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Kornelkirsche

Kornelkirsche – Cornus mas, Dirndl, Dinrndling, Gelber Hatriegel, Hahnenhoden 

Kornelkirsche

Kornelkirsche

Sehr für im Jahr, so gegen März-April, manchmal sogar bevor die Forsythien blühen, sieht man schon die gelben Blüten der Kornelkirsche. In der Schweiz heißt er Tierlibaum. Er gehört in die Gruppe der Hartriegelgewächse – Cornus. Die Motivation über diese Frucht zu schreiben hat mehrere Gründe. Als ich gestern mit meinem Hund im Park spazieren ging, lagen viele reife Früchte des Baumes am Boden. Ein Kind lief entzückt hin, um welche aufzuklauben. Die Mutter nahm dem Kind die Früchte aus der Hand und meinte, dass sie giftig sind. Ein weiterer Grund ist, weil diese Frucht nur mehr wenigen Jugendlichen ein Begriff ist.

Aussehen

Kornelkirschen

Der Strauch oder Baum hat eine geblich-graue Rinde und Wuchshöhen bis zu 4 Meter können erreicht werden. Die Kornelkirsche ist ein Tiefwurzler, aber auch oberflächliche Wurzelsysteme werden ausgebildet. Dieser Hartriegel bildet elliptische, vorne spitze Blätter aus, die 4 bis 10 cm lang werden können. Die Blätter glänzen an der oberen Seite, sind anfangs leicht beharrt und später verlieren sie diese Behaarung. In manchen Jahren färben sie sich im Herbst orange oder gelb. Manchmal, auch heuer, bleiben sie in in der kalten Jahreszeit grün. Die Kornelkirsche bildet schon im Herbst Winterknospen aus. Es sind kugelige goldgelbe Blütenknospen mit gelben Tragblätter. Auch die Blattknospen werden im Herbst angelegt. Ich freue mich immer wenn ich für meinen Osterstrauch dieses erste schöne Gelb bekomme. Sie zeigen sich schon ab Februar bevor die Blätter erscheinen. Da riechen die kleinen Blütenknospen schon nach Honig. Aus diesen Blüten entstehen längliche Früchte, die zuerst grün und dann rot werden. Sie Außenhaut ist glänzend und die Frucht wird in etwa 2 cm lang und hängt meistens paarig. Deswegen haben sie im Volksmund den Namen Hahnenhoden. Sie sind im Geschmack etwas „ruppig“ aber nach dem Einfall der Kälte werden sie weich und süß. Die Früchte werden auch Kornellen genannt.

Wissenswertes

Die Kornelkirsche ist botanisch nicht mit der Kirsche verwandt. Sie gehören zu den Steinfrüchten und haben einen großen, zweisamigen Kern. Von der Ordnung her gehören sie in die Cornales – die Kirsche – Prunus. und zu den Rosales – der Familie der Rosengewächse. Die Kornelkirsche gehört zu den Herzwurzlern. An einem Wurzelstock werden mehrere, unterschiedlich kräftige Wurzeln ausgebildet. Dazu gehören auch die Buchen, Birken, Hainbuchen, Lärchen und Linden. Außerdem kann die Kornelkirsche Adventivwurzeln bilden. Das sind Pflanzenteile, die nicht aus dem Hauptvegetationspunkt entstehen, sondern wieder teilungs- und wachstumsfähig sind. Das kann z.B: bei einer Verletzung geschehen. Vermehrung gelingt durch Stecklinge und Absenker oder Samen.

Weil die Kornelkirsche so früh im Jahr schon blüht, ist sie eine wichtige Bienenpflanze. Für Vögel sind die Steinfrüchte ebenfalls eine wichtige Nährpflanze. Das Holz des Hartriegels ist in seinem dunklen Kern so hart und schwer, das es im Wasser versinkt. Es ist in Europaweit das härteste Holz. Der Kornelkirschenbaum kann ein Alter von bis zu 100 Jahren und mehr erreichen. Der griechische Schriftsteller Pausanias berichtete, dass das Trojanische Pferd aus dem Holz von Kornelkirschen erbaut worden war.

