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Feige

Feige – Ficus carica – Maulbeergewächse – Moraceae 

Feige - fig 06a

Wie gesagt ist die Ernte im Garten noch nicht abgeschlossen. Gestern konnte ich noch einen großen Korb mit herrlichen grünen und roten Feigen ins Haus tragen. Mein vier Feigenbäume – zwischen 10 und 12 Jahre alt – haben heuer drei Ernten gebracht uns insgesamt fast 30 kg Früchte. Die beiden roten Feigenbäume habe ich vor zwei Jahren von einer Freundin als Geburtstagsgeschenk bekomme. Heuer haben sie schon reichlich getragen!

Aussehen 

Feigenknopse

Die Feige ist ein sommergrüner, laubabwerfender Strauch oder Baum. Die Baumform kann bis zu 10 Meter hoch werden. Die Baumkrone ist üppig breit und ausladend. Der Stamm ist unregelmäßig gewachsen und knorrig. Ältere Gehölzer neigen dazu morsch zu werden. Das Holz ist weich und weist im Alter oft bizarre Formen auf. Die Zweige stehen eher gerade vom Stamm weg . Sie können sich schon auf niedriger Höhe, ziemlich gerade abstehend bilden. Die Rinde ist ist graubraun und glatt. Die Blätter sind wechselständig angeordnet.

Feigen

Sie sitzen auf einem starken Blattstiel, der 1,5-8 cm lang sein kann. Die Blätter haben ein hartes Laub, sind steif, fühlen sich ledrig an und sind auf der Oberseite haarig. Sie können drei- bis fünflappig ausgebildet sein. Die einzelnen Blattlappen sind eiförmig. Der Rand ist unregelmäßig gezähnt. Die ebenfalls behaarte untere Blattseite ist heller in der Färbung und hat kleine Zystholithen  – Verdickung der Pflanzenzellwand. Das Blatt besitzt zwischen zwei und vier Basalnerven und fünf bis sieben Seitennerven – in der Mitte läuft der Mittelnerv. Die Nebenblätter sind rot – Auswüchse am Blattgrund. Die Blüten sind achselständig und einzeln. Von der Form her sind sie flaschenförmig, mit einem nach Innen gestülpten Blütenstand, der sich fleischig verdickt und zwischen 3 und 5 cm groß wird. Sie sehen wie winzig kleine Feigen aus und obenauf ist eine kleine Öffnung – Ostiolum – (Türchen). In Wirklichkeit sind sie der Blütenstand und die Frucht. In der Innenwand sitzen viel Hunderte eingeschlechtliche Blüten. Die Frucht aller Feigenarten ist der Fruchtstand – Syconium. Die echte Feige ist ein Insektenblütler und damit Fremdbefruchter. Die Feigengallwespe fliegt durch diese winzige Öffnung und befruchtet die im Inneren sitzenden Blüten. Die wahren Früchte sind kleine Steinfrüchte (Steinfruchtverband der Mutterpflanze), die sich aus den kleinen Blüten entwickeln. Die Feige hat in den Ästen hölzerne Blattknospen – klein in den Blattachseln, Fruchtknospen (hemisphärisch und zusätzlich zu den Blattknospen), gemischte Knospen – große, kegelförmige Endknospen und Adventivknopsen – entspringen nicht an vorbestimmten Hauptsprossen. Die echte Feige ist einhäusig, getrenntgeschlechtlich – monözisch – weiblich und männliche Blüten auf einer Pflanze. Bei der Hausfeige, var. domestica, sind es nur langgrifflige weibliche Blüten und ohne die männlichen Blüten kann sie sich nicht vermehren. Wichtig ist es daher beim Kauf selbstfruchtende Sorten zu wählen. Männliche Bäume haben langgrifflige, weibliche und männliche Blüten im Syconium. die Früchte sind ungenießbar. Sie sind die Pollenspender für die essbaren weiblichen Blüten. Weibliche Bäume haben nur langgrifflige weibliche Blüten im Syconium – weiblicher Fruchtstand. Diese Früchte sind wohlschmeckend. Die reife Frucht gibt einen scharfen Milchsaft ab. Sie wird bis zu 7 cm groß und ist grün oder violett, manchmal auch zweifärbig grün-gelb.Das Fruchtfleisch ist grün oder rot und enthält winzige Kerne, die aber mit gegessen werden. Die grünen Pflanzenteile des Baumes sind giftig. Verwandtschaft besteht nicht nur zur Maulbeere, sondern auch zum tropischen Gummibaum – Ficus elastica, zur Würgefeige – Ficus spec. und zur Birkenfeige – Ficus benajmini.

