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Samtfussrübling

Allen meinen Lesern wünsche ich ein gutes Neues Jahr. Ich freue mich sehr, dass meine Beiträge so gut angenommen werden. Besonders freut mich das internationale Interesse. Das macht Spaß und motiviert!

Uns allen viel Frieden.

Fliegenpilz

2016

Ich darf das Jahr mit einem tollen Winterpilz einleiten. Als ich  vorgestern mit Hund, Pilzkorb und Schwammerlmesser loszog, waren die Blicke der Entgegenkommenden eindeutig.  Die Blicke gingen in Richtung „Weiße Jacke hinten verschnürt“. Ich lächelte sie alle freundlich an und ging siegesgewiss weiter. Die Belohnung war reichlich!

Samtfussrübling – Flammulina velutipes, aus der Familie der Physalacriaceae – Rindenschwämme, Agaricomysetes, Champignionartige – Agaricales, Winterrübling

Aussehen

Samtfussrübling Naturlexikon

Der Samtfussrübling ist ein besonders hübsch anzusehender Pilz. Durch seinen dunkelbraunen Samtfuss ist er auch leicht zu erkennen und zu unterscheiden. Die Einzelhüte sind etwa 3-12 cm groß und haben einen satten Honigton. Die Oberfläche ist etwas schmierig, glänzend. Im jungem Stadium ist das Köpfchen gewölbt, später flacht er ab. Das Pilzfleisch ist etwas zäh und dünnfleischig. Die Lamellen sind vorerst weißlich, dann blassgelb. Sie stehen etwas entfernt zum Stiel, bauchig. Der Stiel ist ringlos und bis zu 6 cm hoch, mit bis zu 1,5 cm Durchmesser und innen hohl. Er samtig behaart. Manchmal kann er zarte Rottöne aufweisen. Der Stiel ist häufig etwas gebogen, zylindrisch. Zur Basis hin wird die samtige Behaarung immer dünkler, und geht fast bis ins Schwarzbraune.

Standorte

Er wächst saprotroph – nutzt tote organische Substanzen als Nahrungsquelle – meist in größeren Büscheln, an totem Holz oder an lebenden Stämmen von Laubbäumen. Selten, ab dem Spätherbst und vor allem ab dem ersten Frost bis in den Winter hinein. Er wächst in fast ganz Mitteleuropa bis in mittlere Gebirgslagen. Ich habe ihn schön öfter in Auwäldern auf Totholz gefunden. Damit gehört dieser Pilz zu den Folgezersetzern und zu den Schwächeparasiten. Besonders oft fand ich ihn auf absterbenden Weiden. Dieser Pilz erzeugt im Inneren des Holzes die „Weißfäule.“ Er gedeiht aber auch unter Hecken, Gebüschen oder Bachufern. Bei Ginstersträuchern oder an Brandstellen. An Hollunderstämmen, Pappeln, Robinien, Walnuss, Ulmen, Koniferen, Eschen, bei Buchen und Erlen, seltener bei Fichten oder Nadelbäumen. Oft ist dieser Pilz entlang an Weidezäunen, die mit Pappeln oder Weiden eingesäumt sind zu finden. Auch in Parkanlagen, oder nahe an Bachufern und Bauernhöfen siedelt er sich gerne an. Sehr selten steht dieser Pilz im geschlossenen Wald.  Sehr gerne besiedelt er auch offene Stellen, z.B. von Verletzungen an Buchen oder Weiden. Hier ein sehr helles Exemplar an einer alten Weide in der Stopfenreuther Au.

Samtfussrübling hell

Erntezeit ist ab dem ersten Frost (selten früher) bis in den April hinein.

Wissenswertes

Dieser spannende Pilz gedeiht am besten bei Minusgraden. Es wird ihm nachgesagt, dass er sogenannte Frostschutzproteine einlagert um so die tiefen Temperaturen zu überstehen. Die Zellen werden im Wachstum gestoppt und überleben so. Seine ellipsoiden Sporen können an beiden Enden gleichzeitig keimen. Das sichert dem Pilz die Arterhaltung im Konkurrenzkampf mit anderen Pilzen. Der Samtfussrübling ist damit rascher im Besiedeln des Totholzes andere Arten.

Den Samtfussrübling gibt es im Fachhandel auch schon als Impfbrut zu kaufen. Dazu braucht man relativ frisches Weidenholz, das angebohrt wird. Der Samtfussrübling war einer der ersten Speisepilze, der kultiviert werden konnte. Bei einer Kultivierung im Garten, sollte dieser Pilz nicht zu nahe an Obstbäumen gezogen werden, da es nicht auszuschließen ist, dass er auch Obstbäume befällt. In Ostasien ist dieser Pilz als Enoki bekannt. In Japan steht er in der Beliebtheit gleich neben dem Shiitake-Pilz.

Weitere Arten sind der Pappel-Samtfussrübling – Flammulina populicola und der Rossica-Samtfussrübling – Flammulina rossica Redhead, der Blasshütige Samtfußrübling – Flammulina fennae, der Hauchechel-Samtfußrübling – Flammulina ononides, (Wirtspflanze Hauhechel)

Heilwirkung und Inhaltsstoffe 

Der Pilz wirkt immunstärkend und Gefäß-schützend. Strahlenexperten wissen, dass der Samtfussrübling eine strahlensuchende Anzeigerpflanze ist – Erdstrahlen. Diesem Pilz wird japanischen Studien zufolge eine krebshemmende Wirkung nachgesagt.

Er enthält Polysaccharide (EA5, EA6, EA3), Glykoproteine (Proflamina), Vitamine der B-Gruppe, Linolsäure, Palmitinsäure, Triterpene, Proteine (FIP-FVE, Flammin, Velin, Velutin, Flammulin), Komplexe Proteolitico (Aminopeptidase, Proteinase), Unlösliche Fasern, Analoge von Ascorbinsäure. Antimikrobielle Aktivitäten konnten bestätigt werden. Der Inhaltsstoff Velutin hat sich bei HIV als sehr effizient antiviral gezeigt. Die Wirkstoffe Enokipodin A, B, C und D (Triterpene) wirken antimikrobiell, besonders gegen Cladosporidium herharum und Bacillus subtilis.

Rezepte

Der Samtfussrübling ist ein knackiger und schmackhafter Pilz. Die Hütchen sind als frische Winterpilze eine herrliche Bereicherung. Am besten schmeckt er als Suppe verarbeitet. Im Geschmack ist er nussig, ein wenig säuerlich aber mild.

In Japan wird der Samtfussrübling z.B. in Flaschen (Weithalsflaschen) gezogen und in jungen Stadium verarbeitet. Den Enoki gibt es in getrockneter Form im Handel.