Standorte

Funde zeigen, dass die Kornelkirsche schon in der jüngeren Kreidezeit und im Tertiär in menschlichen Ansiedelungen zu finden war. Die Benediktiner pflanzten die Kornelkirsche auch schon in ihren Klostergärten. Die Heilige Hildegard empfahl die Frucht gegen Gicht und gegen Magenschmerzen. Die Kornelkirsche liebt Wärme und ist daher gerne auf sonnigen, buschbestandenen Hängen zu finden. In hellen Wäldern, an Waldrändern, in Auwäldern und in Hecken. Sie vergesellschaftetet sich gerne mit Hainbuche, Haselnuss, Salweide und Efeu. Im Pielachtal wird die Kornelkirsche besonders geschätzt und angebaut. Sie wird dort unter anderem zum berühmten Dirndlbrand verarbeitet.

Inhaltsstoffe

Sie enthalten den roten Fruchtfarbstoff Anthocyan (Antioxydantien) Vitamin P-Gruppe. Vitamin wird bei Entzündungen und Verletzungen der Schleimhäute und Blutgefäße eingesetzt. Z.B. auch bei Gastritis oder Krampfadern. Die Antioxydantien schützen DNA oder Lipide vor dauerhaften Schäden. Kornelkirschen sind bekannt als Mittel gegen Hautalterung. Gegen Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) täglich eine Portion der Früchte roh oder verarbeitet essen. Allerdings hilft hier nur eine langanhaltende Verabreichung.

Außerdem Glukosen, Malivo- und Zitronensäure, Schleim- und Gerbstoffe, Zucker – Traubenzucker und Fruchtzucker, Apfelsäure, hoher Gehalt an Vitamin C.

Verwendung

Verwendet werden Rinde, Blätter und Früchte der Dirndl. Schon Hildegard von Bingen empfahl einen Absud aus Rinden und Blättern gegen Gicht. Als Tee oder auch als Badewassserzusatz soll sie hilfreich sein. Sie verabreichte diesen Absud auch bei Durchfall (stopfende Wirkung) und bei Darmleiden.

Rezepte 

Dirndl-Sirup

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Ein wunderbarer säuerlicher Geschmack. Dafür braucht man:

  • 1 Kg weiche reife Dirndl
  • 1 Kg Sirup-Zucker
  • 1 Pkg Bourbonvanillezucker
  • 1,5 Esslöfflel Zitronensäure
  • sterile Flaschen

Die Dirndl abgespült in ca. 1/2 Liter Wasser 4 Minuten sprudelnd kochen lassen. Durch ein feines Sieb abtropfen lassen. Die Früchte etwas andrücken und den restlichen Saft gut durchdrücken. Den Sud noch einmal aufkochen und den Sirupzucker und die Bourbonvanille einrieseln lassen. Wenn sich alles aufgelöst hat, den Saft in die Flaschen einfüllen. Gut gekühlt hält der Sirup über ein Jahr.

Dieser Sirup bietet auch eine exotischere Note als Mischung zu Prosecco!

Dirndl Gelee

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Wer einmal anstelle von Preiselbeeren etwas anderes probieren möchte – hier ein Rezept für Dirndlgelee. Dafür so wie im Rezept oben alle Zutaten bereiten. Anstelle des Sirupzuckers Gelierzucker 1:1 verwenden. Dazu braucht man ein etwas gröberes Sieb und nun die gekochte Früchte gut mir möglichst viel Fruchtfleisch durchdrücken. Sofort in Marmeladegläser füllen. Das Gelee kann als Marmelade gegessen oder zu Wild und Fleisch verspeist werden.

Dirndl-Essig

  • 200 Gramm weiche reife Dirndl
  • 1/2 Teelföffel Senfkörner (hell)
  • 1 El Kristallzucker
  • 250 ml guten Rotweinessig
  • 5-5l Wacholdebeeren
  • 1 Gewürznelke
  •  Lorbeeblätter
  • 1 Prise Salz
  • etwas Vanillezucker Bourbon

Alle Gewürze mit dem Rotweinessig anrühren. Die Dirndl dazu geben. Alles in gut verschließbare Gläser füllen und 2 Monate an einem dunklen Ort ziehen lassen. Danach die groben Inhalte abseien und den fertigen Essig in Flaschen füllen. Als Salatdressing ist Drindlessig wunderbar oder auch zum Kochen mit Wild sehr gut geeignet – mit fruchtiger Note. Ich koche den Dirndlessig gerne mit Gelatine ein und mache dann kleine Würfel daraus. Die passen bestens z.B. zu gebratener Leber oder als Beilage zu Pasteten aus Wild und Wildleber.

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