Standorte – Herkunft – Anbau – Wissenswertes

Feige aufplatzend reif - Kopie

Die Feige liebt Sonne und lehmhaltige Böden, die leicht sauer, neutral oder kalkhaltig sind. Die Erde sollte nährstoffreich und durchlässig sein. Der Standort ist idealerweise windgeschützt und vor allem mag sie keinen kalten Wind. Hauswände sind die besten Standorte. Sie ist absolut keine Zimmerpflanze. Die Feige mag keine Staunässe. Also wenn die Pflanze als Kübelpflanze gezogen wird, regelmäßig die Auffangtassen ausleeren. Zurückschneiden im Februar -März. Dabei Handschuhe anziehen, weil die austretende Milch Hautreizungen hervorrufen kann. Mit einer Bügelspritze kann man Wasser auf den frischen Anschnitt sprühen, dann vergeht der Milchfluss. Verfärben sich die Blätter silbrig und weisen Pünktchen auf, so ist das meist ein Zeichen für Spinnmilbenbefall. Auch Blattläuse fallen gerne über die Feige her. Dei Folge ist meist Rußtaupilz. Die Feige verträgt Fröste bis – 15° C. Wenn die Feige über den Winter ins Haus kommt, dann über diese Zeit nicht zu hell stellen und nur wenig gießen. Temperaturen sollten  nicht über 10° liegen- Der frische Austrieb ist frostempfindlich. Die Vermehrung erfolgt über Ausläufer, Abmoosen oder Stecklinge. Am besten blattlose Stecklinge schneiden und wanwurzeln lassen. Im Winter bis zu 30 cm dick schneiden und anwurzeln. Die Feige trägt etwa ab dem 2 Jahr Früchte. Die größte Ausbeute erfolgt ab dem achten Jahr. Die Herkunft vermutlich aus dem Gebiet Caria in Kleinasien, heutige Türkei, Persien und Nordafrika.  Es gibt Hinweise darauf, dass die Feige schon vor 5000 Jahren in Kultur genommen wurde. Da besonders bei den Assyrern. Feigenbäume können bis zu 90 Jahre alt werden. Die Wurzeln reichen tief in das Erdreich hinein und können das dreifache der Baumkrone messen.

Der Feigenbaum ist einer der ersten Bäume, die in der Bibel Erwähnung findet (5. Moses 8.8) Siehe dazu auch das Gleichnis des unfruchtbaren Feigenbaumes (Lukas 13). Die Frucht steht als Synonym der Weiblichkeit. Bis heute hat sich der negativ besetzte Ausspruch, mit der „Feig’n hausieren“ gehen erhalten – er steht für Prostitution. Den Schürzenjäger nennt man Feig’n-Tandler. Für die Trockenfeige wird meist die Sorte Smyrna verarbeitet. Die Trocknung an der Sonne ist Handarbeit, weil die die druckempfindlichen Früchte von Hand gepflückt und auf Papier getrocknet werden müssen. Diese Feigen bekommen dann einen einen feinen weißen Überzug aus kristallisiertem Traubenzucker. Zur Abtötung von Ungeziefer werden sie dann noch einmal schockgefrostet. Die industriell getrockneten Feigen werden mit Methylbromid begast.

Inhaltsstoffe

Reich an Fruchtzucker, Ballaststoffen, Eiweiß, Calcium, Eisen, Phosphor, Zink, Selen, Flavonoide, Pektin, Betakarotin, Vitamin A und B1, B2, Niacin, Biotin. Sie werden zur Blutreinigung und als Verdauungsförderndes Mittel eingesetzt. Die Trockenfeige enthält alle diese Stoffe in dreifacher Menge.

Feigen getrocknet - Kopie

Heilwirkung

Bekannt sind Feigen als abführendes Mittel. Im bekannten „Neda“ Würfel oder in Feigensirup wirken die Inhaltsstoffe leicht abführend. Oft sind diesen Mitteln auch Senna-Blätter zugesetzt, die ebenfalls abführend wirken. Feigen gelten als gute Energiespender, aktiviert den Verdauungsapparat, wirkt gegen Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Verstopfung, Muskelschwäche, Husten und Brechreiz. Sie hilft die Haut gesund  zu erhalten, sie frisch aussehen zu lassen, zu schönem Haar und kräftigen Nägeln.