Samtfussrübling als Enokipilz

Winterliche Suppe asiatisch mit Samtfussrüblingen

  • 500 gr Samtfussrüblinge
  • 1 große helle Zwiebel
  • Suppengrün
  • Zuckererbsen
  • 250 gr Mie-nudeln (oder Glasnudeln)
  • etwas frischen Ingwer
  • 2 Eier
  • Gemüsebrühe
  • Wok – oder Sesamöl
  • Sojasauce

Die Zwiebel in etwas Woköl oder Sesamöl glasig dünsten. Mit der Gemüsebrühe aufgießen. Das Suppengrün in kleine Würfel oder Streifen schneiden. Ingwer in feine Scheiben schneiden. In der Suppe dünsten. Die Eier als Eierspeise, gut verrührt braten und in Streifen schneiden. Dann die Pilze geputzt in Öl anbraten und in die Suppe dazu geben. Zuletzt die Zuckererbsen dazu, damit sie knackig bleiben. Mit Soja abschmecken. Die Nudeln in einem Topf mit etwas Salz kochen. Dann mit kaltem Wasser spülen und gut abtropfen lassen. Nudeln in die Suppe geben. Das Grün der Petersilie fein gehackt obenauf streuen. Wer den zarten gezüchteten Enoki verwendet, sollte die Pilz wirklich nur ganz knapp vor dem Servieren in die heiße Suppe einlegen, damit er nicht zerkocht wird.

Verwechslungsmöglichkeiten

Mit dem Stockschwämmchen oder mit dem Gifthäubling.

Der Gifthäubling –  Galerina marginata, erscheint Mai bis Dezember und ist 1.5 bis 7 cm groß. Er wächst vor allem auf Fichten und Rindenmulch, seltener auf anderen Holzarten. Er hat einen flüchtigen Ring. Der Hut ist vorerst gewölbt und breitet sich später aus. Die Manschette ist vergänglich. Der Gifthäubling ist kaum in Büscheln anzutreffen und steht eher einzeln. Aber gefährlich sind Situationen, wo der Gifthäubling gemeinsam neben Stockschwämmchen wächst. Der Gifthäubling hat einen fasrig-silbrigen Stiel und keinen samtigen Samtfuss. Der Geruch ist mehlartig, muffig. Das Gift des Gift-Häublings ist das Amatoxin, das dem Gift des Grünen Knollenblätterpilzes ähnlich ist. Die tödliche Dosis liegt bei etwa 100-150 Gramm frischer Pilze. Im Pilz konnte auch Phalloidin nachgewiesen werden – es ist eines der Toxine des Grünen Knollenblätterpilzes – Amanita phalloides.

Gifthäubling

Gifthäubling

Das Stockschwämmchen-  – Träuschlingsverwandte, ist braun-gelb, spitzgebuckelt und fettig glänzend. Sein Stiel ist braunschuppig und hat einen häutigen Ring. Es wächst als Saprobiont an Laub- und Nadelholz. Es hat ebenfalls keinen Samtfuss. Ich persönlich erkenne das Stockschwämmchen an der doch für mich markanten Hutoberfläche.

Gifthäubling

Stockschwämmchen

Literatur: Unser Kräutergarten, Heilkräuterlexikon Bianchi, Ivo. Prof. Dr. Med. : Der Gebrauch von Pilzen in der Medizin. Moderne Mykotherapie – Pilzheilkunde

Gerstner, Dirk: Merkmale zur Unterscheidung (makroskopisch) Gifthäubling – Stockschwämmchen. http://www.mykolaus.de/kahlkoepfe/einzelberichte/2010/pdf/galerina_marginata_kuehnero_mutabilis_gdi.pdf/07.01.2016

Bildnachweis Gifthäubling: http://www.discoverlife.org

Falsche Kapern – Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse – Tropaeolum majus 

 Kapuzinerkresse Vielfalt 

Beim Einwintern der Blumentöpfe aus dem Garten ist für mich immer Erntezeit für die Samenkapseln der Kapuzinerkresse.

Samen Kapuzinerkresse

Ich verwende nicht nur die dekorativen Blüten und Blätter für Salate, sondern dann auch die Kapseln. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Peru und wurde durch 1864 durch den Naturforscher Bevering nach Europa gebracht. Ihren Namen bekam sie, weil die Blüte wie die Kopfbedeckung der Kapuzinermönche aussieht. Von Lineé erhielt sie ihren lateinischen Namen.

Kapuzinerkresse

Aussehen

Die (große) Kapuzinerkresse ist eine einjährige krautige Pflanze. Sie kann 0,2 bis 5 und mehr Meter lang werden. Auffallend ist bei einigen Sorten das extreme Längenwachstum. Sie kommt als kriechende oder als kletternde Pflanze vor. Die Pflanze kann je nach Bodenverhältnissen als „Monsterschlingpflanze“ gedeihen. Letztes Jahr entsorgte ich eine Pflanze mit Ausmaßen, die ich kaum alleine auf den Biomist tragen konnte. Interessant ist dabei die eher dünne zarte Hauptwurzel. Die Blätter sind langstielig und schildförmig, der Stiel ist in der Mitte angesetzt. Vom Stiel aus laufen die Blattachsen sternförmig bis zum Rand, Sie stehen wechselständig an der Ranke. Sehr hübsch und fotogen sind Regentropfen auf den Blättern. Sie bleiben wie bei Lotusblumen perlend auf dem Blatt liegen. Die Blätter sind meist größer als die Blüte. Die Blüten können rot, orange oder gelb sein. Weiße Formen sind eher selten. Die drei untereren Kronblätter sind an der Basis gefranst und eines der fünf Kelchblätter sieht aus wie ein Sporn. Die Staubgefäße sind an der Basis frei. Der Nektar ist süß und riecht stark – etwas scharf. Das lockt in den südamerkanischen Ländern die Kolibris an. Besonders liebe ich die dunkelrote Variante, die meist auch ein dünkleres Laub hat. Sehr gerne pflanze ich die anspruchslose Kapuzinerkresse schon jetzt in Töpfe. Auch als Balkonpflanze ist sie sehr geeignet. Da sie gegen Blattläuse als natürlicher Wirkstoff hilft kommt sie bei mir liebend gerne in der bodendeckenden Form unter die Rosensträucher. Die hängenden Sorten wachsen die Mauer entlang. Sehr früh im Jahr erscheinen dann schon die zarten Blätter und die Kresse blüht mit ein bisschen Glück bis in den November. Bei uns ist sie nur als einjährige Pflanze im Handel, weil sie vor allem nicht frost-fest ist. Die Kapuzinerkresse hat keine Verwandtschaft zur Brunnenkresse. Die Frucht ist eine 3samige Beere.

