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Krause Glucke

Krause Glucke, Fette Henne – Sparassis crispa, Gluckenverwandte – Sparassidacaea

Krause Glucke

Krause Glucke

Breitblättrige Krause Glucke

Breitblättrige Krause Glucke

Mein gestriger Fund hat alles was ich bisher an Krauser Glucke gefunden hatte übertroffen. Durch die lang anhaltende Trockenheit war bisher kaum ein Pilz zu sehen. Vereinzelte Goldröhrlinge, ein paar Exemplare Kuhmaul, und eine Handvoll Elfenbeinröhrlinge. Aber dann ging ich gestern mit einen jungen Freundin, Sophia, an einen Platz in Niederösterreich, wo ich schon mehrmals die eine oder andere Glucke gefunden hatte. Aber so viele an einem Tag auf einem Platz, hat es noch nie gegeben. Wir waren und sind im Glück! Da ist für mich einer der köstlichsten Pilze, die es gibt.

Aussehen

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Eichenglucke

Eichenglucke

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Mich erinnert die Krause Glucke an eine Walnuss. Viele Leute behaupten eher ein einen Badeschwamm. Sie ist weißlich bis ockergelb. Gewellt und je nach Art breiter oder schmäler gefächert. Meine gestrigen Funde gehören zur Art der breitblättrigen Krausen Glucke. Schon von weiten sieht man die schwammähnlichen Pilze knapp am Stamm der Baumpartner stehen. Der Pilz muss ganz vorsichtig geschnitten werden, weil er leicht bricht. Die Basis bildet ein Strunk und geht aus dem befallenen Wurzelstock oder des Stammes hervor. Dieser Pilz fruktiziert am Stamm von Nadelgehölzen wie der Wald-Kiefer. Seltener auch an Fichten, Lärchen oder Douglasien. Ich habe ihn meist an Föhren, Weißtannen gefunden. Er verschafft sich Eingang über Verletzungen an der Wurzel oder im unteren Bereich des Stammes. Leider dringt er dann als Schädling in den Bereich des Kernholzes ein und verursacht die „Braunfäule“. Die Glucke kann über mehrere Jahre im Wirtsbaum saprobiontisch leben und auch andere „Wirte“ befallen. Der Pilz zeigt sich von Juli bis September bis ende Oktober. Als Baumschädling ist er bei Forstbesitzern ein höchst unbeliebter Parasit. Der Geschmack ist nussartig mild. Der Geruch intensiv und an Morcheln erinnernd.

Krause Glucke

Krause Glucke

Standorte

Wie gesagt ist dieser Pilz ein Baumschädling und wächst direkt an der Wurzel oder im unteren Bereich des Stammes. Föhrenwälder sind ein guter Tipp. Daher kann er auch kaum verwechselt werden und ist ein guter Pilz für Anfänger.

Verarbeitung und Wissenswertes

Ich klopfe den Pilz meist nur aus, waschen sollte man diesen Pilz nur im äußersten Fall. Käfer und anderes Getier kann man auch durch ausschütteln entfernen. Neueren Forschungen nach soll dieser Pilz der Schimmelbildung entgegenwirken.

Verwechslungsmöglichkeiten

Eichen Glucke, Stachelbart

Verarbeitung

Dieser Pilz kann bestens im geputzten Zustand eingefroren werden. Einfach in Scheiben schneiden und einfrieren.

Rezepte

Bavette mit Krauser Glucke

Bavette mit Krauser Glucke

Bavette mit Krauser Glucke

  • 4-6 Portionen
  • 1 Krause Glucke
  • 1 helle Zwiebel
  • 2 Esslöffel Olivenöl
  • 1 Esslöffel Butter
  • Salz & Pfeffer
  • Schlagobers
  • Parmesan
  • Petersilie
  • Wer mag ein Tropfen Trüffel öl

Eierspeise mit Krauser Glucke

Unschlagbar ist auch eine Eierspeise mit frischer Krauser Glucke. Ein wenig Petersilie dazu und ein herrliches Gericht entstehen.

Die Glucke putzen und in Stücke zerteilen, meist ohne Messer. In etwas Olivenöl und Butter anschwitzen. Mit Obers aufgießen und mit geriebenem Parmesan eindicken. Bavette in Salzwasser al dente kochen, abseihen und in etwas Olivenöl schwenken. Die Pilzsauce rasch einrühren, würzen und sofort Heiß servieren.