Rezepte

Kleine Quiche mit Camembert & roter Feige

Qucihe mit Feige und Camenbert

Das ist ein Rezept, das ich liebe, wenn es draußen grausig kalt wird, der Schnee liegt und der Ofen eingeheizt wird. Ein Glas guten Rotwein und Quiche. Das wärmt Seele und Bauch.

Dazu braucht man

  • Blätterteig fertig oder:
  • 100 Gramm kalte Butter
  • 200 Gramm glattes Mehl
  • 1 Messerspitze Backpulver
  • 1 Eidotter
  • Camembert in der entsprechenden Form
  • Rote reife Feigen
  • Zucker
  • 1 Prise Zimt
  • Etwas Salz
  • 1 Becher Schlagobers
  • 3 Eidotter
  • 50 Gramm Parmesan

Mehl auf einem Haufen auf eine Arbeitsfläche geben. Salzen und die kalte Butter samt dem Backpulver in Würfel geschnitten einarbeiten. Teig zugedeckt kurz im Kühlschrank rasten lassen. Das Rohr auf 200 ° C vorheizen. Entweder kleine Förmchen ausfetten und stauben oder eine große Quicheform nehmen. Den Teig reindrücken und mit einer Gabel anstechen. Goldbraun backen. Ebenso mit dem Fertigteig verfahren. Dann rausnehmen und einen kleinen Würfel Butter auf jedes Förmchen oder mehrere Würfel auf die große Form legen. Camembert auflegen. Obers mit den 3 Eidottern verquirlen und den Parmesan einrühren. Über die Förmchen gießen. Nun die Feigen halbieren und mit etwas in Zucker und Zimt in einer Teflonpfanne karamellisieren. Obenauf legen und alles noch einmal für ca. 20 Minuten ins Rohr schieben. Achtung, dass der Käse nicht zu dunkel wird. Sie schmecken kalt oder warm.

Rote Feigen mit Prosciutto, Dolce Latte und Walnuss

Rote Feigen mit Prosciutoo und Dolce Latte

Ein herrliches Fingerfoodrezept, das meine Tochter zu meinem Geburtstag erfunden hat. Sie hatte überlegt welche Zutaten ich besonders mag – und das ist daraus entstanden.

  • Reife rote Feigen
  • Dolce Latte Cremoso
  • Halbierte Walnüsse
  • Rosmarinzweige

Die Feigen vierteln und in jede Feige ein Daumennagel großes Stück Dolce Latte drücken. Die Nusshälfte obenauf legen. Eine Scheibe Prosciutto umwickeln und alles mit eine Rosmarinzweigerl feststecken.

Rotes Feigenchutney mit Balsamico und roten Zwiebeln

Feigenchutney

Ein Lieblings-Chutney ist das mit roten Feigen. Es passt hervorragend zu Käse oder auch zu Fleischspeisen. Oder einfach zu einer Scheibe gebratener Polenta.

Für etwa 5 Gläser

  • 3 rote Zwiebel
  • Rosa Pfefferbeeren
  • 5 Lorbeerblätter
  • Aceto Balsamico
  • Zimt
  • Salz
  • Rosinen
  • 3 Zehen Knoblauch
  • etwas Rosmarin
  • 20 Stück rote reife Feigen
  • Honig
  • 2 Chilischoten

Die Zwiebel in 8tel Schneiden und in ein wenig Ölivenöl anbraten. Die Feigen vierteln und dazu geben. Temperatur stark zurückdrehen. Knoblauch in Stifterln geschnitten dazu, alles mit Balsamico aufgiessen. Würzen, Rosinen und Lorbeer einlegen. Zuletzt eindicken mit reichlich Honig. Zugedeckt bissfest köcheln lassen. Sofort in Gläser füllen.

Feigen mit Gorgonzola und Prosciutto oder Serrano 

Feigen mit Gorgonzolafüllung heiß

Dieses Rezept habe ich in Spanien kennengelernt. Feigen gehen einfach eine ideale Verbindung mit Käse und Prosciutto ein. Gorgonzola ist wesentlich stärker im Geschmack als der Dolce Latte, passt aber herzhaft gut zur Feige. Dafür braucht man rote reife Feigen, etwas Gorgonzola und Prosiciutto oder Serranoschinken. Die Feigen halbieren, mit Gorgonzola befüllen. Die andere Hälfte wieder aufsetzten und alles fest mit Prosciutto umwickeln. Ins vorgeheizte Rohr bei ca. 200 Grad geben. So lange backen, bis der Käse weich wird. Sofort heiß und mit gutem Rotwein servieren.