Inhaltsstoffe und Heilwirkung, Wissenswertes 

Kapuzinerkresse dunkelrot   Dunkelrote Kapuzinerkresse

Die Kapuzinerkresse wirkt antibiotisch und stärkend auf das Immunsystem. Mit der Brunnenkresse ist sie übrigens nicht verwandt, aber sie schmeckt durch die Senföle ähnlich. Die Kapuzinerkresse ist reich an Vitamin C und Mineralstoffen. Die Blätter und Blüten in einem Salat angerichtet sind eine herrliche Würze. Diese Heilpflanze fördert die Durchblutung, ist schmerzstillend (bei Muskelentzündungen oder Prellungen) und hemmt die Vermehrung von Pilzen, Viren und Bakterien. Die Kresse enthält Glucosinolate mit Gluctropaeolin (Benzylglucosinolat, Benzylsenföle – sie verursachen eine leichte Gewebereizung, die durchblutungsfördernd ist). Nach der Spaltung (enzymatisch) entfalten sich die Senföle (vor allem Benzylsenföle), die ihre Verwendung in der Pharmakologie finden: Diese Senföle, die schnell vom Organismus aufgenommen werden und Atombindungen mit Proteinen eingehen können, wirken gegen Bakterien, Pilze (besonders gegen Candida und Tuberkelbakterien) und Viren. Sie können aber auf Haut und Schleimhäute starke Reizwirkung ausüben. Weitere Inhaltsstoffe der Kapuzinerkresse sind Chlorogensäure (ein Antioxidant), Ascorbinsäure und Carotinoide (das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die in den Blüten enthalten sind).  Zusätzlich ist sie auch noch reich an Vitamin B, Mineralstoffe wie Eisen, Kalium, Magnesium und außerdem Schwefel und Phosphor. Am Einsatz dieser Heilpflanze als Antibiotika-Ersatz (Johannes Gottfried Mayer, Würzburg) wird gearbeitet. Er meint, dass die Einnahme von Kapuzinerkresse in Kombination mit Meerettichwurzel gegen Blasenentzündung, Bronchitis und bei Nasen- und Nebenhöhlenentzündung hilfreich ist. Nachgewiesen ist der wirksame Einsatz bei Erkältungskrankheiten. Zur Zeit laufen an der Universität Würzburg Untersuchungen, die Pflanze als ein natürliches Antibiotikum, also als hochwirksames Mittel einzusetzen. Diese Untersuchungen gehen auch in die Richtung, sie mögliches Mittel gegen Grippeviren zu verwenden. Schon die Andenvölker sollen die Kresse als Schmerzmittel und Heilpflanze verwendet haben. In Manchen Ländern Südamerikas gibt es eine knollige Sorte. Diese Knolle wird wie eine Erdäpfel gekocht – Tropaleum tuberosum – knollige Kapuzinerkresse.

in der TCM hat die Kapuzinerkresse schon lange eine wichtige Bedeutung als Mittel gegen Erschöpfungszustände, bei fehlendem Antrieb und bei leichten Depressionen.

Wie schon erwähnt, ist die Kapuzinerkresse ein natürliches Lausmittel und in der biologischen Landwirtschaft wird sie  als natürlicher Schutz gegen Blatt- und Blutläuse sowie gegen Schnecken, Raupen und Ameisen gesprüht. Die Samen der Kapuzinerkresse bleiben über mehrere Jahre keimfähig.

Rezepte

Salat mit Kapuzinerkresse 

Salat mit Kapuzinerkresse und Boretschblüten

Blattsalate mit Kapuzinerkresse sind nicht nur ein optischer Genuss. Der frische pfeffrige Geschmack ist eine exotische Würze für Salate.

Eingelegte Kapuzinerkresse-Samen – Falsche Kapern

Eingelegte Kapuzinerkresse-Samen

Die unreifen, also noch grünen Samen und als Blickfang, die noch geschlossenen Knospen kann man in Essig und Salzlake einlegen. Dazu verwende ich

  • Weißen Aceto Balsamico
  • Meersalz & Pfefferbeeren

Die Samenkapseln vorher gut einsalzen und etwa 3-4 Std. darin liegen lassen. Dann kurz im Essig aufkochen. Die noch geschlossenen Blüten lege ich nur mehr in den noch heißen Sud. Salzen und Pfeffern und in ein Marmeladeglas füllen, Der Sud sollte den Inhalt bedecken. Sie schmecken nach etwa 3 Monaten in der Lake wie Kapern und werden deshalb auch „falsche Kapern“ genannt. Achtung: In größeren Mengen verzehrt, wirken sie jedoch abführend.

Pesto aus Kapuzinerkresse

Pesto

Pesto

Ganz ein wunderbares Pesto ergeben die Blätter der Kapuzinerkresse. Dafür die Blätter sehr fein hacken, mit ebenfalls fein gehackten Knoblauch würzen. Pro Glas gebe ich 10 Pinienkerne zerdrückt dazu. Wer mag, kann anstelle der Pinien auch Walnüsse zerkleinert dazu geben. Salzen und pfeffern. Damit die Farbe lange erhalten bleibt, gebe ich etwas Zitronensäure dazu. Mit gutem Olivenöl auffüllen. Schmeckt ganz hervorragend zu Spaghetti oder Penne. Mit etwas Parmesan bestreuen. Ich habe das Pesto letztens zu einem kurz gebratenem Schweinslungenbraten gereicht.

Topfen mit Ingwer und Kapuzinerkresse

Frischen 20% Topfen mit frischem klein gehacktem Ingwer, Salz und etwas Pfeffer abrühren. Blätter und Blüten der Kapuzinerkresse fein schneiden und unterrühren. Wer mag, kann etwas frischen Zwiebel und Knoblauch dazu geben. Das ist ein köstlicher Brotausftrich und passt auch genial zu Ofenkartoffeln.

Tee aus Kapuzinerkresseblättern

Blätter und Blüten der Kapuzinerkresse auf einem Backpapier trocknen. 2 Teelöffel auf Aufguss über den Tag verteilt trinken hilft gegen Harnwegsinfekte und Atemwegsbeschwerden.

