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Borretsch

Borretsch – Borago officinalis- Raublattgewächse, Gurkenkraut, Kukumerkraut, Blauhimmelstern, Wohlgemutspflanze, Herzfreude, Herzblümlein

Borretschblüte

Bildnachweis: Rueger-Arts.de

Der Borretsch steht jetzt in voller Blütenpracht. Als Heil- und Gewürzpflanze wurde sie schon seit dem späten Mittelalter in Europa als Archäophyt – archaios – alt und phytón für Pflanze, kultiviert. Archäophyt – hemochore- gezähmte, veredelte Pflanze. Der Name könnte vom lateinischen Wort borra – „Gewebe aus rauer Wolle“ oder vom keltischen Wort „borrach“ – für Mut stammen. Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum oder Nordafrika kommend, hat er als attraktives Gewürzkraut in den Kräutergärten der Klöster Einzug gehalten. Schon den angehenden Ärzten im späten Mittelalter wurde der Borago officinalis an der medizinischen Fakultät von Salerno als Kraut für das Herz und die Fröhlichkeit vorgestellt.

Aussehen und Standorte

borretsch_bluete

Der Borretsch ist eine krautige, einjährige Pflanze und kann bis zu 75 cm hoch werden. Der Stängel und die derben Laubblätter sind stark und eher borstig behaart.  Die Blätter haben eine eiförmige, lanzettenartige Form. Üblicherweise blüht der Borretsch ab Mai bis in den Herbstananfang hinein. Der eigentliche Blütenstiel ist etwa 3 cm lang. Die Blüten sind zwittirg, fünfzählig und weisen eine doppelte Blütenhülle auf.  Der Borretsch hat fünf Kelchblätter, die verwachsen sind mit lanzettenförmigen Kelchzipfel. Währen der Anthese – Vorgang des Blühens, Blütenöffnung, ändert sich der PH-Wert und die anfangs rosa Blüten verfärben sich in ein stark leuchtendes Blau. Die Blüte hat fünf blaue Kronblätter und in der Mitte fünf Schlundschuppen. Die tiefblauen Staubblätter bilden engstehend einen Streukegel. Der Fruchtknoten des Borretsch ist oberständig und liegt mit dem Griffel im Inneren des Streukegels. Es bildet in der Reifung eine dunkelbraune Klausenfrucht mit etwa 5 mm Länge.

Beispiel für eine Klausenfrucht hier ein Borretsch

Klausenfrucht Borretsch

Die Blüten sind protandrisch – vormännlich – die Staubbeutel reifen vor den Fruchtblättern und der Pollen wird entlassen, bevor der Stempel herangereift ist. Nachdem die Staubblätter verwelken, reift die Narbe und kann die Pollen der bestäubenden Insekten aufnehmen. Dabei ist der Farbstoff der Indikator und verfärbt sich rot, wie bei Lackmus in Kontakt mit Säure. Diese wunderschönen blauen Blüten haben leuchtende Strichsaftmale, die nur von den sie bestäubenden Insekten gesehen werden können.

Saftmale

de.wikipedia.org

Wir Menschen können diese mit freiem Auge nicht erkennen. Der Borretsch ist eine ganz wichtige Bienen- und Hummelpflanze. Sie fliegen die Blüten an und werden am Schlundschuppem durch Öffnung des Streukegels mit Pollen bestreut. Dann bilden sich nach der Bestäubung im Fruchtknoten vier Fruchtfächer und in jedem Fruchtfach befindet ein hartes, einsamiges Nüsschen mit einem Elaisom – ein fettreiches Anhängsel, das besonders Ameisen und Vögel anspricht.

Elaisom

Bildquelle:https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=139160

So werden die Samen verschleppt und verbreitet – Myrmechorie. Standorte sind idealerweise sonnige Flächen und nähstoffreiche, durchlässige Böden.“ Der Borretsch braucht viel Platz und Abstand zu anderen Pflanzen. Er wird häufig von Blattläusen befallen. Er ist nicht frosttolerant. Der Borretsch gehört zu den Dunkelkeimern.

Ameise mit Samen

Bildquelle: Von Engelberger aus der deutschsprachigen Wikipedia, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12104282

Bei uns in Europa wird Borretsch als Gewürzkraut in Gärten gezogen. Er verbreitet sich aber wie beschrieben auch durch „Verschleppung“ der Samen und wildert gerne aus. Ich habe ihn auch schon an Bachufern verwildert gefunden. Manchmal findet man Borretsch als Cultivar mit weißen Blüten.

