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Mohrenkopfmilchling

Mohrenkopf, oder auch Mohrenköpfiger Milchling, Lactarius lignyotus, Täublingsverwandter (Russulaceae), Pasterle, Schornsteinfeger

Nach dem Regen vor ein paar Tagen, wagte ich mich wieder einmal in die Pilze. Ich fand Eierschwammerl, Brätlinge und unberingte Butterpilze. Der Mohrenkopfmilchling ist mir ein Anliegen, weil er nicht nur rar, sondern auch ein hervorragender Speisepilz ist, der in Vergessenheit gerät. In Deutschland ist er kaum mehr anzutreffen. Ich selbst kenne nur zwei Plätze im Niederösterreichischen Fichtenwald, wo er vorkommt.

Aussehen

Mohrenkopfmilchling 1

Der dunkle Geselle ist in der Färbung sehr dunkelbraun bis fast Schwarz, mit matter, samtiger Hutoberseite. Es gibt auch hellere Exemplare mit Ockertönen. In der 2-7 cm großen Hutoberfläche, befindet sich eine Senke. In der Literatur wird auch von hellen fast elfenbeinfarbenen Funden berichtet. Die Hutoberfläche fühlt sich manchmal strukturiert – runzelig an. Die Lamellen sind weißlich bis zart beige. Der Übergang von den Lamellen zum Stiel ist scharf abgegrenzt. Der Stiel ist unberingt, gleichmäßig gerade, längsfurchig, dunkelbraun und  wird zwischen 4 und 10 cm lang. Das Pilzfleisch ist hell bis fast weiß und bei Verletzung tritt sofort ein milchig-weißer Saft aus. An der Luft färbt sich der Saft und wird rosa.

Vorkommen

Wie schon weiter oben beschrieben, siedelt sich der Mohrenkopfmilchling gerne in Gebirgslagen und Fichtennadelwäldern an. er kommt meist nur vereinzelt und nicht in Gruppen vor. Er ist von August bis Oktober anzutreffen. Der Mohrenkopfmilchling ist in Gesellschaft von Fichten und in Höhenlagen von 700 bis 1500 Meter angesiedelt.

Verwechslungsmöglichkeiten

Der Mohrenkopfmilchling ist an seinem typischen Aussehen leicht zu erkennen. Ein ähnlicher Pilz ist der Pechschwarze Milchling (L. picinus) der ebenfalls diese Standorte wählt oder der im Laubwald vorkommende Rußbraune Milchling (L. fuliginosus). Der Pechschwarze Milchling kann durch die fehlende Senke unterschieden werden und durch die Kostprobe. Er schmeckt sehr scharf. Außerdem hat er einen glatten Hut und einen glatten Stiel.  Der Pechschwarze Milchling ist ungenießbar. Die Lamellen sind auch nicht so stark kontrastierend wie beim Mohrenkopfmilchling.

Rezepte/Verarbeitung

Milchlinge müssen unbedingt ausreichend erhitzt werden. Nicht gut gegarte Milchling können sogar Vergiftungen hervorrufen. Gut gebraten gehört er zu den hervorragenden Pilzen.

Geschmacklich erinnert der Mohrenkopfmilchling an Nüsse mit zart bitterer Note. Da dieser Pilz einen sehr eigentümlichen Geschmack hat, sollte als Solitär behandelt und als Einzelpilz und nicht als Mischpilz verwendet werden. Der Mohrenkopfmilchling eignet sich zum kurzen Anbraten in etwas Butter oder Olivenöl. Etwas salzen und pfeffern und mit frischer Petersilie bestreuen. Sehr gut eignet sich dieser Pilz auch zum Trocknen und aufbewahren in Glasbehältern. der Mohrenkopfmilchling gehört zu jenen Pilzen, die nach der Katastrophe von Tschernobyl zu den belasteten Pilzarten zählen. Das gilt für Waldgebiete Süddeutschlands, Münchener Umland und dem Bayrischen Wald, den Alpen und dem Pfälzer Wald. (Information der Verbraucherzentrale https://www.verbraucherzentrale.de/30-jahre-nach-tschernobyl–lebensmittel-immer-noch-belastet/Abruf 09.08.2017). Empfohlen wird der mäßige Verzehr dieser Pilze wie: Semmelstoppelpilze, Maronenröhrlinge, Mohrenkopfmilchlinge, Trompetenpfifferlinge und wohlriechende Schnecklinge.

Mohrenkopfmilchlinge in Oberssauce

4 Personen

10 Mohrenkopfmilchlinge

1,5 Becher Schlagobers

Frische Petersilie (gekräuselte)

1 helle Zwiebel

Sonnenblumenöl

Salz & Pfeffer

Butter

Die Pilze putzen und in etwas stärkere Scheiben schneiden. Mischung aus 1 Löfferl Butter und etwas Öl herstellen. Zwiebel in Butter und Öl glasig rühren, die Pilze ebenfalls anbraten und mit Obers aufgießen. Einköcheln (reduzieren) lassen bis die Sauce cremig wird. Würzen und mit Petersilie bestreuen. Dazu passen Reis, Nudeln oder auch Salzerdäpfel. Natürlich ist diese Pilzsauce auch zu Fleischgerichten köstlich.

Gegrillte Ciabatta mit Mohrenkopfmilchlingen

Rasling gebraten auf Brot

Das Brot in nicht zu dünne Scheiben schneiden. In einer Teflonbeschichteten Pfanne in etwas Sonnenblumenöl anbraten. Auf einer Papierserviette abtropfen lassen. Die Pilze putzen und in Öl anbraten. Salzen & pfeffern. Mit Ölivenöl, einer Zehe (kleingehackt) Knoblauch, frischer Petersilie, ein wenig Zitronensaft und rosa Pfefferbeeren marinieren. Die gebratenen Brote damit belegen.  Noch heiß servieren. Wer mag kann ein paar Tropfen Trüffelöl in die Marinade geben. Dazu passt sehr gut ein Salat aus rotem Radicchio mit Rahm-Marinade und Walnüssen. Ein perfektes kleines, feines Dinner.

Weiterführende Literatur: Jacob Heilmann-Clausen u. a.: The genus Lactarius. Fungi of Northern Europe. Hrsg.: The Danish Mycological Society. Vol. 2, 1998

Foto Mohrenkopfmilchling: Ruegenpilze.de/Mit_Lamellen/Sprodblattler/Milchlinge/milchlinge.html

Foto Pechschwarzer Milchling: Pilzforum: https://www.pilzforum.eu/board/thema-pechschwarzer-milchling-lactarius-picinus