Literatur:

http://html5shiv.googlecode.com/svn/trunk/html5.js
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  • Butnariu, M. und C. Bostan (2011): Antimicrobial and anti-inflammatory activities of the volatile oil compounds from Tropaeolum majus L. In:African Journal of Biotechnology. Vol: 10, S. 5900-5909
  •  http://www.presse.uni-wuerzburg.de/einblick/single_special/artikel/kapuzinerk/
  • Bildquelle: Salat, fijn.handgemacht: Sommer im Salat http://fijnblog.blogspot.co.at/2011/06/sommer-im-salat.html

Austernseitling

Austernseitling – Austernpilz – Pleurotus ostreatus, Seitlingsverwandte, Ständerpilze – Basidiomycota, Muschelpilz

Austernseitlinge an Totholz

Austernseitlinge an Totholz

Ein Pilz, der erscheint, wenn die anderen in den Winterschlaf gehen. Wenn man einmal einen Austernseitling aus der „freien Wildbahn“ verspeist hat, lässt man jene in den Plastikbehältern aus dem Supermarkt stehen. Seit einer Woche erfreue ich mich an den Austernseitlingen in meinem Innenhof, die aus einer Packung Rindenmulch sprießen! Scheinbar ist in dem Material das Substrat enthalten und die Pilze bohren sich aus den doch recht dicken Plastiksäcken aus dem Baumarkt.

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Austernpilze aus dem Baumarktsack

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Austernseitlinge wachsen überall aus dem Plastiksack

Da der Austernseitling ein sehr beliebter Speisepilz ist, wird er schon seit längerem auch kultiviert. Er wird auch als „Kalbfleischpilz“ angeboten. Als Substrat dienen Holz und Stroh.

Beute aus dem Rindenmulch Sack

Beute aus dem Rindenmulch Sack

 Beute

Aussehen

Dichte Büschel des Pilzes zeigen sich an Stämmen von Laubbäumen. Jung haben die Pilze eine Spatelform, später breiten sie sich wie ein Halbkreis aus. Sie sitzen auf einem 1-4 cm langen Stiel. Anfangs hat der Pilz eingerollte Ränder, später flacht er ab. Die Ränder können im Alter eingerissen sein. Die Oberfläche ist glatt und kahl, manchmal ein wenig glänzend. Der Pilz ist insgesamt biegsam. Die Farbpalette reicht von einem recht dunklen grau bis hin violett hin und zu fast weiß oder oliv. Die meisten Exemplare sind aber beige bis sandfarben.

Austernseitling mit bläulichem Einschlag

Austernseitling mit bläulichem Einschlag gefunden am Tulbingerkogel an der Mauer eines alten Brunnens mit Holzstämmen verkleidet

Auf der Unterseite hat dieser Pilz Lamellen, die deutlich heller sind. Sie laufen am Stiel herab und enden verästelt. Der Austernpilz riecht frisch besonders angenehm nach Pilz.

Standorte

Der Austernseitling kann wie schon erwähnt auch oder besonders bei niedrigen Temperaturen fruktizieren. Einer Studie nach Bresinsky folgend, kann man sagen, dass Temperaturen um 11° C dem Pilz als Aulösereiz dienen. Auch Temperaturen um den Gefrierpunkt um die 2,8° C sind kein Problem für diesen Pilz. Also bezeichne ich ihn als einen der Winterpilze. Viele Wetten habe ich mit dem Austernseitling oder mit Cantherellen gewonnen. Einer dieser Wetten sogar gegen einen besonders geschätzten Försterfreund und Waldmenschen. Ich wettete mit ihm, dass ich am 24. Dezember frische Pilze unter der Schneedecke finden werde. Mein Korb war voll! der Austernseitling gehört zu den saprobiontisch  – Folgezersetzer hetertrophe Organismen, lebenden Pilzen, also fruktiziert er auch an totem Holz, Buchen, Eichen, seltener an Nadelholz. Er kann einen ganzen langen Baumstamm auch bis zu 10 Meter hoch entlang wachsen.

Verwechslungsmöglichkeiten

Auch hier gibt es die verschiedensten Seitlingsarten, aber nur die Ähnlichsten sollen auf dieser Seite angeführt werden.

Lungenseitling – P. pulmoanrius, Sommerausternseitling, Seitlingsartige, Er ist mit dem Austernseitling verwandt. Standorte sind ähnlich, aber der Lungenseitling ist zarter und kleiner. der Stiel ist kurz bis gar nicht vorhanden, Die Lamellen laufen am Stiel entlang und verzweigen sich dort. Er ist cremefarben bis hell-weiß, gräulich und bis ins bräunliche reichend. Er duftet in frischem Zustand ganz leicht nach Anis. Auch er lebt saprobiontisch gerne an Totholz und Laubbäumen. Pappel, Birke, Esche, Buche und Walnuss.

Lungenseitlinge

Lungensteitlinge auf Buchenholz

Lungenseitling

Lungenseitling auf Totholz

Gelbstieliger Muschelseitling – Sacromyxa serotina, Zwerknäueling – Panellus serotinus, Syn. gehört zu den Helmlingsverwandten. Sie stehen gerne in Gesellschaft mit dem Austernseitling, haben aber eine gelbe Unterseite und Stiel. Der Stiel ist geschuppt. Er lebt saprobiontisch –  also als Schwächeparasit auf Totholz, in Laub-und Mischwäldern. Weiß-Tannen-Fichten-Wäldern, Kiefernforsten, an Bächen, Moorrändern, an Waldwegen und Waldrändern, in Haselnusswäldern. Angeblich wird der essbare Austernseitling häufig mit dem gelbstieligen Muschelseitling verwechselt. Ich denke ein Blick auf die heftig-gelbe Lamellenseite sollte hilfreich sein. Dieser Pilz ist zwar essbar, sollte aber wegen der neuerlich vermuteten Giftigkeit ausgelassen werden. Er steht im Verdacht krebsauslösend zu wirken.

Gelbstieliger Muschelseitling

Gelbstieliger Muschelseitling Bild aus Wikipedia entlehnt

Inhaltsstoffe

Der Austernseitling ist ein diätisch wertvoller Pilz, weil er ballaststoffreich aber kalorienarm ist. er enthält Spurenelemente, Mykosterine, Polysaccharide, Aminosäuren und enzymatisch wirksame Proteine. Vitamin B1, B2, B5, B6, B7, B9, Vitamin C und das Beta-Glukan Polysaccharid – Pleuran sowie Lovastatin. Lovastain gehört in der Gruppe der Statine und wird gegen Hypercholesterin eingesetzt. Es ist ein natürlicher Lipidsenker. Gerade beim Austernpilz liegen Studien hinsichtlich der profilaktischen Wirkung chemisch induzierter Formen von Darmkrebs vor. Besonders in der chinesischen Medizin werden Pilzextrakte zu Unterstützung bei Behandlung von Krankheiten verabreicht. Dem Seitling wird sogar krebshemmende Wirkung nachgesagt, die aber im EU Raum nicht bestätigt ist. Er wirkt Cholesterinsenkend, Blutdruck- und Blutzuckersenkend. Insgesamt hilft er das Immunsystem zu stärken.

