für Krebszellen eingesetzt.

Standorte

Halbschatten, mäßig warme bis warme Standorte. Tiefe bis mittlere Höhenlagen. Gerne an Gebüschsäumen, an Waldrändern, Wegen und Böschungen. In Magerwiesen, in Ginster- und Heidekraut Heiden, Waldverlichtungen oder aus dem Schotter neben Bahngleisen als Pionierpflanze (anpassungsfähige Pflanze, die vegetationsfreie Gebiete neu besiedelt). Die Pflanze liebt kalkhaltige Böden.

Heilwirkung

Wie schon erwähnt sind die Meinungen über die Heilwirkung schulmedizinisch immer noch nicht gesichert. Tatsache ist aber, dass die Pflanze in zahlreichen Naturheilmitteln eingesetzt wird. Die hinlänglich bekannten „Johanniskrautkapseln“ sind in jeder Apotheke ein Verkaufsschlager. Schon seit dem Mittelalter wurde Johanniskraut gegen melancholische Verstimmungen eingesetzt. Als pflanzliches Antidepressivum findet es heute Anwendung. Die Wirkungszeit beträgt jedoch 4-6 Wochen. Bei Depressionen ist die Einnahme von 900 bis 1800 mg Johanniskrautextrakt täglich notwendig – also hochdosierte Präparate – die wirklich nur in der Apotheke erhältlich sind.

In der Heilwirkung werden der Pflanze nachgesagt sie wirke: abschwellend, adstringierend, antibakteriell, beruhigend, blutbildend, entzündungshemmend, krampflösend, harntreibend, schmerzstillend, tonisierend. Anwendung findet sie bei Bronchitis, Halsentzündungen, Fieber, Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, Magenbeschwerden, Darmentzündungen, Durchfall, Hämorrhoiden, Rheumatismus, Gicht, Blasenentzündung, Bettnässen. Bei Menstruationsbeschwerden, Endometritis, Wechseljahrbeschwerden, Zyklusunregelmäßigkeiten. Im Nervensystem: Depressionen, Nervosität, Schlaflosigkeit, Epilepsie, Kopfschmerzen, Migräne, Hypochondrie, Angstzustände. Im Bereich des Bewegungsapparates bei Rückenschmerzen, Quetschungen, Blutergüssen, Krampfadern. Verwendet werden dafür die Blüten und das blühende Kraut. Sammelzeit ist Ende Juni bis Ende September

Inhaltsstoffe

Hypericin, Hyperforin, Flavonoide, Bitterstoffe, Gerbstoffe (vom Catechintyp), ätherisches Öl, Harz, Myristinsäure, Hyperinrot, Phytosterin, Stearin, Taraxasterol, Violaxanthin, Beta-Sisterol, Phyotosysterole.

Anwendung

Johanniskraut Tee

Johanniskraut-Tee

Johanniskraut-Tee

Die Blüten und das Kraut am Vormittag ernten. Zu Büscheln binden und an einem trockenen Ort, mit Blüten nach unten aufhängen. Nach dem Trocknen in Papiersäckchen oder Gläser füllen. Das trockene Kraut mit abgekochtem Wasser aufgießen und etwas ziehen lassen. Bis zu 2 Tassen können täglich getrunken werden.

Johanniskraut Öl

Johanniskraut Öl

Johanniskraut Öl

Das Öl ist ein Hausmittel, das ich immer gerne zu Hause habe. Es hilft gegen Muskelschmerzen, Zerrungen oder Stichverletzungen und unterstützt bei der innerlichen Anwendung den Verdauungsapparat. Nicht vor einem Sonnenbad verwenden! Besonders hellhäutige Menschen, sollten nach einer Anwendung die direkte Sonnenbestrahlung meiden.

Dazu braucht man frische Blüten

1 Marmelade Glas

  • 2/3 Blüten
  • 1/3 Olivenöl

3-6 Wochen in der Sonne stehen lassen. Sehr bald verfärbt sich das Öl dunkelrot. Danach ab filtern, durch ein Leinentuch (Achtung färbt) und in dunkle Flaschen abfüllen, oder dunkel aufbewahren. Hilft auch lindernd nach Insektenstichen.

Johanniskraut Salbe

Für die Herstellung der Salbe gehe ich vom Öl aus. Dafür verwende ich eine gute Feuchtigkeitssalbe aus der Apotheke oder dem Reformhaus. Ich arbeite das Öl – auf eine kleine Tube 20 Tropfen, ein. Sie eignet sich gut als schmerzlindernde und abschwellende Salbe auch Insektenstichen oder als Salbe gegen Gelenkschmerzen.