Gundermann

Gundermann – Glechoma hederacea – Nepetoidea- Gundelrebe

Gundermann

Gundermann

Das nächste Kräutlein, das zurzeit blüht und ich gerne vorstellen möchte, ist der Gundermann. Auch Echt-Gundelrebe. Sie gehört in die Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Aussehen

Gundermann Blüte

Gundermann Blüte

Der Gundermann ist eines der ersten Kräutlein des Jahres, mit dem man kochen und dekorieren kann. Seine lila bis lilaroten Blüten locken die Hummeln an. Er hat extrem lange unterirdische Ausläufer, die im Garten kaum zu bewältigen sind. Aus diesen Ausläufern (Stolonen) wachsen dann die aufrechten Stiele des Gundermanns heraus. Der Gundermann ist wintergrün. Die Blätter des  Gundermann sind manchmal zart behaart (Indument) oder kahl. Je älter die Pflanze ist, desto rötlicher kann die Blattunterseite werden. Im Herbst ist oft die gesamte Pflanze bleich-rötlich. Die Blätter sind kreuzgegenständig angeordnet. Der Gundermann bildet zwei-, bis fünfblütige Blütenstände aus, die aus den Blattachseln herauswachsen. Die Blüten sind, den Lippenblütlern entsprechend zygomorph. Sehr oft übersieht man diese kleine Pflanze. In der AU können sie bis zu 20 cm hoch werden, im Garten und dort besonders im Schatten um die 4-5 cm hoch. Sie bildet Pollensäcke aus, die lange Schlitze hat und in denen die Samen sitzen (vierfächriger Fruchtknoten, Klausenfrucht=Zerfallfrucht, zerfällt bei der Reifung in vier Teile). Auf der Unterlippe der Blüte sind zwei Zähne. Die Blüten sind zwittrig oder steril männlich (kleiner) angelegt.

Standorte – Vorkommen

In Gärten, an Feuchtwiesen, Wirtschaftswiesen, an Waldsäumen, an Äckern. Man kann die Gundelrebe schon in der keltischen Kultur nachweisen. Im Keltischen bedeutet „Gund“ so viel wie Eiter, Beule oder Sekret. Man verwendete dagegen Gunderman in Kombination mit Hauswurz.

Inhaltsstoffe

Flavonoide, (Cymarosid, Cosmosyn, Heyperosid, Isoquercetin, Luteolin-7-Di-Glukosid), ätherische Öle –Pinocamphon, Menthon, Pulegon, und einige mehr. Der Gundermann beinhaltet auch einen Anteil an Gerbstoffen und einen Bitterstoff namens Glechomin (kommt nur im Gundermann vor, steht in Verdacht für Pferd und Huftiere giftig zu sein. Möglicherweise auch für Nagetiere). In der pharmakologischen Wirkung konnten cytotoxische (chemische Substanzen, die Zellen und Gewebe schädigen können) Eigenschaften auf verschiedene Krebsarten nachgewiesen werden.

Heilwirkung

Gegen Abszesse, Fisteln, eiternde Zähne, Kiefervereiterungen, Nebenhöhlenentzündungen, eitrige Lungen- und Nieren- Blasenerkrankungen, schlecht heilende Wunden, Akne, Ohrenschmerzen, Tinnitus, Mundfäule oder Hüftgelenksentzündungen. Blutstillend und anregend auf Leber-Galle, Herz und Lunge. Gundermann fördert die Bleiausschwemmung aus dem Körper und wurde von Malern, Büchsenmachern, Automechanikern und Druckern als Tee getrunken. Als Badezusatz eine Handvoll Blätter auf ca. 5 Liter Wasser, abkochen und ins Badewasser gießen. Die Bitterstoffe wirken appetitanregend. Sie helfen gegen Nieren-, und Leber-, Gallen-, und Gichtbeschwerden. Das brachte ihm den Namen „Steinumwickler“ ein. Hildegard von Bingen empfahl den Gundermann gegen Lungen- und Halserkrankungen. In Tirol gibt es den Brauch Gundermann in die Pfingstmesse mitzunehmen, um durch ihn alle Erkrankungen zu heilen.

Außerdem wurde der Gundermann zur Konservierung von Bier verwendet.

Rezepte

Ich streue die Blätter und die hübschen Blüten gerne auf frische Salate. Oder verwende beides in Teemischungen. Er ist auch ein Bestandteil der Neuen-Kräutersuppe.

Ein Kommentar zu “Gundermann

  1. Pingback: Gundelrebenpizza – Küchenereignisse

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