Verarbeitung

Rezepte

Austernseitling auf mediterrane Art 

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Im Sommer mache die Austernseitlinge sehr gerne auf dem Holzkohlengrill und würze sie so wie hier im Rezept angeben. Sie eignen sich auch bestens für Veganer. Dafür die Pilze ausschütteln und eventuell ein wenig von Stiel wegschneiden. Kurz abwaschen und auf einem Geschirrtuch abtropfen lassen. Ich brate sie in etwas Sonnenblumen oder Maiskeimöl an und würze sie erst später mit einem guten Olivenöl. Auf einen halben Kilo Pilze zwei bis drei Zehen Knoblauch klein gehackt, Saft 1 Limette, oder Zitrone, Olivenöl, frische klein gehackte Petersilie, Salz und frischen Pfeffer aus der Mühle. Die Pilze können so mariniert kalt oder warm gegessen werden. Die Seitlinge eigenen sich auch als in Öl eingelegte Pilze. Diese aber bitte nicht zu lange und vor allem kühl lagern.

Leberreischling

Leberreischling –  Fistulina hepatica, Ochsenzunge,  Beefsteakpilz, Leberreischlingsverwandte 

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Pilzkarge Zeiten haben den Vorteil, dass man als Sammler den Blickwinkel erweitert. Ein Pilz, der mir gestern nach langer Zeit wieder einmal begegnete, ist der Leberreischling. Der „Schwächeparasit“ – der ähnlich wie der Schwefelporling die Wirtsbäume schädigt, erzeugt Fäule im Inneren des Baumes.

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Hutunterseite

Hutunterseite

Aussehen

Schon der Name beschreibt sein Aussehen. Im Jungstadium sieht dieser Pilz wie ein rötlicher, getupfter Polster aus. Meine Tochter meinte – wie ein Kugelfisch. Später flacht er ab und breitet sich aus.

Leberreischling junges Exemplar

Leberreischling junges Exemplar

Er wächst direkt mit der Stielbasis am Stamm (Substrat) an. Dann entfaltet er sich wie eine große und breite Zunge. Wer einmal eine Zunge auseinandergeschnitten hat, versteht die Namensgebung. Der Pilz wird bis zu 12 cm breit. Es wird auch von Funden mit bis zu 23 cm Größe berichtet. Manchmal wächst noch ein Lappen obenauf. Die Färbung ist vorerst orange und wird dann, je älter der Pilz ist bis violett-rot. Der Pilz fühlt sich weich und wirklich wie ein Stück rohes Fleisch an.

Leberreischling

Leberreischling

Die Hutoberseite hat kleine Warzen. Diese Warzen bilden eine Verbindung zu den darunter befindlichen gelblichen Röhren – sieht man sehr gut, wenn man den Pilz aufschneidet. Die Warzen lassen sich mit dem Finger ganz leicht wegrubbeln. Das Pilzfleisch fühlt sich weich und elastisch an. Beim Anschneiden tritt sofort dunkelroter Saft aus.

Anschnitt

Anschnitt

Bei älteren Stücken „blutete“ es wesentlich weniger. Ich habe diese Tropfen einmal auf ein Blatt Papier tropfen lassen. Es hat wirklich große Ähnlichkeit mit Blut. Der Pilz hat einen angenehm, leicht an säuerliches Obst erinnernden Geruch.

Leberreischling

Leberreischling

Leberreischling paniert

Leberreischling paniert

Standorte

An der Basis von Eichen – deswegen – Eichen-Leberreischling, Eschen und auch in Buchenwäldern und Edelkastanien und selten auch an Walnuss-Bäumen. Er ist meist von Juli bis Oktober zu finden. Dieser Pilz kann aber auch als Saprobiont – also als Totholz-Zersetzer vorkommen. Der Leberreischling bevorzugt kalkhältige Böden. Ich finde ihn alle paar Jahre, in einem kleinen Eichen-Mischwald-Stück im Wienerwald.

Wissenwertes 

Dieser Pilz ist wie gesagt ähnlich dem Schwefelporling ein Schwächeparasit – Xylobionth – baumbefallend. Hat er sich einen Baum als Wirt ausgesucht, erzeugt er darin Weißfäule. Das Holz bekommt dadurch eine intensive braunrote (Hartröte) Färbung. Ich weiß von einem von mir sehr geschätzten Restaurateur alter Möbel, dass dieser Pilz in der Zeit des Barock heiß geliebt wurde, weil er die tollste Holzmaserung verursachte. Das waren natürliche „Intarsien“ – die jedes Möbelstück zu einem Einzelstück machten. Natürlich ist er bei Förstern überhaupt nicht beliebt. Das Werk der Zerstörung dauert oft bis zu zehn und mehr Jahren. Bricht der Baum dann doch zusammen, enstehen rötlich kleine Holzwürfel.

Braunfäule

Braunfäule

Manchmal befallen Schwefelporling und Leberreischling einen Baum gemeinsam. Der Leberreischling zersetzt Gerbsäure im Wirtsbaum. Diesem Pilz werden Eigenschaften als Radikalfänger und eine antibakterielle Wirkung zugesprochen. Er wird in der Literatur oft als schonenswert geführt. Ich entnehme daher meist nur einen Teil.

Verarbeitung und Rezepte

Der Pilz hat einen angenehm säuerlichen Geschmack. Manche panieren ihn wie ein Schnitzel. Er ist auch extrem anpassungsfähig mit seinem Geschmack. So habe ich mir einmal ein Experiment erlaubt – es waren Freunde zum Hirschessen eingeladen. Ich gab anlässlich dieses Abendessens, als „Fingerfood“ kleine panierte und mit Wildgewürz zubereitete Leberreischling-Schnitzerl. Niemand, auch der „älteste“ und erfahrenste Jäger bemerkte es. Sie waren alle fest davon überzeugt, dass es Hirschfleisch sei. Umso erstauntere Gesichter, als ich das Experiment erklärte. Dieser Pilz wurde früher sogar als „Arme-Leute-Steak“ bezeichnet.

Leberreischling paniert

Leberreischling paniert

Ich persönlich bevorzuge die asiatische Zubereitung, mit Soja- oder Teriyakisauce, etwas Zitronensaft, und asiatischen Nudeln.

Leberreischling mit asiatischen Nudeln 

Leberreischling mit asiatischen Nudeln

Leberreischling mit asiatischen Nudeln

dazu braucht man

  • 2 Jungzwiebel
  • 1 Hand voll Cherrytomaten
  • Sojasauce
  • Teriyakisauce
  • Sesam geröstet
  • Wer mag etwas frischen Koriander
  • Saft einer Limette
  • asiatische Nudeln
  • Öl (Sesam- oder Woköl)
  • wer mag etwas frischen Chilli

Die Nudeln in etwas Salzwasser kochen und gut kalt abspülen. Leberreischling vorher ca. 1 Std. in kaltes Wasser legen, würfelig schneiden. Mit den Jungzwiebeln in etwas Öl anbraten. Das Pilzfleisch sollte gut durchgebraten sein. Cherrytomaten halbieren und erst ziemlich zum Schluß dazugeben. Mit Sesamöl und Limettensaft abschmecken. Den gerösteten Sesam dazugeben. Alles unter die Nudeln mischen und allenfalls Koriander gehackt darüberstreuen.

