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Wolfstrapp, gemeiner, Lycopus europaeus, Lycopus europaeus (syn. Lycopus aquaticus, L. vulgaris) gemeiner Wolfsfuss, Uferwolfstrapp, Wasserandorn oder auch Zigeunerkraut

Nach langer Blog-Abstinenz wegen Dissertation endlich wieder ein Blogbeitrag von mir – aus gegebenem Anlass heute der Wolfstrapp. Gestern begegnete ich bei Freunden einem Riesenbüschel davon an einem Fluss-Ufer. Saftig, üppig grün und nicht zu übersehen. Kaum jemand kennt dieses uralte Heilkraut aus der Familie der Lippenblütler heute noch. Besonders die Santee-Sioux setzten den virgischen Wolftrapp als Heilmittel bei Angstzuständen ein. Der Name bedeutet „lykos“ – Wolf und „pous“ von Fuss – Wolfsfuss. Diese Indianer färbten mit der Pflanze sogar Stoffe. In Kombination mit Alaun wurden die Stoffe schwarz gefärbt.

Aussehen

Meist wird der Wolfstrapp mit Brenesseln verwechselt, die ebenfalls gerne auf feuchtem Boden stehen und wirklich in jungen Zustand ein ähnliches Erscheinungsbild haben. Der Wolfstrapp hat jedoch eine wesentlich festere Blattsubstanz und schmälere, lanzenförmige Blätter. Die Wuchshöhen sind auch ähnlich mit 20 bis 1.20 m hohen Austrieben. auch der Wolfstrapp bildet unterirdische Auslufer über die er sich vermehren kann. Jedoch sind die Blätter stärker gezahnt als bei der Brenessel. Der Wolfstrapp ist eine krautige mehrjährige Pflanze mit bis zu 10 cm langen schmalen Blättern. Die Blätter und die Stängel sind unbehaart. Die Blüten sind radiärsymmetrisch, vierzählig und weiss mit Kronblätter, die dunkelrote Pünktchen zeigen. Die Blützeit reicht von Juli bis September. Der Blütenkranz sitzt knapp über den Blättern.

Standorte

Verbreitung findet der Ufer-Wolfstrapp in fast ganz Europa, in Westasien, und im östlichen Nordamerika verbreitet. Mit Vorliebe siedelt er sich an Bachufern, in Gräben und in Überschwemmungsgebieten an. Der Wolfstrapp auch im Garten an Plätzen mit nährsoffreichem Boden angesiedelt werden. Er ist winterhart und schmückt mit seinen sattgrünen festen Blättern als Staudenpflanze.

Wolfstrapp 2

Verwechslungsmöglichkeiten

Die der Brennessel und anderen Lippenblütlern, Taubnesseln und anderen.

Heilwirkung und Inhaltsstoffe

Gesammelt werden die oberirdischen Blätter, die vierkantigen Stängel und die Blüten. Die Wurzeln eignen sich nicht als Heilkraut. Bei den Blüten sollten die noch geschlossenen Blütenteile gesammelt werden. Bitte diese Heilpflanze in Absprache mit Ärzten und Homöopathen und keinesfalls in der Schwangerschaft verwenden. Oftmals wird Wolfstrapp getrocknet als Tee oder als Urtinktur CERES LYCOPUS EUROPAEUS, angeboten. Das Kraut schneiden und an einem trockenen Ort verkehrt aufhängen. Getrocknet in Papiersäckchen aufbewahren. Die Blüten setzen im Herbst klein braune Samen an, die sich für eine Vermehrung leicht ausstreuen lassen. Die Vermehrung gelingt auch über die Ausläufer (Wurzeln).

Die Pflanze wirkt antigonadotrop, antithyreotrop, mit Hemmung der peripheren Dejodierung von T4 und Senkung des Prolaktinspiegels.

Die Pflanze enthält Hydroxyzimtsäurederivate, p-Cumar-, Rosmarinsäure und Kaffeesäure. Außerdem Flavonoide (das Luteolin-7-glucosid und Luteolin-7-glucuronid, Flavonolglykoside).
Des weiteren sind Cumarine, Gerbstoffe, Triterpene (Ursolsäure) und Äther. Öl (etwa 0,2 %), Bornylacetat, Camphen, Campher, Geraniol, Limonen und Linalool nachgewiesen.

Dosierung

1-2 Gramm Tagesdosis als Tee in getrockneter Form. Bitte unbedingt bei der Dosierung in Absprache mit Fachpersonal und im Einklang mit Alter und Gewicht verwenden. Natürlich kann auch Frischpflanzensaft in entsprechender Dosierung eingesetzt werden.

Anwendungsgebiete

Bei leichter Schilddrüsenüberfunktion (Phenolcarbonsäuren, Hydroxy-Zimtsäure-Derivate, Wirkung ist antigonadotrop – hemmt die Bildung und – oder die Freisetzung der Gonadotropine LH und FSH) und antithyreotrop (haben einen dämpfenden Effekt auf die Schildrüse) gepaart mit Nervosität und Herzrasen (vegetativ-nervösen Stürungen), bei Morbus Basedow (immonologisch bedingte Schilddrüsenüberfunktion, (Gabe von Globuli D6 drei Mal täglich) bei Mastodynie mit den entsprechenden Spannungsgefühlen in der Brust und Schmerzen. Der Prolactin-Spiegel wird gesenkt. Bei einer Langzeiteinnahme wurden in seltenen Fällen Vergrösserungen der Schilddrüse beobachtet. Wissenswert dabei auch, dass die Einnahme von Lycopus-Präparaten eine Radio-Isotopen Diagnostik undurchführbar machen kann. Das Heilkraut hat außerdem eine blutstillende und beruhigende Wirkung. Heute wird der Wolfstrapp in der Homöopathie als Mittel gegen Nervosität, Schilddrüsenüberfunktion und Herrasen eingesetzt. In der Phytotheapie findet er Einsatz bei Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, Angstzuständen, Schweißausbrüchen, und vegetativ-nervösen Störungen. Im Handel sind Mischungen auch mit Baldrian gemeinsam erhältlich.

weiterführende Literatur

Wirkungen, Hausmittel und praktische Selbsthilfetipps
von Heide Fischer

Im Verlag: Nymphenburger

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