Inhaltstoffe

Der Borretsch beinhaltet in geringen Mengen verschiedene Pyrrolizidinalkaloide – das sind Alkaloide, die einen Doppelring Pyrrolizidin als Strukturbestandteil haben. Das sind beim Borretsch Amabilin, Intermedin, Lycopsamin, Supinin, Thesinin. Lycopsamin und Supinin haben eine lebertoxische Wirkung. In geringen Mengen genossen sind sie unbedenklich. Regelmäßig und in großen Mengen sollte man ihn nicht verzehren. Die Blüten und Samen, wie auch das Borretschöl enthalten diese Alkaloide nur in geringen Spuren. Diese  Pyrrolizidinalkaloide dienen großteils zur Abwehr gegen Verbiss. Dieses Alkaloid kommt bei Korbblütlern, Raublattgewächsen, Hülsenfrüchtlern und Orchideen vor.

Bildquelle:www.spektrum.de

Eine Pflanze, die ich schon in einem der früheren Beiträge beschrieben habe, die viel von diesem Alkaloid beinhaltet ist das hochgifitige Greiskraut.

Greiskraut

Greiskraut

Außerdem enthält Borretsch Schleimstoffe, Vitamin C, Gerbstoffe, Harz, Saponin, Kaliumnitrat, Kieselsäure, verschiedene Fettsäuren und ätherisches Öl. Das Borretsch-Öl enthält Gamma-Linolensäure – GLA, eine dreifach gesättigte Omega-6-Fettsäure, Linolsäure, Ölsäure, Palmitinsäure, Gadeloinsäure, Stearinsäure, Erucasäure, Nervonsäure, Arachinsäure, Behensäure, Palmitoleinsäure, Vaccensäure, Myristinsäure, Eicosadiensäure und Alpha-Linolensäure.

Heilwirkung und Wissenswertes

Borretsch ist manchmal ein Bestandteil von Heilsalben und wird bei atopischen Ekzemen – Neurodermitis eingesetzt. Ich kenne getrockneten Borretsch aus Persien, wo er als nervenberuhigender Tee Gole Gaw Zabun – was so viel wie Rindszungenblume bedeutet, verabreicht wird. Er behandelt auch Husten, Schleim, Rheuma und Hauterkrankungen. Borretsch ist entgiftend und schweißtreibend. In England ist Borretsch als Bestandteil im beliebten Getränk Pimm’s und und als Geschmacksbeigabe Gilpin’s Wetsmorland Extra Dry Gin. Ganz wichtig ist Borretsch als Bienenpflanze und deswegen wird er von Imkern gerne gepflanzt. Der Saccharosegehalt liegt bei 42-53 %. Meist wird dieser Honig wegen der Pyrrolizidinalkaloide mit anderen Sorten gemischt. Im Mittelalter bereitete man Ochsenzungen mit Borretsch zu um „Blut zu reinigen.“ Zerstoßen mit Zucker wurde Borretsch von P.A. Matthioli gegen hohes Fieber eingesetzt. Die Blüten, Samen, Wurzel und Blätter, wurde mit Wein versetzt und in Schlückchen zur Leberreinigung verwendet. Heute wird Borretsch als schleimlösender Tee angeboten. Die verschiedenen darin enthaltenen Öle finden als Anteil von Hautsalben Verwendung. Besonders bei trockener Haut, Neurodermitis, als entzündungshemmende und juckreistillende Salben. Menschen mit Blutgerinnungsproblemen sollten Präparate mit Borretschöl meiden.

Rezepte

Wer Borretsch-Tee selbst zubereiten will trocknet die Blätter und Blüten als Strauss aufgehängt an einem trockenen Ort, z.B: Dachboden.

Der Tee wirkt entgiftend, schweißtreibend und beruhigend. Er dient zur Rekonvaleszenz nach schweren Krankheiten oder bei Erschöpfungszuständen

Einen Teelöffel voll mit der zerschnittenen ganzen frischen Pflanze oder der getrockneten Blätter und Blüten auf 1 Tasse mi kochendes Wasser. Nur ganz kurz ziehen lassen und abseihen. Personen die empfindlich sind sollten den Absud durch ein Tuch drücken, um die Haare zu entfernen. Für eine Kur von drei bis vier Wochen sollten täglich 3 – 4 Tassen getrunken werden. Press-Säfte oder Borretschöl-Kapseln aus dem Samen gibt es in Reformhäusern und Apotheken.