Er eignet sich auch als sauer eingelegter Pilz. Dazu siehe Schwefelporling – Blog.

Sauer eingelegter Schwefelporling

Sauer eingelegt

Der Leberreischling eignet sich übrigens hervorragend für vegane Gerichte. Die Konsistenz und das „feeling“ ist hier gegeben. In Scheiben geschnitten, kann das Pilzfleisch wie ein Steak angebraten werden.

Semmel-Stoppelpilz

Semmel-Stoppelpilz, semmelgelber Stacheling – Hydnum repandum, Stoppelpilzverwandte, Mykorrhizapilz, Schafsfußpilz, Agaricomycetes

Semmel-Stoppelpilz Laubwald

Semmel-Stoppelpilz Laubwald

Jetzt, nachdem es endlich ein wenig regnet, kommen heuer eher spät, die Semmel.Stoppelpilze. Der lustig anmutende Name Schafsfußpilz hat nichts mit Fußpilz zu tun, sondern ist vom französischen Namen „Pied-de-mouton“ abgeleitet.

Aussehen

Semmel-Stoppelpilz Unterseite

Semmel-Stoppelpilz Unterseite

Das ist „Anfängerpilz“ für Pilzbegeisterte, weil er einfach zu identifizieren ist. Die Farbvarianten reichen bei diesem Pilz von fast weiß – Hydrum albidum, bis dottergelb. Es gibt auch rostgelbe – Hydrum rufescens, Exemplare. Ich habe auch schon welche mit lachsrosafärbung gefunden. Der Hut wird abhängig vom Alter, 1 bis 10 cm groß. er ist immer trocken, nie feucht oder schmierig. Leicht zu erkennen ist er an den „Stacheln“ auf der Hutunterseite. Drückt man mit dem Finger gegen die weichen Stacheln, fallen sie sofort ab. Innen ist das Fleisch weiß, leicht brüchig und mürb. Der Pilz gehört zu den „Ständerpilzen“. Es gibt gedrungenere Formen mit kurzem Stiel und welche die einen Stiel mit bis zu 8 cm haben.

Standorte

Er kommt selten in Einzelexemplaren vor. Meist sind es große Flecken, die von Semmel-Stoppelpilzen besiedelt werden. Weil er ein Mykorrhizapilz (ist über die Wurzeln mit Baum- und Pflanzenpartner vergesellschaftet) ist, kann er sowohl in Buchen-, als auch in Nadelbaumwäldern vorkommen. ich werde meist in Mischwäldern fündig. Das ist die Zeit, in der sich auch die ersten auch die Herbsttrompeten zeigen. Der Boden sollte basenarm, bis leicht nährstoffhaltig sein. Besonders schätzt er die Partnerschaft mit Rotbuchen, der gemeinen Fichte, Weiß-Tanne, oder der Waldkiefer. Er ist kann von Juli bis November gefunden werden. Besonders im Oktober – November, wenn sich andere Pilze schon rar machen, ist der Semmel-Stoppelpilz ein willkommener Fund. Meist ist die Ernte so reich, dass sämtliche mitgebrachte Behälter nicht ausreichen. Ältere Exemplare färben sich ocker und sind dann zäh und leicht bitter. Auf den Frischmärkten wird er auch als Winterpfifferling angeboten.

Verwechslungsmöglichkeiten

Durch die weichen Stacheln auf der Unterseite ist dieser Pilz leicht zu erkennen. Er ist somit kaum zu verwechseln. es gibt auch andere Pilze mit Stacheln, aber meines Wissens nach sind das z.B. der Habichstpilz und der Eispilz. beide sind essbar.

Verarbeitung

Dieser Pilz eignet sich bestens frisch zubereitet, ähnlich wie Eierschwammerl oder auch zum Einfrieren. Ich nehme ihn gerne auch als Mischpilz in Pilzsaucen oder in Bratensaucen zu Wild oder anderem Fleisch. Ich entferne vor dem Anbraten die Stacheln durch leichten Druck mit den Fingern. Achtung kann die Haut leicht rötlich färben. Sehr gerne lege ich diesen festfleischigen Pilz auch als Essigpilz ein. s. dazu Blogbeitrag Eierschwammerl

Rezepte

Poularde mit Pilzen

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 Die Funde am Montag dieser Woche wurden zu diesem köstlichen Gericht verarbeitet. Dazu habe ich

  • 1 Poularde
  • 4 helle Zwiebel
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 5 Steinpilze, 1 Handvoll Semmel-Stoppelpilze, 5 schwarze Trompeten (Herbsttrompeten), Etwas Krause Glucke
  • etwas Rindsuppe oder Würfel
  • 1 Kleinen Zweig Rosmarin
  • 3 Lorbeerblätter
  • 1/4 Liter Wein Rose oder weiß
  • Olivenöl zum Braten
  • Etwas Zitronensaft
  • Salz & Pfeffer

Die Poularde putzen, waschen und zerteilt in Olivenöl braten. Zwiebel vierteln, Knoblauch etwas zerkleinert dazu und mit anbraten. Mit Wein und Suppe aufgießen. Gewürze dazu. Die Pilze geputzt dazu geben. Die Poularde braucht in etwa 1 Stunde auf mittlerer Hitze. Mit Salz & Pfeffer und etwas Zitronensaft abschmecken. Dazu passt gut Reis oder in Olivenöl angebratenes Roggenbaguette. An dieser Stelle möchte ich meinen Lieblingswein der Weinbaufamilie Stadler in Falkenstein herausstreichen. Sein Rose passt hervorragend zu diesem Gericht.

Bavette mit Mischpilzen 

Bavette mit Mischpilzen

Bavette mit Mischpilzen

4-6 Portionen

1 Pkg Bavette

Mischpilze aus Steinpilzen, Krauser Glucke oder Eierschwammerl, Semmel-Stoppelpilzen

etwas Butter zum Anbraten

  • Olivenöl
  • Frische Petersilie
  • Oregano
  • Thymian
  • Parmesan
  • 1-2 Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1/4 Liter Schlagobers

Pilze putzen und etwas zerkleinern, Zwiebel fein hacken. Alles in Olivenöl mit etwas Butter anschwitzen. Salzen & pfeffern (aus der Mühle) Gewürze dazu und mit einem 1/4 liter Schlagobers aufgießen. etwas einköcheln lassen.. Die Bavette „al dente“ – bissfest in Salzwasser kochen. Kalt spülen. Die Pilzsauce sofort untermischen. Mit Parmesan und frischer Petersilie bestreuen. Es gibt entschiedene Gegner Pilzgerichte mit Parmesan zu versehen. Also wer will kann Parmesan streuen.

http://www.weingut-stadler.com/kontakt.html

Rotfussröhrling

Rotfußröhrling, Gemeiner oder echter Rotfußröhrling – Xerocomelius chrysenteron, Boletus chrysenteron, Rotfüßchen, Dickröhrlingsverwandt, Ständerpilz

Rotfussröhrling

Rotfußröhrling

Dieser Pilz ist mir gestern im Wienerwald in Scharen begegnet – aber sonst zurzeit in dieser Gegend keine anderen Pilze. Er sieht so hübsch aus und wird gerne mit dem Steinpilz verwechselt. Aber es gibt auch noch eine andere Verwechslungsmöglichkeit. Der Schönfußröhrling wird neuesten Erkenntnissen nach zu den Ziegenlippenverwandten gezählt. Er ist ein sehr schmackhafter Pilz und sollte nur in Papiersäcken oder luftigen Körben gesammelt werden.

Aussehen

Rotfussröhrling blauend

Rotfußröhrling blauend

Wie schon erwähnt, sieht er auf den ersten Blick wie ein Steinpilz aus. Der Hut ist eher matt, nie schleimig oder glänzend. Bei großer Trockenheit, wie gerade eben, ist die Hutoberseite etwas feldrid aufgerissen. Der Hut ist ockerbraun, bis mittelbraun, kann 3 bis 7 cm groß werden und hat auch oft einen gräulichen Einschlag. Wird der Hut angebissen, färbt sich diese Stelle rötlich. Die Röhren sind intensiv gelb – ich bezeichne sie als chromgelb und zum Stiel hin leicht ausgebuchtet. Sie gehen sanft in den Stiel über, sind also nicht davon abgesetzt. Aufgeschnitten ist der Pilz innen gelb und blaut oder grünt leicht. Der Stiel ist biegsam und schlank. Nach unten hin ist er rot bis purpurrot gefärbt. Der Geruch erinnert ein wenig an Marillen und ist leicht säuerlich, aber angenehm.

Standorte

Buchenmischwald, Nadelwald, im Moos, von Juli bis ende November

Verwechslungsmöglichkeiten

Mit dem leicht giftigen Schönfußröhrling – Boletus calopus, mit der Ziegenlippe, mit dem giftigen Satansröhrling (kann schwere Magen- Darmprobleme hervorrufen), mit dem Maronenröhrling und mit dem Gallenröhrling.

Satansröhrlinge

Satansröhrlinge

Dickfussröhrling

Dickfussröhrling

Sandröhrlinge

Sandröhrlinge

Ziegenlippe Ansicht unten

Ziegenlippe Ansicht unten

Maronenröhrling

Maronenröhrling

Gallenröhrling mit Hutunterseite

Gallenröhrling mit Hutunterseite

Verarbeitung

Hier sind die jungen Exemplare beliebt und eignen sich frisch und auch getrocknet gut zur Verarbeitung. Ich ernte den Rotfußröhrling wie schon gesagt, sehr gerne als jungen frischen Pilz zu Saucen oder einfach abgebraten. Er eignet sich wunderbar zum Trocknen und auch zum Einfrieren. Dieser Pilz ist auch als Mischpilz eine Freude.

Wissenswertes

Aufpassen muss man beim Rotfußröhrling auf den giftigen Goldschimmel – Hypomyces Chrysospermus – dieser zeigt sich als weißer Befall. Diese Exemplare bitte stehen lassen. Ist der Pilz dann endgültig befallen, färbt sich dieser Pilzbefall goldgelb. Der Rotfußröhrling kann auch recht rasch madig werden, also nur die jungen Exemplare entnehmen. Es sind etwa zehn verschiedene Arten des Rotfußröhrlings bekannt. Der hier abgebildete ist der am häufigsten vorkommende.

Exkurs

Der Goldschimmel siedelt sich als Schmarotzer gerne auf weichfleischigen Pilzen, wie z.B. Röhrlingen an. Auch beim Maronenröhrling, beim Rotfußröhrling u.a. Diese Pilze sucht er als Wirtspilze aus und beginnt sie zu zersetzen. Am Beginn ist der Pilz auf dem Pilz weiß und färbt sich im Alter dann gelb. Anders als der gute Schimmelpilz auf Edelkäsesorten, ist dieser Schimmelpilz absolut zu meiden. Pilze, die auch nur leicht befallen sind,

bitte stehen lassen. Aus dem Hypomyces Chrysospermus werden die Peptaibole Chyrsopermin A, B und C gewonnen, die eine antibakterielle und fungizide Wirkung haben sollen.

Rotfüßchen mit Goldschimmel befallen

Rotfüßchen mit Goldschimmel befallen

Ein wunderbares Bild, das ich nicht vorenthalten möchte ist dieses Bild eines Helmlings, das von einem anderen schmarotzenden Pilz befallen wurde.

schimmel-pilz-frisst-helmling-pilz

Schimmel-pilz-frisst-Helmling-Pilz

Bildquelle: http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/25906977

Schwefelporling

Schwefelporling – Laetiporus sulphureus, Stielporlingsverwandte, englisch – „Chicken of the Woods“

Schwefelporling Wienerwald

Schwefelporling Wienerwald

Eigentlich Gemeiner Schwefelporling. Nach den Regenfällen der letzten zwei Tage erholt sich die ausgetrocknete Erde und zaghaft erscheinen die ersten Pilze. Der erste, der mir am Tennisplatz über den Weg lief ist der Schwefelporling. Ich finde, er ist einer der interessantesten Baumpilzarten. Jung ist er essbar und schmeckt paniert, wie ein Hühnerschnitzel.

Aussehen und Standorte

Schwefelporling junges Exemplar

Schwefelporling junges Exemplar

Er leuchtet hellgelb bis orangerot und zeigt sich mit seinen vielen konsolenartigen Hütchen in Etagen mit Vorliebe an Obstbäumen. Aber ich habe ihn auch schon an Buchen, an Robinien und an Silberweiden gefunden. In der Literatur werden als „Wirtsbäume“ (Bäume, die der Pilz befällt) auch noch Eberesche, Kastanie, Birnbäume, Weiden, Walnuss, Erle, Linde, Kirsche und Apfel angeführt. Die fächerartigen Verzweigungen fühlen sich trocken, fleischig und samtig an. Der Pilz duftet in jungem Stadium herrlich nach frischem Obst.