Verwendet werden die Blüten und die Blätter als Dekoration und Gewürzkraut in Salaten und Suppen. Die in Frankfurt berühmt gewordene Grüne Sauce ist typischerweise mit Borretsch angerührt. Der Geschmack ist frisch und gurkenartig. Die süß schmeckenden Blüten verwende ich gerne auf Salaten und auf Spargel. Kommen die Blüten mit Essig in Berührung färben sie sich rosa. Kandierte Borretschblüten sind nicht nur besonders dekorativ, sondern schmecken auch ganz wunderbar.

Ravioli mit Borretsch – ligurisch

Ravioli mit Borretschfülle

Bildquelle: http://www.imgrum.net/tag/salbeibutter

Original Rezept aus dem Reiseführer Ligurien

Teig

  • 500 g Mehl
  • 3 Eier
  • Wasser
  • Salz

Füllung

  • 500 g Rindfleisch
  • 300 g mageres Kalbfleisch
  • Kalbshirn
  • 50 g Rückenmark
  • ein Bries
  • 1 Bund Borretsch
  • 1 Kopf Scarola-Salat oder Endivien
  • Brotinneres
  • Majoran Salz
  • 4 Eier
  • 1 helle Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • Parmesan

Ich nehme anstelle dem Scarola – Endiviensalat. Und anstelle des Hirns nur Bries. Das Mark lasse ich komplett weg – mein Cholesterin dankt es mir. Dafür nehme ich eine helle feingehackten Zwiebel Endivie und Borretsch, 5 Minuten kochen und fest ausdrücken. In einem Topf das Rindfleisch zusammen mit dem Kalbfleisch in Butter anbraten. Das Kalbshirn, das Mark und das Bries in heißem Wasser abkochen, schälen und nach und nach in einem Mörser zu einer Paste verarbeiten. Das Fleisch und das Gemüse fein zerhacken, alles in einer Schüssel mischen, verquirlte Eier dazu geben, etwas in Suppe oder Fleischsauce geweichtes Brotinneres, Parmigiano, Gewürze, ein wenig frischen gehackten Majoran und Salz zugeben und alles gut vermengen.

Mehl in einer Rührschüssel mit lauwarmem Wasser verrühren, Eier dazugeben, und zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Ich gebe noch einen Schuß Olivenöl dazu. Teig dünn ausrollen und halbieren. Ich steche mit einem Stamperlglas Kreise aus. Die Hälfte des Teigs mit der Fülle belegen, die andere Teighälfte darüberlegen und fest andrücken. Mit einem Messer oder Ravioli – Teigrädchen die Ravioli ausschneiden und etwas antrocknen lassen. In einem Topf Wasser zum Kochen bringen, salzen und die Ravioli kochen. Sobald sie an der Oberfläche schwimmen sind sie gar. Mit Fleischsauce und Parmigiano oder Butter und Salbei oder mit Steinpilzsauce anrichten.

Essig mit Borretschblüten und Flieder 

Essig mit Blüten

Einen wunderbaren Essig ergeben Blüten mit Eigenduft. Dazu weißen Balsamico Essig, Blüten von Duftflieder und Borretschblüten frei von Grün verwenden. Den Essig vorher mit etwas Honig würzen. Schon einen Tag nach dem Einlegen der Blüten nimmt der Essig den Duft und die Farbe der Blüten an. Der Essig hält in etwa ein Jahr.

Kandierte Borretschblüten

  • 1 Joghurtbecher Zucker
  • Wasser
  • Borretschblüten

Den Zucker  mit so wenig Wasser wie möglich einköcheln, bis er Blasen schlägt. Achtung, dass er nicht braun wird.Die Borretschblüten vorsichtig mit einer Gabel durch den Zucker ziehen. Sofort auf ein Backpapier mit Staubzucker bestreut legen. Die Blüten etwas andrücken. Wenden und noch einmal in den Zucker drücken. Trocknen lassen. Sie halten in einen Glas ein paar Monate und sind eine hübsche Dekoration auf Gebäck oder als Beigabe zum Mocca.

Eiswürfel mit Borretschblüte

Eiswuerfel-Borretsch

Bildnachweis: www.schule-und-familie.de

Eine Augenweide sind Eiswürfel mit Blüten. Besonders hübsch sehen die azurblauen Blüten des Borretsch dann in durchsichtigen Getränken aus.

Literatur:

Angelika Lüttig, Juliane Kasten: Hagebutte & Co – Blüten, Früchte und Ausbreitung europäischer Pflanzen. Nottuln: Fauna Verlag 2003.