Schwefelporling jung

Schwefelporling jung

Die Unterseite ist porig und stark gewellt. Auf der Unterseite gibt der Pilz Guttationstropfen – Abgabe von Wasser, für den Nährstofftransport – ab.

Schwefelporling Guttation

Schwefelporling Guttation

Leider ist der Schwefelporling ein Parasit, der gerne Laubbäume befällt. Auf Nadelbäumen ist er seltener zu sehen. Meist sind die Bäume, die er besiedelt gesundheitlich bereits angegriffen. Der Pilz kann über offene Stellen eindringen und beginnt dort den Holzkern anzugreifen. Danach arbeitet er sich über das Spintholz weiter. So wird der Baum für Windbruch anfällig. Ist der Baum einmal abgestorben, lebt der Schwefelporling als Saprobiont (Folgezersetzer) auf dem toten Holz weiter, bis er das Substrat aufgebraucht hat.

Braunfäule im Holz

Braunfäule im Holz

Der Schwefelporling verursacht die sogenannte Braunfäule. Die einzelnen Konsolen können bis zu 15 cm breit werden. Mein größtes Exemplar wog 2.5 Kg und befand sich in den Tullner Auen auf Totholz. Im Alter zeigen sich oranegerote Maserungen und der Pilz ist dann fast weiß.

Exkurs

Lesenswert und unterhaltsam geschrieben finde ich den Beitrag „Esst Pilze und lebt länger“, von Prof. Dr. Jan l. Lelley auf GAMU.de

Er widmet sich darin vor allem der Heilwirkung von Pilzen und beschreibt die Herkunft der Namen aus dem Volksgebrauch, wie etwa den Hallimasch – als „Hell im Arsch“ – weil er abführende Wirkung hat. Dem Schwefelporling schreibt er darmregulierende Wirkung zu.

Verwechslungsmöglichkeiten

Eigentlich keine

Rezepte

Vorteil des Schwefelporling ist, dass er nie madig ist. Er ist sauber und eigentlich unverwechselbar. Er sollte aber immer gut durchgekocht und durchgebraten werden. Der Geschmack ist pilzartig, leicht säuerlich. Der Porling eignet sich nicht zum Einfrieren oder trocknen. 

Schnitzel aus Schwefelporlingen

Schwefelporling gebacken

Schwefelporling gebacken

Dazu braucht man frische Porlinge – gut gesäubert. Ich koche sie für 4-5 Minuten in Salzwasser ab und lasse sie in einem Sieb abtropfen. Danach in Scheiben schneiden, etwas salzen, in Mehl tauchen und einer Mischung aus Ei und etwas Milch. und zuletzt in Semmelbrösel drücken.

In Öl oder wer will, Butterschmalz backen. Ich habe einmal ohne die Gäste aufzuklären, sie einfach als Schnitzel serviert. Keiner der Gäste kam darauf, dass die Schnitzel in Wahrheit nicht aus Hühnerfleisch, sondern aus Porlingen gemacht waren. Das Fleisch ist fest und hat einen sehr angenehmen Geschmack.

Vegetarisches Risotto mit Schwefelporling 

Risotto mit Schwefelporling

Risotto mit Schwefelporling

Besonders für Vegetarier ist der Porling eine tolle Nahrungsbeute.

für 4 Portionen

  • 1/2 Kg guten Risottoreis
  • 1 helle Zwiebel
  • 1/2 Becher Obers
  • Frische Petersilie
  • 1 Knoblauchzehe
  • Gemüsebrühe
  • 1-2 Esslöffel Butter
  • Olivenöl
  • 20 dag ganz klein gewürfelten Porling
  • 1/8 Liter trockenen Weißwein
  • Parmesan gerieben

In einer Mischung aus Butter und Olivenöl die klein gehackte Zwiebel anschwitzen. Den Reis dazumischen und glasig rühren. Die Gemüsebrühe in heißem Wasser anrühren und kleinweise unter ständigem Rühren dazumischen. Den Weißwein ebenfalls. Die Knoblauchzehe zerkleinert dazu geben. Dann den ganz klein gewürfelten Porling. Immer wieder aufgiessen. Zuletzt das Obers dazu. Wenn der Reis „al dente“ also noch mit etwas Kern gekocht ist, den Parmesan einrühren um eine mollige Konsistenz zu bekommen. Heiß mit Petersilie und schwarzen Pfeffer bestreut servieren.

Curry mit Schwefelporling 

Curry mit Schwefelporling

Curry mit Schwefelporling

Der Porling eignet sich auch bestens für ein fleischloses Curry.Dieses Rezept ist etwas aufwendiger, aber umso köstlicher.

  • 1 rote Zwiebel
  • 1 weiße Zwiebel
  • Gemüsebrühe
  • 1 Zelleriestange
  • 20 Dag grob gewürfelten Porling
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Esslöffel Curcuma
  • Gelbes Curry
  • etwas Kokosmilch
  • 2-3 Kardamomkapseln
  • Saft 1 Limette
  • Koriander frisch
  • etwas frischen Ingwer
  • Zuckererbsenschoten
  • gelbe Rüben
  • Karotten
  • Ghee Butter oder Öl
  • Salz & Pfeffer
  • wer mag 1 kleine Chilischote oder Chilliöl

Das Gemüse in grobe Würfel schneiden. Die Rüben und Karotten in etwas stärkere schräg geschnittene Scheiden. Die Zwiebeln vierteln. Alles in Ghee Butter anschwitzen. Mit Gemüsebrühe aufgießen. Saft der Limette, Kardamom (aus der Kapsel raus), Kokosmilch und Gewürze einrühren. Alles gute 30 Minuten köcheln lassen. Mit frischen Koriander bestreuen und mit Basmatireis oder Fladenbrot servieren. Wer es schärfer mag, kann etwas Chili verwenden. Der feine Porlingsgeschmack geht allerdings ein wenig dabei verloren. 

Sauer eingelegter Porling

Sauer eingelegter Schwefelporling

Sauer eingelegter Schwefelporling

Dieser festfleischige Pilz eignet sich auch bestens zum Einlegen. Dazu 1/2 Kg gewürfelten Porling. 2 helle Zwiebel gewürfelt, 1/3 hellen Weinessig, 2/3 trockenen Weißwein. Pfefferkörner rot oder schwarz, 2 Lorbeerblätter, Salz, 2 Zehen Knoblauch. 5-6 Esslöffel Zucker. Den Sud köcheln lassen und die Pilze mit den Gewürzen dazu geben. Alles kurz 3-4 Minuten aufkochen lassen und sofort in Gläser füllen. Die eingelegten Porlinge passen sehr gut zu kaltem Fleisch oder einfach als Fingerfood.