Cesare Preti: MATTIOLI (Matthioli), Pietro Andrea. In: Mario Caravale (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 72 (Massimino–Mechetti), Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 2009.

https://de.wikipedia.org/wiki/Arch%C3%A4ophyt

https://de.wikipedia.org/wiki/Dichogamie#Proterandrie_.28Botanik.29

https://de.wikipedia.org/wiki/Dichogamie#Proterandrie_.28Botanik.29

Bildnachweise:

rueger-arts.de

www.umweltbund.de

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Berberitze

Berberitze – Berberis vulgaris, Berberitzengewächs, Hahnenfuß artige, gewöhnliche Berberitze, Sauerdorn, Essigbeere

Berberitzenstrauch

Berberitzenstrauch

Dieser Strauch fällt jetzt, besonders im Herbst durch seine schöne Färbung und die kleinen markant roten Beeren auf. Er gehört in die Familie der Berberitzengewächse. Ich liebe und schätze ihn als säuerliche Frucht in orientalischen Gerichten. Jetzt sind die Früchte reif für die Ernte. Man muss nur bei Ernte wegen der Stacheln etwas vorsichtig sein. Ich trockne die Früchte auf einem Backpapier und friere sie ein. Den Namen hat der Strauch vermutlich von den Römern bekommen, die ihn nach seiner Herkunft – von den Berbern benannt haben. Heute sieht man den Strauch in seiner gezüchteten Form oft in Parkanlagen und mit seinen Stacheln als natürlichen Zaun.

Aussehen

Die Berberitze ist ein sommergrüner Strauch, mit vielen kleinen Stacheln. Der Strauch wird in seiner Wildform von ca 45 cm bis zu 3 Meter hoch. Die Laubblätter sind ledrig und können dunkelgrün bis dunkelrot sein.

Berbeirtze rotesLaub

Berberitze rotes Laub

Das Holz der Zweige ist innen leuchtend gelb. Die Berberitze hat hellgelbe Blüten – die kelchartig sind und mit bis zu 30 Blüten an einer Traube hängen.

Berberitze in der Blüte

Berberitze in der Blüte

Sie sind homogam – das bedeutet, dass die Staubblätter und Narben gleichzeitig heranreifen. Sie sind halbkugelig hängend und haben sechs kelchförmige Perigonblätter.

Periogonblüte

Perigonblätter

Die Blüten sind nektarführende Scheibenblumen. Die Staubfäden sind druckempfindlich – Seismonastie (Pflanzenbewegung auf Reiz, z.B. auch bei Gefahr).

Die Bewegung der Staubblätter geht zum Griffel hin und die klebrigen Pollen werden auf das Insekt übertragen. Bevor die Blüte welkt, erfolgt auch noch eine spontane Selbstbestäubung. Die Früchte sind bis zu einem Zentimeter groß und länglich, hellrot und hängen an der Traube.

Die Früchte sind teilweise winterstehend. Die Erntezeit ist August bis November. Die Vermehrung erfolgt durch die Ausscheidung von Vögeln. Die Berberitze gibt es auch in Züchtungen mit blauen Früchten.

Berbeirtze schmalblättrig blau

Berbeirtze schmalblättrig blau

Standorte

Lichte Wälder, Gebirge, in Parkanlagen als Zuchtform

Inhaltstoffe und Heilwirkung

In der Frucht sind Vitamin C, Zucker, Capsanthin, Gerbsäure, Hyperosid. Die Wurzel enthält Alkaloide, Berberin, Gerbsäure, Jatrorrhizin,

Die Berberitze hilft bei akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung, als Berberitzenwurzelrinden Tee bei Leber-, und Gallenleiden oder bei Gelbsucht.

Berberitzen haben eine lipid- (Blutfette) und blutzuckersenkende Wirkung. Die Früchte wirken: antibakteriell, schleimlösend, schweißtreibend, tonisierend, Atmung anregend, als Kräftigungsmittel, nach Infektionskrankheiten, bei Zahnfleischentzündungen und bei rheumatischen Gelenksbeschwerden. Die Wurzelrinde: adstringierend, antibakteriell, harntreibend, bei Appetitlosigkeit, Blähungen, Verstopfung, Gelbsucht, Leberstauung, Gallensekret anregend, Gallen-Blasenentzündung, Kreislauf-fördernd, Beruhigung der Pulsfrequenz, Bluthochdruck, Blutgefäß erweiternd, Wassersucht (Ödeme), Menstruationsbeschwerden, Hautjucken.

Wissenswertes

Die Berberitze kann bei einem Befall durch Insekten – z.B. durch die Sauerdorn-Bohrfliege die befallenen Samen abzutöten. Sie kann sogar zwischen den Früchten mit einem oder zwei Samen unterscheiden. Bei zwei Samen tötet die Pflanze einen davon  ab. Die gesamte Pflanze ist mit einem Alkaloid Gehalt von etwa 15% giftig und besonders die Wurzel. Weiteres enthält sie an Giften Berberin (antiseptische Wirkung, im Orient als Darmantiseptikum) – wie z.B, auch das Schöllkraut, (Isochinolinalkaloide, Heteroarmaten, davon leitet sich die Aminosäure Tyrosin ab), Jatrorhizin, Palmatin, Columbamin, Isotetrandin und Magnoflorin. Die Beeren sind ungiftig. Auf den Britischen Inseln kommt die Berberitze nicht vor. Im Iran werden – besonders in der Region Chorasan (Nordosten und bedeutet Land der aufgehenden Sonne) werden jährlich 4.500 Tonnen Früchte der kernlosen Sorte „Asperma“ geerntet und verarbeitet. In der Wurzel Radix Berberidis – ist das Isochinolinalkaloid Berberin, ist für die Gelbfärbung zuständig. Berberin hat auch eine wachstumshemmende Wirkung auf Bakterien, Pilze und Einzeller. Der Farbstoff der Wurzel wurde schon im Mittelalter zum Färben von Wolle und Leder verwendet.

Rezepte

Persischer Reis mit Berberitzen und Safran – Sereschg Polo  

Berberitzen getrocknet

Berberitzen getrocknet

Sereschg Polo Reis mit Berberitzen

Sereschg Polo Reis mit Berberitzen

Das ist eines meiner Lieblingsgerichte. Persischer Reis mir Berberitzen und Safran.

  • Besten Basmatireis pro Person in etwa 1 Becher – bei Persern 3 pro Person
  • Getrocknete Berberitzen nach Geschmack beim Perser oder Inder
  • Safran (vom Inder oder Perser)
  • Ghee (geklärte Butter) oder Butter
  • Salz
  • Edelstahltopf
  • Geschirrtuch

Den Reis in lauwarmen Salzwasser gut eine Stunde oder sogar über Nacht quellen lassen. In kochendes Salzwasser einstreuen und „al dente“ kochen lassen. Dann in einem Sieb gut kalt spülen und abtropfen lassen, Im Topf Ghee oder Butter schmelzen. Den gut abgetropften Reis einfüllen. Die Temperatur vorerst auf mittlere Stufe stellen. Zwischen Deckel und Topf ein dick gefaltetes Geschirrtuch geben. Das entzieht dem Reis die Restfeuchtigkeit. Oben auf den Reis noch etwas Butter oder Ghee geben. Ich lassen den Reis in etwa 15 Minuten ziehen, dann drehe ich die Temperatur noch weiter zurück. in der Zwischenzeit Berberitzen in etwas Fett leicht anrösten. Den Safran mit ganz wenig warmen Wasser und einem Würfelzuckerstückchen kurz in die Mikrowelle stellen oder einfach schon vorher eine Stunde ziehen lassen, bis sich das Wasser fast dunkelorange färbt. Den Sud über den Reis gießen und wieder den Deckel drauf geben. Insgesamt sollte der Reis eine halbe Stunde so ziehen, bis er weich ist. Auf einer Platte anrichten und die Berberitzen drauf streuen. Die hohe Schule ist es beim Reiskochen das sogenannte „Tadik“ – den knusprigen Boden entstehen zu lassen, das ist immer wieder eine Herausforderung mit der Temperatur, damit der Reis gerade nicht anbrennt. Aber der Lohn ist umso köstlicher Bei uns Kindern gab es regelmäßig Streit um die Tadikstücke. Sehr gut passt dieser Reis mit der säuerlichen Note der Berberitzen zu Lamm, Huhn oder gebratenem Fisch.

Wodka Berberitze

  • 1 Flasche Wodka
  • 3-4 Eßlöffel Kandiszucker braun
  • 1 gute Hand voll getrockneter Berberitzen
  • Schale einer unbehandelten Zitrone

Den Kandiszucker in etwas warmen Wasser auflösen und mit dem Wodka vermischen. Die Zitronenschale einlegen und die getrockneten Früchte. In ein Glas mit Deckel füllen und für sechs Wochen ziehen lassen. Ergibt eine schöne rote Farbe und einen tollen etwas exotischen Drink.